Frage von wanted98, 205

Warum sind die Menschen so rassistisch?

Hey,
Warum sind die meisten Menschen so rassistisch?Es wurde mal einen Bombenanschlag in Paris ausgeübt da ist die ganze Welt auferstanden und dagegen Protestiert und tage lang die Medien damit voll gespamt.Selbst die größten Mächte wie Obama,Putin,Merkel usw haben sich dafür geäußert und sind hand an hand auf straßen dagegen Protestiert?Aber in anderen Länder wie Syrien,Türkei,Palästina und und und sind täglich bombenanschläge und keinen juckts was da passiert.Die Medien beschäftigen sich sehr gering damit.Die meisten größten Mächte juckt es ebenfalls nicht, schicken sogar noch munitionen nach.Es gibts nirgendswo Protestierende Menschen?Nur weil Frankreich jtz zum EU gehört sind das dann wertvollere Menschen als die nicht dazu gehören?Menschen leben in anderen Ländern bzw Gebiete sind wertloser als in EU dann nach der Theorie?Schreibt mal eure meinung dazu und warum das so ist.

Antwort
von Herb3472, 55

Was da im Nahen Osten passiert, ist wirklich tragisch, aber ich habe erstens nicht den Eindruck, dass sich die Medien nicht dafür interessieren, und zweitens bemüht sich der Westen auch aktiv, zu einer friedlichen Konfliktlösung beizutragen. Schon auch im eigenen Interesse, weil wir ja hier von den Flüchtlingen überrannt werden und es weh tut beim Zuschauen, soviele arme Menschen zurückweisen und ihrem traurigen Schicksal überlassen zu müssen.

Aber wenn sich die verschiedenen Gruppierungen untereinander bis auf's Blut bekämpfen, Sunniten gegen Schiiten, und alle Muslime mit vereinten Kräften gegen die Christen, gegen die Juden und vor allem gegen die USA, dann kann ihnen wohl niemand von außen einen Frieden aufzwingen.

Der nahe Osten ist traditionell schon seit Jahrhunderten ein Unruheherd, der immer wieder von blutigen Stammes- und Relgionsfehden heimgesucht wird. Das hat mit der Mentalität dieser Menschen und mit ihrer Kultur zu tun, die noch das Faustrecht kennen und ihre Meinungsverschiedenheiten und Konflikte mit Familienfehden und Blutrache austragen, im Namen des Islam und der Scharia unvorstellbare Grausamkeiten begehen und eine befriedete Demokratie nach Vorbild des Westens gar nicht wollen, sondern im Gegenteil als Feindbild betrachten.

DIe Medien können nicht laufend und andauernd von den ständigen Gräueltaten berichten, die im nahen Osten von allen Gruppierungen begangen werden. Und irgendwann stumpft man ab, und es interessiert hier auch niemanden mehr. Daran sind aber eigentlich die Völker des Nahen Ostens selbst schuld, die sich nicht versöhnlich die Hand geben und Frieden schließen können, und nicht die europäischen und amerikanischen Medien, die darüber "zu wenig" berichten.

Kommentar von Snanifo ,

Was glaubst du eigentlich, wer diesen Stämmen und Religionsgruppe die Waffen zur Verfügung stellt bzw. sogar bombend in diese Fehden eingreift? Und zu welchem Zweck? Du machst es dir sehr einfach, wenn du behauptest bzw. davon augehst, dass wir eigentlich nichts mit deisen Kriegen zu tun haben. Vielleicht solltest du mal über den deutschen Tellerrand rausblicken. Ich sage nur Exportweltmeister.

Kommentar von Herb3472 ,

Vielleicht solltest du mal über den deutschen Tellerrand rausblicken. Ich sage nur Exportweltmeister.

Erstens bin ich Österreicher und kein Deutscher.

Zweitens hat jedes Ding zwei Seiten. Waffen kann man nur an jemanden verkaufen, der daran Interesse und Bedarf hat. Wären diese Völker friedlich gesinnt und würden sich nicht gegenseitig ständig bekämpfen, bekriegen und die Köpfe einschlagen, dann hätte kein Waffenhändler eine Chance, mit ihnen ein Geschäft zu machen.

