Frage von silas1995, 81

Warum so eine große Sucht?

Ich habe mich damals 3 oder 4 Jahre geritzt. Es war für mich damals nicht mehr unnormal oder zur Problemlösung sondern ich konnte nicht mehr ohne. Ich brauchte ein wenig um davon runter zu kommen.

Seit ein paar Wochen habe ich immer mehr den drang es wieder zu machen. Ich kann es kaum beschreiben ich denke immer wie gut es sich angefühlt hat und das ich "nur" ein paar Narben davon habe. Heute habe ich es getan und bereue es nicht.

Jetzt die Frage: Kennt ihr sowas? Habt ihr euch schonmal geritzt, aufgehört und seid dann der sucht erlegen? Was genau ist so schlimm daran? Ich mach es nicht so tief.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von LittleMistery, 34

Es braucht Geduld, um da wieder rauszukommen und Rückfälle sind keine Seltenheit.

War es denn tief und kennst du Alternativen zum bzw. gegen das selbstverletzen?

Das schlimme daran finde ich, dass man nicht so schnell wieder damit aufhören kann und jenachdem auch Hilfe braucht z.B. von Freunden, Eltern, Beratungsstellen.

Ich wünschte, ich hätte mehr dazu schreiben können, aber mir fällt gerade nichts mehr ein, tut mir Leid.

Kommentar von silas1995 ,

Nicht schlimm. Damals war es tief aber jetzt gehts eher Oberflächlich. Ist noch zu viel Schmerz.

Mein Problem liegt darin das ich sehr viele andere Möglichkeiten kenne aber keine machen will. Das Ritzen ist mittlerweile für mich wie andere wenn andere rauchen. 

Vielleicht sollte ich mir wirklich hilfe suchen :/

Kommentar von LittleMistery ,

Schaden wird es nicht Hilfe zu suchen.

Kommentar von silas1995 ,

Aber ich möchte eigentlich nicht aufhören. Es fühlt sich ziemlich gut an. Und ich sehe da keine probleme. Ich mach es ja nicht um mich umzubringen oder ähnliches

Kommentar von safur ,

Ich hänge mich selten in das Kommentar von anderen, weil ich es einfach unhöflich finde. Ich spreche auch selten so salopp! Findest du nicht es sieht scheiße aus? Ich meine du verletzt hier deinen Körper. Vielleicht sagst du mir - ja genau - der Kick - aber.. danach?

Klar kommen wieder die Ausreden, nicht tief usw.
Bekomm doch mal ein Gefühl für dich und deinen Körper als Freund! Hast du ein Problem mit deinem Körper? Was hat er dir getan? Was kannst du denn nicht anders lösen als deine Haut zu beschädigen?

Kommentar von silas1995 ,

Es ist mir durchaus bewusst das es nicht ungefährlich ist. Und ich finde es nicht schlimm. Es bleiben Narben klar aber es ist immerhin mein Körper. 

Ich könnte auch rauchen oder viel Alk trinken aber beides ist wesentlich tödlicher als Ritzen.

Und ich kann mein Körper nicht als Freund. Nicht weil ich mich zu sehr selbst hasse sondern wegen meiner Ansicht

Antwort
von CaptainLeviii, 37

Ich selbst verletze mich nun schon seit 5 Jahren. (Bekomme bald aber professionelle Hilfe) Da ich mit Dingen aus meiner Vergangenheit nicht klar komme bzw nicht verarbeiten kann und ich auch heute noch eine beschissene Lebenssituation hab, staut sich bei mir der Druck immer extrem auf. Ich versuche ihn immer "auf zu schieben" und zu unterdrücken, aber irgendwann muss es eben raus. In solchen Momenten denke ich mir meistens, dass es jetzt sowieso keine Rolle mehr spielt ob ich eine Narbe mehr oder weniger hab. Ich bereue es auch im Nachhinein nicht wirklich. Es ist eben mein Ventil um Druck ab zu bauen und totzdem will ich lernen, ihn anders ab zu bauen und von der sucht weg kommen. Ich verletze mich jedes Jahr schlimmer (größer, tiefer,breiter) wenn ich nichts dagegen tue, kann das Böse enden. Die Leute schauen mich wegen meinen Narben eh schon dumm genug an.

