Frage von Katzenbaerin, 79

Warum schaffe ich es nicht, Vollzeit zu arbeiten?

Hallo, kurz zu meiner Situation: ich bin 25, verheiratet, habe eine Wohnung mit meinem Mann, keine Kinder. Ich war vor elf Jahren das erst mal in Behandlung wegen Depressionen und Borderline, danach kam noch Magersucht und Burnout dazu. Selten war ich mal in einer „gesunden“ Phase, meistens hatte ich aber eine oder mehrere der Krankheiten. Das letzte Mal war ich 2015 wegen Burnout, Depressionen, Borderline und Magersucht in Behandlung, hab meiner alten Arbeit (Vollzeit, Industriekauffrau im Export) gekündigt und das komplette Jahr arbeitslos/krankgeschrieben. Ich wusste damals eigentlich schon, dass ich noch mal Vollzeit nicht schaffe. Dann, als es mir Winter 2015 langsam besser ging, beschloss ich, wieder auf Stellensuche zu gehen, mit dem Vorsatz, halbtags zu arbeiten. Allerdings fanden sich nur Vollzeit-Stellen, und so bin ich seit Januar 2015 wieder in einer Vollzeit-Beschäftigung (Bürokauffrau im E-Commerce, 40 Std.), die sich auch nicht auf Teilzeit reduzieren lässt. Ich schaffe es einfach nicht, meinen Tag so zu strukturieren, dass ich ein Leben führe. Ich komme in der Regel um 17:30 heim, koche und esse bis 18:00/18:30, packe die Taschen, bereite Essen für den nächsten Tag vor, leg schon mal Klamotten raus, putze und mache Kleinigkeiten um Haushalt bis ca. 19:30/20:00, dusche, putze Zähne usw, und bin froh, wenn ich es schaffe, zwischen 20:30 und 21:00 ins Bett zu kommen, da ich zudem noch sehr viel Schlaf brauche.

Heißt also: Ich habe Montag – Donnerstag absolut keine Zeit. Ich habe keine Hobbies, mir macht nichts Spaß. Freitag Abend – wenn ich nicht schon um 21:00 ins Bett muss – lass ich mir mit Putzen länger Zeit und hetz mich nicht so ab, bin aber meistens gegen 22:00 Uhr platt. Samstag nutz ich dann zum Haus-Großputz und Einkaufen, Sonntag ist der einzig „freie“ Tag, an dem ich dann meistens kaputt im Bett liege, und von dem Gedanken, dass wieder Montag ist, fix und fertig bin. Oft wollen unter der Woche meine Mutter oder mein Bruder etwas mit mir unternehmen, aber ich muss immer absagen, da ich einfach keine Zeit habe, weil ich bis spätestens 20:30 alles erledigt haben muss.

Ich weiß, dass viele sich jetzt denken: Lass die erstmal Kinder haben, dann weiß sie, was keine Freizeit mehr haben ist. Oder: Pah, was will die mit ihrer 40-Stunden-Woche, ich arbeite 50 Stunden und jammer nicht so viel. Aber ICH schaff es einfach nicht. Meine einzigen Bedürfnisse unter der Woche sind schlafen, weinen oder sich erschießen. Ich merke, dass ich wieder tief in eine Depression oder in Burnout rutsche. Therapie würde mir aber momentan nichts nutzen, da sich ja an der Situation nichts ändert – selbst, wenn ich drei oder vier Wochen stationär behandelt werden würde, müsste ich danach wieder Vollzeit arbeiten.

Habt ihr irgendwelche Tipps für mich, wie ich es schaffe, die Zeit zu überstehen, bis ich eine Halbtagsstelle finde oder sich ein anderer Grund ergibt, der mich befreit?

Danke für eure Antworten!

