Frage von HochlandTibet, 35

Warum sind Menschen, die gut in Gruppen lernen, davon überzeugt, dass das das einzig Wahre ist und alle anderen auch Gruppenarbeit machen müssen?

Hallo,
ich bin in der zehnten Klasse und musste Profile wählen. Bei der Vorstellungsstunde des Physikprofils ist mir eine Aussage von meinem Lehrer aufgefallen, er ist richtig überzeugt davon und lässt keine Gelegenheit ungenutzt, uns zu predigen: Das Allerwichtigste beim Lernen ist Gruppenarbeit, Physik geht nur, wenn man in Gruppen darüber spricht, die ganze Oberstufe besteht daraus, die richtige Lerngruppe zu finden. Das Physikprofil ist laut ihm nichts für Einzelkämpfer.
Er brennt offensichtlich richtig für Gruppenarbeit.

Mein Problem ist, dass dieses ganze Gruppenarbeit-Geschichte mir einfach gegen die Persönlichkeit und gegen den Lerntyp geht. Ich persönlich finde, dass Gruppenarbeit bremst und man für alles doppelt so lange braucht. Am Ende kommt nichts dabei raus und man hätte alleine so viel mehr mit dem Thema machen können.
Ich verstehe es ja, dass es Menschen gibt, die mit Gruppenarbeit gut lernen können, und es Lerntypen gibt, denen etwas eher im Gedächtnis bleibt, wenn sie es anderen erzählen. Ich akzeptiere diese Menschen und ihre Technik zu lernen. Warum wird andersrum aber wenig Rücksicht genommen auf die, die alleine eben besser lernen?
Ich akzeptiere die, warum können die nicht auch mich akzeptieren?

Ich habe nichts gegen Gruppenarbeit im allgemeinen, sie würde durchaus Sinn machen, wenn jeder sein Bestes gibt und man am Ende alles zusammensetzt. Dann wäre das Ergebnis besser, als wenn einer alleine sich mit allem auskennen müsste. Aber in dieser Form ist mir das in zehn Jahren Schule noch nicht passiert. Bisher habe ich noch nicht eine Gruppenarbeit erlebt, bei der das Ergebnis so gut war, dass man das selbe nicht alleine und schneller hätte machen können.
Also, das Profil habe ich jetzt trotzdem gewählt, Physik ist einfach super schön und es wäre jammerschade, es deswegen nicht zu nehmen.
Deshalb noch eine Frage, wenn ihr auch Physik LK habt, müsst ihr da ehrlich viel in Gruppen machen (kann ich mir irgendwie nicht vorstellen und hoffe ich mal nicht :D)?

Viele Grüße, HochlandTibet

Antwort
von ThomasAral, 10

das ist der Chinesische Weg an alles ranzugehen ... die sind auch davon überzeugt, dass dies das Beste ist.  Allgemein gesehen ist das so eine Art kommunistisches Profil. Funktioniert vielleicht bei den Chinesen: die rennen auch auf Anweisung zu 10000 auf ein Feld und spielen Bienchen mit Wattestäbchen, aber der Deutsche Weg ist das nicht. Was rauskommt, hat man in der DDR gesehen. Also du hast Recht, meiner Meinung nach, dass diese Art Zusammenarbeit nicht die Zukunft von Deutschland ist. Allerdings mehr Spaß soll es schon machen und weniger Stress. Und solange du gute Noten kriegst ist ja dann erstmal alles egal. Nopelpreiskandidat kannst dann noch später werden wenn du Physik studierst :-) 

Also warum davon überzeugt:  Ideologie, In dem Fall: Arbeit macht mehr Spass, weniger Stress, dann kommt auch was besseres dabei raus denken sie.

Ich hatte Physik LK vor vielen Jahren ---natürlich ohne Gruppenarbeit aber sauschwer. Hat mir trotzdem gefallen, hatte zwar schlechte Noten, aber bin immer noch froh damals Physik LK genommen zu haben. Ich denke aber es hätte auch mit Gruppenarbeit mir gefallen und ich hätte sogar bessere Noten gehabt.

Antwort
von SKR700, 14

Ich persönlich finde Gruppenarbeit nervenaufreibend, selten zielführend und sehr zeitaufwendig. Es mag in Einzelfällen sicher Ergenbisse zeigen, die bei Einzelarbeit nicht sichtbar werden, aber besonders effizient ist sie nicht. Zur erfolgreichen Gruppenarbeit gehören ein dafür fähiger Lehrer, Personen, die in der Gruppe sehr gut zusammen arbeiten, und Themen, die dafür geeignet sind. Dazu stellt sich auch noch die Frage der gerechten Bewertung. Selten kommt dabei alles zusammen. Gruppendynamische Prozesse zu beherrschen und in die richtige Bahnen zun lenken sind wohl die wenigsten Lehrkräfte in der Lage. Gruppenarbeit kann geeignet sein, um die Gruppe einander näher zu bringen und sich besser kennen zu lernen, also für die sogenannten "Nebenfächer". Für die Hauptfächer gilt nach meiner Meinung. Finger weg. Irgendwo im Netz gibt es auch fachlich begründete Kritik dazu.

Antwort
von Loltana, 11

Gruppenarbeit ist im späteren Leben halt wichtig, fördert auch Sozialkompetenz etc. also nicht nur aus der Sicht der Effizienz

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