Kommentar von silas1995 ,

Ja stimmt. Je länger man sich ritzt desto weniger spürt man den schmerz und desto doller ritzt man sich. Hexekreislauf.
Findest du es schlimm sowas zu machen? Stören dich die Blicke?
Wie versteckst du es(wenn du es versteckst)? Und nerven dich die ganzen "mach das nicht das ist schlimm weil ist so" auch?
Sorry für die ganzen fragen :/

Kommentar von CaptainLeviii ,

Haha kein Problem :D Ich denke, wenn man es selbst macht empfindet man es auch nicht wirklich als "schlimm" es sind dann eher die Leute um uns rum, die es schlimm finden. Mich stören die Blicke teilweise. Sie schauen mich so oder so blöd an, wegen meinem Aussehen. Wenn sie aber explizit die Narben anschausn und lästern/mich auslachen, verletzt mich das schon sehr extrem und dann stört es mich natürlich auch. Ich habe es fast 5 Jahre versteckt (also die Narben) dieses Jahr im Sommer hab ich es endlich geschafft ohne Pulli raus zu gehen. Aber wie gesagt, hat lange gedauert. Ja. Das sind diese standart Sachen was Leute sagen, die keine Ahnung haben und denken man macht das weil es "cool" ist oder sonst was. Dann muss man sich rechtfertigen usw. Das nervt ziemlich. Die sollen mich einfach nur in Ruhe lassen und mich nur darauf ansprechen, wenn sie wirklich wissen wollen was los ist und zuhören, mich nicht abfu*cken mit dummen Kommentaren. Wie sieht es bei dir aus?

Kommentar von silas1995 ,

Ich persönlich finde es überhaupt nicht schlimm. Wie du schon sagtest, wer es selber macht hat damit keine Probleme nur die Menschen um mich herum finden das doof. Meine Freundin weint fast immer. Ich war halt lange "clean" und wenn ich es dann wieder mache so wie jetzt darf ich mir dann wieder was anhören.

Ich habe es auch damals versteckt. Immer mit Strickjacke und so weiter. Und klar da wird halt gelästert. Besonders wenn man dann noch so aussieht wird man schnell als emo abgestempelt. Das hat mich immer aufgeregt. Die Leute müssen sich immer über andere die Mäuler zerreißen aber schauen nie auf ihre Probleme. 
Und die ständigen versuche einen zu bekehren nerven mich auch. Es ist mein Körper man muss ja nicht hinschauen

Danke für die auskunft ^^ Hilft mir ein wenig besser damit umzugehen 

Antwort
von jackysusi, 33

ja ihre fragen hat mich gerührt, ich kenne mich auch bei mit dem ritzen, ich hate damals auch geritzt, aber ich habe aber nicht mehr gemacht,weil ich jemanden da haben zum reden wie therapeutin, bitte , lassen sie sich von therapeuten helfen,welche grund sie ritzen, bei mir ist es also wenn ich mir zu einsam fühle und werde wütend oder gereizt dann hatte ich auch geritzt, tagebuch schreiben ist auch gute hilfe, um die seelne probleme herauszureden, es muss alles raus , bitte gehen sie zur therapeuten, sie können ihnen weiter helfen, denn ritzen ist kein gute hilfe.. ich meine es ernst, denn es bilden die narben, das hatte ich auch hinter mir,ist immer noch zu sehen an meinen unterarm.

Kommentar von silas1995 ,

Mein Problem ist weniger Psychisch sondern mehr die Sucht.
Blöd gesagt, die Lust am Ritzen

Kommentar von jackysusi ,

ohje das hört sich nicht gut an.

Expertenantwort
von bodyguardOO7, Community-Experte für Schmerzen, 23

Das Fatale am Ritzen ist dass es zu einer Art Sucht werden kann. Mehr zum Thema findest Du hier.

http://www.gesundheit.de/krankheiten/psyche-und-sucht/borderline-syndrom/ritzen-...

Kommentar von silas1995 ,

Es ist eine Sucht bei mir :/

Kommentar von Tanzistleben ,

....und eine Sucht ist eine behandlungsbedürftige Krankheit. Das große Problem daran ist, dass Süchtige ihr Problem lange nicht erkennen, nicht wahrhaben wollen und nicht verstehen wollen, dass sie an einer psychischen Erkrankung leiden. Warum hast du dir keine Hilfe geholt, als du gespürt hast, dass die Sucht wieder die Oberhaus zu gewinnen drohte? Ich wünsche dir sehr, dass du den Weg aus der Sucht wieder findest. Alles Gute!

Kommentar von bodyguardOO7 ,

Richtig und Danke, erspart mir weiteren Kommentar - und YOLO.

Kommentar von silas1995 ,

Weil ich es für nichts großes gehalten habe

Kommentar von bodyguardOO7 ,

Genau das ist das größte Problem bei jeder Sucht, dass man es lange nicht wahrhaben will.

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