Kommentar von Snanifo ,

Entschuldige, aber ich denke, auch Österreich profitiert von dieser kapitalistischen Weltordnung (Freihandel). Dann musst du halt über den österreichischen Tellerrand rausblicken.

Ich weiß ja nicht, wie das in Österreich geregelt ist. Verkauft ihr an jeden österreichische Waffen, der bezahlt? In der BRDeutschland sind alle (legalen) Waffenlieferungen von deutschen Boden genehmigungspflichtig durch die deusche Bundesregierung. Ich denke auch, dass die BRD nicht gewollt Waffen an den IS liefert, auch wenn die manchmal welche (erobert) haben. Wenn sich Völker gegenseitig die Köpfe einschlagen, wird der Sieger dadurch ermittelt, dass von deutscher, US-amerikanischer, englischer, französischer, türkischer oder anderer Seite an die entsprechend genehmen Gruppen Waffen geliefert werden und ev. durch Luftunterstützung (oder auch Flugverbote für unliebsame Gruppen) die entsprechenden Volksgruppen mit Bomben überzogen werden. So siehts aus. Und ein Geschäft läuft sowieso, für die waffenproduzierenden Firmen.

Kommentar von Herb3472 ,

@Snanifo:

Entschuldige, aber ich denke, auch Österreich profitiert von dieser kapitalistischen Weltordnung (Freihandel). Dann musst du halt über den österreichischen Tellerrand rausblicken. "

Sei mir bitte nicht böse, aber ist jetzt die kapitalistische Weltordnung, sind die Waffenhändler daran schuld, dass die im Nahen Osten und in Nordafrika nicht miteinander können und sich gegenseitig abschlachten?

Kommentar von Snanifo ,

Ob und warum die im Nahen Osten und Nordafrika "nicht miteinander können" müsste man genauer untersuchen. Wobei zumindest in Nordafrika, aber auch im Irak und in Syrien zumindest die Deutschen mit den bisherigen Herrschern (unter anderen Gaddafi, Saddam Hussein und Assad sowie anderen) gut und die Industrie profitabel zusammengearbeitet haben. Vielleicht kannst du das ja für Österreich herausfinden. Also unbeteiligt an den Zuständen dort waren sie nicht.

Aber selbst angenommen, es wären dort einfach Stammesfehden oder islamistische Religionsfeindschaften, dann würden sie doch mit Waffen unserer Produktion (produziert Österreich auch Waffen?) "sich gegenseitig abschlachten", also mit Genehmigung zumindest der deutschen Bundesregierung. Ich versteh nicht ganz, warum du diese Tatsache bei deiner Argumentation ausblendest.

Kommentar von Herb3472 ,

Ob und warum die im Nahen Osten und Nordafrika "nicht miteinander können" müsste man genauer untersuchen.

Das muss man nicht genauer untersuchen, denn das ist bekannt. Im Wesentlichen sind das Stammesfehden und Zwistigkeiten zwischen unterschiedlichen Volksgruppen und Völkern, die dort seit Jahrhunderten das Zusammenleben der Menschen erschweren oder verhindern. Es ist im Nahen Osten traditionell üblich, Meinungsverschiedenheiten und Interessenskonflikte mit Gewalt auszutragen.

Wobei zumindest in Nordafrika, aber auch im Irak und in Syrien zumindest die Deutschen mit den bisherigen Herrschern (unter anderen Gaddafi, Saddam Hussein und Assad sowie anderen) gut und die Industrie profitabel zusammengearbeitet haben.

Das ist schon richtig. Aber diese Völker bekriegen sich ja jetzt ja ohne Gaddaffi und ohne Saddam Hussein auch, weil sie einfach nicht demokratiefähig sind.

Aber selbst angenommen, es wären dort einfache Stammesfehden oder islamistische Religionsfeindschaften, dann würden sie doch mit Waffen unserer Produktion (produziert Österreich auch Waffen?) "sich gegenseitig abschlachten", also mit Genehmigung zumindest der deutschen Bundesregierung.

1.) werden in Österreich keine Kriegswaffen produziert, weil das die österreichische Verfassung verbietet.

