Frage von fred123123, 116

Warum sind in Estland "gezielt" so Russen angesiedelt?

Auf Wikipedia steht folgendes in den Artikel Estlands: "In der Zeit von 1945 bis 1990 wurde durch gezielte Ansiedlung nichtestnischer Einwohner, insbesondere von Russen, die Zusammensetzung der Bevölkerung nach Nationalitäten wesentlich zu Ungunsten der einheimischen estnischen Bevölkerung verändert."

Kann mir dies jemand näher erklären? Warum haben sich nach dem 2. Weltkrieg GEZIELT nichtestnische Einwohner in Estland eingesiedelt? Besonders das "gezielt" ist mir nicht so ganz klar. Wie ist das gemeint?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von skyberlin, 67

das ist wohl so gemeint, dass die damalige udssr die bevölkerungspolitik bewußt steuern wollte. so sind völlig fremde menschen z-b. nach kaliningrad, dem früheren königsberg, umgesiedelt wurden, um die russische/udssr-kultur dort anzusiedeln.

nach meiner auffassung waren diese umsiedlungen motiviert, durch die möglichst umfassende bevölkerungspolitik, ein seeehr großes udssr-imperium zu erschaffen.

das gilt, nach meiner auffassung, für viele regionen und länder, nach dem 2. weltkrieg.

vielen dank für korrekturen und kommentare! SKYYY

Kommentar von JBEZorg ,

das ist wohl so gemeint, dass die damalige udssr die bevölkerungspolitik bewußt steuern wollte.

Jedes Land hat eine Bevölkerungspolitik, aber in der SU wurden nie Menschen in die baltischen Staaten gezielt umgesiedelt.

so sind völlig fremde menschen z-b. nach kaliningrad, dem früheren königsberg, umgesiedelt wurden, um die russische/udssr-kultur dort anzusiedeln.

Das ist ein völlig anderer Fall. Deutsche sind ja von dort geflohen bzw. wurden umgesiedelt, weil das Gebiet nach dem Krieg annektiert wurde. Es fehlte an jedweder Bevölkerung. Man hat aber nie das Ziel verfolgt dort "russische Kultur" hinzubringen auf diese Weise.

Du solltest dich mal mit der Sowjetunion und Kommunismus beschäftigen. Du hast völlig wirre Vorstellungen darüber. Im Kommunismus galt Internationalismus als eins der höchten Güter. D.h. keine Ethnie konnte bevorzugt behandelt werden und die eizelnen Kulturen und Traditionen mussten gepflegt werden.

Das moderne deutsche Multikulti ist ein verzerrter, billiger Abklatsch der recht erfolgreichen sowjetischen Nationalitäten-Politik.

Antwort
von Reanne, 62

Google ist da sehr hilfreich. Die Russifizierug war in den Baltischen Staaten, Ostpolen, Ukraine, Georgien, Asserbeidschan usw. betrieben worden, Sprache und Kultur Russlands sollten dort Fuß fassen, schließlich wollte man eine Großmacht sein und hat niemals geglaubt, dass sich so etwas noch ändern könnte dank Glasnost.

Hier kannst Du etwas darüber lesen

http://www.muenster.org/litauen/html/body_russifizierung.html

Kommentar von JBEZorg ,

Es ist bodenlose Unverschämtheit solchen Unfug über die SU zu verbreiten. So etwas wie eine "Russisfizierung" konnte in der Sowjetunion per Definition nicht geben, weil sie dem kommunistischen Grundsatz des Internationalismus widerspricht.

Kommentar von fred123123 ,

Wenn du das so siehst, dann nenne bitte auch deine Entkräftigung dazu. Wie erklärst du, dass die ganzen osteuropäischen, an der UdSSR angrenzenden Länder, so sehr mit Russen besiedelt wurden?

Kommentar von cherskiy ,

dass die ganzen osteuropäischen, an der UdSSR angrenzenden Länder,

Welche an die SU angrenzenden Länder wurden mit Russen besiedelt? Also an die Sowjetunion grenzten in Europa Polen, die Slowakei, Ungarn, Finnland, Norwegen, die Türkei, der Iran. In keinem dieser Länder konnte ich "angesiedelte" Russen ausmachen.

