Frage von Berlinerkind7, 79

Warum sind manche Menschen phädophil?

Hallo Leute, wahrscheinlich kann hier nicht die Antwort auf meine Frage gegeben werden, doch warum sind manche Menschen phädophil? Ich kann es rein logisch nicht nachvollziehen, ein Kind hat keine ausgeprägten Geschlechtsmerkmale wie Brüste oder Körperbehaarung, Hüfte, markante Gesichtszüge etc./ hat keine Erfahrung- warum fühlen sich Menschen dennoch zu Kindern hingezogen? Geht es um die kleine Körpergröße und mangelde Erfahrung, könnte ein Phädophiler dann nicht auch mit einem (auch wenn es jetzt blöd klingt) Zwergenwüchsigen zusammen sein, der noch nicht so viel Erfahrung hat? Natürlich ist ein Zwergenwüchsiger in keinem Fall mit einem Kind gleichzusetzten, aber wenn es alleine um die Diffrenz der Körpermaße/geringe Erfahrung gehen würde..? Sorry für diese Frage, ich habe heute diesen Bericht über einen Kinderschänder gelesen und sowas trifft mich einfach extrem, warum gibt es sowas und warum wird keine Lösung dafür gefunden??

Antwort
von Ini67, 42

Das sexuelle Interesse erwachsener Männer an Kindern erscheint uns im heutigen Diskurs besonders monströs, obwohl es so alt zu sein scheint, wie die Menschheit selbst. So beschreibt z. B. M. Brumlik in der Neuen Züricher Zeitung vom 10. April 2010 zu welchen Auswüchsen der pädagogische Eros im alten Griechenland führen konnte, ohne damit zu sagen, dass z. B . die Verheiratung eines erwachsenen Mannes mit einem gerade pubertierenden Jungen psychologisch unbedenklich sei.

Der Hintergrund des sexuellen Interesses des Mannes am Kind ist die relativ geringe Spezifität der sexuellen Stimuli für Männer. Männer sind bezüglich der Auswahl von Objekten für ihr Begehren nicht sehr wählerisch, was man schon am guten Geschäft mit der Prostitution sehen kann. Untersuchungen der sexuellen Erregung von Männern durch Registrieren der Reaktion des Penis bei Konfrontation mit visuellen oder auditiven Reizen, zeigen, dass etwa ein Viertel der Männer prinzipiell in der Lage ist, auf Körper pubertierender Kinder zu reagieren (Firestone et al. 2000). Pädophile zeigen dabei oft geringere Reaktionen als Vergleichsgruppen nicht pädophiler Männer, nur ist die Reaktion auf Kinder stärker als auf Erwachsene, was bei den Vergleichsgruppen nicht der Fall ist (Blanchard et al. 2009).

Gehemmter Selbstwert - naive Bewunderung

Es bedarf noch eine Reihe weiterer Bedingungen, damit diese prinzipielle Reaktionsmöglichkeit auf kindliche Reize zum Missbrauch von Kindern führt:

Am häufigsten sind das Enttäuschungen in Beziehungen zu erwachsenen PartnerInnen, massive Beschämungen oder Schmähungen, die zu einem akuten Verlust der Selbstachtung und des Selbstbewusstseins führen. Die Enttäuschung kann aber auch dadurch zustande kommen, dass relativ junge und unerfahrene Männer der Rivalität Gleichaltriger nicht gewachsen sind und keine Chance sehen, in Konkurrenz mit gleichaltrigen Männern ein junges Mädchen für sich zu gewinnen.

Die naive Aufgeschlossenheit eines Kindes, sein Respekt vor den „Großen“ hat dann zunächst etwas den Selbstwert steigerndes und kann unter Umständen damit die Voraussetzung schaffen, sexuelle Erregung – die ja beim Mann durch Angst meist gehemmt wird – wieder möglich zu machen. Auch bei Alkoholismus oder anderen körperlichen Beeinträchtigungen der sexuellen Reaktionsfähigkeit kann es bei manchen Männern zu einem solchen „Ausweichen“ auf Sexualobjekte kommen, von denen zunächst keine unmittelbare Beschämung zu erwarten ist. Das wusste auch schon Richard von Krafft-Ebing, ein deutscher Psychiater (1840 – 1902) der 1890 als Erster die Pädophilie wissenschaftlich beschrieb und sie zunächst nur für ein Ausweichen auf ein „minderwertiges“ Sexualobjekt bei mangelnder Potenz hielt.

