Frage von wastedlive, 55

Warum sind Stiefmütter immer die Bösen?

Hey zusammen,

Ich habe letztens ein paar Dokus über Scheidungskinder geguckt. Da wurde auch immer wieder gesagt, dass die Scheidungskinder mit deren neuen Stiefmütter nicht gut klar kommen hingegen zu den Stiefvätern schon.

Ich selber bin ein Scheidungskind vor vielen Jahren geworden und hatte echte Probleme mit meiner Stiefmutter hingegen zu meinem Stiefvater gabs nie Probleme. Ich habe auch von anderen Leuten gehört das sie mit den Stiefmütter mehr probleme hatten als mit den Stiefvätern.

Ja klar gibt es auch Fälle die anders herum sind, wo man mit den stiefmütter gut zurecht kommt und mit dem stiefvater nicht oder wo man mit beiden klar kommt oder mit beiden nicht.

Aber warum ist es oftmals so das die stiefmütter die ,,bösen" sind?

Danke schonmal und guten start in die woche.

Antwort
von Suboptimierer, 29

In Märchen werden sie oft als böse deklariert, weil die Kinder sozusagen eine aufgezwungene Ersatzmutter in ihr sehen, sie aber noch an ihrer "echten" Mutter hängen. Außerdem teilt der Vater die Aufmerksamkeit mit einer "Fremden", was bedeutet, dass weniger Aufmerksamkeit den Kindern gilt. Das mit der Aufmerksamkeit gilt ebenso in Märchen andersherum. Stiefmutter-Vater-Kinder werden bevorzugt, weil sie eigenes Fleisch und Blut sind. Die Stiefmütter wollen nicht das Kind einer Fremden groß ziehen und degradieren diese. Sie sehen in den Kindern die Mutter, welche, würde sie noch leben, eine Konkurrentin wäre, was die Liebe des Vaters anginge.

Kommentar von wastedlive ,

Und wiedo ist das bei den stiefvätern nicht so? Ich meine da ist auch jemand neues und kann ja auch eifersucht kommen 

Kommentar von Suboptimierer ,

In Märchen gibt es keine Stiefväter. Warum, weiß ich nicht.
Im echten Leben werden viele Stiefväter mit den Stiefkindern ähnlich anecken wie Stiefmütter mit ihren Stiefkindern.

Ein Unterschied ist aber auf jeden Fall, dass Mütter i. d. R. ein innigeres Verhältnis zu den Kindern hegen, da sie ihre eigenen Kinder 10 Monate im eigenen Körper durch die Welt getragen haben und auch i. d. R. den Hauptteil der Erziehung übernehmen, also für die Kinder da sind, wenn sie Wehwehchen haben usw.
Es ist salopp gesprochen "mehr egal", wer der Vater ist, als wer die Mutter ist.

Antwort
von Gerneso, 17

Ich habe auch von anderen Leuten gehört das sie mit den Stiefmütter mehr probleme hatten als mit den Stiefvätern.

Da sich auch heute noch in den meisten Familienmodellen der weibliche Part des Paares mehr um die Erziehung und Organisation des Haushaltes kümmert, sind es eben meist auch die Mütter oder Stiefmütter, die eben mehr Wert auf die Einhaltung gewisser Regeln legen als die Väter / Stiefväter.

Antwort
von Goodnight, 12

Das ist eine Konkurrenzsituation. Leider sehe ich das auch öfters, dass Stiefmütter den Töchtern den Platz streitig machen. 

Hängt aber auch damit zusammen, dass die Väter gerne die Erziehung schleifen lassen und der Stiefmutter den Schwarzen Peter zuschieben.

Antwort
von buecherleserin9, 16

Also meine Stiefmutter hat echt das Klischee der bösen Stiefmutter erfüllt, also kann ich davon nicht gerade positiv sprechen.


Ich denke, dass liegt einfach daran das einem eine 'Ersatzmutter' aufgezwungen wird.
Die Kinder akzeptieren sie nicht, und dann wird sie eben böse.

Antwort
von lazyjo, 22

Der Lebensmittelpunkt der Kinder  ist i.d.R. während eines Tagesablaufs die Mutter, da der Vater erst Abends von der Arbeit nach Hause kommt. Wenn dieser Lebensmittelpunkt nun fehlt und drch jemand Neuen ersetzt wird, ist automatisch der Konflikt vorprogrammiert, der nur geschickt und einfühlsam gelöst werden kann !

Antwort
von Manioro, 16

Ich würde meinen: Klarer Fall von selektiver Wahrnehmung

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community