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Antwort
von Gerneso, 35

Ich komme in der Regel um 17:30 heim, koche und esse bis 18:00/18:30, packe die Taschen, bereite Essen für den nächsten Tag vor, leg schon mal Klamotten raus, putze und mache Kleinigkeiten um Haushalt bis ca. 19:30/20:00

Habt ihr denn in der Firma keine Möglichkeit zu essen? Kantine ähnliches?

Samstag nutz ich dann zum Haus-Großputz und Einkaufen

Du schreibst Du bist verheiratet. Was genau macht denn Dein Gatte so im Haushalt? Ihr habt keine Kinder, seid den ganzen Tag ausser Haus, wieso ist es denn Zuhause so dreckig, dass wöchentlich ein mehrstündiger Grossputz veranstaltet werden muss? Oder wohnt ihr in einem Anwesen mit parkähnlicher Anlage welches Du pflegen musst?

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass die Vollzeitstelle Dein Problem ist. Ihr müsst den Haushalt anders planen, so dass man da Entlastung hat und mehr Freizeit. Wenn ihr beide Vollzeit arbeitet sollte es doch möglich sein eine Haushaltshilfe zu beschäftigen, die einmal in der Woche die Bäder, Böden, Fenster, etc. wischt und bügelt.

Einkaufen könnt ihr (Dein Ehemann und Du) ja dann mal abends oder Samstags zu zweit. Ausserdem solltet ihr Euch schöne Paarmomente einplanen mit Restaurantbesuchen, etc. Sowas tut nämlich auch der Seele gut und bringt Freude ins Leben.

Antwort
von TheTrueSherlock, 27

Mir geht es recht ähnlich ._. Weiß auch nicht wohin das führt.

Ich mache allerdings nachdem ich nach Hause komme (18:05 Uhr) nicht viel mehr. Ich esse vielleicht noch was (in letzter Zeit nicht so durchgezogen) und dusche. Ansonsten könnte man 1-2 mal noch spülen oder anderes im Haushalt machen. Das lasse ich aber auch schleifen, weil ich es zurzeit nicht packe.

Frag doch nochmal nach, ob du die Stelle nicht verkürzen kannst auf weniger Arbeitszeit. Es muss ja nicht zwingend sofort Teilzeit sein. 32-Stunden-Woche mit einem freien Tag wäre doch auch mal was. Vielleicht kannst du es sogar riskieren deinem Arbeitgeber vom Burn-out zu erzählen. Du willst ja sowieso kündigen, wenn du etwas anderes hättest.

Geht es denn vom Geld her, dass du nur halbtags arbeiten könntest? Kommt ihr da um die Runden?

Versuche dich mehr zu entspannen, lasse mal was im Haushalt liegen oder lass es deinen Mann machen. Es bringt nichts wenn die Wohnung glänzt und du ein Häufchen Elend bist.

Mache mal an einem Feierabend außer duschen nichts anstrengendes. Koch dir einen Tee, lege dir einen schönen Film ein und knuddel dich mit einer Decke auf did Couch :) Teste das mal. Alles andere ist unwichtig!

Ich bin mir sicher du hast Hobbys, nur dass du sie nicht machst. Also was macht dir Spaß? Versuche das wenigstens einmal in der Woche für eine halbe Stunde zu machen. Am Besten etwas was man auch für den Anfang im Haus machen kann.

LG :)

