Frage von Jockgrim, 72

Warum sind die Tempolimits vor Kurven so unterschiedlich?

Nun, es gibt Kurven, bei denen gilt die Regel "Limit plus 20 km/h" locker zu schaffen, bei anderen "Kurven plus 10 km/h ist schon kritisch", bei wenigen Fällen ist die Kurve mit dem angezeigten Tempolimit grenzwertig zu meistern und in ganz seltenen Fällen (Abfahrt in LU) ist das Limit sogar höher angezeigt, als man es fahren kann.

Alles mit dem gleichen Fahrzeug bei gleicher Witterung.

Warum einigt man sich da nicht auf eine einheitliche Vorgehensweise, ich fände ein Tempolimit 10 km/h unter der Geschwindigkeit, die ein einigermaßen geübter Fahrer bewältigen kann, sinnvoll. Aber manchmal wird bei einer "Kurve" 80 verlangt, obwohl 120 drin wäre - auch wenn nach der Kurve KEINE Auffahrt o.ä. ist, die sowas rechtfertigen würde.

Das produziert doch indirekt auch Unfälle, wenn dann die anderen Limits, die angebracht sind, nicht mehr für voll genommen werden, oder?

Gibt es denn vielleicht eine Stelle, an die man solche Unregelmäßigkeiten melden kann bzw. Empfehlungen abgeben kann? Ich fahre um die 60.000 km im Jahr und kenne genug solche Punkte, die sich widersprechen, sich aber offensichtlich noch keiner groß Gedanken gemacht hat.

Danke für eure Anregungen

Antwort
von kabbes69, 9

Du vergisst bei deinem Gedanken, die vor Kurven aufgestellten Richtungstafeln VZ 625. Allein dieses Schild soll dich bereits warnen und veranlassen deine Fahrweise deinen Fahrkünsten und den Witterungsbedingungen anzupassen.  Auch ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. 

Verantwortlich für das Aufstellen der Schilder ist der jeweilige Baulastträger der Straße, müsstest du also je nach Bundesland googeln. Bundesstraße/Landstraße =Straßenbauverwaltung, Kreisstraßen = Landkreis, Stadt/Gemeindestraßen = Kommunen. 

 Darüber kommt meist noch als Verwaltungsaufsicht  die Straßenverkehrsbehörde. 

Kommentar von Jockgrim ,

Stimmt, aber wenn man den Gedanken zu Ende denkt, bräuchte man vor Kurven erst gar keine Temposchilder aufstellen, zumindest nicht vor Kurven, die man schon von Weitem als solche sehen kann.

Bei tückischen Kehren würde ich auch ein 50er Schild hinstellen, aber eigentlich würde schon das Schild "Kehre" ausreichen, damit die Leute langsam machen.

Das heißt, der Baulastträger entscheidet darüber, oder wird das in irgendeinem Landrat abgestimmt? Oder meint einfach der Ingenieur "joa da machen wa 50, weil schneller trau ich mich auch nicht durch" und die Leute nicken das freitagabends eben ab, weil sie auch in den Feierabend wollen?

Jedenfalls scheint es keine einheitliche Richtlinie dafür geben. Kurven mit dem selben Radius haben völlig unterschiedliche Beschilderungen - und ich kann auf 5 km/h genau abschätzen, mit welcher Geschwindigkeit ich eine Kurve nehmen kann.

Kommentar von kabbes69 ,

Na ja, nicht jeder Autofahrer ist ein aufmerksamer Autofahrer. Die Praxis wird evtl. auch von Land zu Land abweichen. Aber soweit ich weiß, findet bei einer Erstbeschilderung ein Ortstermin statt mit mehreren Anwesenden: Derjenige der für die Sicherheit der Straße verantwortlich ist und jemand von der Verkehrsbehörde. Da niemand allein zu einem Termin geht, sind es am Schluß zwischen 5 und 10 Personen, die dann versuchen zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen. Wird im Laufe des Lebens so einer Kurve der Straßenbelag, die Neigung, die Griffigkeit, die Randbefestigung o.a. schlechter, sichert sich der Straßenverantwortliche durch eine Senkung der Geschwindigkeit ab. Die Geschwindigkeit für die Kurve wirst du nicht hinbekommen. 

Hätten wir nicht so viele klagebedürftige Autofahrer, hätten wir vielleicht auch nicht so viele Geschwindigkeitsbeschränkungen.= Persönliche Meinung. 

Antwort
von detlefweb, 14

Hallo Jockgrim

Jede Kurve ist anders beschaffen .Ob in der Neigung, Belag,
Winkel. Auch bei unterschiedlichen Wettervehältnisen ist jede Kurve anders
.Wenn man einmal aus einer einfachen Kurve geflogen ist, weiß man warum es eine
Geschwindigkeitsbegrenzung bei Kurven gibt.