2.) Zweitens ist es in Österreich (und wahrscheinlich auch in Deutschland) verboten, Waffen in Kriegsgebiete zu liefern.

3.) gibt es größere Waffenproduzenten als Deutschland, z.B. USA und Russland, wahrscheinlich auch China, möglicherweise auch Indien.

4.) Wird im Nahen Osten hauptsächlich mit Kalaschnikows aus russischer Produktion und erbeuteten amerikanischen Waffen geschossen, und nicht mit deutschen Sturmgewehren.

5.) Körperliche Gewalt und Züchtigung, Rache und Blutrache ist dort "normal", das ist Alltag. Die haben Stammes- und Familienfehden im Blut, und das islamische Recht legt mit der Scharia noch eins drauf.

6.) Wenn die keine Waffen aus dem Westen hätten, würden sie einander halt mit Messern, Speeren und Totschlägern massakrieren.

7.) Nach deiner Logik müsste man auch bei uns z.B. Küchenmesser verbieten, weil auch bei uns häusliche Gewalt ein Thema ist und viele Frauen z.B. mit einem Küchenmesser abgestochen werden.

Es sind also nicht die Waffen per se, die Schuld sind an diesen Grausamkeiten, sondern es sind die Menschen, die sie einsetzen. Ich spreche nicht die Waffenlobby frei, sondern ich spreche die kriegstreibenden Völker schuldig. Das macht einen kleinen Unterschied, wenn Du verstehst, was ich meine.



Kommentar von Snanifo ,

Du ist schon auf der richtige Seite. Diese Menschen in Nordafrika sind nicht "demokratiefähig". Das muss man denen mit Flugverboten und Luftkampfeinsätzen (Libyen), Bombardements (Syrien), Land- und Luftkriegen (Irak und Afghanistan), Waffenlieferungen an vermeintlich befreundete Rebellen sehr gewaltsam beibringen. Du unterschätzt die Interessen, die die westlichen Staaten überall auf der Welt haben und auch versuchen durchzusetzen. Da hilft auch dein Verweis auf die Messer und Mistgabeln nicht weiter. Das wäre dann tatsächlich denen ihre Sache. Aber sie müssen ja demokratiefähig gemacht werden. Und jetzt im Ernst: Du hast da etwas Richtiges ausgesprochen. Vor der Demokratie kommt die Gewalt, das Militär. 

Zu 1. und 2. zwei Fragen: Hat Österreich keine Armee? Warum liefern sie denn dann Waffen in Friedensgebiete?

zu 3. Ich streite mich nicht darum, werder größte oder am wenigsten große Waffenlieferant ist (der größe übrigens sicher die USA). Aber ändert sich dann denn die Prolematik, wenn D oder auch Au nicht die größen sind?

zu 4. Täusch dich nicht über die Waffen im Nahen Osten. Die kommen überall her. Und zwar haben die Deutschen die Peschmerga (Kurden) tatsächlich mit modernen Gewehern ausgerüstet. Die Russen sicher hauptsächlich die Syrische Armee, der IS denke ich ist im Wesentlichen zunächst von Saudi Arabien mit Hilfe von der Türkei beliefert worden. Und wo haben die Saudis, die auch keine nennenswerte Waffenproduktion haben, diese Waffen denn her.

zu 5. sage ich nur, du warst noch nie vor dem Krieg in Damaskus, Aleppo und Bagdad bzw. Mossul und andere. Da gings zu wie in Paris, nur halt mit Moscheen.

zu 6 und 7.: Ich habe nie behauptet, dass die Waffen die Ursache für diese Auseinandersetzungen sind, sondern die Interessen der westöochen und anderer Staaten, die sich dortige Generschaften zunutze zu machen versuchen. Übrigens sind bei uns Schusswaffen für die meisten Leute verboten. Vielleicht fragst du mal warum?

