Frage von UiOi14, 108

Warum sind die Österreicher rechter als die Deutschen?

In Österreich ist ja die Hälfte der Bevölkerung für einen rechtskonservativen Bundespräsidenten. In meiner Heimatgemeinde haben 75% dafür gestimmt. Mir kommen trotzdem alle Einwohner normal vor.. Warum sind so viele Leute dafür? Ist die FPÖ bei uns einfach ansprechender als AfD? Ist sie doch noch etwas gesellschaftsfähiger und mehr in der Mitte ? Oder liegt das an der Mentalität des Österreichers

Antwort
von quantthomas, 43

Die 50 % schauen nur auf den ersten Blick katastrophal aus. Die Hofer-Wähler sind aber nicht überal gleich verteilt, sondern nur ländlichen Gebieten stark vertreten. 

Beispiel Burgenland, die Heimat des FPÖ Kanditaten Hofers. Ca. Zweidrittel stimmten für Hofer und die Wahlforscher sind noch dabei, die Gründe für das Verhalten zu ergründen. 

Ausgerechnet in einem Land, wo die meisten Fördergelder der EU hineingepumpt wurden, wo jedes Dorf auf der Straßenseite herausgeputzt ist, wie aus dem Ei gepellt. Dort wo jedes Dorf gefühlte 7 Kreisverkehre vorzuweisen hat und einen Highway  durch die Ortschaft, ausgerechnet dort sind die Menschen alle gegen die EU. Nach den kläffenden Hunden zu urteilen haben sie auch Angst vor den Fremden und allen was nicht nach Einheimischer ausschaut. 

Kommentar von UiOi14 ,

Ich bin jede woche im burgenland und mir kommen die leute auch in den Orten mit 2/3 mehrheiten ganz normal vor. Haha die vielen kreisverkehre sind echt auffällig 

Kommentar von quantthomas ,

Stimmt! Nach außenhin sieht man dem Burgenländer nicht an, daß er so stark zur FPÖ dendiert. Ein Zusammenhang zwischen Kreisverkehre und blauer Parteipräverenz wird es wohl nicht geben, daher möchte ich eine andere Theorie postulieren.

Eine möglicherweise Unkenntnis, wer hinter dem Namen Hofer steht. 

Der Kandidat Hofer auf dem Wahlzettel könnte mit Andreas Hofer, dem Tiroler Freiheitskämpfer verwechselt worden sein.. Bei flüchtiger Betrachtung des Wahlzettels mit zwei Namen drauf, kann das schon mal passieren. 

Andreas Hofer, Kämpfer gegen Napoleon, gefällt mir.

Van der Bellen, klingt nach Ausländer, gefällt mir nicht so.

Der Witz dabei ist, daß Van der Bellen wirklich ein Tiroler ist, aber ohne kriegerisches Schützengehabe. 

Alles sehr kompliziert für den gewöhnlichen Burgenländer und daher dieses destaströses Wahlergebnis ^^ 

Kommentar von Ranzino ,

Die 50 % schauen nur auf den ersten Blick katastrophal aus.

Woanders nennt man sowas "tief gespaltene Gesellschaft" und es ist ein Problem, wenn die eine Hälfte diametral zur anderen Hälfte steht. Konsenspolitik funzt da nicht.

Kommentar von quantthomas ,

Gespalten durch das Geschrei der Populisten.

Eigentlich sollte man eine kleine Gegenoffensive gegen die FPÖ- Regionen starten. Bevor der Urlaub gebucht wird, aus dem Internet die eingefärbte Wahl-Karte anschauen und danach die Urlaubswahl treffen.

 Ich jedenfalls werde meine Ferien nicht mehr im schönen Burgenland verbringen, sondern ein Land aussuchen, daß anders gewählt hat. Graz zum Beispiel oder Tirol, oder gar Kärnten. 

Das Bundesland Kärnten war Jahrzentelang das sogenannte Jörg Haider-Land mit eindeutig rechten Ansichten. Ausgerechnet dieses Land hat sich scheinbar besonnen und hat "normal" gewählt. Das sollte doch belohnt werden. 

Danke Kärnten!

Kommentar von quantthomas ,

Sorry, habe Oberösterreich ganz vergessen. Das liegt noch vor Graz und Kärnten. Bitte auch in Oberösterreich Urlaub machen! 

Ich wollte nur Kärnten hervorheben, weil es immer so tiefblau war und jetzt wieder langsam zurück findet.

Kommentar von UiOi14 ,

Quantthomas, jeder kann wählen wie er will. Dein ,,normal'' ist nur subjektiv

Kommentar von quantthomas ,

Das NORMAL bezog sich auf die übrigen Bundesländer. 