Expertenantwort
von PeVau, Community-Experte für Geschichte, 57

Das hat in erster Linie etwas mit der Industrialisierung des Landes zu tun. Nach dem Anschluss Estands und der anderen baltischen Staaten an die Sowjetunion wurden vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg dort umfangreiche Investitionen in die industrielle Entwicklung getätigt. Damit verbunden war auch die Zuwanderung von Arbeitskräften.

Antwort
von Kuestenflieger, 47

auch die anderen baltischen staaten und polen wurden zwangsbesiedelt , damit das heimatgefühl und innerer widerstand reduziert wird .

die vom zaren gern genommenen deutschen ,wurden auch von der wolga nach osten umgesiedelt um keine mächtige volksgruppe zu werden.

Kommentar von JBEZorg ,

Beides Lügen.

Es wurde garnichts zwangsbesiedelt. In den baltischen Staaten wurden nie gezielt irgendwelche Leute angesiedelt.

Und die Umsiedlung der Deutschen hatte nur mit der Angst vor Kollaboration im 2.WK zu tun. Was soll der Quatsch mit "keine mächtige Vollksgruppe"? Die Deutschen sind eine "mächtige Volksgruppen" in den Gebieten geworden wohin sie umgesiedelt wurden: Kasachstan, Omsk, Kemerowo.

Antwort
von JBEZorg, 40

"In der Zeit von 1945 bis 1990 wurde durch gezielte Ansiedlung nichtestnischer Einwohner, insbesondere von Russen, die Zusammensetzung der Bevölkerung nach Nationalitäten wesentlich zu Ungunsten der einheimischen estnischen Bevölkerung verändert."

Eine klassische Wikipedia-Lüge in einem deutschen Wikipediartikel, der mit Politk zu tun hat und in dem es irgendwie um Russland oder Sowjetunion geht. Das ist klassischer estnisch-nationalistischer Stuss.

Die Blödmänner, die das geschrieben haben sollen erstamal einen einzigen Beleg für diese Behauptung präsentieren. Deutsche Neonazis erzählen das Deutsche Reich würde noch existieren weil Verschwörung und bla bla, Estniche Nationalisten plappern irgendwas über "Besatzung" und "gezielte Ansiedlung".

Die Sowjetunion war ein Vielvölkerstaat. Die Freizügigkeit der Bürger war nicht eingeschränkt und die Bürger waren auch alle vor dem Gesetz gleich. Was ist mit den Esten, die sonstwo in der SU sesshaft wurden? Hat man sie auch "gezielt" irgendwohin geschickt?

Die estnische Bevölkerung Estlands ist heute auf dem Stand von 1934. Warum? Weil sie stetig abnimmt seit ihrer Unabhängigkeit in 1990. Sind seit 1990 wieder die "bösen Russen" dafür irgendwie verantwortlich? Jedenfalls wuchs die Zahl der Esten stetig in der Sowjetzeit. Und die Nichtesten, die sich in Estland ansiedelten kamen nicht um etwa die estnische Identität zu verwässern(was dir wohl irgendwelche verkappten Netionalisten erzählen werden). Sie kamen dahin um dort zu arbeiten und trugen viel bei zum Aufbau der Wirtschaft in der Region. Es wurden auch Spezialisten nach der Uni in der Sowjetunion in aller Regionen geschickt für die ersten Jahre nach dem Studium, wie gesagt ohne auf die Herkunft zu schauen. So konnte ein junger russischer Igenieur in Estland landen aber auch ein estnischer in der Ukraine oder in Fernost.

Auch wenn du dir die Liste der Namen der politischen Spitze der Estnischen Sowjetrepublik ansiehst in der sowjetzeit wirst Du keinen einzigen Nichtesten finden. Die Sowjetunion hatte Internationalismus als Maxime, d.h. alle Nationalitäten waren gleichberechtigt vor dem Gesetz. Dabei betrieb man eine fördernde Politik in den ethnisch geprägten Regionen. In jeder dieser Republiken wurde die Sprache unterrichtet, es gab einen Fernsehsender in der Nationalsprache, die natuionale Kultur wurde gepflegt, es gab Quoten für Schriftsteller, Sänger und Künstler in den Regionen, die vom Staat gefördert wurden.

Das was jetzt passiert ist der Verusch der Nationalisten alle Probleme auf die "böse Sowjetunion" zu schieben ohne jeden Beleg. Sie sollten lieber schauen was sie selbst falsch machen seit 1990.  