Antwort
von ChicaArgentina, 102

Also das mit Paris hab ich damals auch nicht verstanden, dass es dadurch zu so einem Aufschrei kam. Nicht falsch verstehen. Klar ist es krass, was da abgegangen ist. Aber ich empfinde das eher so wie du. Schlimme Anschläge passieren doch nahezu täglich, aber für 99% dieser Fälle interessiert sich keine Sau. Ich gewinne da auch manchmal den Eindruck, dass die Menschen im Nahen Osten z.B. nach unserer Meinung nichts wert sind :/

Eine Kollegin hat mir damals gesagt, dass sie das mit Paris so erschüttert hat, weil es quasi vor unserer Haustür geschehen ist. Aber die Begründung find ich auch seltsam. Ob Menschen nun vor unserer Haustür oder tausende Kilometer entfernt niedergemetzelt werden, ich sehe da keinen Unterschied. Von daher kann ich das Phänomen, dass du da beschreibst, leider auch nicht nachvollziehen.

Kommentar von SiViHa72 ,

Es gab mal einen sehr guten Episodenfilm.

11''9'01

Da war ein sehr passender Film dabei: Bombenanschlag in Tel Aviv und berichtet wird über NY. läuft auf allen Sendern während sich die Leute auf den Straßen verstecken und versuchen zu retten.

https://de.wikipedia.org/wiki/11'09%2201_%E2%80%93_September_11

Antwort
von Micha1983xm, 39

Nun dem kann ich dir nicht ganz zustimmen. Über Palästina und auch Syrien Türkei, wird eigentlich täglich berichtet. Hierzu solltest du vielleicht einfach um 20:00 Uhr die Nachrichten sehen. Türkei, Syrien Palästina wird täglich berichtet. Solltest aber hierzu richtige Nachrichten anschauen wie Tagesschau nicht diesen anderen komischen Sendungen. 

Der Grund warum natürlich, über Frankreich so viel gesprochen wurde weil es eben auf unserem Kontinent geschehen ist, und im Herzen von Europa. Und dies als der extremste Anschlag in Europa seither definiert wurde. Deshalb wird darüber natürlich mehr gesprochen. Dies ist in jedem anderen Land genauso. So etwas nennt sich auch Regionale Nachrichten. Frankreich zählt hier eben mit dazu.

Mit Rassismus hat dies weniger zu tun.

Darüber hinaus in Palästina gibt es seit mehr als 40J Anschläge, und wird es auch noch in den nächsten 40 Jahren geben.Dennoch wird darüber täglich berichtet. Kann somit deiner Aussage nicht ganz folgen.

Ich persönlich denke jedoch eher, dass du vielleicht mit so einer Äußerung mehr deine Weltoffenheit zeigen möchtest. Und zeigen möchtest dass dir die anderen Menschen auch wichtig sind. Das finde ich gut. Jedoch sollte man hierbei bei den Fakten bleiben.

Kommentar von Snanifo ,

Ja sind die Fakten dann, dass es mit der "Weltoffenheit" und "dass dir die anderen Menschen auch wichtig sind" in unserem demokratischen Umfeld nicht weit her ist? Ich denke, das ist ein vernichtendes Urteil über die Demokratie. Ob du da Rassismus oder Nationalismus dazu sagst, ist mir letztendlich egal.

Kommentar von Micha1983xm ,

Nunja, dem würde ich nicht zustimmen. Du musst schon besser lesen was ich schreibe. Und Rassismus und Nationalismus sind sehr wohl zwei paar Schuhe. Obendrein sollte ich vieleicht bemerken. Das ich selbst zwei Staatsbürgerschaften habe, meine erste ist Deutsch. Zum zweiten ist meine Lebenspartnerin Iranerin.


Kommentar von Snanifo ,

Ich habe mich auf die Fakten deines Beitrages bezogen. Und zwar, dass du die Berichterstattung über Tote und Verletzte in Palästina ähnlich oder sogar gleich setzt mit der Reaktion der Presse über die Anschläge in Paris. Ich will nicht ableugnen, dass da auch darüber berichtet wird, aber nicht mit solcher Empörung und in diesem Umfang. Es wird schon mit zweierlei Maß gemessen. Ich denke, der Grund ist der Naitonalismus, der sich die Welt in 2 Teile teilt, die eigene mit Freunden und die Gegner bzw. Feinde. Daraus resultiert das 2erlei Maß bei Verletzten und Toten in der Berichterstattung. Manche, nicht ich, sagen dazu Rassismus.

