Frage von Xaxoon, 35

Warum sind manche Fundstellen aus altrömischer Zeit an der Oberfläche, manche aber viel Meter tief in der Erde?

Wir haben hier rund um Wien Reste von Festungsmauern und Türmen aus der Römer-Zeit (Limes) auf gleicher Ebene wie der, auf der wir heute leben. Das sind denkmalgeschützte Orte. Dann gibt es aber auch immer wieder Ausgrabungen aus der selben Zeit, die viele Meter tief unter der Erde liegen, manche sogar mehr als 10 Meter tief.

FRAGE: Sinkt die Erde im Laufe der Jahrhunderte an einigen Stellen ab und an anderen nicht, oder wie?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Jerne79, 23

Nein, im Lauf von Jahrhunderten passiert - mit Ausnahme größerer Naturkatastrophen wie Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Co. - mit der Erde an sich nicht viel.

Zwei Faktoren spielen eine Rolle:

1. Erosion. Sie ist v.a. außerhalb weiter bewohnter Gebiete relevant. Durch Wind, Wasser und Schwerkraft wird an manchen Stellen Sediment (Erdreich) abgetragen und an anderen aufgelagert. So bleibt Fundstelle A sichtbar erhalten, während Fundstelle B von Sediment überlagert wird. Letzteres begünstigt natürlich die Ansiedlung von Pflanzen, die für noch mehr Auflagerung sorgen.

2. Siedlungsentwicklung. Die Menschen haben sich über viele Jahrhunderte das Elend erspart, nicht mehr benötigte Gebäude vollständig abzubrechen. Meist wurde obertägig abgeräumt und das nächste Gebäude einfach über den Substruktionen des Vorgängers errichtet. So wachsen Siedlungen im Lauf der Zeit in die Höhe. Die ehemalige Bebauung ist immernoch auf dem gleichen Niveau wie bei ihrer Erbauung (wenn wir mal Sedimentdruck und Co. außer Acht lassen). An anderen Stellen aber wird dann doch gründlich abgeräumt, weil es nötig ist, das Niveau zu halten.

Antwort
von Beautyqueen92, 21

Hallo,

Also ich gebe dir als Beispiel die Römerstadt Xanten, in der man schon nach 30cm Funde ausgräbt, weil die komplette Fläche unbebaut ist! Man hat die gesamte Oberfläche unter Denkmalschutz gestellt. Je nachdem wie stark verbaut die Oberfläche ist desto tiefer liegen die Funde. Mauern und Befestigungen wurden meistens weiterverwendet zB im Mittelalter und blieben somit an der sichtbaren Oberfläche. Natürlich verändert sich der Boden innerhalb von 2000 Jahren, Flussmündungen verschwinden, Stadtgrenzen erweitern sich, Grabanlagen werden außerhalb von Städten angelegt etc. Da spielen viele Faktoren eine Rolle. In Köln findet man zB seeeehr viele Funde aus verschiedenen Epochen, weil die Stadt immer im Wandel und stark bevölkert war. Es gibt sogar Städte (Jerash in Jordanien), die 1000 Jahre unter Sand lagen und niemand das bemerkte. So wurde die antike Stadt konserviert. 

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