Frage von Username260, 338

Warum sind muslimische Eltern so streng?

Ich bitte euch die Frage nicht falsch zu verstehen. Ich bin seit 3 Jahren mit meinen Freund zusammen, er ist Kurde und ich Vietnamesin. Ich habe meinen Eltern erzählt, dass mein Freund ein Moslem ist und sie haben es akzeptiert und meinten es wären ihnen egal, zu welcher Religion er gehört. Die Hauptsache ist, dass ich Glücklich bin. Aber vor einigen Tagen, habe ich von meinen Freund erfahren, dass seine Eltern nichts von unserer Beziehung wissen. Und er meinte er würde mich ihnen auch nicht vorstellen, weil seine Eltern es nicht akzeptieren würden, wenn er mit einer nicht Moslime zusammen wär. Nun meinte er, dass ich zum Islam konventieren sollte, was ich aber abgelehnt habe. Daraufhin wurde er wütend und wir haben Schluss gemacht. Deswegen habe ich mich gefragt, warum würden seine Eltern mich nicht akzeptieren, nur weil ich keine Moslime bin. Ich bin der Überzeugung, dass Religion keine Rolle spielt bei einer Beziehung, die Hauptsache ist, dass man sich gegenseitig liebt. Ich verstehe auch nicht warum er meint, dass ich für ihn zum Islam konventieren soll. Schließlich sage ich auch nicht, dass er zum Buddhismus konventieren soll. Meiner Meinung nach soll jeder Mensch für sich selber entscheiden zu welcher Religion er gehört. Und andere Religionen respektieren. Ebenfalls denke ich das er kein Recht drauf hat, mir zu befehlen das ich meine Religion verlassen soll. So sehe ich es aus meiner Sicht,vielleicht liege ich mit meiner Sicht auch falsch, deswegen würde euch bitten mir zu erklären wie es in den muslimischen Familien abläuft.

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Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 121

Zunächst einmal bin ich der Ansicht, dass die Trennung die richtige Entscheidung war. Man sollte sich nicht für den Partner verbiegen, oder nötigen lassen.

Ich bin der Überzeugung, dass Religion keine Rolle spielt bei einer Beziehung,

Das sehen konservative Gläubige verschiedener Religionen leider anders.

Sie ordnen alles ihren religiösen Vorstellungen unter - und vermischen dabei oft Elemente, die eigentlich nur kulturell bedingt sind, mit ihrer Religion.

Im Fall des Islam kommt dazu, dass es eine sehr junge Religion ist und gerade mal etwas über 1.000 Jahre alt.

Je nach Kalenderzählung schreiben sie erst das Jahr 1395 bzw 1437. Dem gregorianischen Kalender zufolge haben wir das Jahr 2016 und nach buddhistischem Kalender 2559 bzw 2560.

Dadurch fehlen dem Islam noch viele Entwicklungen, die es in älteren Religionen schon gab - mehr Konzile, Reformationen, Erneuerungsbewegungen - das gab es im Islam noch nicht ausreichend.

Dadurch ist der Islam oft noch sehr unflexibel in der Auslegung und viele Muslime lehnen eine moderne Interpretation ab.

Erfreulicherweise gibt es aber auch liberale Muslime, die auf heutzutage überflüssige und teilweise diskriminierende Gebräuche verzichten und die Religion nicht zur absoluten Instanz im täglichen Leben machen.

Derartige "Hardliner" gibt es aber praktisch in allen Religionen - erst in den letzten Tagen hatten wir auf gutefrage.net einige Trolle, die als fanatische Christen auftraten und provokative Fragen zur Missionierung stellten.

Meiner Meinung nach soll jeder Mensch für sich selber entscheiden zu welcher Religion er gehört.

Das sehe ich genau so. Ich selbst bin Buddhist und habe Menschen verschiedener Glaubenszugehörigkeit in meinem Bekanntenkreis.

Von Bedeutung ist die Religion bei uns nur, wenn man sich zu Weihnachten, dem islamischen Opferfest, oder dem buddhistischen Vesakh gegenseitig zum Essen einlädt. ;-)

Und andere Religionen respektieren.

Auch hier stimme ich dir zu - Kritik an Missständen und Fehlverhalten von Gläubigen sollte jedoch in angemessener Form immer möglich sein.

Ebenfalls denke ich das er kein Recht drauf hat, mir zu befehlen das ich meine Religion verlassen soll

Hier hast du ebenfalls meine Unterstützung. Ich bin ein religiöser Mensch und gehöre zu einer bestimmten Kultur. Wer meine Religion, oder Kultur ablehnt, der lehnt auch einen Teil von mir ab.

