Frage von Solnnis, 139

Warum sind so viele Schulen in kirchlicher Hand?

Hier bei uns gibt es fast nur katholische Grundschulen. Ich dachte wir leben mittlerweile im 21 Jhd, wo die Kirche jegliche Macht abgeben hat, aber scheinbar hat sie doch noch sehr großen Einfluss in Deutschland. Die Trennung von Schule und Kirche sollte doch selbstverständlich sein, oder irre ich mich da?

Antwort
von Eselspur, 26

Auch im 21. Jahrhundert können Menschen zu Kenntnis nehmen, dass sich die Kirchen schon um Schulbildung bemüht haben, als die öffentliche Hand es noch nicht oder noch nicht im ausreichenden Maß getan hat. In einem Rechtsstaat kann nicht einfach enteignet werden - auch wenn manche Atheisten das gerne hätten. 

Antwort
von Klaraaha, 51

Es gibt doch auch Walddorfschulen und andere private Träger. Bezuschußt werden alle diese Schulen, weil es in DE eine Schulpflicht gibt. In Ländern ohne Schulpflicht sind Schulgebühren zu zahlen. In meiner Nähe gibt es zwar keine kirchlichen Grundschulen, aber ein Gymnasium in christlicher Trägerschaft. Dieses ist so um die 150 Jahre alt und wurde von einer reichen Dame ohne Erben an die Kirche vererbt. Also das Grundstück incl. Barvermögen. Die Auflage im Testament war eine Schule zu errichten.  Das war damals nicht ungewöhnlich (gilt vllt. auch für viele andere solcher Schulen) weil sich der Staat früher kaum um die Schulbildung der Bürger gekümmert hat.

Antwort
von Nemesis900, 72

Das scheint wohl nur bei dir in der Gegend so zu sein. Dort wo ich wohne gibt es so etwas garnicht.

Antwort
von azmd108, 86

Du siehst das vollkommen richtig! Zudem werden kirchliche Einrichtungen jeglicher Art nahezu komplett vomSteuerzahler getragen. Egal welche Konfession oder konfessionslos. 

Bei mir in der Gegend gibt es ebenfalls sehr viele evangelische Kitas und Altenheime. Für diese gilt das natürlich auch.

Antwort
von kubamax, 60

Die Schulen haben nichts mehr mit Religion zu tun und haben nur im Hintergrund eine kirchliche Verwaltung. Die schulische Ausbildung unterliegt ausschließlich dem KuMi.

Antwort
von Still, 66

Die Kirchen nehmen die gesellschaftliche Pflicht zur Schulbildung wahr und geben 20 Prozent der Kosten selbst dazu. Die Städte sparen somit Geld und die Kirche kann (auch) die religiöse Erziehung mit übernehmen. Dazu gehört aber auch, dass nicht nur katholische Kinder dort genommen werden dürfen, sondern auch anders konfessionelle Kinder dort unterkommen.

Kommentar von azmd108 ,

Wie viel die Einrichtungen bezuschusst werden kann man pauschal nicht sagen. In Hamburg werden die Einrichtungen zB zu 100% vom Staat getragen, in NRW zu 88%. Durchschnittlich tragen die Kirchen lediglich Schlappe 10% der Kosten.

Kommentar von Still ,

Hamburg gibt 100 % und trotzdem hat die Schule einen privaten Träger? Das kann ich so nicht glauben.

Antwort
von RudolfFischer, 14

Wenn die Kirche sich aus allen sozialen Einrichtungen zurückzöge, käme das unseren Staat teuer zu stehen. Bei sinkenden Kirchensteuereinnahmen wegen zunehmender Austritte wird das aber nach und nach so kommen.

Ich habe mal ehrenamtlich ein örtliches Bildungswerk geleitet, das einen kirchlichen Träger hatte, weil der Staat nicht wollte. Nach einigen Jahren wurde dann doch eine Filiale des Kreisbildungswerks errichtet, womit das kirchliche schließen konnte. Aber nun mussten 1 1/2 bezahlte Stellen eingerichtet werden, während vorher der Steuerzahler wegen meiner ehrenamtlichen Tätigkeit nichts zahlen musste.

Man übersieht immer, wie viel die Kirchen einbringen können, weil viele Mitglieder sich in ihrem Namen einsetzen, ohne mehr als Gottes Lohn zu erwarten.

Zu Zuschüssen: Hier am Ort ist nicht mehr alles "in der Hand" der katholischen Kirche, die übrigens als nicht-armer Träger weniger Zuschüsse bekommt als andere. Ein Kindergarten ist "in der Hand" des Roten Kreuzes, ein anderer in der der "Arbeiterwohlfahrt" usw. Wird da auch streng darauf geachtet, dass hier eine Trennung von Staat und Vereinen/Verbänden/Gewerkschaften/Privatunternehmen erfolgt? Oder warum müssen nur die Kirchen überall herausgedrängt werden? 