In meinem Kommentar habe ich mich auf deinen letzten Absatz bezogen, und da rausgelesen, dass es wichtig sei, "Weltoffenheit" und "Wichtigsein der anderen" zu zeigen, um sie zu propagieren. Daraus habe ich den Schluss gezogen, dass du diese Eigenschaft für nicht genügend vorhanden findest. .

Antwort
von kloogshizer, 45

Die Medien schreiben über das, was die Leser interessiert, um sich selbst über Wasser zu halten. Die Medien sind aber auch an nationale Interessen gebunden, und verpflichten sich z.B. in Deutschland vertraglich die Beziehung zu den USA und Israel nicht zu gefährden. Auch werden sensible Themen evtl. einfach unter den Teppich gekehrt, weil sie zu heiß, zu unbequem und zu unsicher sind. 

Warum sind Menschen rassistisch? Das eigentliche Problem ist meiner Meinung nach eher In-Group/Out-Group-Denken. Das ist evolutionär so entstanden. Menschen lebten die absolut überwiegende Zeit in Gruppen von ca 80 Menschen, und durch die enge Verbindung der Mitglieder innerhalb eine Gruppe wuchsen gleichzeitig die Differenzen und Abgrenzung zu anderen Gruppen. Bei Schimpansen sieht man auch, dass verschiedene Stämme regelrechte Ausrottungskriege gegeneinander führen, und auch ein Menschenbaby wird eher ein Mitglied der eigenen Ethnie anlächeln, als das einer fremden. 

Das ist also etwas, was von ganz alleine da ist und dauerhaft bekämpft werden muss, weil es so viele Menschen gibt, dass wir nicht um völkerübergreifende Kooperation herumkommen. Leider wird dieses Problem also nicht einfach so aus der Welt zu schaffen sein. 

Der Gedanke, dass die ganze Menschheit in einem einzigen Raumschiff im Weltall unterwegs ist, das wir vorerst nicht verlassen können, scheint für die meisten Menschen abgehoben und unwesentlich zu sein, aber je mehr Menschen wir werden, desto mehr wird diese Vorstellung zur Realität.

Kommentar von Snanifo ,

Ich finde dein In-Group/Out-Group-Denken einen interessanten Gesichtspunkt. Nur würde ich ihn gerne mit etwas aktuellerem Inhalt füllen wollen als Gruppen von max. 80 Menschen bzw. dem Verhalten von Schimpansen. "Wir" liefern Waren in die ganze Welt (Exportweltmeister) und erhalten hauptsächlich Rohstoffe oder Agrarprodukte aus Ländern, wo es die ersteren gibt und die zweiten wachsen. Außerdem ist Deutschland das Land der Fernreisenden. In so einer Situation "an nationalen Interessen gebunden" zu sein ist nicht nur ein Widerspruch, sondern weist auch darauf hin, dass wir da überall auf der Welt gehörig mitmischen (nicht nur militärisch). Und das meistens nicht zum Vorteil der dort lebenden Menschen, sondern ich erinnere, auch dort eben diesen Interessen verpflichtet.

Antwort
von FranziiCookiie, 4

Es ist NICHT rassistisch. Es gibt genug Berichte über die anderen Anschläge, nur wird eben nicht so genau drüber gesprochen. Aber wenn es rassistische Gründe hätte, hätte man über den Anschlag in der Türkei, wo schließlich die Mehrheit der Opfer Deutsche waren, genauso viel drüber geredet.

Es kommt ihnen nicht auf die toten Menschen an, sondern auf das Land. In Frankreich hätten auch hauptsächlich Südländer sterben können, jeder hätte es genauso beweint. Es geht darum, dass Frankreich so nah an Deutschland dran ist, nicht wie die ganzen anderen Länder. Es geht darum, dass man jetzt auch mit Anschägen hier zu fürchten hat, nicht darum, dass Leute aus anderen Ländern weniger wert wären.

Ich gebe dir mal ein passendes Beispiel:

Du liest in der Zeitung, dass ein Haus in einem anderen Bundesland abgebrannt wurde. Du kanntest den Kerl nicht, dessen Haus angezündet wurde.
Du würdest wahrscheinlich kurz ein wenig Mitleid verspüren und dann einfach weiterlesen. Du hast schließlich sehr wahrscheinlich nichts davon zu befürchten.

