Frage von rockglf, 50

Warum sieden Flüssigkeiten erst, wenn der Dampfdruck dem atmosphärischen entspricht?

Ich versteh den Zusammenhang zwischen Dampfdruck und atmosphärischem Druck nicht.

Was ich denke ich verstehe:

  • atmosphärischer Druck: Quasi das "Gewicht" der Luft, die durch die Schwerkraft auf den Boden "gezogen" wird und somit Druck ausübt. -> Wie wenn man unter Wasser ist und je tiefer man ist, desto mehr Wasser ist über einem und dessen Gewicht spiegelt sich dann als Druck wieder. Richtig?

  • Dampfdruck: In einem Kochtopf, der halb mit Wasser gefüllt ist wirkt erstmal nur der Luftdruck auf das Wasser, richtig? Spontan verdampft aber immer mehr Wasser, bis zu dem Punkt, an dem die Luft mit Dampf gesättigt ist. -> Das zusätzliche Wasser in der Luft (Also der Dampf) wirkt nur auch Gewicht auf das Wasser, zusätzlich zum Luftdruck, aus. Richtig?

Was hat das nun mit dem Kochen von sagen wir mal Wasser zu tun? Auf dem Meeresspiegel muss nun der Dampfdruck eine gewisse Höhe erreichen, damit er dem amospährischen Druck entspricht und somit das Wasser kochen kann? Warum

Auf dem Mount Everest ist der Luftdruck niedriger, weswegen des Dampfdruck nicht so hoch steigen muss, damit er dem Luftdruck entspricht und somit kocht das Wasser schneller.

Wo ist aber der Zusammenhang zwischen Dampfdruck erreich Luftdruck und dem Sieden von Wasser?

Edit: Und wieso hängt der Dampfdruck von den Intermolekularen Kräften ab? Klar verdampfen H-Brücken weniger schnell als ein induziertes Dipol, aber der Dampfdruck (nach meiner Definition) kann damit doch gar nichts mehr zu tun haben.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ThomasJNewton, 23

Such mal nach "Das Pferd von hinten aufzäumen".

Oder nach der Definition von "Siedepunkt".

Kommentar von rockglf ,

Leider konnte ich den Zusammenhang immer noch nicht verstehen, aber das ist bis die beste Antwort mit einem netten Ansatz. Danke dafür. 

Kommentar von ThomasJNewton ,

Der Siedepunkt ist ("per definitionem") eben dadurch definiert, dass an ihm der Dampfdruck einem bestimmten anderen gleich wird.

Im Allgemeinen ist das der normale Luftdruck.
Und/aber der Siedepunkt ist ja auch druckabhängig.
Im Mt.-Everest-Basiscamp siedet Wasser dann eben bei 70°C.
Der Tee soll entsprechend schmecken, ich habe da keine persönlichen Erfahrungen.

Das alles weißt du anscheinend auch, wo ich grad deine Frage noch mal gelesen habe.
Um so weniger verstehe ich deine Frage.

Vielleicht denkst du einfach zu kompliziert.
Druck ist ein Zustand, der nicht davon abhängt, worauf er beruht, oder wie er entstanden ist.

In einem offenen Topf kann der Druck im Topf nun mal nicht anders sein als der Umgebungsdruck. Und ein loser Deckel ändert nichts daran, dass er offen ist.

Bei einem Drucktopf ist das anders, da kann der Druck vom Umgebungsdruck abweichen, und auch die Temperatur des Gasgemisches über der Flüssigkeit.
Druck und Temperatur im Innern werdenschon abhängig davon sein, ob du den Deckel vor oder nach dem Entweichen der Luftreste im Topf schließt. Weil im letzten Fall keine Luft mehr da ist, die Druck ausüben kann.

Folgen vor den simplen Tatsachen denken, das nenne ich "zu kompliziert" denken.
Und der Volksmund "von hinten aufzäumen".

Bin optimistisch, dass du den Denkfehler erkennst.
Manchmal ist einfach das Denken der Denkfehler.

P.S. Zu Kräften solltest du beizeiten eine neue Frage stellen, das ist ein Thema, wo man endlos schreiben kann. Und geschrieben hat.

Kommentar von rockglf ,

Mein Problem mit dem Thema ist, dass ichs mir einfach nicht vorstellen kann, weil ich mit dem Thema nie etwas zu tun hatte. 

Ich verstehe einfach den kausal Zusammenhang zwischen Dampfdruck = Luftdruck und Flüssigkeit fängt zu sieden an nicht. 
Dampfdruck ist für mich Druck, der von schon verdampften/verdunsteten Molekülen zusätzlich zum Luftdruck ausgeübt wird. 

