Frage von chili44, 109

Warum sind Flugschreiber heutzutage noch immer erforderlich?

Warum werden diese Daten nicht auch parallel in eine Cloud gesendet? Die ewige Sucherei könnte man sich dann sparen...

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ramay1418, Community-Experte für Flugzeug, 19

Weil 

1. solche Daten nicht in die Cloud gehören 

2. die Daten nicht verschlüsselt sind, bzw. nur insoweit, als sie auf den Speicher passen müssen 

3. niemand weiß, ob die Daten auf dem Weg in die Cloud oder in der Cloud selbst verfälscht wurden. Die Recorder sind versiegelt und die Daten werden nach dem Vier-Augen-Prinzip ausgelesen. 

4. die Datenmengen enorm sind. Rund 20.000 Verkehrsflugzeuge (ohne Geschäftsreiseflugzeuge) müssten ihre Daten (rund 700 Parameter pro Flugzeug) 24 Stunden am Tag über Satellit irgendwo hinschicken. Dafür reichen die Kapazitäten gar nicht aus. 

5. Flugzeughersteller, Satellitenbetreiber, Luftfahrtbehörden und Airlines arbeiten allerdings schon an der Problematik der Übertragung. 

6. über ACARS wichtige Daten sowieso schon an das Engineering übertragen werden, so dass man eine erste Einschätzung vornehmen kann. 

7. es bisher keine Notwendigkeit gab. Unfälle sind im Verhältnis zu den Flugstunden und Flugkilometern selten und wenn, passieren die meisten bei Start und Landung. 

8. dazu auch die internationale Gesetzgebung geändert werden müsste - und die schreibt nun einmal zwei Recorder vor. 

Kommentar von SpitfireMKIIFan ,

Man könnte eventuell als logischen Grund hinzufügen, dass das Wrack bei nahezu jeder Untersuchung auch benötigt wird (bzw. Teile davon) und der Flugschreiber da meist nicht weit entfernt sein kann ;)

Kommentar von ramay1418 ,

Danke für den Stern! 

Antwort
von bahoma, 57

Verfügbarkeit der Datenverbindung.

Menge an Daten (ne Ahnung wieviele Flugzeuge in der Luft sind? Ich habe mal gehört, dass die gar nicht alle gleichzeitig auf der Erde sein können, zu wenig Platz...)

Datenschutz, Datensicherheit?

Wie selten wird denn die Blackbox gebraucht? Dafür diesen Aufwand, die Kosten? Der Speicherplatz (Cloud), die Wartung ...kostet genug Geld...

Finde es gut, dass eben nicht immer alles onlinegestellt wird. Sicher ist online keineswegs.


Kommentar von Tuehpi ,

Finde es gut, dass eben nicht immer alles onlinegestellt wird. Sicher ist online keineswegs. 

Uh, dann wirst du https://de.flightaware.com/ aber hassen :-D

Kommentar von Luftkutscher ,

Flight Aware nutzt ebenso wie Flightradar24 nur die ADS-B-Daten, die von entsprechend ausgerüsteten Maschinen gesendet werden. Das hat mit der Datenübertragung via Satellit nichts zu tun, weshalb man diese Daten nur an Land empfangen kann, sofern hier entsprechende Antennen installiert sind.  

Kommentar von AnyBody345 ,

@Luftkutscher: exakt! 👍

Antwort
von Tuehpi, 68

Weil man eine 100% Verfügbare Datenverbindung mit , zusätzlich noch, ausreichender Bandbreite nicht garantieren kann. 

Auch Satellitentelefone haben mitnichten immer und überall Empfang. 


Bei Implementierung neuer Technik in Sicherheitsrelevanten Bereichen sind Flugzeughersteller und Airlines sehr, SEHR, konservativ. 


Antwort
von Skinman, 2

Weil die Branche sich grundsätzlich mit Händen und Füßen gegen alles sträubt, was den Profit schmälert, statt ihn zu erhöhen.

Man vergleiche nur mal die fadenscheinigen Ausreden, die bei diesem Thema kommen, mit der Geschwindigkeit, mit der on-board-WLAN für die Passagiere eingeführt wurde.

Antwort
von omnibusfreakn, 57

Funkkontakt zur Cloud wäre nur über Sattellit möglich.

Kommentar von Edlace ,

Nö? Man kann alle Frequenzen für Datenübertragung nutzen, auch ultralangwellen möglich wäre das aber Warscheinlich wird da einfach kein Handlungsbedarf gesehen

Antwort
von Hardware02, 21

Die Cloud schwebt da nicht einfach am Himmel herum. Da sind nur ganz normale Wolken, und in denen kann man keine Daten speichern. 

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