Frage von kokosnuss97, 241

Warum sagt man das Amerika den Vietnamkrieg verloren hat?

Laut wikipedia sind in dem Krieg knapp 60.000 Amerikanische Soldaten gefallen, Nordvietnam hingegen hat über 1 Million an Soldaten verloren und noch viel mehr Zivilistem.

Also 60 Tausend zu einer Million. Warum redet man da immer von einer Niederlage der USA ?

Antwort
von TT1006, 84

In erster Linien haben die USA durch den Vietnamkrieg den Rüchhalt in der Bevölkerung verloren. Bis dahin war es im Westen mehr oder weniger unumstritten, dass die USA die Guten seien und all die Kriege gerechtfertigt seien. Durch die unsagbare Grausamkeit und den ausbleibenden politischen Erfolg hinterfragten viele während bzw nach dem Vietnamkrieg die Politik der USA und stellten fest, dass sie kaum besser waren als die UdSSR.

Außerdem kannst du den Sieger eines Krieges nicht nach den Verlusten festlegen. Politisch betrachtet war der Vietnamkrieg für die USA ein absolutes Eigentor. Nicht nur, dass der Rückhalt verloren ging, auch hatte man das Ziel der Demokratisierung und Kapitalisierung (oder wie auch immer man es nennt, wenn ein Staat kapitalistisch wird) Vietnams komplett verfehlt.

Als Drittes ließe sich noch anführen, dass es in einem Krieg ohnehin nur verlierer gibt. Denn ich würde Vietnam nicht gerade als Gewinner des Vietnamkriegs bezeichnen - auch wenn sie sich militärisch betrachtet erfolgsreich gewehrt haben.

Antwort
von kami1a, 98

Hallo! So kannst Du einfach nicht rechnen. Einen Krieg verloren hat wer seine Ziele nicht erreicht hat.

Hat die Sowjetunion den 2. Weltkrieg verloren? Die hatten viel mehr Tote als Deutschland. 

Ich wünsche Dir alles Gute.

Kommentar von kokosnuss97 ,

Naja offiziel villeicht :/ 

Antwort
von tryanswer, 150

Es kommt nicht darauf an wieviel Verluste eine Partei hat. Es kommt darauf an die jeweiligen Interessen durchzusetzen und dazu waren die USA in Vietnam nicht in der Lage.

Antwort
von JBEZorg, 62

Weil man das Ergebnis des Krieges danach beurteilt ob die Ziele erreicht wurden. Nordvietnam hat das wichtigste Kriegsziel erreicht. Amerikaner und ihre verbündeten Compradores aus dem Land gejagt, Vietnam wiedervereinigt und endgültig dekolonisiert.

Die Amerikaner haben ihr Ziel nicht erricht, weder Nordvietnam zu besiegn und Vietnam zu einem Marionettenstaat der USA zu machen nach dem Vorbild von Südvietnam noch zumindest Südvietnam als solchen Staat zu verteidigen. Die letzten Amerikaner sind aus Vietnam geflohen weil ihnen nordvietnamesische Panzer auf den Fersen waren. Da kann man wohl nicht von einem Sieg reden, Verlustzahlen hin oder her.

Antwort
von ponter, 51

Die Zahl der Opfer entscheidet oft nicht in einem Krieg über Sieg oder Niederlage. Entscheidend ist das Erreichen aller Ziele oder eines großen Teils der anvisierten Ziele.

Verdeutlichen lässt sich dies an einem etwas kleineren Umfang auf einer tieferen Ebene.

Als Beispiel führe ich mal die Schlacht von Stalingrad an.

Die Verluste in den Reihen der Roten Armee waren um Einiges höher, als auf Seiten der Achsenmächte, allerdings wurde die deutsche Armee im Kessel aufgerieben und kapitulierte letztendlich. 

Somit bewährte die Rote Armee Stalingrad davor, in deutsche Hand zu fallen, das Ziel wurde damit erreicht. Wenn man so will, kann man in diesem Fall von einem Sieg sprechen.

Natürlich wäre das Optimum in einem Krieg, alle Ziele zu erreichen und dabei die Zahl der Opfer in den eigenen Reihen so gering wie möglich zu halten.

Antwort
von Lhofrath, 39

Ziel der USA war es,dass Vietnam nicht kommunistisch wird.So übterstützte man den Kapitalistischen Süden Vietnams.

Dieses Ziel wurde nicht erreicht.Die US Marines kamen nicht mit dem Dschungel und der Guerillataktik der Vietcong zurecht.Zudem fehlte der Rückhalt dafür in der Bevölkerung der USA.

Der Kommunistische Norden eroberte den Süden und somit wurde Vietnam kommunistisch,das Ziel wurde nicht erreicht und deshalb spricht man von einer Niederlage,da die Kommunisten ihr Ziel erreicht hatten die USA jedoch nicht.Die Opferzahlen spielen dafür keine Rolle,sonst müsste Deutschland auch den Zweiten Weltkrieg an der Ostfront gewonnen haben,weil die UdSSR deutlich mehr Tote zu beklagen hatten.

