Frage von glueckspilz85, 92

Warum sind Mehrfamilien, mit vielen Kindern in der Gesellschaft so unebliebt?

Hallo.

Ich kenne viele Familien die mehr als 3 oder 4 Kinder haben. Viele von denen werden gerne darauf angesprochen wie "Das ist aber euer letztes Kind oder?"..."Schafft ihr das überhaupt?"..."Wie wollt ihr die alle unterbringen?"...."Musst es wirklich noch ein Kind sein?"..."Könnt ihr nichts anderes machen ausser Kinderkriegen?"..."Habt ihr euch das wirklich gut überlegt?"..."Das war doch nicht geplant oder?"

Für mich klingt das so als ob Mehrfamilien in der Gesellschaft "eher" unbeliebt sind... Warum ist das so? Darf man heutzutage nicht mehr als 2 Kinder bekommen.

Ich meine es ist doch jedem Pärchen überlassen wieviele Kinder sie möchten solange sie nicht darauf hoffen ausschließlich von Vater Staat durchgefüttert zu werden...Oder liegt es allgemein an Kinder, das Kinder unbeliebt sind?

In Algerien stellen Kinder eine Bereicherung dar, je mehr man Kinder hat umso "reicher" wird man angesehen. Mindestens 6 Kinder sollten es schon sein...

Die Familien die ich kenne geht es finanziell sehr gut und trotzdem wird es nicht gerne in der Gesellschaft wohl nicht gerne gesehen...

Antwort
von eostre, 27

Wir arbeiten gerade an Kind Nummer 8 und ich lebe nahezu jedem sprich dazu. 

Meist ist es einfach nur dummes geschwätz, auf Nachfrage gibt es dann keine Erklärung,  weil der sprechende oft selbst nicht weiß,  was er da redet. 

Manchmal ist es auch Neid,  weil viele selbst mit ein oder zwei Kindern schon überfordert sind und oft sind es die Menschen einfach nicht gewohnt, dass ein Paar viele leibliche Kinder hat. 

Antwort
von Eiskorn93, 50

Weil wir eine überalterte Gesellschaft haben. Die Rentner können Kindergeschrei nicht leiden. Ich erlebe so was ständig und es macht mich wütend dass immer die Kinder und Eltern böse Blicke ernten wenn die Kinder mal einen Mucks machen. Nach dem Motto:wenn ihre Kinder nicht ruhig und im Weißen Kleidchen auf dem Stuhl sitzen heißt es dass man seine Kinder nicht unter Kontrolle hat.

Antwort
von Chococooky03, 45

Ich hab jetzt 3 Geschwister...Ich weiß ganz genau was du meinst,bei mir kommt nur:

Das ist ja toll-oh wie süß-ich beneide sie-ist bestimmt anstrengend,lohnt sich aber :)

Ja ich glaube weil Manche einfach gar nicht so aussehen als würden die es schaffen die alle unterzubringen oder zu ernähren...sie sehen so aus weil sie keine Zeit haben sich schick zu machen( meine persöhnlich eher Mutter aber auch ggf. Vater) es ist einfach so...die ganzen Meinungen gehen von Aussehen aus

Antwort
von Xtrip, 34

Moin,

traurig aber wahr. Warum genau es den Anschein trägt kann man mit 100% iger Sicherheit nicht sagen, allerdings gibt es viele logische Gründe, diese sind aber nur rein aus der Logik hervor zu greifen. Natürlich kann es vorkommen, dass eine Familie umzieht, bzw mit kleinen Kindern in eine Gegend zieht, wo die Nachbarn eingebildet, hochnäsig oder nicht bereit für etwas neues sind. So nervt sie eventuell das Geschreie, die unruhigen Abende oder einfach den Streß, welchen die Mutter durch das Kind ausübt. 

Die meisten der Leute welche so Themen ansprechen sind Alt. Rentner welche endlich nach jahrelanger Arbeit ihren Ruhestand genießen und nicht offen für Lärm sind, was teilweise natürlich verständlich ist. 

Wiederum andere kommen mit der Familien Mutter oder dem Vater nicht zurecht bzw mögen diese aus unabhängigen, hier für uns irrelevanten, Gründen nicht, sodass sie zu glauben müssen dem Nachbarn eines rein zu drücken bzw provozieren zu müssen.