Ich fahre im Jahr rund 200000 km und finde, das man sich bei
einer Geschwindigkeitsbegrenzung für Kurven und Straßen was gedacht hat. (Auch
wenn nicht alles gleich klar ist).

Also immer eine gute Fahrt und vor allen Unfallfrei .

Kommentar von Jockgrim ,

Das ist mir schon klar, daß man bei Glatteis nicht ganz so schnell in die Kurve fährt... Habe das alles mit dem selben Fahrzeug bei ähnlicher Witterung "erfahren". Klar, den Neigungswinkel habe ich jetzt nicht mit der Wasserwaage nachgemessen, mir ist eben nur aufgefallen, daß manche einfach zu durchfahrende Kurven schon bei 60 km/h anfangen und wesentlich tückischere auf 80 km/h begrenzt ist. Klar fährt man da dann nicht so schnell rein, eine Kurve sieht man ja, es ist aber unfair andere so niedrig einzustufen, daß man sein Auto besser um die Ecke schieben soll :)

Ich fahre "nur" 60.000 km im Jahr im südlichen D-A-CH Gebiet. Ebenfalls gute Fahrt.

Antwort
von Sonnenstern811, 45

Du kannst dich an die jeweiligen Straßenbauämter wenden. Viel Glück.

Über diese Schilder könnte man ganze Bücher schreiben. In meiner Umgebung wird 100m vor einer rechtwinkligen Kurve eine 80er Begrenzung wieder aufgehoben, von oftmals fehlenden Schildern zum Ende der Begrenzung gar nicht zu reden.

Heute an der Grenze Furth im Wald Richtung Tschechien ist zwar die eigentliche Fahrbahn wegen Erneuerung voll gesperrt, aber die Umleitung geht über einwandfreie Nebenstraßen. Das auch noch total richtungsgetrennt. Tempolimit zwischen 30 und 10 ! km/h. Wobei Letzteres nur noch lächerlich ist. Außer, wenn mal gemessen wird natürlich. Dann lohnt es sich natürlich.


Kommentar von Jockgrim ,

Die Logik dahinter dürfte wohl sein: Die 80 gilt, weil eine Einmündung kommt und nach der Einmündung wird aufgehoben, obwohl man die darauffolgende Kurve nur mit 60 kriegt. Kommt durchaus öfter vor. Sollen sie das graue Schild lieber NACH der Kurve machen, denkt denn da niemand mehr nach?

Genauso mit den Überholverboten, die gibt es komischerweise immer dort, wo man meilenweit sehen kann. Also vor scharfen Kurven und steilen Hängen darf problemlos in suizidialer Absicht überholt werden ;) Auch da scheint die Logik zu sein: Das macht eh kein Mensch, Überholverbot nur dort, wo es Leute machen, aber viele Unfälle dadurch entstehen. Das kann ich wenigstens noch bedingt nachvollziehen.

Ansonsten zeigst mir mal denjenigen, der auf einer Landstraße 30 km/h fährt, wenn nicht gerade ein Blitzer in Sicht ist ;)

Kommentar von Sonnenstern811 ,

Die sind inzwische teilwiese so verdammt gut getarnt, dass man sie kaum noch sieht.

Nach einer zweispurig ausgebauten Fahrbahn wurde ich am Ende der Ausbaustrecke angepeilt, wo die Schilder von 80 auf 60 dicht hintereinander waren. Die Landstraße war dabei keineswegs unter dem Level von vielen anderen, wo 100 erlaubt sind. Naja, 30€ gelöhnt. Diskussion eh zwecklos.

Auf streckenweise doppelt ausgebauter Bundestraße mit zahlreichen lahmen Lkw kurz vor Ende der Überholmöglichkeit nach dem Einscheren geblitzt. Klar, dass man dann auch mal etwas zulegt, um nicht die nächsten zig Kilometer mit 60 und weniger fahren zu müssen. Zu meinem Glück war einer noch schneller, der mich in dem Moment auch noch überholte. Zwei Autos auf dem Foto also. Wohl zähneknirschend und deutliche Zeichen gebend, hat der Posten meinen Vordermann durchfahren lassen. Mich natürlich auch- ohne Beachtung.

Kommentar von Jockgrim ,

Ich wurde demletzt auf einer zweispurigen Landstraße geblitzt, kein Verkehr, Tempo auf 100. Zehn Euro an die Stadt Freiburg. War bei Tacho 120 und schaute kurz drauf und dachte, oh bißchen zu schnell, vom Gas runter, also halt ausrollen lassen, hat es geblitzt.

