Frage von Empylice, 191

Warum sind so viele Menschen unglücklich, obwohl sie es nicht verdient haben?

Ich bin seit Tagen sehr nachdenklich. Seit 2 Jahren bin ich hier Mitglied. Jeden Tag lese ich hier von Suizidgedanken und immer versuche ich zu helfen, obwohl mir klar ist, dass sich von GF aus nur schwer helfen lässt. Da ich hochsensibel bin, geht mir das oft sehr an die Nieren, aber ich kann nicht wegsehen, selbst wenn ich merke, dass eine Frage vielleicht getrollt ist.

Geht euch das auch so? Und wieso erwischt es so oft Menschen, die nie etwas Schlimmes getan haben?

Vielleicht ist diese Frage albern, aber ich komme nicht von dieser Frage los...

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Empylice,

Schau mal bitte hier:
Psychologie Gefühle

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von zippo1970, 94

Hallo!

Die Frage ist überhaupt nicht "albern".

Ich denke man muss eins verstehen. Das Leben ist nicht gerecht. Fair, unfair, gerecht, ungerecht, sind sehr menschliche subjektive Bewertungen. Aber es sind keine Kategorien, in die sich das Leben einteilen lässt.

Jeder Mensch bekommt vom Leben etwas mit. Das ist von Mensch zu Mensch, völlig unterschiedlich. Und das ist gut so. Es ermöglicht eine Vielfalt auf der Welt, die sicherlich nicht unwichtig für unser Dasein als Spezies ist.

Wenn es so etwas wie einen "Sinn" im Leben gibt, dann den, dass wir aus den Möglichkeiten, die uns das Leben gegeben hat, das Beste machen. Ich glaube daran, dass das der "Auftrag ist", den uns das Leben gegeben hat.

Das Leben hat dich sehr sensibel gemacht. Ich denke das hat es nicht, dass du am Leid anderer verzweifelst. Sondern damit du sie nutzt, anderen zu helfen.

Anderen wirklich helfen kann man nur, wenn man bei sich bleibt, und nicht alles zu sehr oder zu tief hinterfragt. 

Sensibel für das Leid anderer sein, aber es nicht so nah an sich heran lassen, dass es das eigene Leben negativ beeinflusst, ist ein "Spagat", der sicherlich nicht einfach ist. Aber notwendig. Denn was hilft es jemandem, dem es schlecht geht, wenn ein Helfer, durch seine Hilfe, selber Hilfe braucht?

Du musst darüber nachdenken, wie du aus deiner "Sensibilität" das Beste machen kannst. Für Dich, und für andere.  Das ist es, was wir dem Leben schulden.

LG :-)

Kommentar von Empylice ,

Danke, das hast du schön geschrieben. =) Ja, ich bin zwar erst knapp 20, aber ich habe für mein Alter viel erlebt und gesehen, war mit 8 die "Psychotherapeutin" meiner Mutter und habe damals für mich gesagt, dass ich anderen helfen will. Deswegen bin ich auf GF gelandet.

Kommentar von zippo1970 ,

Anderen zu helfen ist auch eine sehr ehrenvolle Aufgabe. Aber du musst dir klar machen, dass du selbst auch wichtig bist. Da muss man auch etwas egoistisch sein.

Du musst einen Weg finden, dich "abzugrenzen".  Das ist wichtig. Manches ist einfach so wie es ist. Wenn man dann zu viel darüber nachdenkt, warum es so ist, vergisst man das Wesentliche.

:-)

Kommentar von Empylice ,

Auch da hast du recht. Ich übe das schon seit, ich glaub, 5 Jahren. Ist aber manchmal, so wie heute, schwer. Vor ca. eineinhalb Stunden gab es eine Frage, wie man sich am schnellsten umbringen könne, das war der Tropfen zum Überlaufen. Kurz darauf hab ich diese Frage gestellt. Aber ok, grauer Tag, graue Gedanken...

