Frage von Dragonbean, 178

Warum sind Katholiken anders?

Ich habe in unserem Landkreis beobachtet, dass die Katholiken meinen, dass sie was Besseres wären und uns Evangeler "schlecht" behandeln.

Zum Beispiel: dass im Krankenhaus der Katholiken gefragt wird ob man evangelisch oder katholisch ist und danach behandelt wird? Ich musste als Evangeler länger warten als die Katholiken obwohl die nach mir gekommen sind und einer der Patienten genau das Gleiche hatte wie ich ( Platzwunde an der Stirn). 

Wieso sind die Katholiken zu uns Evangeler so "gemein" wir behandeln sie doch genau wie alle anderen und nicht nach deren Konfession. Wir werden auch oft als Protestanten beleidigt und anderes... 

Wieso sind die so "komisch" und wir so "normal" ( das soll keine Propaganda oder ähnliches sein sondern einfach nur eine ganz normale Frage bitte nicht persönlich nehmen ich habe nichts gegen Katholiken ) ! 

VG

Antwort
von Raubkatze45, 113

Zumindest wäre die Bezeichnung Protestanten grammatisch richtiger als "Evangeler".  Das ist übrigens keine Beleidigung, sondern ein Begriff seit der Reformation, durch die nun mal ein Teil der Christen sich von der kath. Kirche abgespalten und eigene Glaubensgemeinschaften gegründet haben. Ansonsten spricht man von evangelischen Christen oder bei Freikirchen von Evangelikalen.

Dass Katholiken in irgendeiner Weise ev. Christen "gemein" behandeln sollen, habe ich noch nie gehört oder erlebt. Das ist eine subjektive Wahrnehmung von dir. In kath. Krankenhäusern wird grundsätzlich nach der Konfession gefragt, weil praktizierende Katholiken in Todesgefahr einen Priester und die Sakramente wünschen. Dann weiß die jeweilige Station Bescheid und kann im Notfall ohne zeitverlustiges Nachfragen handeln.

Wenn du eine ungerechte  Behandlung im Krankenhaus erfahren hast, hast du die Möglichkeit, dich danach zu erkundigen. Die Regel ist das jedenfalls nicht und es kann auch andere Gründe geben, warum jemand früher an die Reihe kommt.

Antwort
von ThomasJNewton, 90

In diesem unserem Lande, und da kann ich nur für Deutschalnd sprechen, aber in anderen deutschsprachigen Ländern dürfte ich es nicht anders sein, würde ich vermuten, dass deine Kopfwunde noch nicht verheilt ist.

So einen Unsinn gab es nicht mal in meiner Kindheit, und ich bin wohl ein halbes Jahrhundert älter als du.
Oder nur Schleifspuren des Unsinns, eine Klassensprecherwahl, wo ein Junge und ein Mädchen gewählt werden sollten, und ein Kathole und ein Evangele. Nur wusste keiner, wer Kathole oder Evangele war. Weil es keinen interessierte.

Die selbe Klassenlehrerin fand am Zweiten Weltkrieg auch nur eines schlecht, dass wir ihn verloren haben. Und dass sie ihren Pelzmantel auf Links drehen musste, während der Flucht.

Bleib dort, und heirate irgendwen, sind alle sowieso ein Ergebnis jahrhundertelanger Inzucht. Oder werd' erwachsen und ergreif' die Flucht.

Antwort
von Kuro48, 66

Ich frage mich erst einmal wo es das noch geben soll, zumindest im öffentlichen Raum. Das kleine Dörfer erz katholisch sind und evangelische Mitbürger ausgrenzen ist mir zumindest aus der Vergangenheit bekannt, ähnliches bei evangelischen Gemeinden in denen dann katholische Neuzugänge geschnitten wurden. Ansich ist es aber im öffentlichen Raum völlig egal, dort dürfte es den Unterschied nicht geben.