Allerdings kann es auch mit der Einstellung, dem Glauben oder einfach durch ein Ereignis dazu gekommen sein, dass man aus einem Grund genau denkt bei dieser Mutter finde ich es nicht in Ordnung und drückt dieser somit einen rein.

Aber auch falsches Wissen und nicht Aufklärung sind oftmals das Problem. So denken sicherlich viele, dass die Familie die Kinder zur stehtigen Erhöhung des Kindergeldes und somit zur Ausbeutung des eigenen Staates kommt. 

Sollte die Familie bereits ältere Kinder haben, so kann auch der Grund für die Sache der sein, dass Jugendliche/Erwachsene Kinder mit ihren Mofas, Rollen, Autos etc. viel Lärm, Unruhe und für Streß in der Nachbarschaft sorgen und dadurch ein gegenseitiger "Kampf" entsteht. 

Eventuell wirkt die Familie äußerlich für Nachbarn auch, ich sage mal "Asozial, unrein, unpassend oder faul", sodass einfach ein falsches Bild auf die Familie, welche es wahrscheinlich eh bereits schwer genug hat, geworfen.

Faktoren wie Neid, Egoismus, Hochnäsigkeit, Wohlstand, schlechte Erziehung usw. können selbstverständlich auch eine ganz wichtige Rolle hierbei spielen. 

Natürlich kann und soll sich jeder Mensch, egal wer, seine eigene Meinung zum Thema bilden. Dies ist wichtig und sollte wahrgenommen werde ABER es sollte genauso jeder der sich äußern möchte, wissen was Anstand ist, welches Thema Privat ist, was zu unterlassen ist und natürlich welche Themen man ohne zu überlegen unwiderruflich und ohne Ausnahme absolut nicht anzusprechen und so dumme, falsche Gerüchte o.ä. verbreitet und die Familie noch schlechter dazustehen lassen.

Solche Themen sind sehr Privat und gehen außer der Familie selbst niemanden etwas an. Viele haben keine Kinder und wissen daher nicht über was sie eigentlich reden. Wer solch ein Problem hat, der soll sich allein mal vorstellen er sei in der Situation. Kinder sind teuer und brauchen sehr viel Zeit, ich denke dem sollte sich jede Familie bewusst sein und erst wenn sich beide bereit fühlen zum Thema Nachwuchs kommen. 

Die die etwas dagegen haben und finden der Familie mal ihre Meinung äußern zu müssen. Informiert euch, versucht euch selbst in die Lage zu versetzen und wenn ihr immer noch was dagegen habt, dann seit leise und erzählt es euren Hund/Wand.

Wer Rechtschreibfehler findet, darf diese gerne behalten.

Ich hoffe ich konnte dir helfen.

MfG 

Antwort
von Toxic38, 42

Der Grund, warum Großfamilien ein negatives Ansehen genießen müssen, kann nicht genau erläutert werden, weshalb man auf Vermutungen zurückgreifen muss, die jedoch zugegebenermaßen zu einem Großteil der Wahrheit entsprechen. 

Dass Großfamilien ein negatives Ansehen genießen müssen, könnte an den Kindern selbst liegen, da man Kinder überwiegend mit Stress, Lärm, schlechter Erziehung und Unfug verbindet, was in unserer Gesellschaft selbstverständlich nicht toleriert wird. 

Großfamilien an sich erfüllen auch sehr oft das typische Klischee, das darin besteht, dass sie ein auffälliges und unangebrachtes Verhalten und Benehmen präsentieren - und das überwiegend in der Öffentlichkeit.

Großfamilien bestätigen auch oft die Aussage, dass Großfamilien ihre Kinder nicht unter Kontrolle haben - und außer Kontrolle geratene Kinder sind ebenfalls nicht zu tolerieren. 

Eine Großfamilie, die mit mehr als nur 2 Kinder bestückt ist, wird auch oft, wie es hier bereits erwähnt wurde, als nicht korrekt angesehen, da für Außenstehende die Vermutung entsteht, dass die Großfamilie nur darauf aufbaut, nicht arbeiten zu müssen; dass das Einkommen nicht von einer Arbeit gezahlt wird, sondern nur von dem Staat. Das ist auch nicht zu tolerieren. 