Kommentar von zippo1970 ,

Natürlich kenne ich auch diese "Selbstmordfragen". Es stellt sich immer die Frage, wie ernst man so etwas nehmen muss, und ob ich überhaupt, mit meinen beschränkten Möglichkeiten helfen kann.

Mich belastet es auch oft, wenn sich 14 jährige schon so tiefgreifende Gedanken über das Leben machen, und daran verzweifeln.

Oft steckt eine Depression oder andere psychische Erkrankung dahinter. Und dann muss man wissen, wenn man an seine Grenze kommt, und wann man der Person einfach nur ans Herz legen kann, sich professionelle Hilfe zu suchen.

Aber wenn man sich dann auch tiefgreifende Gedanken über die Situation des Fragestellers macht, kommt man selbst, sehr schnell ans verzweifeln.

Und das ist nicht gut......

Kommentar von Empylice ,

Ich muss da echt noch dran arbeiten, ist aber bestimmt nicht umsonst.

Kommentar von zippo1970 ,

Ich weiß es ist nicht einfach. Aber es ist kein Egoismus, wenn man sich selbst wichtig nimmt, und erst mal schaut, dass es einem selbst gut geht.

Nur dann kann man anderen auch objektiven Rat geben, und ihnen auch andere Perspektiven und Ansichten aufzeigen.

Alles Gute! :-)

Kommentar von Jule59 ,

Ich denke man muss eins verstehen. Das Leben ist nicht gerecht. Fair, unfair, gerecht, ungerecht, sind sehr menschliche subjektive Bewertungen. Aber es sind keine Kategorien, in die sich das Leben einteilen lässt.

Sehr treffend formuliert!

Antwort
von xMirage95, 52

Ich denke es gibt da hauptsächlich zwei Sichtweisen. Entweder du gehst danach dass du dir anschaust, was den Menschen passiert und dann überlegst: Wieso muss das so sein?

Das wird dahin führen, wo du grade bist. Es wird dich belasten, es wird dich zweifeln lassen und es wird einen deprimieren. Weil das Leben nicht jedem Menschen die gleichen Möglichkeiten gibt. Die einen wachsen nun mal in einer gewaltätigen Familie auf, der eine Junge landet nunmal genau in der Klasse wo ihn alle mobben, und die eine junge Frau findet einfach keinen Job und hat kein Geld. Das ist nicht deine Schuld. Es ist aber auch nicht ihre Schuld. Das Leben ist nicht fair und es tut nicht nur weh zu sehen, wie andere darunter leiden, sondern man fühlt sich auch machtlos, weil alles irgendwie von den Umständen abhängt, die wir nicht beeinflussen können. So habe ich lange gedacht und das hat mich sehr runtergezogen.

Dann gibt es aber noch die andere Sichtweise.

Die Sichtweise, die sagt: Was auch immer die Umstände sind, die bei den Menschen vorherrschen, was auch immer passiert ist: Frag nicht ob es fair ist oder nicht (selbst wenn du eine Antwort hättest, was würde sie dir bringen?), sondern frag dich, wie viel Einfluss wir haben und wie viel wir ändern können, wenn wir anders mit Dingen umgehen. Es kommt auf unsere Reaktion an.

Das ein Umdenken kein Geld nach Hause fliegen lässt und dass man durch Umdenken keine neue Familie kriegt ist klar. Aber es ist die Frage, wie man mit der Situation umgehst. Verfällt man in Trauer und Resignation, weil man es nicht verdient hat? Oder sagt man sich: Mir doch egal, ich werde für mein Glück kämpfen?

Viele Menschen könnten sich selbst in ganz andere Lebenslagen versetzen wenn sie aufhören würden, sich stets an Vergangenes zu erinnern und darin zu begründen, wieso sie wie sind und wieso sie etwas nicht können. Wenn sie aufhören würden sich zu fragen, wieso andere etwas haben was sie nicht haben, wenn sie aufhören würden, sich als Opfer ihrer Umstände zu sehen.

