Frage von Waldies, 46

Warum sind rudimentäre Organe,Atavismen und Brückenformen Hinweise auf Evolution?

Hallo, ich kenne zwar die Definitionen der jeweiligen Zeugnisse sowie Beispiele, aber warum genau sollen das Hinweise der Evolution/Zeugnisse der Abstammung sein? Reicht es, anzunehmen, dass sich z.B Organe im Laufe der Stammesgeschichte zurückgebildet haben und ihre Funktion weitgehend verloren haben (rudimentäre Organe), was auf einen evolutiven Zusammenhang hinweist? Oder wie kann eine wirkliche Begründung formuliert werden? Danke, Lg

Antwort
von uteausmuenchen, 20

Hallo Waldies,

es sind deshalb Hinweise auf die Evolution, weil die Evolutionstheorie diese Dinge vorhersagt.

Naturwissenschaft funktioniert immer so: Über bestimmte Beobachtungen äußert der Wissenschaftler eine Vermutung - eine Hypothese - über einen in der Natur ablaufenden Prozess.

Bei der Evolution brachten Vielfalt und Ähnlichkeiten der verschiedenen Lebensformen Darwin auf die Idee vom Zusammenspiel von zufälliger Variation und gerichtetem Selektionsdruck. Aus diesem Zusammenspiel ergäben sich im Gernerationenwechsel allmähliche Veränderungen der Lebensformen hin zu besser an ihre Umwelt angepassten Formen.

Aus seiner Annahme heraus muss ein Naturwissenschaftler immer konkrete, testbare Vorhersagen machen. Eine Aussage wird überhaupt erst naturwissenschaftlich, wenn sie so konkrete Beobachtungsvorhersagen macht, dass wir sie im Test an der Natur als falsch erkennen können, wenn die vorhergesagten Beobachtungen nicht eintreffen.

Die Überlegung ist also:

Bei der Evolution findet eine allmähliche Umformung und Optimierung der Anpassung statt. WENN das richtig ist, dann müssten wir, so die konkreten Vorhersagen

  • Lebensformen finden, in denen die Merkmale verschiedener Äste der Stammbäume zu finden sind (Mosaikformen wird hier öfter benutzt als Brückenformen)
  • Organe finden, die historisch ihren Trägern von Nutzen waren, die heute durch geänderte Umweltbedingungen oder durch Veränderungen der Lebensform selbst an Bedeutung verloren haben. Diese Organe könnten sich im Laufe der Generationen zurückbilden, ohne dass den Individuen dann noch ein Nachteil entsteht. Da dieser Prozess länger andauert, sollten wir bei einigen Spezies Organe finden, die erst teilweise zurückgebaut, aber noch nicht vollends verschwunden sind
  • bei einzelnen Individuen Merkmale wieder auftreten, wie sie historisch ausgeprägt waren

Es gibt noch eine ganze Reihe anderer Vorhersagen der ET (z.B. für das Fossilienmuster, dass wir in älteren Schichten auch ältere Formen mit prinitiveren Merkmalen finden). Und jede eintreffende oder zutreffende Vorhersage bestätigt eben eine naturwisenschaftliche Theorie.

Grüße

Antwort
von Wunnewuwu, 25

Naja, im Prinzip geht es nur darum, dass Merkmalsinformationen vorhanden sind, die zum einen auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückzuführen sind, zum anderen zur Aufteilung auf verschiedene Nachfahren dienen.

Unsere Bauchmuskelanatomie (Sixpack) weist auf Vorfahren zurück, deren Körperbau segmentiert war. Ein Brückentier, wie z.B. Schnabeltiere, zeigen sowohl Merkmale von (späteren) Tieren, behalten aber die Eigenschaften älterer Tiere. Die Evolution sagt ja nur aus, dass Entwicklung stattfindet.

Gibt bessere Beispiele, mir fallen aber keine anderen ein ;-).

LG

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