Frage von 1Paradise1, 198

Warum sind Märchen pädagogisch wichtig?

Märchen sind fast immer grausam und furchterregend. Ich weiss noch wie oft ich früher bei den 7 Geißlein geweint habe.Warum tut man kleinen Kinder solche Märchen an?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von conelke, 102

Märchen spiegeln bildhaft und symbolisch das reale Leben wider. Kinder können sich in Märchen besser hineinversetzen und miterleben, als wenn man es ihnen ganz pragmatisch erklärt. Nicht jedes Märchen ist für Kleinkinder sinnvoll, da muss man abwägen. Aber es gibt viele schöne Märchen aus denen die Kinder lernen können z. B. Das hässliche Entlein. Diese Geschichte finde ich persönlich ganz toll.

Kommentar von Dichterseele ,

Das hässliche Entlein finde ich auch toll - nur verstehen das kleine Kinder noch nicht...

Kommentar von conelke ,

Wenn man mit ihnen darüber redet und den Sinn erklärt, dann schon! ;-)

Antwort
von Undsonstso, 68

Volksmärchen sind Kulturgut und hatten eher einen unterhaltenden Charakter und hatten nix mit Pädagogik zu tun....

Pädagogik kommt erst ins Spiel, wenn man Märchen entschärft für Kinder... So gibt es z.B.  von Gerhard Schöne eine entschärfte Kinderlied-Version des bekannten Liedes "Hänsel und Gretel"


Antwort
von violatedsoul, 94

Märchen sind wie die Menschen: Gut und böse. Es hätte wenig Sinn, nur eine Seite zeigen zu wollen, weil es nicht der Realität entspräche. Es gibt immer zwei Seiten und auch Kinder müssen das lernen.

Wenn also bei den 7 Geißlein keiner Ohren hatte und die Tür zuließ, wie es zuvor eindringlich gesagt wurde, der musste halt erleben, dass der Wolf sich eine Mahlzeit gönnte.

Trotzdem endete das Märchen ja gut, was den Kindern als Lehre dienen soll. Im wahren Leben gehen Geschichten dieser Art oft böse aus. Von daher sind Märchen immer noch besser.

Antwort
von Volkerfant, 64

Sie vermiteln den Kindern auf spielerische Weise was gut und böse ist, sie regen die Fantasie an, sie enthalten viele Beispiele, die man in die heutige Zeit übertragen kann und sie enthalten Parabeln.

Antwort
von fremdgebinde, 69

In Märchen werden wichtige Werte vermittelt, z.B. 7 Geisslein - hör auf deine Eltern, Rotkäppchen - vertraue keinem Fremden usw.
Kinder lernen sowas mit Geschichten schneller, als wenn man bloß sagt: "Hör immer auf mich!"

Antwort
von PrinccesDaisy, 53

1. Sprachfördernd
2. Märchen haben eine Moral
3. Es regt die Fantasie an
4. Sie haben immer eine Lehre usw.

Kommentar von paulklaus ,

Die Punkte 1, 2, 4 möchte ich arg bezweifeln !

pk

Kommentar von PrinccesDaisy ,

https://pagewizz.com/maerchen-kinder/ Kannst du hier nachlesen. Ich mache gerade ein Projekt in der Kita über das Thema Märchen und wenn man sich intensiv damit befasst, sich Fachwissen aneignet und etwas von Kindern versteht (was ich tue, da ich im letzten Jahr meiner Ausbildung zur Erzieherin bin) Du kannst das alles gerne anzweifeln, jedoch bringt es dir nichts da DU im unrecht bist! Beste grüße!!!

Antwort
von Ralfinator1990, 50

Weil in diesen oftmals versteckt gewisse Werte versteckt sind und den Kindern schon so früh "eher spielerisch" nahegelegt werden sollen.

Antwort
von BarbaraAndree, 106

Wo steht, dass sie "pädagogisch wichtig" sind? Das glaube ich nämlich nicht. Ich habe jedenfalls meinen Kindern nie ein Märzen z.B. der Gebrüder Grimm vorgelesen. Die Geschichte vom "Kleinen Wassermann" stand z.B. hoch im Kurs. Bei diesem Link gibt es auch Märchen, die nicht gruselig sind:

http://www.maerchenstern.de/maerchen/

Kommentar von MissMarplesGown ,

Wo steht, dass sie "pädagogisch wichtig" sind? Das glaube ich nämlich nicht.

Das ist keine "Glaubensfrage". Es steht in pädagogischen und psychologischen Fachbüchern.

