Frage von Tilllyy, 89

Warum sinkt der Versicherungsbeitrag nur nach Dauer und nicht nach gefahrenen Kilometern?

Hallo,

warum sinken die Versicherungsbeiträge bei der KFZ Versicherung nur nach Unfallfreien Jahren und nicht nach unfallfreien Kilometern?

Wenn jemand zum Beispiel 1000km/Jahr fährt, bekommt er ja viel weniger Erfahrung. Ich (25) fahre ca 60.000km im Jahr und zahle dementsprechend sehr viel an die Versicherung.

Mir ist klar, dass das Risiko mit mehr gefahrenen Kilometern steigt. Aber wieso muss jemand, der zwar ein Auto hat, das abet nicht fährt, trotzdem jedes Jahr weniger Zahlen, obwohl er ja nicht besser geworden ist im fahren (aufgrunder der Erfahrung).

Also die Beiträge steigen je mehr ich fahre, aber sie sinken je länger ich versichert bin (und nicht wie lange/weit ich [unfallfrei] fahre). Da stimmt doch was nicht.

Vielen Dank!

Antwort
von wilees, 48

Weil die jährliche Überprüfung aller Versicherungsverträge und real gefahrener Jahreskilometer zu arbeitsintensiv und damit zu teuer wäre.

Und Deine Beträge sinken nur wenn Du unfallfrei fährst, im Rahmen eines Unfalls wirst Du um mehrere SF nach oben  gestuft.

Kommentar von Tilllyy ,

Das klappt doch mit dem Stromzähler auch super, warum nicht mit dem Kilometerstand?

Kommentar von RobinHood2000 ,

Der Stromzähler ist auch immer am selben Platz. Das Auto kann sonstwo sein und wenn es da ist, dann muss der Fahrer auch noch da sein, um es zu öffnen.

Antwort
von hyfi01, 19

Ich gehe davon aus, dass es vor allem praktische Anforderungen sind, die das Schadenfreiheitsklassensystem nach Jahren klassifizieren lässt.

Die Schadenfreiheitsklassensystem Jahre kann man problemlos mit einfachsten Mitteln erfassen: Jahre seit Vertragsbeginn und Anzahl der Unfälle. Ende. Beide Daten sind in der Regel ohne Mitwirken des Versicherungsnehmers herauszufinden.

Müsste man statt dessen (oder zusätzlich) die Kilometer nachhalten, wäre das bei der Masse von mehreren Millionen Fahrzeugen/Autofahrern in Deutschland ein extremes Aufwandsproblem: Sie müssten für jeden einzelnen die gefahrenen Jahreskilometer anfragen, gemeldet bekommen und erfassen.

Sicher kann man das heutzutage über Onlineportale vereinfachen, trotzdem müsste man bei vielen Versicherungsnehmern nachhalten und erinnern usw. Der Aufwand dürfte die Vorteile durch die etwas genauere Risikoeinschätzung um ein Vielfaches übersteigen.

Die Meldebereitschaft dürfte auch gerade bei Wenigfahrern durch den geringen individuellen Vorteil sehr verhalten sein - daher ist das sicher eine praktische, aber leider keine praktikable Idee :-)

Kommentar von Tilllyy ,

Ist bestimmt die "richtige" Antwort, wenn auch keine Zufriedenstellende ;-)

Das Problem sehe ich darin, dass wenn die Vielfahrer entlastet werden sollen, das Geld woanders her komme muss. Die Wenigfahrer wären davon sicher nicht begeistert :-D

Kommentar von hyfi01 ,

Ich gehe aber davon aus, dass Erfahrung andere Risikofaktoren nicht (über-) kompensiert. Vielfahrer haben zwar Erfahrung, die korreliert aber sehr stark mit Selbstüberschätzung, mit stark motorisierten Fahrzeugen und oft auch mit externen Faktoren wie Zeitdruck oder Müdigkeit.

Gerade letzteres ist z. B. bei LKW-Fahrern immer wieder Ursache schwerer Unfälle - und ich würde behaupten wollen, dass Berufsfernkraftfahrer an gefahrenen Kilometern selbst härteste Außendienstler in den Schatten stellen :-)

Antwort
von Schlauerfuchs, 48

Das haben Finazmathemathiger so festgelegt,  bezahlte Beiträgen in Jahren ohne Schäden .