Kärnten war lange Zeit "tiefblau", also ein Land,  daß dem karismatischen Führer Jörg Haider total hörig gewesen ist. Um alle seine Wahlversprechen finanzieren zu können, hat er die Hypo-Alpen-Adria-Bank geplündert. Die Katastrophe ließ nicht lange auf sich warten.

Jetzt wählen die Kärtner, wie andere Bundeländer auch. 

Antwort
von luisalaura, 45

Österreich liegt genau an der Balkan Route und sie merken einfach dass es so nicht weitergehen kann. In Deutschland können die Leute nicht einfach für die Afd stimmen, sonst werden sie gleich als Nazi abgestempelt. Das ist in D noch ein sehr großes Problem. Man sollte Geschichtliches von der heutigen Situation trennen, was fast allen Bürgern noch sehr schwer fällt. Außerdem wollen die CDU Anhänger nicht wirklich die Partei plötzlich nicht mehr unterstützen nur weil Angela Merkel Quatsch redet.

Antwort
von Ranzino, 50

Ein großer Teil der Hofer-Wähler sind schlicht unzufrieden mit der jetzigen Regierung. Und wenn sich nix ändert, wählen die auch bei der Nationalratswahl 2018 so. 

Antwort
von MeleeMaster, 56

Meine Vermutung liegt darin, dass die deutschen so viele Flüchtlinge aufgenommen haben, dass sie einfach wieder welche loswerden wollen. Da Österreich im Verhältnis zu Deutschland nicht so viele aufgenommen hat, möchte man es auch nicht zu dieser Situation kommen lassen, wobei wiederum eine rechte partei gewählt wird. Jedoch muss man auch dazu sagen, dass die AfD nicht nur wegen der "rechten Szene" gewählt wird, sondern wegen dem mangelnden Verhalten der anderen Parteien (Wahlversprechen werden nicht eingehalten). Da AfD auch "recht neu" ist, wird sie angetestet, ob sie wirklich ihre idealen anpassen werden oder nicht. Zusammengefasst: Österreich will es nicht zu einer flüchtlingskrise kommen lassen, was zu den Wahlergebnissen führt ( Meine Hypothese zu dem Thema )

Kommentar von Timrum ,

Österreich hat pro 100.000 Einwohner knapp über 1000 Asylanten aufgenommen.

Deutschland hat pro 100.000 Einwohner nicht ganz 600 Asylanten aufgenommen.

Kommentar von MeleeMaster ,

Insgesamt haben wir aber mehr aufgenommmen, wei deutschland viel mehr einwohner als österreich hat.

Antwort
von ctest, 34

Rechtskonservatismus beruht darauf, dass die Leute Angst vor allem neuen haben. Deshalb ist solch ein Verhalten besonderst in bäuerlichen Kreisen (wo man immer noch viele Traditionen pflegt) üblich und bei ungebildeten "Arbeitern" üblich. Solche Leute haben meistens einen sehr eingeschränkten "Horizont" ... wenn dann nicht Alles so bleibt, wie bisher, dann fühlen diese Leute sich angegriffen. Zudem ist es auch noch so, dass diese Leute meist eine sehr schlechte Ausbildung haben und deshalb befürchten, dass Menschen die "von woanderst" kommen, vieles besser können wie sie.

Antwort
von Timrum, 48

In Österreich brennen keine Asylantenheime, und "Pegida" war in Österreich auch nicht mehr als ein schlechter Scherz - von da her währe ich mit da nicht so sicher. Die FPÖ mag rechts sein - aber es sind auch populisten - sprich sie sagen dir das was du hören willst. Und das bei einer Wahl zwischen 2 Kandidaten ein Ergebnis irgendwo rund um 50:50 rauskommt verwundert auch nicht besonders.

Antwort
von TheDesepticon10, 54

Nein sind viele auch Protestwähler. Sind einfach mit der Politik unzufrieden und das ist in Deutschland und anderen EU Ländern genau gleich.

Kommentar von Yamato1001 ,

Das mit den Protestwählern ist immer so leicht gesagt. Dann waren die 48% die Herrn Van der Bellen nur gewählt haben um Herrn Hofer zu verhindern ja auch Protestwähler? Ich halte nichts davon, den Erfolg einer rechten Partei immer daran festzumachen, dass a) Der grösste Teil sowieso nur Protestwähler sind oder b) sowieso alles Nazis sind. Denn das sind die beiden Hauptargumente der politischen Gegner dieser Parteien. Finde ich persönlich sehr schade!

Antwort
von voayager, 17

Ich denke das hält sich in etwa die Waage.

Antwort
von GoldmanSachs1, 13

Österreich liegt genau an der Balkan Route

Antwort
von ALGStefan, 38

Ja und, sollte je,and, der Blau wählt anders sein ? XDDD

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