Antwort
von Shiftclick, 34

Zunächst einmal kannst du ja stolz sein, dass du das alles so auf die Reihe kriegst und schaffst. Ich denke, es ist wichtig für dich, zu merken, dass du das mit der vollen Stelle gebacken kriegst. Was dir das Leben so schwer macht, ist vermutlich nicht leicht herauszufinden, die Liste der Diagnosen ist lang und zeigt eigentlich, dass man nicht wirklich weiß, wo es klemmt. Unverkennbar hast du eine Neigung, Dinge zu klar strukturieren, verbunden mit zwanghaften Tendenzen. Das wirft man nicht einfach über Bord, chaotisch und spontan zu sein, ist für dich vermutlich schwierig. Zeit sparen könntest du sicher bei den häuslichen Aufgaben. Du könntest z.B. eine Woche lang deinen Mann die ganze Hausarbeit machen lassen und in der darauffolgenden Woche wärst du wieder dran. Oder du könntest das Putzen und Aufräumen zusammenstreichen. Man stirbt nicht, wenn man nur einmal im Monat putzt. Auch dein Schlafbedürfnis entspringt eher deiner persönlichen Einschätzung als tatsächlichen lebensnotwendigen Bedürfnissen. Mit nur der Hälfte Schlaf würdest du auch nicht umkommen. Wenn du dir den Luxus aber gönnen möchtest, soviel zu schlafen, wie du tust, dann ist der Preis halt der, dass kaum Zeit für was anderes bleibt.

Kommentar von Katzenbaerin ,

Danke, du hast es ziemlich auf den Punkt getroffen mit deiner Einschätzung. Das Problem ist, wenn ich weniger schlafe, mach ich auf der Arbeit sehr viele Fehler. Nur komplett ausgeschlafen kann ich mich einigermaßen konzentrieren, da mir auch die Tätigkeit an sich absolut keine Freude bereitet. 

Antwort
von kaesesalat, 39

Mach dir nicht selber so ein Stress und denk nicht daran was du zu tun hast. Und lass die anderen labern. Ich weiss dass es leicht gesagt ist. Aber es ist DEIN Leben. Vergleich dich nicht mit anderen. Es wird immer welche geben die was zu motzen haben. Denk an dich und tu das was dir gut tut, natürlich ohne andere dabei zu Schaden. Vielleicht liest du gerne oder gehst spazieren oder so. Nimm dir die Zeit die du brauchst. Und machnmal muss man sich überwiesen Dinge zu tun und hinterher merkt man das es gut war. Ich kenne das :/ ich wünsche dir viel.kraft und alles liebe 

Antwort
von walthari, 31

Vermutlich ist die Vollzeitstelle doch nichts für dich, kannst dich krank schreiben lassen, kündigen und dir etwas anderes suchen...denke bei deiner Vorgeschichte sollte das kein Problem sein das dich ein Facharzt auch länger krank schreibt.

Ansonsten kann ich nur sagen das dein Alltag den du beschreibst in etwa wie meiner aussieht...habe zwar kein Burnout aber bin in einer komplexen Position und hatte auch schon eine Hirnblutung bei der ich fast über die Wupper gegangen wäre...ausserdem nehme ich viele Medikamente,  viel Betablocker vor allem....mit anderen Worten: ich hab einen ganz normalen Job
 wie die meisten meiner Bekannten auch....dafür kann ich mir aber all die tollen Sachen leisten aber ob es das Wert ist frage ich mich schon seit Jahren...hast auf jeden Fall mein Verständnis. ;)

Antwort
von LittleMistery, 6

Vor elf Jahren wegen Borderline in Behandlung ist theoretisch nicht möglich, weil du noch keinen konkrete Diagnose stehen darf. Borderline ist auch keine Krankheit, sondern eine Persönlichkeitsstörung.

Wieso putzt du so viel und wieso machst du nicht eine andere Ausbildung?

Kommentar von Katzenbaerin ,

Mit 14 wurden bei einer Jugendpsychologin das erste mal schwere Depressionen festgestellt, und ich hatte mich stark selbstverletzt und meinen ersten Selbstmordversuch hinter mir, weshalb Sie von Borderline sprachen. Ich hab es jetzt salopp Krankheit genannt, natürlich ist es eine Persönlichkeitsstörung.

Ich habe leider einen Putzfimmel (war auch Teil meiner damaligen Behandlung vor zwei Jahren) und fühle mich stark unwohl, wenn etwas nicht sauber ist.

Eine andere Ausbildung kann ich mir nicht leisten, da wir zwei Vollzeitlöhne brauchen für Miete, Lebensmittel, das Studium meines Mannes abbezahlen, Sprit usw.