So wird das dann Finazmathematisch errechnet Gesamteinnahmen in Zeitraum von 20 Jahren und ggf Schäden ,so hat sich dann der SFR Tarif herausgebildet, ist nicht unbedingt gerecht ,aber als Maßstab bei den Unternehmen angenommen.

Antwort
von claushilbig, 3

Wie sollten die Versicherungen das überprüfen?

Es ist ja längst nicht so, dass jeder Autofahrer (nur) sein eigenes Auto fährt - Soll jede(r) Autofahrer(in) ein Fahrtenbuch über alle gemachten Fahrten führen?

Bei LKW- und Busfahrer wäre eine solche Erfassung über die Fahrerkarten inzwischen wahrscheinlich technisch möglich - aber PKW darf immer noch jeder ohne irgendwelche Nachweise über Fahrzeiten etc. fahren ...

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Ich stimme Dir allerdings zu, dass es schon etwas ungerecht ist, wenn der Sonntagsfahrer, der sein Auto alle halbe Jahr mal aus der Garage holt, versicherungstechnisch besser da steht als z. B. ein Taxifahrer oder Handelsvertreter, der täglich einige hundert Kilometer abreißt, dabei aber nur "Dienstwagen" fährt und gar kein eigenes Auto hat.

Expertenantwort
von Skinman, Community-Experte für Auto, 12

Weil sich Kilometerzähler völlig problemlos fälschen lassen und dies kaum nachweisbar ist. Schönen Dank an die Autoindustrie.

Kommentar von Tilllyy ,

Danke für den Tipp. Dann gebe ich jetzt einfach 3000km/Jahr bei meiner Versicherung an und immer wenn sie mal wieder fragen drehe ich kurz zurück ^^

Antwort
von basiswissen, 16

Je mehr KM, desto höher das Risiko...

Antwort
von Apolon, 24

 Wenn jemand zum Beispiel 1000km/Jahr fährt, bekommt er ja viel weniger Erfahrung. Ich (25) fahre ca 60.000km im Jahr und zahle dementsprechend sehr viel an die Versicherung

Dies könnte so sein, muss aber nicht.

Ich selbst habe 2 Fahrzeuge, mit dem einen fahre ich ca. 30.000 km im Jahr, mit dem 2. vielleicht gerade mal 5.000 km.

Nur mit dem 1. Fahrzeug bin ich mehr Risiken ausgesetzt wie mit dem 2.

Und es wurde statistisch bewiesen, dass Vielfahrer mehr Unfälle bauen und somit die Kfz-Versicherung höhere Leistungen erbringen müssen.

Gruß N.U.

Kommentar von Tilllyy ,

Ob Sie Risiken ausgesetzt sind oder nicht, kann doch Ihrer Versicherung egal sein. Die muss nur Zahlen, wenn der Unfall Ihre Schuld war (Das Risiko dürfte mit der Erfahrung = gefahrene km sinken). Sonst zahlt ja die gegnerische Versicherung.

Also Unfall bauen und in einen Unfall verwickelt sein sind ja zwei paar Schuhe

Haben Sie Quellen für die Statistik?

Kommentar von Messkreisfehler ,

Deiner Theorie zu Folge müsste ein 90 Jähriger einen extrem niedrigen Versicherungsbeitrag zahlen, schliesslich fährt er im Idealfall 72 Jahre Auto und muss an Erfahrung ungeschlagen sein.

Kommentar von Tilllyy ,

Der Erfahrungsanteil in der Berechnung seines Beitrags sollte natürlich dementsprechend sein. Allerdings spielen andere Faktoren wie Alter oder Autotyp natürlich auch eine Rolle

Kommentar von Apolon ,

 Ob Sie Risiken ausgesetzt sind oder nicht, kann doch Ihrer Versicherung egal sein.

Vielleicht habe ich die Autos ja bei 2 verschieden Versicherungsunternehmen versichert.

 Die muss nur Zahlen, wenn der Unfall Ihre Schuld war

Leider nein, denn auch Schäden die nicht meiner Schuld unterliegen, muss sie bezahlen. z.B. Schäden bei Diebstahl, Einbruch-Diebstahl, Hagel, Sturm usw.