Um den Wert von Märchen für Kinder nachzuvollziehen, reicht es nicht, das Thema "Märchen" aus erwachsener Perspektive zu betrachten. Man muss wissen, wie Kinder in bestimmtem Alter solche Geschichten auffassen, was sie sachlich und emotional daraus ziehen können und wie sie auch Märchen mit grausamen Elementen verarbeiten.

Kommentar von BarbaraAndree ,

"Man muss wissen, wie Kinder in bestimmtem Alter solche Geschichten auffassen, was sie sachlich und emotional daraus ziehen können und wie sie auch Märchen mit grausamen Elementen verarbeiten." Richtg ist sicher, dass "Kinder in bestimmtem Alter" sich mit Märchen auseinandersetzen können, aber die meisten Kinder im Vorschulalter können das sicher noch nicht. Die Fragestellerin sprach ja auch von kleinen Kindern.

Kommentar von MissMarplesGown ,

aber die meisten Kinder im Vorschulalter können das sicher noch nicht.

Ich habe zwei abgeschlossene Ausbildungen: Eine im Schauspiel, eine pädagogische. Schwerpunkt: Heim- und Vorschulpädagogik. Mit einem guten Teil Psychologie. Du darfst sicher sein: Sie KÖNNEN.

Kommentar von BarbaraAndree ,

Okay, wenn du das sagst  . . .

Antwort
von Dichterseele, 17

Erstens sind Volksmärchen nichts für Kleinkinder.

Zweitens enthalten Märchen Lebensweisheiten und geben moralische Orientierung, indem sie vor der Schlechtigkeit der Welt warnen und / oder aufzeigen, welche Folgen Fehlverhaltensweisen haben.

Antwort
von Flimmervielfalt, 69

Kinder wollen Grusel, aber sie wollen keine Alpträume. Märchen sind Projektionsfläche für die Urängste von Kindern als auch für Archetypen in ihrer kindlichen Wahrnehmung von Menschen. Jedes Kind kannte im Leben Rollen wie die böse Hexe oder die Prinzessin. Und wir kennen bis heute den TROLL. Jedenfalls bieten Märchen die kognitive Grundlage sich auf abstrakter Ebene mit Ängsten auseinandersetzen. Da steht nicht jedes Kind in gleichen Maßen drauf, aber dennoch ein Großteil.

Kommentar von paulklaus ,

Boooaaahhh ! Großartige Antwort ! DH !

pk

Antwort
von jessica268, 62

Es gibt ja auch Märchen, die nicht brutal sind. Pädagogisch wichtig ist, daß es wirklich gut und böse gibt. Das man sich wehren und schützen soll. Es aber auch Menschen gibt, die wirklich gut sind.

Antwort
von mia68, 40

Mit der Schwarzmalerei (das heißt, Aussagen wie: Märchen seien ja so "grausam" und noch dazu "veraltet") wird man ihnen alles andere als gerecht. Es braucht schon ein bisschen mehr -als diesen doch recht vordergründigen Blick- wenn man hinter "das Geheimnis" oder: den Zauber der Märchen kommen möchte.

Der Klassiker schlechthin zu dem Thema ist Bruno Bettelheims "Kinder brauchen Märchen". Nun war Bettelheim zwar kein Pädagoge, aber Psychologe/Psychoanalytiker. Ebenso wie C.G. Jung - welcher sich mit der Symbolik (d.h. insbesondere: den Archetypen) innerhalb der Märchen befasst.

Wenn man auf dieser Spur ein bisschen bleibt, dann erschließt sich das "pädagogisch Wertvolle" mehr und mehr.

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Und ergänzt sei vielleicht an dieser Stelle noch, dass Kinder die Märchen tatsächlich "anders" verstehen - nämlich auf ihre ganz eigene, sehr intuitive Art und Weise. Unter der (nur oberflächlichen!) augenscheinlichen "Brutalität" nämlich verbirgt sich eine noch ganz andere Ebene - und genau jene nehmen die Kinder in der Regel sehr deutlich wahr.

Unmittelbar mit dem im Zusammenhang steht auch das sogenannte "Magische Denken", das Kindern (etwa so im Alter zwischen 4 und 7 Jahren) zu eigen ist - und in dieser Zeit sind sie bekanntlich den Märchen gegenüber ja auch sehr offen; danach schließt sich dieses Zeitfenster (zunächst) dann auch wieder (bevor es sich vielleicht irgendwann, nach Jahren, erneut öffnet).

Kinder (und insbesondere Vorschul- und Grundschulkinder) betrachten die Welt ja nun mit ganz anderen Augen, als Erwachsene das so gemeinhin tun. So ein einfacher Pappkarton beispielsweise ist für sie alles - aber kein einfacher Pappkarton (der kann, wie man weiß Piratenschiff, Ritterburg, Drachenhöhle, Märchenschloss, Puppenstube undundund sein). Niemals aber nur ein Ding aus Pappe.