Du liest in der Zeitung, dass ein Haus weiter ein Brandstifter das Haus angezündet hat. Du kanntest den kerl, dem das Haus gehörte, ebenfalls nicht.
Hier würdest du dir wahrscheinlich doch mehr Sorgen machen, weil du auch um dich selbst Angst hast. Du hast Angst, dass der Brandstifter gar keine persönlichen Gründe hatte, das Haus von demjenigen abzufackeln, sondern es vielleicht auch mit deinem Haus machen könnte.

Du kanntest beides Mal die Opfer des Anschlags nicht wirklich, hattest also keine wirkliche Bindung, würdest aber trotzdem anders reagieren.

Das ist mit der Politik nichts anderes, hat aber nichts mit Rassismus zutun.

Antwort
von Agentpony, 31

Da gibt es viele Aspekte. Aber ich stelle dir mal eine ganz einfache Frage.

Dein Cousin und ein Nachbar von drei Strassen weiter sterben im selben Verkehrsunfall. Um welchen der beiden weinst Du? Auf wessen Beerdigung gehst Du?

Das nennt sich nicht Rassismus, sondern Empathie.

Mal abgesehen davon wäre die Aufmerksamkeit für Frankreich auch nicht mehr so hoch, wenn das bald jede Woche passierte.

Die Menschen hier sind nicht schuld daran, daß sie ein Gefühl dafür verloren haben, wer jetzt gerade wen im Nahen Osten in die Luft sprengt.

Kommentar von Snanifo ,

Also ich habe keine Cousin in Paris oder Frankreich. Dann hätte ich, wenn ich ihn gemocht hätte, eine Empathie und würde auch auf die Beerdigung gehen.

Aber bei einem Nicht-Cousin tritt doch noch etwas anderes dazwischen, man kann dazu Rassismus sagen, ich verwende lieber das Wort Freundschafts-Nationalismus.

Antwort
von Suboptimierer, 58

Stimmt, statt wenigsten ein bisschen zu protestieren, hätten sie überhaupt nicht protestieren sollen. Das wäre am gerechtesten.

Und die, die gegen die Abschlachtung von Robbenbabys sind, sollen mal nicht so Elefantenfeindlich sein.

Kommentar von wanted98 ,

Ne die sollten dann wenn schon für andere Länder ebenfalls protestieren habe ja nichts dagegen wenn die Protestieren sollte auch so sein das man dagegen ist.

Kommentar von Snanifo ,

Da könntest du im eigenen Land, also BRDeutschland anfangen. Die sind zum ersten mit den Staaten der Bomardements (USA, Frankreich) befreundet und liefern selbst den Peschmerga(Kurden) Waffen in das Kriegsgebiet.

Vielleicht verstehst du aber das Ganze falsch: Wir sind doch die Gudn, und unsere Bombardements sind doch gerechtfertigt (im Nachhinein bestätigt und jetzt sowieso wegen der Anschläge). Wenn dabei Leute umkommen, die dort leben (und gut leben wollen), so sind das Kollateralschäden, Entschuldigung.

Antwort
von SiViHa72, 51

Wirdf berichtet, fühlst Du Dich zugepamt, gleichzeitig nörgeln über nicht berichten.

Nicht ganz logisch.

Würdest Du eine ausgewogene Berichterstattung (die tatsächlich nicht wirklich gegeben ist in der Hinsicht) auch als Spam ansehen? Vermutlich.

Meckern kann man ja immer, insbesondere wenn man wahlfaul ist (sagst Du selber- oder bist Du noch zu jung).

Kommentar von wanted98 ,

Ich habe keinen Deutschenpass sonst würde ich wählen.

Antwort
von Jonnymur, 43

Über die Vorgänge im Nahen Osten wird man doch permanent benachrichtigt - davon abgesehen sind die Länder, die du da aufzählst ebenfalls bei weitem nicht alle Krisengebiete der Welt.

Zudem war der Anschlag in Paris von herausstechender Brisanz, da er nunmal einen Staat, der mitten in der westlichen Welt eingebunden ist, direkt betraf. Die Menschen hier sind natürlich nicht mehr wert als anderswo, aber fast alle Menschen sind v.a. daran interessiert, wie stark sie von einem Problem selbst betroffen sind.