 Das Risiko dürfte mit der Erfahrung = gefahrene km sinken).

Kann möglich sein, muss aber nicht, kommt dann wohl auch auf den einzelnen Versicherungsnehmer an.

Nehmen wir z.B. einen Kunden von mir - Fernfahrer, der im Jahre mehrere 100.000 km fährt. Dieser hatte im letzten Jahr mit seinem Fahrzeug 3 Schäden und an allen war er selbst schuld.

Außerdem sollte man auch beachten, dass bei den meisten Fahrzeugen es mehrere Fahrer gibt und nicht immer verursacht der Vielfahrer den Schaden.

Mich würde mal interessieren, nach welchen Regeln du die Beiträge für eine Kfz-Versicherung gestalten würdest.

Gruß N.U.

Antwort
von Messkreisfehler, 42

Weil man nicht davon ausgeht das jemand der ein Auto versichert hat dieses nicht benutzt.

Kommentar von Tilllyy ,

Nicht benutzen war ein Extrem. Jemand der nur weniger hundert km im Jahr fährt bekommt auch nicht umbedingt viel Erfahrung

Kommentar von Messkreisfehler ,

Und trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit das er bei den wenigen hundert km einen Unfall baut geringer als bei einem der zig tausend Kilometer fährt.

Kommentar von Tilllyy ,

Für Fahranfänger leuchtet das mir ein, aber bei jemandem der schon seit 10 Jahren 50k/Jahr fährt?

Kommentar von soga57 ,

Das ist eigentlich ganz simple Logik. Je öfter du dich den Risiken des Strassenverkehrs aussetzt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass du einen Unfall baust. Da muss ich kein Versicherungsmathematiker sein, um das zu erkennen.

Kommentar von Messkreisfehler ,

Seite 37 der Statistik:

https://www.dvr.de/download/ps\_2012-05-11\_kubitzki.pdf


Prozentual bauen Vielfahrer mehr Unfälle als Wenigfahrer.


Zudem:

Wem rennt z.Bsp. eher ein Reh vors Auto?

Lieschen Müller mit ihren 5.000 km im Jahr oder Max Mustermann mit seinen 50.000 km im Jahr? Wenn dir plötzlich ein Reh vors Auto läuft bringt dir deine Fahrroutine ähnlich viel wie die von Lieschen Müller.


Kommentar von Tilllyy ,

Ja, aber nicht viel mehr. 13% mehr Unfälle, obwohl sie das 5fache an Kilometern fahren. Also haben sie pro gefahrenen Kilometern eine viel geringere Unfallwahrscheinlichkeit.

Kommentar von soga57 ,

Aber genau darum geht's ja bei dem Bonus für unfallfreies Fahren gar nicht. Es geht eben nicht um Unfallwahrscheinlichkeit pro Km sondern um die absolute Zahl an Unfällen.

Kommentar von Tilllyy ,

Das mit dem Reh ist ja (außer bei unangepasster Geschwindigkeit) kein selbstverschuldeter Unfall.

Kommentar von Messkreisfehler ,

Trotzdem ist es ein Versicherungsschaden für den die Versicherung aufkommen muss.

Wie soga57 auch festgestellt hat geht es nicht um die Wahrscheinlichkeit sondern um die absolute Zahl an Unfällen.

Kommentar von Tilllyy ,

Allerdings nur um die Zahl der Unfälle, in denen die eigenen Versicherung zahlen muss (Selbstverschuldet, Wildunfall). Unfälle ohne Schuld, sind ja von der anderen Versicherung zu zahlen.

Das Riskio von Wildunfällen steigt mit der Km-Zahl, das stimmt.

Aber bei Selbstverschuldeten Unfällen? Auch wenn ich bis jetzt keinen Unfall hatte, würde ich sagen, dass ich, seit ich eine hohe Jahresfahrleistung habe, besser Auto fahre (defensiv, vorrausschauend, ...). Diese Eigenschaften können nur durch Praxis verbessert werden.

Antwort
von kenibora, 32

Je weniger jemand mit seinem Auto pro Jahr fährt....umso geringer ist auch ein Unfallrisiko!

Kommentar von Tilllyy ,

Der Versicherungsrabatt sinkt aber nach der Zeit, nicht nach dem, wieviel man fährt!

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