Frage von nschwammkopf, 73

Warum sind Verbindlichkeiten bei der Vorsteuer auf der Soll Seit?

Normalerweise stehen Mehrungen von einem Passivkonto auf der Haben Seite. Warum ist das umgekehrt bei der Vorsteuer? Es macht für mich keinen Sinn!

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 33

Sämtliche Ausgaben werden im Soll gebucht. Vorsteuer, Anschaffung eines Hauses, Bezahlung Telefon.

Ob die Beträge später in der GuV landen oder direkt in der Bilanz ist egal.

Dagegen steht die Art der Finanzierung. Entweder aus Fremdkapital - Passive Bestandskonten mehren sich im Haben. Oder aus den Aktivkonten Kasse, Bank, Postbank. Die Minderungen werden im Haben gebucht.

Beim Kauf eines Wirtschaftsgutes entsteht eine (wenn auch kurzzeitige) Verbindlichkeit dem Lieferanten gegenüber.

Gleichzeitig haben wir aber auch die Entstehung einer Forderung gegenüber dem Finanzamt. Nämlich i.H.v. der Vorsteuer. Das sind unterschiedliche rechtliche Folgen einer Anschaffung.

Also: Wir müssen die Vorsteuer an unseren Lieferanten ebenso wie die Anschaffungskosten zahlen. Insgesamt also eine Verbindlichkeit gegenüber dem Lieferanten.

Gleichzeitig entstehen auf der Soll-Seite zwei Dinge: Entweder Kosten i.H. des Netto-Betrages (z.B. Telefon) oder wir haben ein langlebiges Wirtschaftsgut zu aktivieren (z.B. Lkw). Neben den Telefongebühren oder dem Lkw müssen wir gleichzeitig die Umsatzsteuer an den leistenden Unternehmer zahlen.

Lediglich weil wir vorsteuerabzugsberechtigt Unternehmer sind und eine Forderung gegen das Finanzamt in dieser Höhe entsteht buchen wir auf das Forderungskonto (Forderungen sind aktive Bestandskonten) Vorsteuer.

Der Unternehmer mit den Umsätzen, die nicht umsatzsteuerpflichtig sind kann keine Vorsteuer ausweisen. Die Anschaffung geht dann insgesamt in den Bereich von Kosten- oder Aktivkonto.

Kommentar von nschwammkopf ,

Vielen Dank für die Mühe!!!:)

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Die Mühe ist nur bedingt wichtig: Hast Du es danach verstanden?

Antwort
von isaaurban, 41

Hallo:)
Vorsteuern sind Forderungen gegenüber dem Finanzamt und gehören somit zu den Aktiven Bestandskonten

Kommentar von isaaurban ,

Kontenklasse 2600, falls es dich interessiert;)

Antwort
von JustNature, 43

Die Vorsteuer hat den Charakter einer FORDERUNG. Daher ist logisch, daß beim Bezahlen von Vorsteuer im Soll gebucht wird.

Kommentar von nschwammkopf ,

Ok das macht Sinn! Was mich aber weiterhin verwirrt ist, dass der dazugehörige Buchungssatz wieder entgegen gesetzt ist. "...Vst an Verb." Danach würde ich doch die Vst auf die Soll- und die Verb. auf die Habenseite buchen?

Kommentar von JustNature ,

Da ist kein Widerspruch.

Z.B. ein Betrieb kauft eine Maschine für 5000 € brutto auf Kredit.

Dann heißt der Buchungssatz "Maschinen und Vorsteuer an Verbindlichkeiten".

Dann werden 4201,69 € auf Maschinen gebucht (S)

798,31 € auf Vorsteuer (S)

5000 € auf Verbindlichkeiten (H)

Kommentar von nschwammkopf ,

Ok, mir geht langsam ein Licht auf. Danke:)

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