sandrine43 am 15.03.2008 um 0:00 Uhr
Jemanden geht es offensichtlich schlecht, weint vielleicht, man spürt das er was hat. Jemand ist in Bedrängnis oder wird angegriffen. Auf der Strasse fasst sich ein Mann ans Herz und bekommt schlecht Luft. Eine junge Frau steht vollig aufgelöst im Einkaufzentrum. Jeden Tag kann man Menschen begegnen denen irgendein leid ins Gesicht geschrieben steht und trotzdem fragen ganz wenige nach. Warum ist das so? Warum sehen soviele Menschen einfach nicht hin?

Ich kann Dir diese Frage nicht wirklich beantworten. Vielleicht sind die Menschen zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Vieleicht haben sie Angst. Vielleicht haben sie schlechte Erfahrung gemacht.
Ist schon ein paar Donnerstage her. Ich fuhr nach Hause und sah einen Mann am Straßenrand liegen. Ich hielt, er war nicht ansprechbar, Ich rief 11o, leget ihm eine Decke über (die ich immer im Auto habe) und in der zwischenzeit kamen auch wenige andere Menschen die halfen. Der Notarztwagen kam, einer der Sanitäter sagte gleich: na das ist doch unser ....., er sucht mal wieder nach einem warmen Bett.
War irgendwie ein Schock für mich. Ich fühlte mich betrogen, ausgenutzt.
Trotzdem würde ich wieder halten. Aber es gibt halt auch Menschen, für die ist die Schmerzgrenze erreicht.
Menschen die in der Bahn eingreifen, wenn Andere Mißhandelt werden und selber Schaden davon tragen. Das ließt man leider immer wieder.
Ich würde niemals jemanden verurteilen der Angst um sich selber hat. Aber doch mehr Einsatzwillen wünschen.

Ganz viele Leute schauen auch hin, würden dem Mann, der keine Luft bekommt helfen, aber manchmal ist man sich nicht sicher, wie weit man die Privatsphäre achten muss. Das ist das allergrößte Hemmnis dafür.
Das ist ein Grund. Ein weiterer ist dieser hier: http://www.stern.de/politik/panorama/:Jugendliche-Erneut-Gewalt-M%FCnchner-U-Bahn/606589.html

...und manche sehen es wirklich nicht, weil sie mit anderen Problemen beschäftigt sind und/oder ganz in sich selbst versunken sind und in dem Augenblick ausser ihrem Weg nichts anderes mehr wahrnehmen.
Es ist ihre eigene Hilflosigkeit gegenueber kritischen Situationen. Nichts damit zu tun haben. Bei sich selbst verdraengen sie viel.
ich glaube auch dass es daran liegt, dass die menschen sich ihrer sache nicht sicher sind und nicht wissen, wie sie reagieren oder helfen können und deshalb weitergehen, weil sie denken, sie sind keine hilfe.

Da gibt es viele Gründe:
sandrine43 am 15. März 2008 00:21 Ich glaube diesen Gründen ist fast nichts mehr hinzuzufügen. Die treffen für mich genau den Punkt. Ich würde mir nur wünschen das die Menschen öfter mal versuchen über ihren Schatten zu springen. Gefühle zeigen ist teilweise schon ein Tabuthema obwohl ich denke das es wichtig für uns und unsere Seele ist authentisch zu bleiben.
Noona am 18. Mai 2008 07:46 Sandrine, über den Schatten springen kann man erst, wenn man seine eigenen Schatten kennt und akzeptiert hat. Dafür muss man meist selbst erst mal am Boden liegen und dieses Gefühl kennen lernen. Danach sieht die Welt - und man selber - meist ganz anders aus. LG
zaunkoenig am 20. Juni 2008 20:02 Schliesse mich 100% an.

Dafür gibt es viele Gründe von Hilflosigkeit, Gleichgültigkeit, schlechter Erziehung. Letztendlich ist es mir egal solange ich hinschaue.

weil unsere gesellschaft einem werteverfall unterliegt.
den menschen sind einfach andere egal, das ist der erste und der häufigste grund.
Ich habe gestern noch einer älteren Dame geholfen ihren Schlüssel wiederzufinden, sie war total mit den Nerven fertig, das merkte ich, und deswegen fragte ich sie was los sei, erst hatte sie selber Angst, ich würde sie bestehlen, aber dann merkte sie, dass es mir ernst war und ließ sich helfen. Gemeinsam haben wir ihren Schlüssel gefunden und es war ein tolles Gefühl, ich kenn solche Situationen, ist mir selbst schon passiert!
Ich glaube, das ist bei Vielen vor Allem Unsicherheit. Wer nimmt schon regelmäßig an 1. Hilfe Kursen teil, auch wenn sie kostenlos angeboten werden. Dann lieber für einen Kurzkurs bezahlen. Wenn aber in der Familie etwas passiert, steht man genauso hilflos da. Das kann dann dem Liebsten das Leben kosten, wenn man nicht in der Lage ist einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erkennen und sofort mit entsprechendem Hinweis den Notarzt zu rufen. Bei Schaganfall muß man innerhalb einer halben Stunde in eine Strok-Unit (nicht in ein beliebiges Krankenhaus), sonst bleiben Schäden (Lähmungen) oder späterer Tod!

