Warum sind heutige Waffen meist darauf ausgelegt, dass man mit der linken Hand nachlädt?

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7 Antworten

Prinzipiell ist es natürlich leichter die Hand vom Hinterschaft/Pistolengriff zu nehmen, da man mit der Hand am Vorderschaft das Gewicht der Waffe besser halten kann und außerdem die rechte Hand für die meisten Menschen die dominante ist. Daher wird dies bei Gewehren, die ausschließlich für den jagdlichen oder sportlichen Bereich entwickelt wurden weiterhin so angedacht (Browning BAR, Sauer 303, H&K SL6/SL7 etc.).

Beim Militär oder auch bei der Selbstverteidigung allgemein ist aber weniger die Bequemlichkeit entscheidend, sondern vor allem die Geschwindigkeit. Wenn man als Rechtsschütze die rechte Hand am Pistolengriff lässt, kann man nach einem Nachladevorgang viel schneller wieder den Abzug erreichen. 
Am Vorderschaft ist hingegen keine so genaue Positionierung der Hand notwendig.

Generell ist es motorisch auch einfacher und damit schneller ein neues Magazin mit der Hand vom Vorderschaft einzulegen. Denn man hat die gesamte Bewegungsfreiheit des Armes zur Verfügung (der rechte Arm ist ja quasi hinter dem Gewehr etwas "eingeklemmt") und man kann leichter an Wechselmagazine gelangen. 
Ist jetzt vielleicht etwas kompliziert ausgedrückt, aber ich hoffe man versteht was ich meine.

Übrigens sind jetzt auch AK-47 und M14 nicht zwingend Beispiele dafür, dass das Nachladen mit der rechten Hand bei Rechtsschützen angedacht war.

Das M14 ist ja eine Weiterentwicklung des M1 Garand, welches noch mit Ladestreifen beladen wurde. Bei diesen ist es tatsächlich auch eher einfacher die Hand vom Hinterschaft zu nehmen, da man das Magazin von oben belädt und relativ viele Bedienschritte notwendig sind. Somit wurde dieses Design einfach übernommen.

Bei der AK-47 würde ich wiederum vermuten, dass es vor allem um die Einfachheit des Designs ging. Wenn man den Ladehebel auf die andere Seite hätte legen wollen, müsste man dort extra eine Öffnung schaffen, währenddessen man so ganz einfach den Hebel am ohnehin freiliegenden Verschluss anbringen kann.
Das Sturmgewehr 44 war ja zumindest konzeptionell ein Vorbild und dort wurde ja schon bereits der Ladehebel auf die linke Seite gelegt zur einfacheren Bedienbarkeit.
Bei dem israelischen Galil, welches ja auf der AK aufbaut, wurde wahrscheinlich ebenfalls aufgrund der Einfachheit an einem rechtsseitigen Ladehebel festgehalten, nur dieser entsprechend nach oben länger ausgeführt, damit man leichter mit der linken Hand übergreifen kann. Somit hat auch dort niemand das Nachladen mit der rechten Hand im Sinn gehabt.

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Kommentar von JohnGrammaticus
11.07.2016, 09:35

Vielen Dank für diese ausführliche Antwort.

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Zum ersten hat sich der heutige Kampf auf wenige 100 Meter reduziert und da ist es immer wichtig, den Gegner nach wievor mit dem Lauf optisch zu bedrohen, auch wenn man nachlädt, kann man ja noch eine Patrone in der Kammer haben und diese im Notfall abfeuern.

Dann muss man zu den älteren Indirekten Gasdruckladern ( ak47, m14 ) noch sagen, dass diese ja den Verschluss direkt mit Gaskolben und allem bewegen. Von dem, sich bei jedem Schuss mit bewegenden, Ladeheben geht also für den Schützen eine erhebliche Gefahr aus. Und man ist halt weniger gefährdet, wenn dieser auf der rechten Seite sein Unwesen treibt.

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Fürs repetieren braucht man die stärkere / bewegungssichere Hand. Um folglich die näche Patrone in die Kammer zu laden.
Zum simplen Magazinwechsel reicht die linke Hand aus ...

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Die meisten Waffen haben Pistolengriff und kurzen Schaft --> kein Halten mit der Linken Hand möglich, da du die waffe nicht effektiv in Schussrichtung fixieren kannst.

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Das liegt  daran dass mit der rechten (meist stärkeren) Hand die Waffe hält  und nach  dem Laden auch direkt weiter feuern könnte .

MfG ThwTyp 

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Man muss die Hand beim Nachladen nicht wechseln und hat die Waffe die ganze Zeit in der gleichen Hand

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Kommentar von JohnGrammaticus
10.07.2016, 22:41

Die Hand muss man beim Nachladen nie wechseln, egal mit welcher Hand man es tut.

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Kommentar von T1Mde
10.07.2016, 23:09

Dann verstehe ich nicht, was du meinst...

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Viele Waffen können beidhändig bedient werden.

Dass vorzugsweise so gebaut wird, dass die Rechtshänder bevorteilt werden liegt wohl daran, dass es z.B. in Deutschland nur 13% Linkshänder gibt, also Minderheit - Das zieht sich durch die ganze Arbeitswelt, seien es Drehmaschinen, seien es Schieblehren, Micrometer, ect.

Das AR-15 (und seine ganzen Arten davon ) und das G36 ist doch so gebaut, dass man beidhändig den Magazinwechsel machen und durchladen kann, es gibt sogar Gewehre bei denen man die Auswurfseite der Hülsen umstellen kann. (VHS-2 Bullpup, beispielsweise, aber auch KK Matchgewehre von Walther)

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