Frage von Torrnado, 96

Warum sind Jahresabrechnungen der Energieanbieter nicht rechtswidrig?

Warum muss man als Verbraucher jedes Jahr eine Jahresrechnung bezahlen ( die oft falsch abgerechnet wird und überhöht ist ) ? warum reicht es nicht aus, wenn man als Verbraucher die monatliche Strom und Gasrechnung zahlt ?

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von EinGast99, 13

Jahresrechnung bezahlen ( die oft falsch abgerechnet wird und überhöht ist

Falsch ist sie nur, wenn dem Netzbetreiber (der nämlich die Zählerstände erfasst und weitervermittelt) keine Zählerstände vorliegen. Dann darf der nämlich rechtlich abgesegnet den Verbrauch rechnerisch ermitteln. Und dann ist die Rechnung auch "falsch". Wobei. wenn nie abgelesen wird, weiß man ja nicht wirklich, ob die Jahresrechnung falsch ist.

Ermittelt der Netzbetreiber die Zählerstände und der Stromanbieter rechnet korrekt ab, aber der Kunde meint dass die Rechnung überhöht ist, muss auch der Kunde nachweisen, warum er denkt die Rechnung ist überhöht.

warum reicht es nicht aus, wenn man als Verbraucher die monatliche Strom und Gasrechnung zahlt ?

Wäre generell möglich, dafür müsstest Du aber jeden Monat den Zähler ablesen und den Zählerstand mitteilen. Aber dann wäre ja deiner Meinung nach auch die Rechnung falsch oder überhöht. Den am Procedere zur Jahresrechnung würde sich ja nichts ändern außer die Häufigkeit der Rechnung.

mehere Hundert € nachzahlen ! ich wechsle dann in meinern Verzweiflung
immer wieder die Anbieter und trotzdem horrende Nachzahlungen. wie mich
das aufregt !!!!

Das klingt wirklich danach, dass Du mit einem zu geringen Verbrauch rangehst, noch nie eine korrekte Rechnung mit abgelesenen Zählerständen erhalten hast oder zu geringen Abschlagszahlungen wünschst. Und jeder Stromanbieter nach einem Jahr dann den tatsächlichen Verbrauch abrechnen (insoweit Zählerstände bekannt sind) und Du dann wieder wechselst - anstatt mal den Fehler bei Dir zu suchen!

Am besten schreibst Du Dir jeden Monatersten mal Deinen Zählerstand auf und ermittelst so Deinen tatsächlichen Verbrauch und dann Deinen wirklichen Abschlag für den Monat. Und dann vergleich mal Deine Zahlung und den wirklich benötigten Abschlag.

Kommentar von Torrnado ,

Danke an alle für die hilfreichen Antworten !

Antwort
von Meandor, 52

Weil die Monatszahlungen nur pauschale Abschläge auf die vermutete Jahressumme sind und sich der Jahresbetrag erst ermitteln lässt, wenn man den Jahresverbrauch kennt.

Leider gibt es noch genug Menschen die den Sinn einer Abschlagszahlung nicht verstehen, sich den Abschlag heruntersetzen lassen und sich dann aufregen, wenn eine Riesenjahresrechnung kommt. Ich persönlich zahl lieber jeden Monat 10 Euro mehr und bekomm dann am Jahresende 120 Euro zurück.

Kommentar von Torrnado ,

ich habe noch nie etwas zurückerstattet bekommen, ich muss jedes Jahr mehere Hundert € nachzahlen ! ich wechsle dann in meinern Verzweiflung immer wieder die Anbieter und trotzdem horrende Nachzahlungen. wie mich das aufregt !!!!

Kommentar von Meandor ,

Wenn Du den Anbieter wechselst, dann setzt der die Monatszahlungen anhand des Jahresverbrauches fest, die Du im sagst. Warum schaust Du nicht einfach mal auf die letzte Jahresabrechnung und gibst den Verbrauch an?

Sowohl bei Wasser als auch Strom bekomm ich jedes Jahr was zurück.

Nur ein einziges Jahr musste ich nachzahlen, da in meiner Wohnung fast drei Wochen ein Bautrockner lief.

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Energie & Strom, 11

woher nimmst du die gewissheit zu sagen, ob diese abrechnungen OFT
falsch sind? manchmal sind sie fehlerhaft, wenn die messeinrichtung
nicht korrekt funktioniert. aber das ist eher die Seltenheit.

und
was das andere betrifft. die monatlichen Zahlungen sind abschläge, das
heißt. du hinterlegst das geld erst mal vorsorglich für die erbrachte
leistung. mit der jahresabrechnung wird dann der tatsächliche
energieverbrauch erfasst und je nach dem ob ihr mehr oder weniger
energie bezogen habt, kriegst du was wieder oder musst noch was
nachzahlen.

also von daher ist das alles andere als
rechtswiedirg... es gibt übrigens pläne von bestimmten
Energieversorgern, ein Smartmeter vorrausgesetzt, dass auch privatkunden
demnächst eine montaltiche, zeitnahe abrechnung erhalten sollen können.
d.h. jeden Monat bucht der Energieversorger das Geld für die Energie,
die ihr im letzten Monat tatsächlich verbraucht habt, von eurem Konto
ab.

das setzt natürlich nicht nur vorraus, dass dass der zähler
mit dem Energieversorger komuniziert, sondern dies auch tun kann. d.h.
niemand den stecker zieht, der den zähler mit dem Netz verbindet... und
genau das ist es worüber noch ein wenig bedenken bestehen.