Weil Menschen (die meisten) nicht mit Leid konfrontiert werden wollen, egal ob mit ihrem eigenen oder fremden.
Sehr gute Frage!!! Ich glaube, das viele Angst haben vor der Verantwortung, die sie übernehmen, wenn sie hinschauen. L.G.
sandrine43 am 15. März 2008 00:22 Danke schön!!!
vielleicht Angst, oder Hemmungen, jemandem in einer schwierigen Situation zu nahe zu treten

Mitten in einem Supermarkt hatte ich mal eine Kolik und krümmte mich stöhnend über dem Griff vom Einkaufswagen. Glaubt nicht, dass einer von den vielen Kunden dort versucht hat, mir zu helfen oder mich wenigstens anzusprechen. Ich sah, wie sie mich anschauten, die Blicke sahen wie angewidert aus, ob sie es waren, weiß ich nicht. Ich bin überzeugt, Leute greifen erst ein, wenn jemand auf dem Boden liegt.
Vielleicht dachten die Leute du wärest besoffen oder so, denken doch die meisten, oder du wärest behindert und hättest Anfälle, einfach nur IGNORANTISCH!
sandrine43 am 15. März 2008 00:26 Ist schon unglaublich. Im TV machen sie ja bei bekannten verschiedenen Reportagen manchmal so Tests mit gestellten Notsituationen um zu sehen wieviele Menschen eingreifen würden. Mir wird immer ganz schlecht wie erschreckend diese Ergebnisse sind. Da mach ich mir manchmal ernsthafte Gedanken um meine oder unsere Sicherheit allgemein.
Noona am 18. Mai 2008 07:52 Sandrine, Sicherheit gibt es nicht. Uns stösst immer nur das zu, was wir anziehen - ob Unfall, Krankheit oder Verbrechen. Es sind unsere eigenen Gedanken (Ur-ängste), die das auslösen. D.h. wir müssen lernen unsere Gedanken zu kontrollieren und die Verantwortung dafür zu übernehmen, was uns selbst zustösst. Meditation ist da sehr hilfreich. Griessli

Weil es kaum noch Christen gibt. Die anderen Religionen über laufen Deutschland ja wie Heuschrecken.
Aber die Deutschen stehen ja auch nicht mehr zum Christentum, egal ob ev. oder kath..
Religionsunterricht ist nicht mehr in Schulen zu finden; aber Moslems sollen rein.
Tolles Deutschland!
Bei der Ellenbogengesellschaft ist das heut kein Wunder mehr. Wie man auch in den Zeitungen liest oder im Fersehen sieht, kann das Eingreifen manchmal Lebensgefährlich sein, bei Streitenden, Angetrunkenen usw.. Leider!

Wenn ich mir so eine Situation vorstelle, wäre wohl der größte Grund, der GEGEN ein Eingreifen spräche, einfach die Unsicherheit. "Vielleicht ist es ja alles nicht so, wie es aussieht. Und dann bist du der Doofe..."
Da doch dann lieber einfach tun, als sähe man nichts....
Ich habe einmal in einer Reportage gesehen, wie ein Mädchen ganz eindeutig entführt wurde. Das Ganze war gestellt, aber absolut glaubhaft. Es fand mitten in einer Stadt statt. Das Mädchen wurde mit (vorgetäuschter) Gewalt in einen Lieferwagen geschmissen.
Glaubt ihr, es hat auch nur EINER der hunderten von Anwesenden einen Finger gerührt?! Wirklich erschreckend.
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Es mag paranoid klingen (und ich denke, das bin ich auch), aber ich trage immer Sprays mit mir (sei es auf dem Weg zur Schule oder zum Einkaufszentrum). Die sind zwar gegen Hunde (und ansonsten verboten), aber kein Gericht sollte mich verurteilen, wenn ich damit mein Leben vor einem besoffenen Psycho retten kann. Die Umstehenden, auf die kann man sich im seltensten Fall verlassen.
Traurig, aber wahr :-(
Gute Anwort - aber passt so gar nicht zu deinem Nick - grins!