Frage von Mysticf, 120

Warum sind so viele gegen das Grundeinkommen?

In der Schweiz wird im Juni ja abgestimmt jeder volljährige soll 2000-2500 Franken bzw. in Deutschland etwa 1500 Euro bekommen pro Monat ohne Arbeit. Fast alle Politiker sind dagegen (war ja auch klar weil die sowieso viel Geld ohne wirkliche Arbeit verdienen), aber das normale Bürger dagegen sind verstehe ich nicht..

Heutzutage gibt es immer weniger Jobs, für alles braucht man hohe Qualifikationen/ Mann und Frau sind gleichgestellt d.h das früher hauptsächlich der Mann arbeitete und die Frau war Hausfrau dies hat sich heutzutage auch alles verändert. In einigen Branchen werden sogar eher Frauen als Männer eingestellt.

Dann ersetzt die heutige Technik immer mehr Arbeitsplätze.. durch "Self Scanner" in den Läden wo man selber bezahlen kann ohne Angestellte...

So viele Menschen sind arm auf dieser Welt, sind 1500 Euro im Monat Zuviel verlangt? Das ist doch nur menschlich!!! Ich bin auch arbeitslos mit 20 seit 9 Monaten obwohl ich einen Lehrabschluss habe und gut bestanden habe weil meine Branche einfach ausstirbt!

Und es wäre auch finanzierbar, die Mwst in der Schweiz würde einfach ein weniger ansteigen von 8%. Und sowieso das wäre dann ja nicht mehr unser Problem, wenn wir Ja bei der Abstimmung stimmen.

Also ich verstehe die Menschheit nicht mehr

Antwort
von timo1211, 80

Du bist also der Meinung, das die Leute die arbeiten mehr zahlen sollen (MwSt Erhöhung) damit Leute die nichts arbeiten mehr bekommen ?

Wozu dann überhaupt noch arbeiten gehen ?

Kann doch einfach jeder daheim bleiben. Bevor du eine Ausbildung beginnst solltest du dich vielleicht über die späteren beruflichen Chancen informieren, dann kann man auch einen Beruf wählen in dem man leichter einen Job findet.

Antwort
von Ricksmitth, 30

Hallo, erstmal tuts mir leid dass du keine Arbeit findest, worauf hast du denn die Lehre gemacht?

Diese Initiative wird meinermeinung nicht angenommen weil ja die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung immer noch arbeitstätig ist.

Die kosten des Grundeinkommens wird kennenfalls nur durch die ehöhung der Mwst. finanziert. ausser die Erhöhung wäre in der Region 100% ;) Die Kosten werden auf jeden Fall auf den Staat beziehungsweise den Steuerzahler zurückfallen. D.h. jeder Arbeitnehmer bezieht zwar 2500Fr pro Monat, bezahlt aber Ende Jahr imense Summen (>Deckungsgleich)an Steuern, Da Ja die Kosten der Bezüger (welche kein Haupteinkommen haben)auch gedeckt werden müssen.

Die Angst, dass die Schweiz zu einem "noch grösseren* Sozailhilfeparadies wird besteht natürlich auch.Eine Solche initiative wird erst überlegenswert/ umsetzbar wenn die Statlichen Schulden mit Exportprodukten gedeckt werden könnten und die industrielle Entwicklung der Schweiz es soweit bringen würde, konstant Gewinn einzubringen und somit die Arbeitsstelleneinbussen durch die fortlaufende Robotisierung der Industrie finanziell auzugleichen.Aber solange die Arbeitnehmenden direkt für die Kosten ihrer Mitmenschen aufkommen müssen wird die Initiative kein anklang finden.

Die Idee an sich hat seine guten Seiten, in der heutigen Zeit ist sie meiner Meinung nach allerdings nicht umsetzbar.

Mehr Sinn macht in meinen Augen ein mindestlohn für alle Arbeitnehmer.

Das war meine Meinung zu diesem Thema, ich lasse mich aber auch gerne eines besseren belehren.

freundliche Grüsse RickSmitth

Antwort
von camillasophie, 75

Also für 1500€ umsonst, damit kann man in Deutschland sehr gut leben (nicht gerade in München). Warum sollte man da noch arbeiten gehen?

Es wäre viel wichtiger, dass die Menschen eine gute Grundlage für einen neuen Job haben. Und wenn du mit deiner Ausbildung keinen Job findest, dann muss man es dir eben ermöglichen eine neue Ausbildung zu machen, mit der man mehr Chancen hat. Und die dann evlt auch etwas besser zu vergüten, so dass du nicht auf deine Eltern angewiesen bist.

Antwort
von ReimundAcker, 9

Der Hauptgrund für die Ablehnung des Grundeinkommens scheint psychologischer Natur zu sein: Jedem fällt mindestens ein Zeitgenosse ein, dem er das auf keinen Fall gönnt. Der böse Nachbar, der (geschauspielerte) Hartz-IV-Bezieher aus der Bildzeitung oder Billigfernsehsendung.

Und wir wissen aus psychologischen Studien: Viele Menschen verzichten lieber auf einen Vorteil für sich selbst, bevor sie dadurch einem anderen einen größeren Vorteil verschaffen.


Antwort
von luibrand, 10

Wenn ein Grundeinkommen nicht die ideale Grundlage zur freien beruflichen (Neu-)Orientierung ist, dann weiß ich auch nicht, was da besser helfen könnte. Das Grundeinkommen ist quasi Wirtschaftskapital, das nur Sinn macht, wenn es im Fluss bleibt und nicht auf Konten oder unter Kissen gehortet wird. Über Summen zu reden ist Unsinn, es geht um die Befriedigung von Grundbedürfnissen, also ist eine Diskussion um Leistungen gefragt ! Die negativ mitschwingende Neiddebatte zeigt doch deutlich, daß viele Diskutanten die Idee noch garnicht verinnerlicht haben.