Es ist leichter gesagt als getan, im Grunde aber doch recht simpel. Man muss neuen Mut finden, neue Gedanken, neuen Glauben daran, dass man viele Dinge ändern kann und für einen großen Teil selbst für sein Glück verantwortlich ist. Wenn man das begreift, gewinnt man. Man gewinnt Freude, man gewinnt Glück und man zieht das Schicksal auf seine Seite.

Ich verurteile die andere Denkweise nicht. Ich kann es nachvollziehen. Aber man muss sich im Klaren sein, dass man hier selbst oft tatenloser zusieht als es eigentlich möglich wäre. Dadurch dass sie nichts ändern machen sie sich nicht schuldig für das, was passiert ist und wie sie dadurch geworden sind. Aber sie machen sich schuldig dafür, dass es nicht vorangeht und sich nichts ändert. Sie haben das unglücklich sein deswegen noch lange nicht verdient - aber eben mit verursacht.

Antwort
von Nube4618, 48

Bin jetzt seit 4 oder 5 Monaten dabei, und kenne diesen Effekt nicht. 

Liegt sicher auch daran, dass ich mich gut abgrenzen kann. Und auch daran, dass es mir bewusst ist, dass sich viele Menschen in der Opferrolle sau wohl fühlen. Ist ja auch bequem, man kann ja für nichts dafür. Bekommt Verständnis und Mitleid, ach wie schön, und ändern muss man sowiese nichts. 

Natürlich gibt es auch Leute, die ehrlich Hilfe suchen, und auch bereit sind, sich gute Tipps zu überlegen, und auch selbst etwas zu ändern. Wenn ich jemals so helfen konnte, freut mich das natürlich. 

Dann gibt es auch phantasievolle Leute, die drollige Fragen stellen, geistvoll, zwischen den Zeilen durchschimmernder Witz, das liebe ich besonders. Diese Beiträge werden oft gelöscht, was ich schade finde, aber irgendwie schon auch verstehe. 

Kommentar von Blumenkind2016 ,

Ich glaube nicht, dass es Leute gibt die sich "in der Opferrolle wohl fühlen" niemand behauptend einfach sein Leben sie Schlecht  nur um Mitleid zu bekommen! Wer schreibt, dass es ihm schlecht geht dem geht es auch schlecht. Und wenn sie dann trotzdem nichts an ihrem Leben ändern dann Weil sie die Kraft und Stärke einfach nicht besitzen. Mich regt es immer total auf wenn Leute behaupten andere würden nur deshalb mit ihren Problemen an die Öffentlichkeit gehen um Aufmerksamkeit zu bekommen. Man kann über diese Plattform natürlich nicht viel tun weil man die Personen nicht kennt und nicht weiß was sie mit den Antworten anfangen, aber man sollte sie immer ernst nehmen. Und zwar auch Offline. Denn wer sich selbst verletzt, mit Selbstmord droht oder erzählt wie Schlecht sein Leben ist, der versucht verzweifelt sein Leben vor sich selbst zu retten, etwas zu ändern.    

Kommentar von Nube4618 ,

Es gibt mit Sicherheit Leute, die sich weigern, die Opferrolle zu verlassen, ich kenne das genügend in der Realität, und solches gibt es auch hier genauso. 

Es ist billig, einfach zu sagen "ja ist halt blöd, ich bin nun mal nicht so stark, ich krieg halt nix selbst auf die Reihe". Wer halt nicht wirklich selbst zu denken und handeln beginnt, nun ja... 

Ich stimme mit dir überein, es gibt hier viele ehrliche und hilfesuchende Menschen, die aufgrund unglücklicher Umstände in diese Situation gekommen sind. Aber ich stimme mit dir nicht überein, dass es hier keine Jammerlappen gibt, die echt nix auf die Reihe kriegen, und es auch gar nicht auf die Reihe kriegen wollen. 

