Frage von milchimtee, 71

Warum sind wir heute weniger misogyn?

Unser Geschichtslehrer hat uns das so beigebracht, dass Frauen ja früher unterdrückt wurden, weil sie Gewalt zu befürchten hatten. Er hat uns das am Beispiel erklärt, dass früher der Mann gesagt hat, dass die Frau am Herd stehen und Essen machen soll. Wenn die Frau dann aus der Küche rausgelaufen ist, hat der Mann ihr eine gezimmert und weitere Gewalt angedroht, falls sie sich auch weiterhin weigere.

Das hätte doch ewig so weitergehen können, oder? Wann kam dann der Umschwung und warum haben die vorherrschenden Männer das akzeptiert?

Antwort
von autmsen, 11

Euer Geschichtslehrer hat Euch da maximal ein Viertel der geschichtlichen Realität vermittelt. Mag an fehlendem Wissen liegen.

Jäger und Sammler, unsere ältesten erforschbaren Vorfahren bezüglich Kultur, malten Bilder an Wände aus denen wir ersehen können dass speziell Jagd gemeinschaftlich zu betreiben ist. Da sind aber durchaus auch Frauen abgebildet hier und da. 

Als die ersten Menschen sesshaft wurden hatten sie Zeit sich arbeitsaufwendiger auszudrücken. Es entstanden die ersten Plastiken. Hier finden wir dann dargestellte Frauen deren Geschlechtsmerkmale sehr stark betont dargestellt sind. Wären Frauen in dieser Zeit unterdrückt gewesen hätte sich wohl kaum ein Mensch die damals sehr große Mühe gemacht solche Arbeiten anzufertigen.

Jene Urvölker die wir Europäer und unsere Nachfahren in USA, Australien, Neuseeland ... antrafen verehrten Frauen auch sehr. 

Mit Beginn einer sogenannten Zivilisation dann beginnt eine Unterdrückung der Frau. Religion spielt hier wie bereits dargestellt eine durchaus wesentliche Rolle.

Dabei darf aber auf gar keinen Fall ausgeblendet werden dass sich solche Unterdrückung des weiblichen Geschlechts nicht als von allen jeweils lebenden Menschen praktiziert verstanden wissen will. In jeder Gesellschaft und zu jeder Zeit können wir davon ausgehen dass es auch hoch angesehene Frauen gab und geben wird. 

Frauen sichern den Fortbestand der Art. Sie schenken Leben. Sie bewahren Leben. Das ist ihre natürliche Aufgabe, die zu leben nicht aus den Genen einfach mal so entfernt werden kann.

Der Mensch an sich scheint nach heutiger Erkenntnis viel Platz zu brauchen um keine Aggressionen gegen die eigene Art leben zu müssen. (Es wird von verschiedenen Wissenschaftsbereichen von 2 qkm pro Person ausgegangen.) Da wir uns aber nun mal durchaus so vermehren dass dieser Fastball Erde nicht so viel Platz zur Verfügung stellt fangen wir irgendwann an uns gegenseitig zu ermorden. Nennen wir dann Krieg. Oder Eroberung. 

In solchen Zeiten sind die Frauen um einiges stärker belastet:

Männer sind abwesend und können deshalb die Aufgaben eines Wirtschaftsunternehmens Haushalt nicht mittragen. 



Kommentar von autmsen ,

Männer brauchen Waffen, Kleidung und Nahrung, haben aber keine Zeit sich um die Herstellung zu kümmern.

Männer ermorden sich nicht nur gegenseitig sondern zerstören auch die Lebensgrundlage. Mit dem Wiederaufbau stehen Frauen zumindest zu Beginn oft genug in der Geschichte erst mal alleine da.

Männer ermorden sich gegenseitig. Es verbleiben also nach einem Krieg weniger Männer als Frauen gerne an ihrer Seite hätten. Dadurch entsteht ein natürlicher Konkurrenzkampf unter den Frauen um die Männer.

Frauen sind also einerseits froh überhaupt einen Mann wieder an ihrer Seite zu haben und bereit deshalb manchen auch hohen Preis zu zahlen.

Andererseits sind Frauen schlicht müde alleine die ganze Verantwortung für das Überleben der Menschheit zu tragen. Sie geben diese Verantwortung also erschöpft leicht an die Männer ab.

Männern auf der anderen Seite wird zumindest unbewusst klar dass sie offensichtlich nur zu Zerstörung die letzte Zeit taugten. Und die letzte Zeit hat sie auf Zerstörung konditioniert / an Zerstörung als normale Lebensform gewöhnt. Diese ihre Gewohnheit tragen sie nun in gesellschaftliches Leben hinein und sorgen gewaltsam dafür dass es als Norm akzeptiert wird.