Antwort
von luibrand, 8

Leute, es geht doch darum, was Du arbeiten würdest, wenn Deine Grundbedürfnisse befriedigt wären. Es geht nicht um Luxus (Scheinbedürfnisse) oder Bereicherung, sondern um die freie Wahl des eigenen Lebensweges. Stupide, schmutzige und gefährliche Jobs werden dann einen ganz neuen soziologischen Stellenwert bekommen, die dann auch würdig entlohnt werden.

Antwort
von GWIFACH, 53

Wenn jeder Geld bekäme ohne zu arbeiten, würde auch kaum noch jemand arbeiten => es werden weniger Produkte hergestellt /Dienstleistungen angeboten auf die die von dir zur Finanzierung vorgeschlagene MwSt berechenbar wäre.

Auf Dauer bräche so das Wirtschaftssystem zusammen - woher soll dann deiner Meinung nach die Finanzierung des an jd. Bürger auszuzahlenden Betrages stammen ??


Kommentar von MattTH ,

Auf dauer brechen die Wirtschaftssysteme sowieso zusammen! Oder glaubst du wirklich die ganzen Billiarden Schulden der Staaten werden jemals zurückgezahlt! Das ist schon wegen der Verzinsung völlig unmöglich! Grundeinkommen ist völlig ok! Denn der Staat verdient ja sowieso mit (Mehrwertsteuer usw.) Zudem macht der Handel mehr Umsatz! Die jenigen die dagegen stimmen sind die ewig gestrigen die Angst haben jemand bekommt mehr als sie selbst (und das wömöglich noch ohne Arbeit!). Oder jene die denken Arbeit wäre der Sinn des Lebens! Der Witz ist ja der dass die Deppen die dagegen stimmen sich selbst um die monatlichen 1500€ bringen! Da frag ich mich: wie dämlich kann ein Mensch eigentlich sein!?

Kommentar von WeinerGmbh ,

Er kann so dämlich sein, dass er auch mal über den eigenen Tellerrand schaut. Du bekommst 1500 € Monat. => 1500 € weniger für Schulen, Infrastruktur etc.

Antwort
von musenkumpel, 27

Da könnten sie endlich Geld *kriegen und es wäre *finanzierbar
Da könnten sie endlich Arbeiten wann und wo sie wollen, praktisch jeder Zeit, praktisch überall und nur zum Spaß - ich würde grad gerne mal für ein paar Tage Regale einräumen und nächste Woche woanders hin - und dann machen sie sich Sorgen um um um? GELD
Ich verstehe es auch nich.

Antwort
von stolzerholzer, 76

Von welchem Geld soll das finanziert werden? Der staat hat da andere sorgen, z.B Das der Staat wächst. Würde jeder ein GE bekommen von 1,5 müssten die arbeitgeber mehr zahlen. Somit würden alle Unternehmen auswandern und keine steuern in D Zahlen, was das grundeinkommen zu finanzieren schwieriger macht. In der steinzeit sind die äpfer auch nicht in die höhle gerollt.... Dafür musste man seinen popo bewegen!

Antwort
von Apfel2016, 41

Weil dann einfach ganz viele nicht mehr Arbeiten gehen, warum soll sich die Kassiererin an die Kasse stellen oder warum sollen die Leute die Regal einräumen oder sie Straßen sauber machen oder denk mal an die Arbeiter der Rohrreinigung? Das will dann keiner mehr machen, weil sie ja eh Geld bekommen und wer macht es dann deiner Meinung nach? wie soll dann alles funktionieren?

Antwort
von GanMar, 66

Und es wäre auch finanzierbar

Und genau davon sind eben sehr viele Menschen nicht überzeugt.

Kommentar von Mysticf ,

Wenn das der Gründer sagt, dann wird es wohl stimmen.

Und ist ja nicht unser Problem

Kommentar von GanMar ,

Und ist ja nicht unser Problem

Das ist eine überaus naive Sichtweise: Da das bedingungslose Grundeinkommen aus der Staatskasse finanziert werden müßte, ist es unser aller Problem, denn der Staat sind wir.

Kommentar von musenkumpel ,

Wir sind auch nicht die Demokratie. Demokratie bezeichnete
in der antiken Staatsformenlehre die positive Variante der Herrschaft des Volkes. Wir sind nicht die Herrschaft des Volkes, Köhler selbst zitiert ja die Menschenmassen, die da riefen, sie seien das Volk. Beides zugleich ist unmöglich. Entweder sind wir alle die Herrschaft des Volkes oder wir alle sind das Volk.

Wir-Gefühl, unser Land und der Staat, das sind wir alle - Die Ansprachen von Bundespräsident und Kanzlerin, 20.1.2010
http://www.ef-magazin.de/2010/01/10/1785-eingenordet-wir-gefuehl-unser-land-und-...

Kommentar von luibrand ,

Ein Problem bei ungelegten Eiern herbei zu reden ist sinnlose Energieverschwendung. Es geht um die Chancen für das Gemeinwohl, um das was wir als “solidarisch“ betrachten und nicht um irrationale Ängste, der böse Nachbar könnte es sich in der sozialen Hängematte gemütlich machen ! Wer so kleinkariert denkt, hat den Sinn der Idee Grundeinkommen nicht verstanden !

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten