Frage von Salima92, 47

Warum sind manche junge Frauen und auch Männer so gutgläubig?

Vorallem wenn es um Beziehung geht. Warum geben die Frauen ihren Männern und anders rum immer eine neue chance, obwohl er oder sie ständig ihren Partner angelogen und betrogen hatte? Das schlimme (für mich) ist auch wenn die betroffene Person zuerst wütend wird, den Mann oder Frau verlässt aber dann wieder sehnsucht nach ihm oder ihr hat. Ich kann es nicht nachvollziehen. Diese lassen sich auch immer wieder breitschlagen. Bei mir hätte der Mann keine Chance mehr. Vorallem wenn es immer wieder passiert. Das ist dann wie ein Teufelskreis. Vorallem ist das Vertrauen doch beim ersten mal weg. Da hätte doch ein Neuversuch keinen sinn mehr. Was denkt ihr?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Wissensdurst84, 10

Guten Abend,

Ein Seitensprung führt meist zum Aus einer Beziehung. Und dabei birgt er mehr Chance auf Glück, als man auf den ersten Blick vermutet.

Die Szenerie erinnert an den dramatischen Höhepunkt eines Liebesfilms: Das Glück der Liebenden scheint perfekt, der Himmel hängt voller Geigen, die beiden sind ein eingespieltes Team und alles könnte so schön sein … Doch dann kommt die schockierende Beichte: Einer der beiden Partner ist fremdgegangen. Die große Liebe erschüttert, das Vertrauen gebrochen. Zurück bleibt ein einziger Scherbenhaufen und tiefer Schmerz. Es kommt die Zeit des Wunden Leckens und Zweifelns: Wie konnte es dazu kommen? War es überhaupt Liebe? Und war man nicht eigentlich glücklich?

Aber Liebesfilme wären nicht so erfolgreich, gäbe es kein Happy End. Und im Gegensatz zum Film hat dieses jeder selbst in der Hand. Denn eigentlich gibt es ihn gar nicht - den Treuebruch per se. 
Treue ist genauso individuell wie es Liebe ist. Beziehungen sind es auch. Und werden doch oft nach Schema F geführt. Und damit tut man weder sich selbst noch dem Partner einen Gefallen. Denn dort, wo einfach das Muster der anderen übernommen wurde, fehlte entweder Kommunikation oder aber das Bewusstsein darüber, dass es auch anders geht. Treue ist eben nicht gleich Treue. Der eine findet nichts dabei, wenn sein Partner fremdküsst oder sogar noch weitergeht. Und der andere findet, dass Untreue bereits im Kopf beginnt, und ergo allein ein Seitensprung in der Fantasie des Partners eine Art Betrug ist. 

Das Problem ist, dass unsere Sozialisierung - die sich noch immer aus christlichen Wurzeln nährt - die klassische Form der Beziehung nicht in Frage stellt. Körperliche Treue ist die Norm, etwas anderes zu leben gilt als verwerflich, und viele kämen auch überhaupt nicht auf die Idee, dass auch - oder gerade! - Liebe und Partnerschaft ein Bereich sind, in dem Platz für Individualität sein sollte.

Kehren wir also zurück zum Seitensprung, der schon in so vielen Beziehungen der Anfang vom Ende gewesen ist. Und dabei bietet er, wie eigentlich jeder Konflikt, eine große Chance auf ein tatsächliches Happy End. Man muss ihn nur verstehen. Passiert ist er ja sowieso schon. Nun geht es nur noch darum, was man daraus macht und welche Schlüsse und Konsequenzen sich aus dem Verhalten ziehen lassen. Welches Bedürfnis wurde mit dem Seitensprung befriedigt? War es ein rein sexuelles oder eine unerfüllte Fantasie? Hat sich hier vielleicht eine Midlife-Crisis Ausdruck verschafft? Oder führt man einfach die falsche Art Beziehung? Denn auch der offene Umgang mit dem Sex mit anderen ist ein Modell, das sich nicht wenige Menschen wünschen. 

Was die Ehrlichkeit gegenüber dem Partner betrifft: Sich sofort nach dem Seitensprung reuig anzuvertrauen oder lieber erst zu warten - diese Frage muss jeder ganz individuell für sich beantworten. Führt man eine Beziehung in der Offenheit und Ehrlichkeit um jeden Preis eine große Rolle spielen? Oder geht es auch um Verantwortung, den Partner vor einer Tatsache zu schützen, die ihn schmerzlich treffen wird, die für den "fremdgegangenen" Part aber letztlich bedeutungslos war? Denn dann wäre es besser, den Ausrutscher für sich zu behalten. Wichtig ist, was der Seitenspringer aus der Geschichte lernt. Die Frage ist nur noch, ob er das besser allein oder zu zweit kann. 

Auch das Glück einer Partnerschaft ist nicht abhängig von der Erfüllung fremder Erwartungen, sondern von dem Mut, seinen eigenen Weg zu finden - und ihn zu gehen.

Liebe Grüße

Wissendurst84

Antwort
von scorpionking95, 21

Ich denke diese Menschen haben Angst allein zu sein und  nach der Trennung nie wieder jemand finden mit dem sie ihr Leben verbringen können.

Antwort
von Unkonzentrierte, 13

Wie sagt man so schön: blind vor Liebe?

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