Die sind manchmal schon fies. Aber nach dem Ende einer Beschleunigungsspur oder dem Ende einer Überholspur wurde ich noch nie geblitzt und habe ich auch noch nie einen Blitzer gesehen. Natürlich setze ich mich vor die LKW und fahre dem LKW auch nicht in den Sicherheitsabstand, dann fahr ich eben für die paar Sekunden 120 oder so. Kann aber auch mit 100 dem LKW vor die Nase ziehen und wenn der so ne Bremsfunktion hat, dann haut es den eben in die Eisen. Das wäre die egoistische Variante.

Kommentar von claushilbig ,

Auch da scheint die Logik zu sein: Das macht eh kein Mensch,

Nee, das ist keine "Logik", sondern schlicht StVO:

§5(2)

Überholen darf nur, wer übersehen kann, dass während des ganzen Überholvorgangs jede Behinderung des Gegenverkehrs ausgeschlossen ist.

Das ist in engen Kurven und an  anderen unübersichtlichen Stellen ist sicherlich nicht gegeben, daher ist dort das Überholen nun mal sowieso und grundsätzlich verboten, ein Schild ist dafür nicht nötig ...

Gleiches gilt auch für Geschwindigkeitsbegrenzungen: In §3(1) heißt es

Es darf nur so schnell gefahren werden, dass innerhalb der übersehbaren Strecke gehalten werden kann.

In Kurven ist die übersehbare Strecke klein, also darf man dort auch ohne Schild nur entsprechend langsam fahren.

Antwort
von nurromanus, 11

Ich erlebe das anders als Du. Obwohl Vielfahrer habe ich noch keine geschwindigkeitsbegrenzte Kurve gesehen, die nicht mit höherem Tempo hätte gefahren werden können. Da fahre ich irgendwo in der Pampa, sehe von weitem eine schön scharfe Kurve, freue mich darauf, und wenn ich da ankomme, ist das Ding mit 40km/h ausgeschildert, obwohl sie auch mit 70km/h hätte bewältigt werden können. Aus meiner (subjektiven) Sichtweise ist das ganze Strassennetz so ausgeschildert, dass auch die hinterste und letzte Dumpfbacke, auch jene die wirklich keine Ahnung vom Fahren haben, die Sache gebacken kriegt.

Kommentar von Jockgrim ,

Zu 80 % der Fälle ist es auch so, daß man die Kurve mit höherer Geschwindigkeit fahren kann. Die wenigen gegenteiligen Fälle gibt es im Raum Pfalz/Saarland :)

Ich würde außerorts eh alle Limits um 20 km/h höher setzen, okay vielleicht nicht alle, aber die meisten schon. Wäre viel gerechter. Immerhin heißt es ja "Höchstgeschwindigkeit" und nicht "Geschwindigkeit die einer mit 1,5 Promille noch problemlos fahren kann"...

Antwort
von detlefweb, 3

Hallo Jockgirm

Ich bin auch nicht dafür, dass man sein Auto um die Kurve  schieben soll. Da bin ich auch manch mal sauer,
wenn ich so einen Fahrer vor mir habe .Aber einer Geschwindigkeitsbegrenzung
besagt aber nicht, man soll das Fahrzeug um eine Kurve schieben. Wie gesagt man
muß die Verhältnisse der Fahrbahn berücksichtigen .Wir haben bei uns eine Straße,
wo eine sehr kleine Biegung ist. Es ist dort eine Geschwindigkeit von 30 km
erlaubt .Das kann man nicht verstehen, sieht ja gerade aus .Aber es worden
schon sehr viele aus dieser Kurve getragen und auch sehr gefährliche
Verletzungen waren dabei. Die Kurve wird immer unterschätzt.

Es gibt Verkehrsschilder, die auch nutzlos sind .dann gibt
es welche ,die einen Nutzlos vorkommen Aber lieber ein mal nach den Schilder
fahren als dann sonst wo zu landen .

Ich wünsche Dir immer eine gute Fahrt.

Antwort
von lesterb42, 18

Meinst du, dass du, wenn du schneller fährst auch schneller ankommst?

Kommentar von Jockgrim ,

Nein, natürlich nicht, wenn ich schneller fahre komme ich wesentlich später an, als wenn ich langsam fahre. Am aller schnellsten ist bin ich zu Fuß. 

Kommentar von lesterb42 ,

Prima. Dann wäre das geklärt. Wieviel schneller kommst du an und was machst du mit der "gesparten" Zeit so Wichtiges, dass du schneller ankommen möchtest?

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