Antwort
von MarkusGenervt, 39

Das hat sehr viele Ursachen. Das geht von verschleppten Pubertäts-Problemen bis hin zu Traumata. Es lässt sich nicht verallgemeinern. In den meisten Fällen nehmen sich diese Menschen alles sehr zu Herzen und es geht ihnen jedes Leid an die Nieren ;)

Also Mitleid heißt nicht mit leiden! Deshalb nimm etwas Abstand und versuche diese Probleme nicht zu Deinen zu machen. Du kannst sehr viel besser helfen, wenn Du sachlich, nüchtern und ziel-orientiert an solche Fälle ran gehst. Sonst klappst Du irgendwann selbst zusammen und bist selbst ein Kandidat für die "Zwangseinweisung zum Eigenschutz".

Ach ja, das Leben ist Schei55e und darauf kann nicht jeder.

Also Kopf hoch!

Antwort
von yungdevine, 45

Keine Angst haha alles gut das geht mir genau so. Das ist irgendwo phasenweise ein Tick der aber auch zu Ende geht und irgendwann sicher wiederkommen wird

Antwort
von PHoel, 32

Naja, klar tut es mir für die Leute leid aber das sind nunmal die Probleme der Gesellschaft. Es ist jetzt nicht so das mich solche Sachen tief berühren würden, zumindest in 99,9% der Fällen.

Ich hatte/habe auch mit diesen Problemen zu kämpfen, von daher weiß ich ungefähr wie es diesen Leuten geht.

Antwort
von MarioSchoenfeld, 28

Weil sich das Glück nicht einfach an die Hand nehmen läßt und dahin geführt werden kann wo es gebraucht wird, leider. Ich denke die Antwort hilft dir ohne kompliziert zu werden. lg M.

Antwort
von Virginia47, 8

Das Leben ist nun mal ungerecht. 

Aber wer will/soll entscheiden, wer Leid verdient hat oder nicht. 

Oft sind es gerade die Sensiblen, die alles zu tragisch nehmen. Die zwar selbst gern helfen wollen. Aber dabei Gefahr laufen, in einen Sumpf von Ungerechtigkeit gezogen zu werden. 

Ich war früher auch so, dass ich anderen förmlich meine Hilfe aufdrängte. Ob die sie wollten oder nicht. 

Die wenigsten wollten Hilfe. Das ist mir erst viel später bewusst geworden. Sie sahen das als Mangel an, wenn ihnen jemand helfen wollte. Zeigte das doch ihre eigenen Schwächen auf. 

Ich kann dir nur raten, dich nicht so sehr hineinzusteigern. Und ein bisschen oberflächlich und anonym zu bleiben. 

Antwort
von toncherry, 12

Menschen können grausam sein. Es passieren schlimme Dinge in der Welt. Manche sind stark genug, andere gehen daran kaputt. Manche Menschen sind auch einfach nicht für das Leben gemacht, manche führen täglich einen Krieg in ihrem Kopf.

Es gibt viele Gründe was erwartest du denn jetzt für eine Antwort? Willst du dass wir DICH trösten? wenn du keine probleme hast sei einfach froh

Antwort
von Stellwerk, 30

"Und wieso erwischt es so oft Menschen, die nie etwas Schlimmes getan haben?"

Weil es sowas wie poetische oder himmlische Gerechtigkeit nicht gibt.

Kommentar von Empylice ,

Danke für die Antwort, dazu: Ich bin nicht gläubig und eigentlich weiß ich das. Aber manchmal kommt man auf Fragen, auf die man keine Antwort weiß, da wünscht man sich tatsächlich, es gäbe sowas wie Gerechtigkeit. =) 

Kommentar von Stellwerk ,

Ich kann den Gedanken schon nachvollziehen, auch ohne Glauben. Aber so funktioniert es (leider?) nicht..

Antwort
von jimmybeamy, 25

Weil sich mit schlechten Menschen abhängen

Antwort
von nowka20, 14

sie haben es sich verdient, haben nur vergessen, warum!

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