Das ist keine Grundlage für eine gleichberechtigte Partnerschaft.

Ich wünsche dir jedenfalls, dass du einen verständnisvollen und toleranten Partner findest, dessen Familie dich genau so akzeptiert, wie du bist.

Antwort
von VinurVerndari, 187

Ich finde du hast ganz richtig gehandelt, es ist deine Entscheidung, ob und an welchen Gott/Entität du glaubst. Das gibt man nicht auf, auch nicht für eine Beziehung. Im übrigen gibt es viele religiöse Eltern, die wollen dass ihr Kind einen Menschen liebt, welcher den selben Glauben teilt (aus ihrer Sicht dann der "richtige" Glauben). Hier gibt es einige Fragen einfach beantwortet: http://islam.de/1641.php Hoffe, ich konnte dir helfen :)

Expertenantwort
von DottorePsycho, Community-Experte für Psychologie, 113

Deine Einstellung und die Deiner Eltern ist einwandfrei.

Für sog. "strenggläubige" Muslime ist eine Beziehung nur denkbar, wenn die Frau auch idealerweise Muslima oder wenigstens Christin oder Jüdin ist. Buddhismus wäre ein no go. So sind nunmal die Regeln im sunnitischen Islam. Die kann man auch nicht erklären; entweder man akzeptiert sie und richtet sich danach oder man ignoriert sie und macht sein "eigenes Ding".

Dein Ex wird das wissen und hat Dein Konvertieren als einzige Lösung des Problems erkannt - was natürlich nicht stimmt. Wenn er aber den Bruch mit seiner Familie vermeiden möchte, dann wäre es tatsächlich der einzige Weg.

Der sunnitische Islam ist gepflastert von 1001 Regeln, Geboten und Verboten; nahezu jeder Aspekt des Lebens wird darin geregelt. Imho ist eine unsägliche Angst vor dem Höllenfeuer hier ursächlich. Der strenggläubige Muslim will ganz sicher gehen, sich nicht zu versündigen, weshalb er bestrebt ist, sich möglichst immer an seine Regeln zu halten - abgesehen von den Momenten menschlicher Schwäche, in denen also die Natur ihr Recht einfordert und er der Versuchung des vorehelichen GV nicht mehr widerstehen kann. :-)

Ich vermute mal, er hat das schon die ganze Zeit gewusst, d.h. er hätte Dich ausgenutzt. Nicht sehr fein ...

Kommentar von Kosova27 ,

"wenigstens Christin oder Jüdin ist. Buddhismus" waaaas ?
Wieso sagst du sowas wenn du keine Ahnung hast ?

Kommentar von DottorePsycho ,

Wieso kommentierst Du meine Antwort, wenn Du nichtmal konkret schreiben kannst, was an meiner Antwort falsch sein soll und wie es richtig wäre - Deiner Meinung nach?

Antwort
von saidJ, 108

hallo ,
du hast schon recht er kann dir nicht befehlen den islam anzunehmen .
jedoch ist es auch sein recht den islamischen glauben bei seiner zukünftigen vorrauszusetzen .
für einen praktizierenden muslim spielt der islam eine wichtige rolle im leben und er richtet sich dannach .
abgesehen  davon wär wenn eure beziehung weiter gehen würde es zu komplikationen gekommen ( andere sitten , andere muttersprachen usw )
eure kinder würden nur wenig oder garnicht eure müttersprachen sprechen und darüber würde schätz ich mal sich eure eltern nicht so freuen es sei den sie sprechen gut deutsch
außerdem find ich es sowieso komisch das er als muslim eine beziehung eingegangen ist ...

Kommentar von randomhuman ,

Wenn die beiden mit dem Kind hier in Deutschland gewohnt hätten, dann würde das Kind wohl einfach deutsch sprechen und so wäre das Problem Sprache gelöst. 

Bei den Sitten muss man sich dann eben den Gepflogenheiten hier in Deutschland zum Großteil anschließen, was nicht heißt, dass man seine Religion aufgeben muss.

Was ist daran komisch, dass er mit ihr eine Beziehung eingegangen ist. Es ist doch sein freier Wille mit wem er zusammen ist. Nur seine Forderung nach der Konvertierung zum Islam hat die Beziehung kaputt gemacht.