In der Regel hat auch niemand was gegen den jeweils anderen. Das sind wenn die sehr konservativen Lager beider Seiten. Die evangelische Kirche entstand nun einmal durch die Thesen von Martin Luther der sich gegen die katholische Kirche stellte und dementsprechend auch "rausgeschmissen" wurde. So entstand aus einen Handeln gegen die Kirche eine neue Glaubensgemeinschaft neben der katholischen. Wer nun eben extrem konservativ ist, lehnt (auf beiden Seiten vorhanden) die andere Glaubensgemeinschaft ab und so gibt es noch Zeitgenossen die ein 2. Klassen Denken haben.

Kommentar von KaeteK ,

Das kleine Dörfer erz katholisch sind und evangelische Mitbürger ausgrenzen ist mir zumindest aus der Vergangenheit bekannt

Ja, so habe ich das als Kind auch erlebt. Doch seit vielen Jahren habe ich, außer mit einem Priester, keine Probleme mehr mit gläubigen Katholiken gehabt. Die jungen Katholiken sind auch nicht mehr so extrem "kirchengläubig"

Auch mit Ausbildung und Anstellung in einer katholischen Einrichtung gab es bei meiner Tochter nie Probleme - Ihr Arbeitgeber hat nachgefragt, weil sie sich unter "Konfession" als Christ geoutet hat - aber es hatte keine Folgen, nachdem ihre damaligen Chefin erfuhr, dass sie keiner Kirche angehört.

lg

Antwort
von KaeteK, 31

Ich kenne das noch von früher, aber in den letzten Jahren habe ich ganz andere Erfahrungen gemacht, zumal die jungen Katholiken gar nicht mehr so kirchengläubig sind. Im Gegenteil, ich kommt mit den meisten Katholiken ganz gut aus, obwohl sie im Gespräch ganz schnell mitbekommen, dass ich Christ bin und wie ich zur Gottes Wort stehe.

Auch weiß ich von meinen Kindern, dass es hier bei uns keine Rolle spielt, wenn man sich um eine Ausbildung/Anstellung katholischer Einrichtungen geht - auch wenn man Christ ohne Kirchenzugehörigkeit ist. Meine jüngere Tochter ist wohl mal gefragt worden, warum sie unter "Konfession" Christ reinschreibt - man ist da ja  ziemlich eingeschränkt. Dennoch wurde sie von ihrer katholischen Arbeitgeberin nicht benachteiligt. Es gab ein Gespräch und gut war es.

Antwort
von Viktor1, 78
Wieso sind die so "komisch" und wir so "normal"

Katholiken müssen komisch sein. Die haben doch den Karneval erfunden.
Du mußt nicht du darfst anders - aber auf "normal" machst du auch nicht trotz "Evangeler". Warum ?

das soll keine Propaganda oder ähnliches sein sondern
einfach nur eine ganz normale Frage bitte nicht
persönlich nehmen

Von mir soll das auch keine "Propaganda" (auweia) sein sondern eine ganz normale Hinterfragung - bitte nicht persönlich nehmen.

Ich habe in unserem Landkreis beobachtet....

Also eine repräsentative Erhebung dazu in eurem Landkreis durchgeführt.
Das liegt am Landkreis - sowas gibt es. Manche Landkreise sind böse.

dass die Katholiken meinen, dass sie was Besseres 
wären und uns Evangeler "schlecht" behandeln.

Die meinen das immer und "Evangeler" werden grundsätzlich schlecht behandelt, da kannst nix machen.

Kommentar von ThomasJNewton ,

Deine Antwort beseitigt aber nicht die Vermutung, dass du aus einem Alpental mit 300 Einwohnern mit genau 3 Vorfahren kommst.

Ich hoffe, dass das Humor- oder Ironie-Gen nicht weggegendriftet wurde ;-)

Kommentar von Viktor1 ,
Ich hoffe, dass das Humor- oder Ironie-Gen nicht
weggegendriftet wurde

Nein, nein. Ich kann schon irgendwie lachen (auch mit Humor und so) - aber die Logik deiner "Gegenhaltung" (war das eine) kann ich jetzt nicht nachvollziehen.