Antwort
von Melinda1996, 43

hast du schon mal versucht den haushalt haushalt sein zu lassen und dir eben 2 tag zeit für dich zu nehmen. dein mann kann sich sicher auch etwas auf der Arbeit zu essen holen. vlt wäre das eine Erleichterung.

 

Antwort
von Hexe121967, 35

was bitte gibt es denn jeden tag zu putzen, an taschen zu packen oder sonst was und warum jeden samstag grossputz?  machst du soviel dreck?

ich geh morgens um 7h aus dem haus und bin nicht vor 17h zu hause. da hat man doch zeit genug mal was zu unternehmen. außerdem muss man nicht jeden tag bespasst werden. einfach mal auf dem sofa liegen ist auch was feines!

nebenbei: viele, viele Arbeitnehmer haben 40h-wochen und kommen damit klar.

 

Kommentar von Katzenbaerin ,

Viele, viele Menschen haben auch nicht meine Vergangenheit oder meine psychischen Probleme. Diesen Kommentar möchte ich gern als höchst unqualifiziert einstufen. Schäm dich.

Kommentar von Hexe121967 ,

wieso soll ich mich schämen? du jammerst über zu wenig zeit für dich selber und machst dir doch selber den stress. einfach mal fünfe gerade sein lassen. man muss eine wohnung nicht jeden tag steril halten, man muss nicht jeden samstag grossputz halten. nimm dir einfach die zeit für dich selber dann kommt auch die entspannung nicht zu kurz.

Kommentar von LouPing ,

Hey Katzenbaerin

Sehr viele Menschen kämpfen mit psychischen Problemen und harten Schicksalsschlägen-trotzdem meisten die ihren Alltag (Job, Familie,Kinder). Einige pflegen nebenbei noch Familienangehörige oder haben Kinder mit Behinderungen. 

Hexe121967 hat höflich nachgefragt und dir Tipps gegeben, hier nun empfinde ich deine Reaktion als unangemessen. 

Du schreibst du weißt was dich belastet, ziehst die "Störfaktoren" trotzdem weiter eisern durch.

In der Therapie hast du sicher gelernt wie du dein Verhalten dir  und deiner Umwelt gegenüber ändern kannst.

Nur durchsetzten musst du! das alleine,dabei kann dir niemand helfen. 

Kommentar von Hexe121967 ,

@LouPing - ich befürchte, selbst wenn die fragestellering ab morgen nur noch teilzeit arbeitet, bleibt es bei ihrem zeitmangel, da sie dann noch mehr zeit zum putzen investiert. solagen an diesem problem nicht gearbeitet wird, wird es auch nicht besser... 

Kommentar von LouPing ,

Hey Hexe121967

Deshab sprach ich die Therapien an,putzen war auch da sicher Thema. 

Wie gesagt,aktiv ändern kann nur sie! etwas. 

Antwort
von kaesesalat, 38

* überwinden 

Dein Mann kann dir doch sicher auch helfen? 

Antwort
von Elaysa, 32

Frag einfach den Arbeitgeber ob sich die Stelle in TZ reduzieren lässt! Das ist der einfachste und kürzeste Weg zu mehr Zeit und dann hoffentlich auch Zufriedenheit.

Und noch etwas: putze nicht jeden Tag. Wer bitte macht den in einer Wohnung mit 2 Personen soviel Dreck?

Kommentar von Katzenbaerin ,

Hab ich schon, geht leider nicht. Ich hab leider einen "Putzfimmel" und fühle mich absolut nicht wohl, wenn etwas dreckig ist, deshalb putze ich jeden Tag ein Zimmer, und am Samstag dann nochmal alle zusammen.

Kommentar von Hexe121967 ,

dann solltest du an diesem zwanghaften verhalten etwas ändern - zur not mit professioneller hilfe.

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