Kommentar von saidJ ,

Nein ich finde es nur komisch das er eine Beziehung eingeht denn im Islam ist eine Beziehung verboten .
Mit der Sprache meine ich das die Eltern der beiden bestimmt nicht darüber erfreut sind mit ihren Enkelkindern deutsch sprechen zu müssen da die meisten Einwanderer schlechtes deutsch reden und sich dabei plagen müssen natürlch könnte es sich hier auch um eine Ausnahmen handeln .
Was die Sittn angeht wir Muslime haben schon sehr viele Dinge auf die wir achten ich meine wenn sie das so akzeptiert und sich das alles angewöhnen will dann ist ja gut .

Antwort
von lady73, 43

Hi username 260
Ersten gibt es keinen Zwang im Glauben er darf das nicht von dir verlangen.
2 ist es einem
Muslim erlaubt eine Frau von den Schriften zu heiraten.Das bedeutet das er eine Jüdin oder auch eine Christin heiraten darf.
3 darf er im Prinzip keine Beziehung vor der Ehe führen.
Ich hoffe ich konnte dir etwas mit den Infos weiterhelfen

Antwort
von Michele47, 35

Du hast meiner Meinung nach richtig gehandelt. Allerdings solltest du nicht von deinem Einzelerlebnis gleich auf alle Muslime schließen. Auch bei denen gibt es genug, für die die Religion nicht so wichtig ist.

Antwort
von 1988Ritter, 118

Muslime dürfen keinen ausserehelichen Kontakt haben. Dies gilt als Sünde.

Muslimen ist es gestattet Frauen aus den Buchreligionen zu heiraten. Dazu zählen Christinen, Jüdinen und Zoraristikerinen. Andere Glaubensformen werden nicht anerkannt, und als satanisch angesehen.

Dies ist und muss Deinem Freund von Beginn an auch bekannt gewesen, und er hat da mit Dir schon ein falsches Spiel gespielt.

Zusätzlich ist es im Islam nicht ungewöhnlich, dass die Ehen arrangiert werden. Unter dem Gesichtspunkt war die Beziehung sowieso zweifelhaft.

Vergleiche auch hierzu unter:

www.1001geschichte.de

Kommentar von DottorePsycho ,

Meinst Du Zoroastrierinnen?

Kommentar von Kosova27 ,

Falsch

Kommentar von DottorePsycho ,

Auch hier wieder: Was genau soll hier falsch sein? Und wie wäre es denn richtig?

Kommentar von waldfrosch64 ,

@kosova 

Wo möglich lernst du mal deine eigene Religion mal kennen !Bevor du hier ganz  Richtige antworten als Falsch betitelst .

Antwort
von Madlenka, 131

So ist das bei manchen Familien. Bei mir und meinem Freund ist das auch so. Er ist muslime und ich bin christin. Aber seine Eltern würden es akzeptieren meinte er aber jetzt ist es noch zu früh mich Ihnen vorzustellen.

Versuch mal mit deinem Ex nochmal Darüber zu reden.

Kommentar von hauseltr ,

Na, hoffentlich bist du nicht auch ein "Opfer"! So ganz traue ich dem Braten nicht. Den schönen Worten folgt all zu oft die Ernüchterung!

Kommentar von waldfrosch64 ,
Kommentar von ArbeitsFreude ,

"....jetzt noch zu früh?!" aha?, soso! "Nachtigall, ick hör Dir trapsen!" - Dus hast nicht um Rat gefragt, liebe Madlenka, doch muss ich Dir raten, vorsichtig zu sein:
Ich kann und will Deinem Freund nichts unterstellen, doch ist es einfach bekannt, dass viele muslimische Jungs "erstmalso um sich dei Hörner abzustoßen" nicht-muslimische Freundinnen haben, um diese dann für eine "wahre", natürlich jungfräuliche Muslima zu verlassen.

Doch nein: Username: NEIN: Sprich' nicht mehr mit Deinem Ex darüber, das hat 0,0 Sinn!

Antwort
von Andrastor, 54

Ich selber komme nicht aus einer muslimischen Familie, aber was ich hier auf Gutefrage.net schon alles miterlebebt habe, stellt mir schon manchmal die Haare auf.

Offenbar gibt es sehr strenge muslimische Familien. In diesen ist die Religion das allerwichtigste. Es gibt nichts und niemanden der/die über der Religion steht. Mit eiserner Faust werden die Regeln und Werte der Religion vermittelt, Anpassung oder gar eine Beugung dieser Regeln kommt nicht in Frage.