Ich sehe da einfach keinen Zusammenhang und das stört mich wahnsinnig, da ich so etwas gerne verstehe und nicht einfach "auswendig lerne". 

Aber vielleicht sollte ich es jetzt einfach so hinnehmen. 
Trotzdem vielen Dank! 

Kommentar von ThomasJNewton ,

"Zusätzlich" geht halt nicht, wenn sich Druck ausgleichen kann, also du keinen Drucktopf hast.

Wenn der Druck der normale Luftdruck ist, und der Dampfdruck die Hälfte davon, dann besteht eben die Hälfte der "Luft" aus Wasserdampf.

Man muss Sachen auch erst mal sacken lassen, manches versteht man erst dann, wenn man nicht darüber nachdenkt.
Weil sie so simpel sind, viel einfacher als die komplizierten Gedanken, die man sich darüber gemacht hat.

Komplizierte Gedanken kannst du dir gut machen.
Das ist eine Form der Anerkennung.
Aber das bringt dich gelegentlich nicht weiter.

Ich versuch ja schon lange, deinen Knoten im Hirn zu finden, und finde ihn nicht.
Aber in diesem Fall danke ich dir für die Anerkennung, dass ich es versucht habe.

Konfusius sagt Piece, Alda ;-)

Kommentar von TomRichter ,

> Dampfdruck ist für mich Druck, der von schon verdampften/verdunsteten Molekülen zusätzlich zum Luftdruck ausgeübt wird. 

Ja, wenn Du das Experiment im Dampfdrucktopf machst.

Nein, wenn der Topf offen oder normal abgedeckt ist. Da herrscht im Topf derselbe Druck wie außen.

Kommentar von ThomasJNewton ,

Das unterscheidet eben einen Chemiker.

Der sieht natürlich die gleichen Zusammenhänge, die du auch siehst, aber primär, dass der Dampfdruck erst mal eine Stoffkonstante ist.
Natürlich temperaturabhängig.

Ich will ja auch nicht behaupten, dass simples Denken immer die richtige Strategie ist.
Manchmal aber wohl schon.

Über einer Flüssigkeit stellt sich eine bestimmte Konzentration von Teilchen (der Flüssigkeit) ein, und die ist völlig unabhängig vom Druck, oder von anderen Teilchen, die sonst noch in der Gasphase rumschwirren.
Im Gleichgewicht natürlich.

Antwort
von fjf100, 26

MERKE : Zu jeder Flüssigkeit gehört ein "Dampfdruckkurve"

Es gibt 3 Phasen , Fest ,Flüssig und Dampf

Beispiel : Wasser ist bei 1 bar und unter 90° flüssig 

In 6000 m Höhe ist ein geringeren Druck und somit kocht das Wassern schon unter 90° Celsius.

Bei Schiffsschrauben tritt Kavitation auf,wenn diese sich zu schnell drehen.An der Schraube herrschen unterschiedliche Drücke.

De Druck kann so niedrig sein,das das Wasser schon bei 5° Celsius dampfförmig wird.

Steigt nu der Druck wieder,dann wird die Dampfphase schlagartig verlassen und das Wasser ist wieder flüssig.

Dieser Vorgang wirkt wie ein Flüssigkeitsbohrer,der die Schiffsschraube zerstört.

An der Oberfläche der Schraube sieht man dann kleine Löcher,wo die Kavitation stattgefunden hat.

Beispiel : Kühlmittel verdampfen schon bei niedrigen Temperaturen 0° und weniger .Mit der Verdampfungsenergie wird dan gekühlt.

FAZIT : Ob eine Flüssigkeit flüssig oder dampfförmig ist,hängt von der Flüssigkeit selber und von den Druck und der Temperatur ab.

Kommentar von rockglf ,

Danke für die Antwort, aber ich hab nichts das Gefühl, dass du mir meine Frage beantwortet hast. 

Dampfdruckkurve kenne ich, genauso wie die 3 (4) Phasen. Das eine Beispiel habe ich selber oben hingeschrieben und das andere tut nicht viel zur Sache. 

Antwort
von cg1967, 17

Eine Flüssigkeit siedet, wenn ihr Dampfdruck gleich dem auf ihr lastendem Gasdruck ist. Dabei ist es egal, ob du das Wasser auf dem Mount Everest erhitzt oder ob du im Abzug Vakuum auf den Kolben gibst.

Kommentar von rockglf ,

Danke, aber das habe ich in meine Text genau beschrieben.

Hat leider nichts mit der Frage zu tun.

Kommentar von ThomasJNewton ,

Du hast alles in deiner Frage geschreiben, was zur Beantwortung deiner Frage nötig ist.

Und trotzdem eine Frage gestellt.

Also verzeih', dass sich jemand die Mühe macht, dir weiterzuhelfen.

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