Frage von Windspender, 18

Warum sind bei vielen OnlineKaufabschlüssen kostenpflichtige Extras,die man freiwillig wählen kann,ob man sie braucht oder nicht , schon automatisch angekreuzt?

In vielen Bereichen merke ich, dass man davon ausgeht, dass man Extras / Extra-service haben möchte und somit automatisch schon angeklickt ist. Wieso muss der Kunde diese Klicks / Häckchen wieder rausnehmen, wenn er sie denn rechtzeitig beachten sollte ? Wieso kann / darf der Kunde nicht darauf vertrauen, dass nichts schon Vorab-angeklickt wurde ?

Bsp: Neuer Personalausweis. Der ist automatisch für den Online-Service freigeschaltet. ICH muss jetzt dafür sogen, dass es bei Abholung ausgeschaltet wird.

Antwort
von lastgasp, 18

Einerseits gilt natürlich "wer lesen kann, ist klar im Vorteil". Andererseits ist dieser Zustand das Ergebnis vielfältiger Lobbyarbeit in Berlin und Brüssel, die solch eine Praxis nicht verbieten und "Wenn Sie damit einverstanden sind, dass wir alle Ihre persönlichen Informationen, die wir über sie herausfinden, an Call-Center und Marketingfirmen verkaufen, die Ihren Briefkasten vollstopfen lassen und sie 20x pro Woche anrufen, dann klicken sie bitte auf 3x auf ja und nicken die Erläuterung ab" lässt sich nicht durchsetzen.

Wenn man allerdings erlebt, wie bereitwillig viele Leute über Payback und Co. ihr gesamtes Einkaufsverhalten für einen billigen Toaster oder Bügeleisen offenlegen, hat die Masse eh' nichts anderes verdient.





Kommentar von Windspender ,

Ich lese mir ja alles durch, und nimm auch immer die Häckchen raus, aber ich hab schon einige berichte gesehen, dass viele Menschen gar nicht wissen, dass oftmals schon automatisch angekreuzt wurde. Klar, wer lesen kann ist klar im Vorteil, aber ich sehe es wirklich schon als Täuschung / Betrug an. 

Ich kann ja noch froh sein, dass man mir das noch erzählt hat, dass der neue Ausweis online-freigeschaltet ist und ich ihn bei abholung ausschalten kann. Ich befürchte aber, dass solche sicherheitswarnhinweise immer seltener gemacht werden, da sich es einbürgert, alle zu befürworten. Der, der sich wirklich noch ein Kopf macht, ist der Ar+ch, der sich extra-bemühen muss, um seine Daten zu behalten :/

Kommentar von Ratirat ,

Bei dir hat wohl die Lobby der notorischen Lobbygegner gewirkt, denn anders als von dir behauptet gibt es sehr wohl Vorschriften, die ein Vorankreuzen der Datenschutzeinwilligung ausschließen, nämlich § 13 II TMG. Seit Einführung dieser Vorschrift ist diese frühere Praxis auch wirksam verhindert worden. 

Antwort
von Ratirat, 5

Dein Beispiel mit dem neuen Personalausweis ist schlecht gewählt, weil es niemandem, der halbwegs bei Verstand ist,  passieren kann, versehentlich die eID-Funktion zu bekommen. 

Zum einen wird dir verpflichtend bei der Beantragung Informationsmaterial ausgehändigt, welches die Funktion beschreibt und natürlich auch, dass und wie man sie deaktivieren kann. Du musst für den Erhalt dieser Informationen sogar unterschreiben! 

Zum anderen ist bei Abholung kein aktiver Widerspruch deinerseits notwendig und auch nichts vorausgewählt, sondern jeder wird zu einer eigenen schriftlichen Erklärung aufgefordert, ob er die Funktion möchte oder nicht. Wer die nicht abgibt, bekommt keinen Ausweis. Da kann man nichts übersehen. 

Zur eigentlichen Frage: Warum die Anbieter das tun, liegt auf der Hand: Sie wollen, dass der Kunde wenigstens kurz aktiv über das Angebot nachdenkt, wollen den Eindruck erwecken, als ob es doch nur Verrückte wären, die so ein Angebot ablehnen, und natürlich hat auch niemand etwas dagegen, wenn jemand das Häkchen übersieht. 

In einzelnen Bereichen ist das unzulässig bzw. unwirksam, zum Beispiel bei der Datenschutzerklärung oder den AGB. Die waren vor vielen Jahren auch immer vorangekreuzt, das gibt es (fast) nicht mehr. Und die Verbraucherschützer haben auch schon erfolgreich erwirkt, dass Versicherungen bei der Buchung von Flugreisen nicht vorausgewählt sind. Aber ein generelles Verbot gibt es nicht.

Kommentar von Windspender ,

ich sehe es aber eher als übergang, dass man noch beraten wird bzw die freie wahl hat. irgendwann wird das nicht mehr gemacht, da es zur norm wird alles offen zulegen bzw sich für alles zu interessieren zu müssen. wie ich schon schrieb, wird derjenige, der es nicht will immer mehr mühe haben, von der norm der offenlegung abzuweichen(seine daten für sich zu behalten). der verkauf von dienstleistungen und waren werden über das recht der freien wahl gestellt.  du siehst es ja jetzt schon, dass sich immer weniger sich informieren, sondern erst warten bis es zum schaden kommt und dann ist das geschrei gross( mit anwalt usw)

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