Im Großen und Ganzen werden jedoch die Kinder einer Großfamilie als Unheil betrachtet, da unsere Gesellschaft mit nicht ehrliche Karten spielt:

Kinder werden in unserer Gesellschaft nur gezwungenermaßen toleriert. Denn hinter die Kulissen werden Kinder von den meisten Menschen unserer Gesellschaft ungern akzeptiert und toleriert - und den Beweis dafür zeigen uns Restaurants und Lokale, die keine Kinder gestatten; Wohnanlagen, auf denen das Spielen untersagt ist; Vermieter von Wohnungen, die deutlich darauf hinweisen, dass Kinderlärm in Grenzen zu halten ist; Vermieter von Wohnungen, die ungern Familien unterbringen; Vermieter von Wohnungen, die es bevorzugen, gerade Familien schnell auf die Straße zu setzen; Arbeitgeber, die Angestellte mit Familie schneller kündigen; Städte, die über ungenügend Spielplätze verfügen, da es immer wieder heißt, das Geld für Spielplätze sei knapp, aber neue Straßen können immer finanziert werden. 

All das zeigt den Blinden, die sich immer noch in dem Glauben befinden, dass unsere Gesellschaft kinderfreundlich sein soll, wie die Gesellschaft in Wirklichkeit aussieht:

nämlich kinderfeindlich. 

Hinzu kommt, dass Kinder mangelhaft gefördert und/oder unterstützt werden, da dafür kaum Möglichkeiten existieren. 

Kinderfreundlich? Nein. Eher kinderfeindlich - aber leider Gottes hinter dem Vorhang unserer Gesellschaft. Auch wenn es keiner wahrhaben möchte. 

LG, Toxic38 

Kommentar von gottesanbeterin ,

Stimmt!

Antwort
von PurpurSound, 49

Ich denke da spielen eher unbewusste gedankenverknüpfungen eine rolle als die vernunft. Etwa:

- zu viele kinder kann man unmöglich gut erziehen und ausreichend umsorgen wenn man berufstätig ist;

- und wenn nicht, so hängen diese familien am staatstropf.

- In jedem fall aber sprechen zu viele kinder für verantwortungslosigkeit und sorglosigkeit bzgl. verhütung.

- Viele kinder haben daher meist eher arme und wenig gebildete menschen etc.

Vorurteile bestimmen oft viel mehr unser denken als uns lieb ist. Zu dumm nur wenn diese in der realität immer wieder ihre bestätigung finden...

Antwort
von Barteline, 44

Weil auf RTL oder auch anders genannt "HARTZ4 TV" auch Familien mit vielen Kindern gezeigt werden und so in den deutschen Köpfen damit eine negative Assoziation hergestellt wird. Quasi wie ein Klotz am Bein oder so ähnlich. Denn diese gezeigten Scheinfamilien schreien sich den ganzen Tag an, sind arbeitlos, nicht besonders schlau und vor allem nervig. Schön, was die Medien so können... Aber glückliche, gut situierte große Familien kommen selten bis gar nicht vor oder haben nur ein Kind. Realistisch ist was anderes. Es ist zwar nur eine Vermutung aber spielt eine nicht unwichtige Rolle glaube ich.

Algerien und Deutschland sind von der Lebensqualität auch sehr unterschiedlich aber wir könnten uns da ja auch mal ne Scheibe abschneiden.

Antwort
von Pr1nzAlbert, 15

Kinder sind mittlerweile ein Armutsrisiko. Demzufolge können sich Normalverdiener kaum mehr als ein Kind "leisten". Wer allerdings schon am Sozialtropf hängt, für den spielt ein Kind mehr oder weniger keine Rolle, zahlen ja alles die anderen. Daher kommt bei vielen die Assoziation Kinderreichtum = Sozialhilfebezieher = Unterschicht

Daß es auch einige wenige Familien gibt, die von eigenem Einkommen mehrere Kinder großziehen, haben scheinbar die wenigsten auf dem Schirm.

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