Denn im Gegensatz zu "uns", die wir "gelernt" haben, dass die Dinge "sind, was sie sind", kennt das kindliche Denken noch keine Grenzen. Für Kinder ist alles vorstellbar - und alles auch möglich. Sie "erwarten" sozusagen "das Unerwartete"; es schreckt sie obendrein sehr viel weniger als uns.

Auch insofern also "mildert" sich nochmals all das, was einem Erwachsenen mitunter die Haare zu Berge stehen lässt, wenn er so ein Märchenbuch aufschlägt. Für Kinder ist das, was sie da hören, eben lediglich "zauberhaft" (auch wenn es uns womöglich "grausam" erscheint) - und somit: ganz ihrem (derzeitigen) Blick auf die Welt entsprechend...

Kommentar von MissMarplesGown ,

Hui!! Eine ganz und gar wunderbare Antwort mit den wichtigen Details, die Eltern oft nicht wissen, da hier pädagogisches und psychologisches Wissen einfließt.

Diese Antwort unterschreibe ich in jedem Detail.

Kommentar von mia68 ,
Kommentar von PrinccesDaisy ,

Als Erzieherin im Anerkennungsjahr unterstütze ich diese Aussage und füge noch einen weiteren Link ein: https://pagewizz.com/maerchen-kinder//

Antwort
von Virginia47, 33

Grimms Märchen sind mitunter sehr brutal. Aber das kommt daher, dass sie früher eher unter Erwachsenen erzählt wurden.

Ich finde Andersens Märchen sehr schön.

Ich hatte auch mal zwei Märchenbücher mit bulgarischen Märchen. Die waren sehr schön und überhaupt nicht grausam.

Man muss nur die richtige Wahl treffen.

Antwort
von FragaAntworta, 41
Antwort
von Grammatikus, 34

Man beobachtete bereits am Anfang des 19. Jahrhunderts, dass Märchen Kinder sehr beeindrucken können, und dass sich damit auch eine erzieherische Absicht verbinden lässt.

Wenn die Mutter das Rotkäppchen ermahnt, nicht vom rechten Weg abzugehen und bei Großmutter artig zu sein, dann lässt sich das bis heute auch als pädagogischer Ratschlag für das Kind verstehen, dem dieses Märchen erzählt wird.

Kommentar von Grammatikus ,

Eine Rückmeldung wäre nett.

Antwort
von ThomasAral, 36

ja, willst du ihnen denn die Geschichte vom bösen Putin erzählen ... also da sind doch die 7 Geislein wesentlich besser geeignet. Und das weinen kann eigentlich nur positiv gedeutet werden. Sie haben es verstanden.

Antwort
von SamsungGang, 38

Ja es gibt auch schöne Märchen... und einige haben eine Lehre die für kinder wichtig ist... Kennst du das Märchen vom Fischer und seiner Frau? Das ist mein Lieblingsmärchen....

Kommentar von 1Paradise1 ,

Ja,das fand ich auch immer sehr schön.Kennst Du noch die Weisse Schlange?

Kommentar von MonkeyKing ,

Meins auch, obwohl ich das nie als Märchen gesehen habe - aber tatsächlich findet es sich sogar bei den Gebrüdern Grimm.

Kommentar von SamsungGang ,

Ja die weiße Schlange ist auch ein tolles Märchen...

Antwort
von PrinccesDaisy, 14

https://pagewizz.com/maerchen-kinder/

Wenn du mehr Infos über Märchen und Grausamkeit haben möchtest!!!

Antwort
von MonkeyKing, 24

Ich glaube dass du da eine Ausnahme bist. Die meisten Kinder kommen mit diesen Erzählungen ganz gut zurecht. Märchen sind meiner Meinung nach wichtig weil sie eine Brücke zwischen den Generationen schlagen und weil sie alte Volksweisheiten transportieren. Die Märchen der Gebrüder Grimm wurzeln ja zum Beispiel in noch viel älteren Erzählungen, niemand weiß genau wann sie entstanden sind. Und sie haben oft einen Archetypischen Charakter, spiegeln also unser innerstes Seelenleben wieder. Der Kampf zwischen Gut und Böse z.B. ist tief in unserer Geisteswelt verwurzelt, ist z.B. schon in der über 3000 Jahre alten Religion des Zoroastrismus zu finden der nach Meinung einiger Gelehrten einen großen Einfluß auf das Christentum hatte.

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