Kommentar von fred123123 ,

Tut mir leid, aber du kommst mir alles andere als neutral rüber. Ich schenke da lieber der offiziellen Geschichte glauben, als jemand der von "klassischen Wikipedia-Lügen" redet und "böse Sowjetunion" in Anführungsstriche setzt.
Davon ab sieht man, wenn man sich deine Antworten mal so anschaut, dass du konstant überall die Sovjetunion schön redest. Und hier gibt jeder so ziemlich die selbe Antwort und du machst nichts anderes als unter jede zu schreiben "LÜGE!"...

Das stinkt mir alles sehr nach extrem voreingenommenen pseudo-Revisionismus.

Wie viele Menschen unter der kommunistischen Sowjetunion unnötig ums Leben gekommen sind ist dir klar, oder?

Die Russifizierung ist, wie ich nach kurzer Recherche rausfinden konnte, auch geschichtswissenschaftlich anerkannt.

Kommentar von fred123123 ,

Übrigens, ich war schon selber in Estland und habe dort die Auswirkungen der besagten Russifizierung mit eigenen Augen sehen können. Die Gesellschaft ist EXTREM gespalten zwischen russischer und estnischer Kultur. Von den sprachlichen Problemen mal ganz abgesehen. Mindestens 50% der Leute sprechen Russisch und kein estnisch. Und andersrum natürlich genauso.

Die Dörfer außerhalb der Großsstädte sind zum größten Teil entweder komplett russische oder komplett estnische Siedlungen, in denen die Kultur dann auch entweder russischer oder estnischer ist. Auch die Sprachen sind je nach Siedlung entweder deutsch oder russisch.

Durch "normale" Einwanderung passiert so etwas definitiv nicht!

Kommentar von heakuesimus ,

Mein Gott, wie kann man so die Geschichte verfälschen? Eine zufällige Verteilung der Bevölkerung innerhalb der UdSSR? Ich lebe in Estland und kenne die jüngere Geschichte ziemlich gut. Ich bin kein Russenfeind, das Zusammenleben ist eher ein Parallelleben, aber in Tartu klappt das trotzdem recht gut. Ich habe alte Videos gesehen, in denen zu sehen war, dass die Russen massenhaft angesiedelt worden sind. Richtig ist: Estland wurde industrialisiert, Arbeitskräfte wurden benötigt - vor allem im Osten Estlands (z. B. Narva). Die estnische Bevölkerung hatte nicht ausgereicht, zumal ja auch Zehntausende von der Sowjetarmee deportiert/ermordert worden waren. Innerhalb mehrerer Jahrzehnte wuchs der Anteil der Russen auf etwa 40 Prozent. Einerseits war es also wirtschaftlich begründet, andererseits kann sich nun jeder denken, dass die Russifizierung gewollte Politik war. Das ist nun wirklich nichts Neues in der Geschichte. Im 17. Jahrhundert hatte Großbritannien bewusst Schotten und Waliser in Nordirland angesiedelt, um das Land zu "festigen". 

Auffallend im Baltikum ist der Zusammenhang zwischen nationalsozialistischer Akitivität in den drei Staaten und der Russifizierung: Je mehr Aktivität, desto mehr Russen wurden angesiedelt. In Lettland am meisten, in Litauen kaum. 

Also, tut mir leid, aber deine Vision ist wirklich kompletter Unsinn! Das wirkt mir sehr frei erfunden. Ich habe nichts gegen Russen, aber die Geschichte sollte deswegen nicht zu Gunsten dieser umgeschrieben oder völlig falsch interpretiert werden!

Kommentar von JBEZorg ,

Geschichte verfälschen? Du willst mit etwas über MEINE Gesschichte erzählen? Lach. Ich habe in dem Staat gelebt und weiss sehr gut was es gab und was nicht. Deine absurden Beispiel aus Grossbritanien und dem 17Jhm sind a.fehl am Platz, b.genau der Nachweis dafür, dass der Westen immer eigene Vergehen versucht Russland und Sowjetunion in die Schuhe zu schieben. 

Ausser stalinschen Umsiedlungen gab es in der Sowjetunion jnie irgendwelche Anstrengungen die ethnische Demografie gezielt zu verändern.

Due rezitierst hier pefiden , russophoben Quatsch, für den du auch logischerweise keine Belege aufführen kannst.