Antwort
von Akecheta, 75

Das passt da ganz gut:

Die Guerilla gewinnt, wenn sie nicht verliert. Eine reguläre Armee verliert,
wenn sie nicht gewinnt. "Henry Kissinger"

Kommentar von kokosnuss97 ,

Das passt sogar sehr gut

Kommentar von earnest ,

Genau. 

Und deswegen bekam Dr. Henry Strangelove Kissinger nach dem Vietnam-Debakel der USA auch einen halben Friedensnobelpreis - einer der schlechteren Witze der Weltgeschichte.

Antwort
von phalangit, 46

Weil Vietnam heute ein kommunistisches Land ist und die USA ihre Ziele nicht erreicht hat aus Vietnam eine demokratische Republik zu machen

Antwort
von andre123, 35

Na mit der Argumentation haben wir dann  den 2 Weltkrieg ja wohl eigentlich auch gewonnen

Kommentar von earnest ,

Bei DIESEM "wir" sträuben sich bei mir immer die Nackenhaare.

Kommentar von andre123 ,

Ich weis was du meinst, unglücklich formuliert und du hast damit ja auch prinzipiell recht.

Aber man muss ja auch nicht immer jedes Wort auf die politisch überkorrekte Goldwaage legen.

Antwort
von archibaldesel, 30

Es geht ja nicht darum, wer die meisten Opfer zu beklagen hat, sondern wer seine Kriegsziele erreicht hat.

Nach deiner Logik hätte Deutschland sonst auch der 2. Weltkrieg gewonnen. 5 Mio. gefallen Deutschen stehen mehr als 20 Mio. gefallene Russen gegenüber.

Antwort
von voayager, 87

Clausewitz der große Militärstratege bezeichnet Krieg als die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Es war das Ziel der USA den südvietnamesischen Staat vor den Nordvietnamesen sowie dem Vietcong zuschützen, damit es nicht sozialistisch werde. Dieses Ziel wurde mit Pauken und Trompeten restlos verfehlt. Zum Schluß rannte das US-Botschaftspersonal im Laufschritt zu seinen Helikoptern, um so panikartig aus Südvietnam zu flüchten. Das Saigoner Marionettentregime ging elendlich zu Grunde, jegliche US-Unterstützung zuvor, war völlig vergeblich.

Fazit: die USA mußten in Vietnam ihre erste Niederlage in ihrer Geschichte hinnehmen. Das Trauma sitzt so tief, dass es auch heute noch nachwirkt.


Antwort
von Herb3472, 56

Die USA wollten mit dem Vietnamkrieg verhindern, dass (Süd-) vietnam kommunistisch wird.

Ist ihnen das gelungen? NEIN!

Antwort
von x9flipper9, 74

Man sollte nicht auf die Verluste sondern auf die Ziele schauen. USA wollten die Südvietnamesen unterstützen, aus dem von Nordkorea kommunistischen Regime eine Demokratie zu errichten. Zu der Zeit war alles Kommunistische automatisch ein Feind der USA, egal wie weit weg.

Haben sie nicht geschafft, im Gegenteil, nach dem Abzug der Truppen hat die NVA ganz Vietnam eingenommen (vorher waren kleine Teile unter Kontrolle von Südvietnam) und ihre Diktatur fortgeführt. 

Ist ja auch logisch, wenn USA mit ihren 600.000 Soldaten jetzt Russland mit ihren über 1 Millionen Soldaten überfällt dann sollte es Russland selbst mit mehr Verlusten es schaffen, die USA zu vertreiben, Mathematik.

Antwort
von atzef, 32

Wenn du den Marathonlauf gewinnen möchtest aber nach 30 km aufgibst...

Hast du dann gewonnen oder verloren?

Antwort
von earnest, 29

Das Gewinnen eines Kriegs hängt nicht von der Zahl der Opfer ab. Die USA haben ihr strategisches Ziel nicht erreicht. DAS zählt.

Das gesamte Vietnam wurde kommunistisch (wenn man das so nennen möchte).

Gruß, earnest

Kommentar von earnest ,

Gemessen an der Zahl der Opfer, hätte Nazi-Deutschland den Weltkrieg gewonnen. 

Absurd, nicht wahr?

Kommentar von PatrickLassan ,

Die Frage an sich ist doch schon absurd.

Kommentar von earnest ,

Nicht die Frage finde ich absurd, wohl aber den Begleittext.

Antwort
von FrankCZa, 76

Genau genommen hat keiner gewonnen, man sagt halt die USA haben den Krieg verloren weil sie es nicht geschafft haben das komplette land zu besetzen und von der nva zu befreien.

Kommentar von Matermace ,

"befreien"

Kommentar von FrankCZa ,

ja das übliche amerikanische "befreien" eben... xD

Kommentar von earnest ,

Aber sicher hat Vietnam den Krieg gewonnen.

Antwort
von MrMiles, 102

Weil sie nicht das erreicht haben, was sie erreichen wollten.

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