Je länger dann aber Frieden herrscht und vor allen Dingen je mehr Zeit bleibt für Bildung je höher wird auch das gesellschaftliche Ansehen der Frau wieder.

Dein Geschichtslehrer versucht Euch zu vermitteln die Ansichten der Nazi-Zeit seien von Anbeginn der Menschheitsgeschichte auf der ganzen Erde gelebt worden. Das ist tatsächlich eine große Lüge. Die Menschheitsgeschichte ist sehr vielfältig und tatsächlich hochinteressant. Empfehle doch mal Deinem Geschichtslehrer auf youtube in die Suchmaske einzugeben

arte geschichte

Die dann angezeigten Videos können seinen doch stark eingeschränkten Horizont erweitern.

Antwort
von JBEZorg, 18

Erstens ist für Dich wichtig zu verstehen, dass das was der Lehrere beschreibt eine kurze Phase in der europäischen Geschichte gewesen aus die Gesamtgeschichte gesehen, die es aber vor nicht all so langer Zeit gab, besonders im Westen wenn man die Beseitigung der letzten gravierenden Auswüchse der Ungleichberechtigung bedenkt.

Und zweitens ist die Bildung solcher sozialer Strukturen meist durch die Gesamtentwicklung der Gesellscaft, wirtschaftliche Gegebenheiten usw. bedingt. Ein patriachalische Gesellschaft wurde einfach mit der Entwicklung der Technik, Gesellschaft usw. nicht mehr sinnvoll und haltbar. Bedenke z.B:, dass heute viel körperliche schwierige Aufgaben von Maschinen erledigt werden. Es ist nicht mehr unbedingt ein starker Mann von Nöten um z.B. einen Baukran zu bedienen. Früher hingeen war die Rollenverteilung klarer. Die Frau hat einfach viel Aufgaben nicht übernehmen können. Das hat dazu geführt, dass Männer zu Hauptverdienern wurden und bekamen dadurch eine Machtstellung, die sie wie viele Menschen auch leider dumm und verdorben sind auch ausgenutzt haben. Heute leben wir in einer Welt, in der die Realität diese nicht mehr zeitgemässen Vorstellungen wegdrängt. Was sollen die Männer auch gemacht haben? Eine Männerdiktatur errichten? Das funktioniert nicht auf Dauer.

Antwort
von Jewiberg, 39

Ich schieb das mal auf den Zuwachs von Intelligenz und Sozialkompetenz. Außerdem hat der 2. Weltkrieg, als Frauen die Arbeit der Männer im Felde machen mußten und später die 68er Bewegung, die auch zu Gesetzesanderungen führte dazu beigetragen. Ausschlaggebend war natürlich auch die Änderung in der Arbeitswelt und der Vernetzung.

Antwort
von Andrastor, 9

Euer Geschichtslehrer ist ein Idiot, wenn er das so hinstellt als sei dies global und in allen Epochen so gewesen.

Aber um deine Frage zu beantworten: Die Frauen begonnen sich gegen diese Behandlung zu wehren und ihre Rechte einzufordern. Sie wollten nicht länger als minderwertige Menschen angesehen werden und formten Gruppen um ihre Rechte zu vertreten und Frauen Mut zu machen für ihre Rechte einzustehen.

Dass es überhaupt sowei kam, dass Frauen unterdrückt wurden, ist vor allem den drei monotheistischen Religionen zu verdanken, welche in den jeweiligen Glaubensgrundlagen an vielen Stellen Sexismus und die Überlegenheit des Mannes preisen.

Vor allem in der Zeit vor diesen Religionen gab es viele Kulturen in denen das Verhältnis sogar genau anders herum war.

Bei den Normannen (Wickingern) war die Frau der "Herr des Hauses" und regelte alle Finanzen. Wenn ein Mann eine Frau ohne deren Einverständnis berührte, konnte sie ihn verklagen und Strafe zahlen oder aus dem Dorf jagen lassen.

Bei den meisten Naturvölkern galten Frauen als heilig, weil sie Leben schenken können. Und die Anführerinnen der Stämme waren zumeist Frauen. Teilweise sogar heute noch.

Antwort
von whabifan, 18

Das sind gesellschaftliche Entwicklungen. Der Mann profitiert ja auch von der Emanzipation der Frau. Emanzipation bedeutet ja nicht Machtkampf zwischen Mann und Frau. 

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