Kannst dich gerne auf die Fortsetzung der Leviten freune, Du verdienst eine gute Lektion zu europäischen GEschichte.

Kommentar von fred123123 ,

"Russophob". Danke für den herzlichen Lacher!
Heutzutage ist es echt zu einem Hobby geworden, sich durch "xy-phob" in die Opferrolle zu stellen, oder?

Ein Beleg von vielen ist beispielsweise die Singende Revolution, zu
der es ganz sicherlich nicht gekommen wäre, wenn die Herrschaft unter
der Sovietunion doch gar nicht so schlimm gewesen wäre, wie du
behauptest.

Man durfte unter der Macht der Sovjets in Estland
nicht die Estnische Staatsflagge schwingen und auch keine estnischen Lieder singen. Tat man dies trotzdem, musste man mit Deportation in die GULAG fürchten.
Dies ist schon in sich Beweis genug für die Russifizierung.


Ich habe übrigens mal über deine folgende Aussage recherchiert:
"Auch wenn du dir die Liste der Namen der politischen Spitze der
Estnischen Sowjetrepublik ansiehst in der sowjetzeit wirst Du keinen
einzigen Nichtesten finden."

Dabei bin ich auf folgendes gestoßen:

Du hast recht, dass es sich dabei ausschließlich um Esten handelte. Jedoch war jeder einzelne dieser ein Anhänger des Kommunismus. Teilweise sogar Leute, die vor 1940 bereits Probleme bekommen haben, da sie der illegalen kommunistischen Partei Estlands gedient haben. Also Leute, die so oder so schon immer die Sovietunion unterstützt haben.. Sowelche gab es über ganz Europa verteilt und diese habe 1918 auch versucht in Deutschland und anderen europäischen Ländern den Bolschewismus durchzusetzen. Ob dabei russisch, estnisch oder deutsch war total egal. Zu sagen "das waren alles Esten" ist also nicht ansatzweise ein Argument.
Einer dieser, Johannes Vares, hat sich übrigens 1946 erschossen, nachdem er immer mehr in das Fadenkreuz der NKWD geriet. Mensch, muss ja echt super gewesen sein in deiner gar nicht so bösen Sovietunion!

(Lustig auch folgendes über den letzten Regierungsvorsitzenden der Estnischen SSR, Indrek Toome :

"Seit 1992 ist Indrek Toome als Mitinhaber einer Immobilienfirma tätig. 1995 wurde er wegen versuchter Bestechung vom Landgericht Tallinn zu einer Geldstrafe verurteilt."

Ist das die Vorstellung deines wunderschönen Kommunismus?

Schön, wie du dir hier selber überall Daumen hoch gibst. Ganz miese Propaganda die du hier betreibst.
Du redest hier konstant bei allen Fragen die Sovjetunion gut und ignorierst die Fragen, ob du überhaupt weißt, wie vielen Menschen die Sovietunion das Leben gekostet hat, einfach komplett. Wenn du sagst die Sovietunion unter Stalin war super ist das dasselbe als würdest du sagen das Deutsche Reich unter Hitler war doch auch total tutti frutti.

Kommentar von cherskiy ,

und auch keine estnischen Lieder singen.

Falsch. Ich habe eine Verwandte in Estland, die mir sogar ein estnisches Lied beigebracht hat. Die Pflege der Sprachen der Völker der UdSSR war in dem Gesetz der UdSSR "Über die Sprachen der Völker" ("О языках народов СССР") festgeschrieben. Durch Paragraph 6 dieses Gesetzes wurde die freie Wahl der Sprache bei der Erziehung und Ausbildung garantiert.

Kommentar von fred123123 ,

Ändert trotzdem nichts an den anderen Punkten...

Kommentar von fred123123 ,

Und Polnisch, Lettisch, Ukrainisch und Belarussisch wurden nachweislich in den jeweiligen Ländern in vielerlei Hinsicht verboten. Hat zwar nichts mit Estland zu tun, jedoch bringt das nochmal ein bisschen Licht in den von dir erwähnten Paragraphen 6... Denn den sollte man nicht so einseitig sehen...

Kommentar von fred123123 ,

Habe übrigens nochmals ein bisschen weiter recherchiert. Die echte estnische Nationalhymne zu singen wurde in der estnsichen SSR mit Deportation bestraft. Das ist eine Tatsache.

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