Erst später erkannte Krafft-Ebing, dass es Männer gibt, die von Beginn ihrer Geschlechtsreife an bis ins hohe Alter an keinem anderen Sexualobjekt Interesse finden konnten, als an Kindern, was er dann Pädophilia erotica nannte (heute nennt man das „ausschließliche Pädophilie“ oder „Kernpädophilie“).

Eine dritte Gruppe von Tätern, die Kinder missbrauchen, sind Personen mit einer Persönlichkeitsstörung, die man als „antisozial“ bezeichnet und die mit einer besonderen Rücksichtslosigkeit allen Mitmenschen gegenüber verbunden ist. Es fehlt zwar nicht die Fähigkeit sich vorzustellen was andere empfinden, aber gleichzeitig haben die Gefühle anderer keine Bedeutung, es entsteht kein „Mitgefühl“. Damit kommt es leicht zur materiellen und gefühlsmäßigen Ausbeutung anderer, auch von Kindern.

Quelle:http://www.sexmedpedia.com/artikel/paedophilie-ursachen-formen-behandlung

Kommentar von Nutzerkonto ,

Wieso sollten nur Männer pädophil sein können? Ich denke mal es gibt durchaus Frauen mit so einer Neigung.

Kommentar von NeidKritik ,

Natürlich gibt es die.

Kommentar von Ini67 ,

Da hast du leider recht. Aber die bilden immer noch eine Dunkelziffer. Immer ist nur die Rede von "dem Pädophilen".

Antwort
von KitaSehnsucht, 6

Hallo Berliner Kind ! Vielleicht kann ich dir das am besten erklären, "auch wenn ich nicht für alle Pädophilen spreche". Ich bin 34 und habe bereits als ich selber noch klein war gemerkt, daß ich in manchen Dingen etwas "anders" war. Während meiner Jugend wusste ich endgültig, daß mich nur Kinder anziehen, sei es von der sexuellen Seite her, oder von der Liebe. Jeder mag da anders sein, jedoch ist es bei mir ein Kind insgesamt, was ich liebe & begehre. Die Unbefangenheit & Ursprünglichkeit, die kindliche Seele ebenso wie der zarte, kindliche Körper, die weiche Haut, ihr süßer, schöner Duft uvm. Ich finde Erwachsene, insbesondere Männer schlichtweg wiederlich. Erwachsener Körpergeruch alleine schon ist für mich eher Gestank, Körperbehaarung finde ich ekelhaft usw... Eine Frau reizt mich meißt nicht, da z.B. der Busen, "der ja von den meißten Kerlen bevorzugt wird" für mich ein Symbol des Babystillens ist und nicht mehr. Die meißten Hintern sind mir zu dick und der Charakter heutiger Frauen stinkt oft bis zum Himmel. ... Außerdem sind es auch Erwachsene, die an den Problemen dieser Welt Schuld sind, da sie außer an Alter, Gewicht und Dummheit scheinbar nichts dazu lernen. Kinder sind auch die einzigen Menschen, die es verstehen, jm.einfach ohne Vorurteile sofort akzeptieren oder mögen zu können und und und ... . Meine Sexualität ist nur ein einziger Aspekt meiner Liebe und genau darauf reduziert man mich. Zudem wäre meine Sexualität, "wenn ich überhaupt eine hätte" auf das kuscheln & maximal Petting beschränkt, da ich selber gar nicht mehr brauche. Ich hasse es übrigens bis zu Maximum, wenn Kinder ausgebeutet werden und auch, wenn sie wie kleine Erwachsene angezogen werden. Dies ist ein schlimmer Trend, den dieselbe Gesellschaft duldet, die mich am liebsten für meine Gefühle töten würde. Wie gesagt, jeder Mensch ist anders aber mit dem, was die Medien als pädophil hinstellen, habe "zumindest ich" nicht das aller geringste gemeinsam. Pädophilie ist ziemlich sicher eine Folge aus genetischer Veranlagung, Schlüsselerlebnissen in der Kindheit und persönlicher Entwicklung bis zur späten Jugend, wo sie sich endgültig manifestiert. -Sorry, für den langen Text, aber ich hoffe, ich konnte dir mit dieser Frage helfen. LG.

Antwort
von derkletterer, 26

Gegenfragen: Warum haben manche Menschen Depressionen? Warum sind andere Menschen hetero- oder homosexuell? Warum fühlen sich manche Menschen zu Tieren oder zu Objekten hingezogen? Warum sind manche Menschen kleptomanisch veranlagt? Warum mögen manche die Farbe Gelb mehr als die Farbe Violett? Warum fühlen sich manche Menschen anderen überlegen?

Kein Mensch kann etwas für seine Neigungen. ABER jeder muß (sollte) in der Lage sein, seine Neigungen, sofern er damit die Würde anderer Menschen bzw. bestehender Gesetze tangiert, zurückzuhalten. Das ist für viele Menschen mit verbotenen Neigungen sehr schwer, da man permanent gegen seine "Natur" ankämpfen muss. Niemand steht früh auf und sagt: Hey, ab heute bin ich pädophil und vergehe mich an kleinen Kindern!

Eine "Lösung" wird man dafür nicht finden. Diese Neigungen gab es immer und wird es immer geben. Die Frage ist, wie geht man mit diesem Thema um und wie ermöglicht man den Betroffenen am Leben teilzuhaben trotz der Bürde Ihrer (ungewollten) Neigung.

Antwort
von PKSSDI, 40

Wenn man das so einfach beantworten könnte, wäre eine Therapie oder eine Behandlung dagegen möglich...

Antwort
von Nutzerkonto, 28

Du könntest auch fragen wieso manche Menschen Homosexuell sind..

Ein Pädophiler sucht es sich ja nicht aus. Ich vermute sie fühlen sich eben durch die Dinge die du gennant hast, "keine ausgeprägten Geschlechtsmerkmale wie Brüste oder Körperbehaarung, Hüfte, markante Gesichtszüge etc.", angezogen.

Eine Lösung hierfür gibt es eher selten. Eine Therapie wäre eine Möglichkeit, aber wenn man sich vorstellt man müsste sein leben lang gegen eine sexuelle Neigung ankämpfen, wäre das sehr schwierig.

Antwort
von DarkCastra, 31

Man sagt es liegt an der Psyche. Man kann nichts dafür. Wir würden es beschreiben als "zurückgeblieben". das Gehirn hat an einigen Stellen aufgehört "weiterzuwachsen oder sich zu entwickeln" und das gibt dem Erwachsenen die Anziehung zu Kindern.

So ganz ist es damit auch nicht erklärt, aber als Ansatz gut nachzuvollziehen

Antwort
von yutub, 24

Es ist eben eine "normale" sexuelle Orientierung welche aber Gott sei dank in unserer Gesellschaft als unangebracht angesehen wird.

Menschen können sich ihre Orientierung nicht aussuchen.
Manche Menschen stehen auf Objekte und wieder andere auf Tiere. Alles ist eben möglich.

Deswegen kann man pädophilie auch nicht heilen. Es ist eben keine Krankheit. Leider.

Antwort
von Frooopy, 5

Warum sind manche Menschen heterosexuell, warum manche homosexuell? Warum finden manche Menschen dicke Brüste schön und anderen kommt bei dem Anblich das Kotzen?

Pädophilie ist weder verboten noch ist jeder pädophil fühlender Mensch perse ein Kinderschänder. Pädophilie ist auch keine Krankheit. Auch wenn unsere Gesellschaft sich dazu entschieden hat, daraus eine Krankheit zu machen. Krank ist man erst wenn man selbst unter etwas leidet. Die Psychologie diagnostiziert in der Regel eine Krankheit, wenn man sich oder andere mit seinem Verhalten schadet. Homosexualität war auch mal eine Krankheit und ist es noch heute in verschiedenen Gesellschaftsformen und Ländern auf der Welt.

95% pädophil fühlender Menschen empfinden sich nicht als "krank". Die meisten leiden eher darunter wie sie von der Gesellschaft dargestellt werden und das sie keine Lobby haben. Sie leiden unter Depressionen, Verfolgungswahn, Paranoia, Suizidgedanken etc. Alles Erkrankungen aufgrund der faktischen Ausgrenzung und der Darstellung ihrerselbst in der Gesellschaft in der sie leben.

Pädophil fühlende Menschen haben ein Image, welches sich immer wieder durch die Art und Weise der Berichterstattung in den Medien manifestiert. Flankiert durch die aktuelle Gesetzgebung, die keine sachliche Diskussion über sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern oder Jugendlichen zulässt. Die meisten Menschen wissen über Pädophilie was die Boulevardmedien schreiben und das ist nur ein geringer und leider ausschließlich der negative Teil dessen, was Pädophilie bedeutet und ausmacht.

Die Art und Weise der Berichterstattung über das Thema hat auch Einfluss darauf wie Kinder heuzutage aufwachsen. Zum Beipiel sind sogenannte "Helikoptereltern" u.a. ein Ergebnis der Angst vor sexuellem Missbrauch in unserer Gesellschaft.

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