Mit Rassismus hat das nichts zu tun.

Antwort
von voayager, 44

Sag nicht "die" Menschen, das ist unzulässig, sondern sag lieber ein Teil der Leute.

Antwort
von Gerneso, 55

Fremdenfeindlich sind ja wohl die, die die Attentate verüben. Nicht diejenigen, die gegen solche Attentate sind.

Kommentar von wanted98 ,

Die sowieso aber dagegen was tun macht auch keiner.

Antwort
von frischling15, 51

Was willst denn hier anzetteln ? Bist Du für die AfD auf Stimmungsfang ?

Kommentar von wanted98 ,

Bin für keine Partei in Deutschland habe auch noch nie irgendeine gewählt.Es zeigt nur das die "Europär" wertvollere Menschen sind als die anderen und das finde ich Ungerecht.

Kommentar von frischling15 ,

So siehst Du das ? Warum hältst Du Dich denn in diesem demokratischen Land auf ?

Kommentar von SiViHa72 ,

Aber Du gehst hoffentlich wählen,w enn Du alt genug bist.

Das ist eine Pflicht.. und viele vergessen: es ist auch ein Recht,was hart erkämpft wurde.


Kommentar von wanted98 ,

Ich habe keinen Deutschen pass.

Antwort
von 4nn4l3n4, 51

Ja keine Ahnung aber ungerecht ist das schon. Ich glaube die meisten haben einfach einen sehr schlechten Eindruck von den Menschen aus Syrien und halten sie einfach für weniger Wert deshalb. Wir wissen alle was man von Flüchtlingen hält...
Ich kann es mir auch nicht erklären. Die Frage ist ziemlich gut

Antwort
von barfussjim, 44

In den internationalen Medien hat ein Menschenleben in Frankreich oder Deutschland einen höheren Wert als eines in Syrien, Irak oder Afghanistan. In diesen Ländern ist man Krieg, Terror, Gewalt und Tod gewohnt, bei uns sind Frieden und Sicherheit der Normalzustand. Ist Letztgenanntes nicht mehr gewährleistet, ist das Entsetzen umso größer.

Kommentar von Snanifo ,

Du solltest dir mal deine Antwort vor dem geschichtlichen Hintergrund des 2. Weltkrieges anehen. Da war das Töten und Bomen und Raketenbeschuss in Europa "normal".

Kommentar von Agentpony ,

Zweifellos.

Aber wir sind mittlerweile in der 3ten Nachkriegsgeneration, in der längsten Phase des Friedens, die der Kontinent je erlebt hat (Bürgerkrieg+Interventionen in Irland und Balkan waren streng lokal begrenzt). Was war nochmal dein Argument?

Kommentar von Snanifo ,

Obiges war eine Erinnerung daran, dass es bei uns auch mal so war und dass die "Normalität" nichts von den Schrecken nimmt, die damals und heute bestehen. Aber ich will noch ein zweites nachschieben: Die Lage dort in Syrien ist entstanden über die Aufteilung dieses Gebietes nach Beendigung des Osmanischen Reiches nach dem 1. Weltkrieg und der hauptächlich von den USA (und BRD) unterstützten Installierung des Staates Israel. Außerdem in neuerer Zeit durch das Interesse der westlichen Welt bzgl. des reibungslosen Ölabtransportes aus dieser Region. In diesem Sinne kann man sowohl die beiden Irakkriege als auch  die Unterstützung des Islamischen Frühlings in Nordafrika und Syrien sehen. Also "wir"  Deutsche sind involviert bzgl. der Interessen in diesem Gebiet, und das nicht "nur" diplomatisch, sonder auch militärisch (Waffenlieferungen). Auch unsere NATO-Freunde und Russland mit Bombardierungen. Also keineswegs unbeteiligt an der "Normalität" in diesem Land.

Und was soll eigentlich dieses Argument mit "lokal begrenzt"? Für die Leute auf dem Balkan war das ihr ganzer Lebensraum, auch für die Nordiren. Also was ist denn da das Argument?

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