Antwort
von Dummie42, 50

Ja von wegen! Deutschland ist nur ein säkulares Land, keine laizistisches.

Antwort
von pinkyitalycsb, 36

Es geht in diesem Fall nicht um kirchliche Macht, sondern um Bildung, die über Jahrhunderte durch die Kirche und ihre Klöster weitergegeben wurde!

Die Trennung von Kirche und Staat müsste heutzutage allerdings selbstverständlich sein!

Aber wenn Eltern ihre Kinder lieber auf eine religiös orientierte Schule schicken möchten, sollten sie auch die Möglichkeit dazu haben.

Diese Schulen könnten aber meiner Meinung nach von den Kirchen selbst und ihren Mitgliedern erhalten werden, wie das auch in anderen Ländern üblich ist!

Antwort
von elenano, 49

Also ich kenne keine einzige Schule, die von der Kirche ,,betrieben'' wird. Kindergärten hingegen schon.

Antwort
von SoDoge, 64

Vielleicht nur in deiner bzw. wenigen Regionen, ich kenne das z.B. so nicht.

Antwort
von earnest, 42

Weil wir in Deutschland leider keine vollständige Trennung von Kirche und Staat haben, dafür aber eine staatliche Begünstigung der Großkirchen.

Die kirchliche Lobby ist in Deutschland sehr stark. 

Gruß, earnest

Antwort
von Sibylled, 45

Hallo

Die Kirche war die erste Institution welche überhaupt Bildung anbot. Erst durch die Kirche hatte der Mensch die Möglichkeit zu studieren.

Das sollte man nie vergessen. Dank der Kirche hat der Mensch ein Recht auf Bildung und Wissen!

Sibylle

Kommentar von PeVau ,

So ein Unsinn!

Schon bevor sich das Christentum im Römischen Reich breitmachte, gab es dort ein Schulsystem. Nach der Übernahme durch die Christen gab es lange Zeit gar nichts und die Kultur verfiel.

Die Hoheit über die Bildung ist ein Instrument der Machtsicherung. So haben es auch die Kirchen gehalten, bis es nicht mehr ging. Volksbildung stand nicht auf der Agenda der Kirchen, eher im Gegenteil. Religionsverbreitung war das Ziel.

Das änderte sich erst, als andere im Begriff waren, die Volksbildung zu übernehmen und die Kirchen Gefahr liefen, das Denken ihrer Schäfchen nicht mehr genügend beeinflussen zu können.

Das ist auch der Grund, weshalb die Kirchen ihre zweitausendjährige Erfahrung im Kungeln mit der Macht beim Schreiben des Grundgesetzes einbrachten und sich den Religionsunterricht an staatlichen Schulen in die Verfassungen des Bundes und der Länder reinschreiben lassen haben.

Kommentar von Sibylled ,

Nein, die Kirche brachte Bildung für alle Menschen.

Kommentar von Sibylled ,

Dank der Kirche durften alle studieren. Im römischen Reich galt die Bildung nur jenen Knaben dessen Väter dem Kaiser dienstlich waren.

Antwort
von DerBuddha, 40

es gibt noch mehr problem bei uns, nämlich den fakt, dass die kirche sogar eigene und vom staat garantierte gesetze hat...........z.b. im arbeitsrecht.........zudem ist es sogar völlig egal, ob man gläubiger ist oder nicht, also kirchensteuer zahlt oder nicht, denn die kirche bekommt vom staat jährlich eine garantierte riesensumme, die der steuerzahler zu zahlen hat..........

Kommentar von RudolfFischer ,

Der Staat zahlt tatsächlich noch Ausgleichsbeträge an die Kirche wegen der unter Napoleon erfolgten Enteignung der kirchlichen Besitztümer. Rechne mal nach, ob der Staat besser die Enteignungen rückgängig machen sollte.

Kommentar von DerBuddha ,

mal ehrlich, es ist mir völlig wurscht, ob zu zeiten napoleons irgendwelche einteignungen geschehen sind..............wir leben im jahr 2016 und die kriche nagt nicht am hungertuch, im gegenteil.......und dass die kirche sogar eigene gesetze z.b. im arbeitsgestz nutzen kann, ist doch genauso betrug !!! und hat nichts mit der trennung von staat und kirche zu tun

Antwort
von viktorus, 10

Hast du eine Ahnung von wegen "Macht der Kirche" (2.Kor.4,4; Offb.12,9; Offb.17).

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