Antwort
von DannyJF, 55

Also mir ist sowas noch nie passiert (bin katholisch). Aber mir ist es echt egal, ob einer wie ich Katholik oder Protestant, Moslem, Buddhist, Hinduist, ... oder was auch immer ist. Es gibt nicht "DIE" Religion auf der Welt. Jeder muss seinen eigenen Glauben finden. Aber das Katholiken Protestanten schlecht behandeln...Das kenne ich so nicht - Andererseits Ausnahmen gibt es immer!!!

Antwort
von suziesext06, 34

hi DragonBean - ich glaub, so n Verhalten hat nichts mit Katholen und Evangelen an sich zu tun, sondern mit primitivem Denken.

In Religionen, wo der und das Glauben so ne grosse Rolle spielt, ist klar, dass jeder denkt, sein Glauben ist richtiger als der andere. Und ganz primitive denken sogar, ihr eigener  Glauben ist überhaupt der einzig Richtige, das triffste dann bei ungebildeten Moslems genauso wie in USA bei Baptisten Hinterwäldler, die lachen, wenn der katholische Pfarrer ausrutscht und sich sagen, das ist Gottes Strafe für sein Irrglauben.

Antwort
von waldfrosch64, 34

Da musst du gewiss  in einem Paralleluniversum leben .

Ich bin selbst Katholikin und habe weder  selbst eine solche Einstellung noch kenne ich andere Katholiken  die so denken ,geschweige den handeln.

Dass hier nach deiner Konfession gefragt worden ist  im KH  und du danach 2 klassig behandelt worden bist ,kaufe ich dir nicht ab .Sorry aber so was muss ich persönlich nehmen .

Solches Verhalten würde   jeder Katholischer Lehre und Moral absolut widersprechen .

  

Kommentar von CalicoSkies ,

Dann warst du wohl noch nie in einem katholischen Dörfchen in Bayern... :D

Dort wurden bis noch vor ~20-30 Jahren Hochzeiten zwischen einem Protestanten und einem Katholiken als unmöglich angesehen...

Kommentar von waldfrosch64 ,

Doch... ich war schon oft in Bayern ,aber dein Polemik ist erneut fehl am Platze .

Ich halte eine Hochzeit zwischen Katholiken  und Protestanten immer auch heute noch nicht klug .Nicht weil ich find e Protestanten sein schlechter oder besser ,es ist einfach leichter wenn man einen Glauben teilt .Auch hier spreche ich aus Erfahrung mein Mann ist Gr.Orthodox und auch das beinhaltet gewisse Klippen die wir umschiffen müssen .Und da ist die Kluft bei weitem nicht so gross wie bei Katholiken und Protestanten .

Das funktioniert nur das ohne Problem wo beide mit den Glauben nichts mehr am Hut haben .

Denn welcher Protestant möchte seine Kinder zur Beichte gehen sehen ,während der katholische Teil sich verpflichtet sein Kinder katholisch zu erziehen ...??

Da ist Konflikt schon mit vorprogrammiert .

Kommentar von CalicoSkies ,

Es ist Polemik, wenn ich behaupte, dass du noch nie einem kleinen katholischen Dörfchen in Bayern warst?

Interessante Deutung ;)

Kommentar von Viktor1 ,

Dies ist aber doch keine Diskriminierung von Evangelischen. Mit ein bisschen Intelligenz  könntest du dies aber auch erfassen.
Die Auffassung über die  unauflösliche Ehe als Sakrament ist eben  bei beiden Konfessionen unterschiedlich.
Außerdem wurden (und werden !) auch in streng  evangelischen Gemeinden Hochzeiten mit Katholiken nicht gerade begrüßt - und das nicht wegen der unterschiedlichen Auffassung über die Ehe.

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