Solche Familien verlangen von den Töchtern dass sie verschleiert oder mit Kopftüchern oder ähnlichen Kleidungsstücken ausser Haus gehen, dass alle neuen Familienangehörige ihrer Religion beitreten etc.etc.

Ich vermute dein Ex kommt aus so einer Familie. Es ist traurig, aber er wird dich wohl nie so sehr wie seine Religion lieben.

Wie gesagt, so läuft das jedoch nicht in allen muslimischen Familien ab. Ich kenne einige Moslems, die passen sich unseren Bräuchen und Sitten an und betreiben ihre Religion eher nebensächlich. In so einer Familie wäre es egal welcher Religionh die Partner/innen angehören.

Antwort
von Dummie42, 38

Du hast mit deinen Eltern aber Glück. Auch viele vietnamesische Eltern hier in Deutschland drillen ihre Kinder auf Gehorsam (und Leistung) und erwarten, dass sie selbstverständlich auch Vietnamesen oder vietnamesischstämmige heiraten.

Antwort
von AbuAziz, 61

Als Muslim kann ich dir das Problem deines Freundes genau erklären. Er hat sich sicherlich gedacht, dass du Muslima werden würdest.

Entweder er hat keine Ahnung vom Islam, oder er hat dich bewusst belogen. Es ist nämlich so, dass männliche Muslime nur eine weibliche Muslima, einen Juden oder Christen heiraten dürfen. Weibliche Muslima dürfen nur Muslime heiraten. Dich als Buddhistin hätte er als Muslim niemals heiraten dürfen.

Aber ich glaube, dass er es gewusst hat. Warum hat er denn seinen Eltern nichts von euch gesagt, wenn ihr schon seit 3 Jahren zusammen seit?

Kommentar von randomhuman ,

Aber warum darf er keine Frau seiner Wahl haben. Ist das nicht bewusst diskriminierend solche Vorschriften zu haben?

Kommentar von AbuAziz ,

Er kann heiraten wen er will. Aber wenn er als Muslim richtig handeln will, dann kann er nur so handeln, wie ich es beschreiben habe. Es geht hier nicht nur um Mann und Frau. Es geht auch um die Kinder. Die Kinder müssen islamisch erzogen werden. Dafür ist der Mann verantwrotlich. Wie soll das gehen, wenn die Mutter eine Buddhistin ist? Es ist schon mit einer Christin oder Jüdin nicht einfach.

Kommentar von randomhuman ,

Verstehe ich trotzdem nicht. Die Kinder haben doch ein Recht auf freie Entfaltung hier in Deutschland. Wenn man natürlich etwas machen "muss" dann klingt das für mich eher fanatisch, diktatorisch als freiheitlich, demokratisch. Ich sage ja immer müssen muss man gar nichts... es sollte einem freigestellt sein. Aber dann vielleicht die Liebe seines Lebens dafür wegzuwerfen halte ich gelinde gesagt für dumm und unverhältnismäßig. Die Liebe zu einem Menschen hat ja nichts mit der Religion zu tun, sondern ob es zwischen beiden gefunkt hat.

Kommentar von ArbeitsFreude ,

ich halte die Version der Lüge für am wahrscheinlichsten.

Antwort
von KBB0815, 103

die Frage ist falsch gestellt, sie müsste lauten, warum sind die Eltern deines freunds so streng? Ich glaube es gibt auch viele christliche oder religionslose Eltern, die ihren Töchtern eine Beziehung zu einem Moslem verbieten würden.

Im übrigen ist dein Ex in Weichei, wenn er aus Angst vor seinen Eltern nur mit dir zusammen sein kann wenn du seinen Glauben annimmst. Da findet sich bestimmt was Bessres

Kommentar von ArbeitsFreude ,

Ja, erstens das - und zweitens könnte noch das zutreffen, was ich in meinem Kommentar zu Madlenka angedeutet habe (s.o.)

Antwort
von HAYVANIA, 27

Dumm von ihm ist es dich nicht zu überzeugen und so direkt gesagt zu haben

Antwort
von oli66, 61

So seit ich weiß darf ein muslimischer mann nur mit christen, juden und natürlich muslimischen frauen heiraten. Da du ein bhudist bist, wird das nichts und seine eltern werden wahrscheinlich gegen dieser ehe stehen, sobald ihr heiraten wollt.
Außerdem ist eine außereheliche beziehung im Islam eine sünde, vllt hat er es deswegen seinen eltern nicht gesagt.

Antwort
von kenibora, 73

Es gibt auch "nichtmuslimische" strenge Eltern!

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