Frage von conceptart, 47

Warum sind in Animationsfilmen und Games, Bildern fast nur weiße Menschen?

Hallo liebe Leute, ich stelle mir die Frage, weil ich selbst ein Mix bin (braune Haut, halbkrauses Haar) und solche Charaktere total selten in Animationsfilmen oder Animes sehe. Ich dachte heutzutage müsste das eig vielfältiger sein? Meistens werden ethnische Minderheiten in die Klischeeschublade gesteckt. Auf Deviant Art oder Pinterest sieht man z.B. fast nie schwarze Charaktere. Oft sind die Titel dann "indian girl drawing" oder "black girl drawing". Wenn ein blondes oder braunhaariges Mädchen gezeichnet wird, ist der Titel oft nur girl...Vielleicht hätte meine Frage auch lauten sollen, wieso diese Bereiche voller Stereotypen sind. Übergewichtige sind meistens tollpatschig dargestellt oder mit treudoofem Blick. Ich habe mir zwei Schulen in den USA angesehen und dort gab es Skizzenbücher der Studenten. Dort waren fast ausschließlich nur weiße Menschen abgebildet. Ich hoffe ihr versteht die Frage nicht falsch, ich wundere mich nur, weshalb das fast so ein Standard zu sein scheint. Vllt schaue ich auch die falschen Filme, Games, Bilder etc. an ; ) Ich finde es nur befremdlich, dass z.B. bei Disney viele verschiedene Menschen aufeinander treffen, aber die Charaktere nicht wirklich divers sind. Hoffe ihr könnte mir Antworten geben? Danke

Expertenantwort
von knallpilz, Community-Experte für Film, 19

Hollywood ist eben sehr weiß. In den hohen Rängen sind so gut wie alle weiß.

Das wirkt sich darauf aus, was für Leute gecastet werden. Bzw. wie sie gezeichnet werden. 

Wenn alles der Demographie der USA entsprechen würde, wäre jede vierte Figur schwarz oder lateinamerikanisch.

Das sogenannte Whitewashing ist auch so ne Sache. Letztens war das wieder im Gespräch, bei Ridley Scotts Moses-Film. Spielt in Ägypten, die Ägypter müssten also von Schwarzen gespielt sein, wenn es historisch akkurat sein soll. Das Studio hätte ihm dann aber nicht genügend Kohle für so ne Riesenproduktion gegeben, weil sie der Meinung waren, die Leute wollen lieber weiße Gesichter sehen.

Kommentar von conceptart ,

Ja finde ich schade. Ich stelle mir manchmal vor, wie es ist weiß zu sein und sich mit fast allem identifizieren zu können. Auf der anderen Seite sind viele, die ihre eigenen Gesichter nur selten sehen. Ich denke das macht schon etwas mit der Psyche. Danke für die Antwort

Kommentar von knallpilz ,

Ich habe das "sich selbst sehen wollen" ehrlich gesagt nie so ganz verstanden. Ich habe mich bei Geschichten, in welcher Form auch immer, nie basierend auf Geschlecht, Hautfarbe, Körpergröße, sozialem Status, Beruf, etc. mit jemandem identifiziert. Ich fühle mich ja nicht jemandem dadurch verbunden, dass er auch ein Mann ist oder auch weiß. Oder deutsch. Weil es unter Männern/Weißen/Deutschen eben viel zu viele Unterschiede gibt.

Kann aber verstehen, dass das nervig sein muss, wenn es fast komplett fehlt.
Also, wenn es nur Filme mit weiblicher Hauptfigur geben würde, würde ich mich auch wundern, dass das ja ein seltsamer Zufall ist. :D

Ich glaube auch nicht, dass gerade eine emotionale Identifikation über so oberflächliche Dinge geschieht. Das Gegenteil, also das Gefühl von Ausgrenzung, ist allerdings der Fall, wenn es einen auffälligen Mangel an Identifikationsfiguren gibt, die den eigenen Kategorien entsprechen. Zumal es keinen wirklichen Grund dafür gibt.

Kommentar von conceptart ,

Hey, ja bei mir war es so: ich bin hier in einem kleinen Ort aufgewachsen und war die Einzige meiner "Spezies". Ich hab mich nie anders gefühlt, bis die Kids angefangen haben da Unterschiede zu sehen/ zu machen. Der ausländische Elternteil hat bei mir gefehlt und hatte auch keinen Kontakt zu anderen. Und dann sucht man vllt schon nach "etwas", was einem ähnelt. So komisch es auch klingt :)

Kommentar von knallpilz ,

Ja, so arg in der Minderheit zu sein, ist natürlich immer blöd.

Genau da ist es dann eben ein Problem, wenn nicht einfach nur wenig, sondern zu wenig Identifikationsmöglichkeiten da sind.

War das denn etwas, was sich oft manifestiert hat? Normalerweise gewöhnen sich ja auch Kinder schnell daran, dass irgendwer oder irgendwas anders aussieht, sich aber genauso verhält wie der Rest.

Wenn du das auf Deutschland beziehst, ist es natürlich Schade, dass es Minderheiten gibt, die so stark in der Minderheit sind, aber da ist dann relativ normal, dass es in der Popkultur wenig Schwarze gibt, wenn es in der Bevölkerung auch wenig Schwarze gibt.

In den USA, wo jeder achte Landsmann schwarz ist, ist das natürlich reichlich seltsam, da  in dem Fall der Zufall für eine gesunde Menge an Repräsentanten sorgen sollte.

Antwort
von catchan, 23

Es wird gezeichnet, was unser Umfeld ist und das ist hier in Europa und auch in Japan (Animes) nun mal eher hellhäutig.

Was Amerika betrifft, da liegt die Sachlage natürlich etwas anders. Hier liegt tatsächlich Diskriminierung vor. Bei der Parodie Nicht noch ein Teenie-Film gibt es tatsächlich einen Quotenschwarzen und bei so manchen Gefühlen hat man das Gefühl, dass man einen Charakter nur rein gebracht hat, damit man eine(n) Schwarze(n) mit dabei hatte.

Disney ist da ein gutes Beispiel dafür wie sehr weiße Rasse noch dominieren.

Was das Skizzennuch allerdings betrifft.... nun, ich bin jetzt selber keine, die viel zeichnet, aber ich kann mir hier vorstellen, dass man sich das dunkel schraffieren sparen wollte und dafür die Gesichter lieber mit Mimik beleben wollte.

Antwort
von Fox1013b, 7

Bin mir sicher, dass die Zielgruppenanalyse bestätigt hat, dass der Großteil der Konsumenten weiß ist...

Kommentar von conceptart ,

nein, dachte ich aber zuerst auch :)

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