lg, Anna

Antwort
von Scaver, 54

Ganz einfach. Du zahlst monatlich einen Abschlag. Das heißt Du gibst an oder der Versorger ermittelt den vermutlichen Verbrauch. Du zahlst für diesen vermutlichen Verbrauch.
Am Ende ermittelt der Versorger aber, wie viel Strom, Gas, Wasser etc. Du tatsächlich verbraucht hast und verrechnet das mit deinen Vorauszahlungen (Abschlägen).
Hast Du zu viel gezahlt, bekommst Du Geld wieder. Hast Du zu wenig gezahlt, musst Du Geld nachzahlen.
Ob eine Abrechnung richtig ist oder nicht, kannst Du ja auch prüfen lassen, z.B. durch Mietvereine, Cariatas (in manchen Städten bei ALG 2 Empfängern), Technikern usw.

Würde man nur den monatlichen Abschlag zahlen, würde man a) erst mal zu wenig Verbrauch angeben und dann b) mehr Verbrauchen.

Die Preise sind aber immer pro Verbrauchte Einheit (Liter, Kilowattstunden, Kubikmeter usw). Daher kann man vorab keinen richtigen festen Betrag ausmachen, den man einfach zahlt und gut ist.

Mein Tipp: Wenn Du immer Nachzahlungen hast, schau was Du sonst so zahlst im Jahr, teile das durch 12 (Monate). Bei dem was raus kommt rechnest Du zur Sicherheit noch mal 5 Euro im Monat drauf. Meist ist man dann auf der sicheren Seite und bekommt eher eine Rückzahlung.

Oder Du reduzierst einfach deinen Verbrauch und sparst Gas und Strom. Einfach weniger nutzen oder sparsamere Geräte kaufen.

Fakt ist... Du musst bezahlen was Du verbraucht hast.
Und denkst Du deine Abrechnung sei falsch, musst Du das beweisen, dann wird sie auch korrigiert!

Kommentar von Torrnado ,

Danke für Deine hilfreiche Antwort ! :)

Kommentar von Scaver ,

Gerne :)

Antwort
von GuenterLeipzig, 34

Wenn Du tatsächlich so viel bezahlen musst, wie Du schreibst solltest Du besser Dein Nutzerverhalten auf den Prüfstand stellen.

Ansonsten hat Meandor bereits in Absatz 2 auf einen sinnvollen Abschlag hingewiesen.

Günter

Kommentar von Torrnado ,

 zur Info :

bin alleinstehend, wohne in einer 1-Z-Bude ( 30 qm ) und hab dauernd Jahresabrechnungen in Höhe zwischen 400 € und 600 € !

Antwort
von SaVer79, 47

Weil du ja nicht monatlich deinen tatsächlichen Verbrauch bezahlst, sondern lediglich einen Abschlag auf den voraussichtlichen Jahresverbrauch! Der tatsächliche Verbrauch wird dann in der berechnet und dann wird halt ein Test fällig oder es wird ein Guthaben festgestellt

Antwort
von wolfram0815, 39

Die monatlichen Beträge nennt man Abschlagszahlung. Am Ende vom Jahr wird genau ausgerechnet, wie viel man Energie verbraucht hat, und wie viel man schon bezahlt. Je nach dem muß man nachzahlen oder bekommt was raus.

Wo steht, das oft falsch abgerechnet wurde?

Kommentar von JTKirk2000 ,

Das passiert eigentlich nur bei Schätzungen, wenn man den Zählerstand als Verbraucher falsch abliest oder wenn in einem Anschreiben ein Zahlendreher auftaucht. Theoretisch wäre es auch denkbar, dass ein Sachbearbeiter beim Kundenkontaktmitarbeiter einen Eingabefehler macht, aber dann weist das System darauf hin, wenn aufgrund einer Eingabe eine auffällige Abweichung auftritt, zum Beispiel wenn das Komma falsch gesetzt wird.

Gibt der Kunde keinen Verbrauch an und es wird auch nicht von einem Techniker abgelesen, ist es normal, dass eine Schätzung aufgrund vorheriger Verbrauchswerte erfolgt. Wer sich dann aufregt, kann gern den tatsächlichen Zählerstand angeben und bekommt eine neue Abrechnung zugesandt, basierend auf dem abgelesenen Zählerstand, aber wenn man das nicht macht, hat man auch keinen Grund, sich aufzuregen 

Kommentar von Scaver ,

Meistens kommen die Probleme dann noch nicht mal beim schätzen. Hat man 3 Jahre Schätzungen die immer recht gleich waren, wird sich kaum jemand beschweren. Liest dann aber jemand doch mal ab und die Schätzungen in den 3 Jahren waren zu niedrig, ist im Jahr 4 auf einmal eine riesen Nachzahlung fällig. Viele denken dann, auch zu Recht, dass sie in diesem Jahr gar nicht so viel verbraucht haben. Den wenigsten ist bewusst, dass man dafür in den 3 Jahren davor mehr verbraucht hat, als bezahlt und es nun den dicken Ausgleich auf einmal gibt.

Deswegen habe ich es mir angewöhnt die Werte umgehend zu vergleichen. Weichen die zu stark ab bitte ich um eine Korrektur, egal in welche Richtung. Besser jetzt 50 Euro Nachzahlen, als im 4 Jahren 200 Euro auf einmal (kommt ja dann eh immer wenn man es gerade nicht brauchen kann ^^).

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