Frage von teomo, 248

Warum regen sich alle so künstlich über Existenzminimum auf und merken gar nicht, dass sie gegen die Menschenrechte sind?

Hi, mal ne Frage zu ner Hausarbeit: Warum regen sich eigentlich so viele Menschen so schwer auf, wenn es um Grundeinkommen, Existenzminimum oder sowas geht, wobei ein gesetzliches Existenzminimum doch in den bills of right" verankert ist. Sei es jetzt das Grundgesetz über den Würdeparagraph Nummer 1 und die Menschenrechte mit diversen stützenden Paragraphen. Im Augenblick ist die herrschende Meinung auf dem Stand, dass das Verfassungsgericht z.B. über diese Frage gerade entscheiden.

Es gibt eine riesen Kluft zwischen dem, was herrschende Meinung ist, und damit was rechtlich zulässig ist einrtseits und der Meinung: "Null Existenzminimum" andererseits.

PS: ich vermute, dass hier ein oder mehrere Tabus im Spiel sind, und das daher die Antworten nicht weiterführend sein werden. Aber bitte klärt mich und die Menschen auf, wenn Ihr es drauf habt und nötig findet! Wie kann man bloß sich so gegen die Menschenrechte aufzuregen, dass es einem _schaudert_? Merken diese Leute eigentlich in welcher Position sie sind, wenn sie sich so gegen die Menschenrechte letztlich aufregen? Kann mir jemand erklären, wie diese Leute ticken, wenn die da austicken? Danke.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Herb3472, 94

Erstens regen sich nicht alle auf - weder echt noch künstlich. Und zweitens gibt es bedauerlicherweise eine beträchtliche Anzahl von Sozialschmarotzern, die es drauf haben, ein angenehmes Leben auf Kosten der Allgemeinheit zu leben, ohne arbeiten zu müssen. Die schaden natürlich dem Image der anderen, die wirklich bedürftig sind.

Kommentar von Maeeutik ,

Eine sehr typische Antwort iS von habe nichts gegen Existenzminimum bin aber sicher dass es zu viele Sozialschmarotzer gibt.

Ausgeblendet wird eine wichtige Frage: Wer ist für das Gemeinwesen schädlicher, ein Steuerhinterzieher mit 1 Million Euro "gesparter" Steuer jährlich oder ein Transferempfänger mit 25 Tsd im Jahr?

Kommentar von AalFred2 ,

Typische Frage, wovon gibt es mehr und warum spielt es eine Rolle, ob man dem Gemeinwesen etwas weniger schadet, weil mehr ausserhalb der eigenen Möglichkeiten liegt?

Kommentar von teomo ,

ich glaube dein bedauern ist ein regelrechtes Leiden. 

Deine Rationale Pflicht wäre es, wenn du kein Geld als Staat hast, um Unterstützung für alle Unversorgten zu betteln und aus Subsidiarität der Menschenrechte muss dir geholfen werden. Keiner der Antworter ist dazu durchgedrungen. Aus bloßen Narzismus wahrscheinlich, will man es nicht wahr haben, dass man selbst nicht nicht mal für die absoluten Mindeststandards eintritt, schuld- und schandhaft nicht eintritt, und das auch schon der ganze Grund ist, weshalb es das Problem überhaupt gibt. Auch der Blick ins Ausland ist den ganzen Beantwortern wohl zu weit, da will (so ziemlich) jeder Existenzminimum Null. (wie kann man bloß solche Antworten verfassen, frage ich mich)

Auf geklärtes Denken hat es auf einmal extrem schwer in dem Feld um das Existenzminimum. Sagt - Kant.

Du bist jedenfalls zu dem irrationalen, aber psychologischem Phänomen durchgedrungen, dass man sich wie von Überflüssigen wie von Ungeziefer am ganzen Körper angeknabbert sieht, von Ratten, usw., das man verrückt werden könnte. (Sagt Canetti) Wir regen uns über die unfunktional nächsten auf: dass wir ungebremst, zu waren Bestien werden, die man in Ketten besser legen müsste. Wir bedrohen mit unserer Macke das Leben auf dem Planeten.

Nun ich lese gerade in der Dialektik der Aufklärung, das unsere gegenwärtiges und totalitäres Meinungssystem, die sogenannte Kulturinstustrie, also die ganzen üblichen verdächtigen; ARD und RTL und co als Maximime über ihren Standorten das Schild stehen hätten: "Es soll keiner hungern und leiden, wers doch tut kommt ins KZ". Vielleicht ist das eine andere Erklärung, dass die Hetze den Kulturindustriemachern ins Konzept passt, aber vielleicht ist es auch nur die "Ungeziefererklärung"  in einer anderen Aufmachung.

Adorno sagt auch, dass wir alle meinen man müsste "opfern". Auch völlig irrational. Aber da man seine Liebsten kennt, hat man schnell schiss, dass man der opferte wird, und versucht seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, und andere reinzustoßen.


Antwort
von GanMar, 76

Ich rege mich auch auf, nicht künstlich sondern richtig. Meiner Meinung nach ist das "Existenzminimum" viel zu niedrig angesetzt und der gesetzliche Mindestlohn ist auch ein Witz. Deutschland, früher einmal eine der leistungsfähigsten Volkswirtschaften der Welt, ist zu einem Niedriglohnland geworden - und das in einer Phase, in der die Wirtschaft brummt. Die soziale Marktwirtschaft schafft sich ab und der Arbeiter wird wieder ein Sklave des Kapitals. Und der, der keine Arbeit hat, ist der Knüppel, mit dem das Kapital dem Sklaven droht... Und da soll ich mich nicht aufregen?


Kommentar von teomo ,

Ja, dass ist ein Grund: jedenfalls ist es zu klein. Son minimum tendiert dazu klein zu werden. Das ist mathematisch. Danke. 

Antwort
von berkersheim, 77

Rechte sind kein Naturgesetz sondern Absichtserklärungen der Menschen untereinander. Um Absichtserklärungen untereinander durchzusetzen bedarf es der materiellen Grundausstattungen. D.h. in einem Land, in dem durch Misswirtschaft nichts geerntet wird, kann auch nichts verteilt werden, auch wenn es 100 mal im Gesetz steht. Außerdem enthalten alle Menschenrechte sehr unterschiedliche Absichtserklärungen. Wenn ein Land gut organisiert ist, kann man die auch einigermaßen einhalten. Je enger es mit dem erwirtschafteten Gesamtprodukt wird, desto mehr treten Konflikte zwischen den einzelnen Absichtserklärungen auf. Wie immer, geht es dann auch um die Definition von Begriffen wie "Existenzminimum", was in einem reichen Land etwas anderes bedeutet wie in einem bitter armen Land. Denn denen, die nichts erwirtschaften, etwas zu geben, bedeutet, anderen, die noch was erwirtschaften, auch davon noch wegzunehmen. Das bedeutet im Zweifel Bürgerkrieg und Elend ohne Ende. Da unter Fachleuten längst bekannt ist, dass Deutschland z.B. eine weiter fortschreitende Explosion der Sozialhaushalte bevorsteht, wird, wenn die Grenze der Belastbarkeit erreicht ist, bald ein heftiges Gerangel und ein Abbau der Sozialleistungen bevorstehen. Politik und öffentliche Medien lassen im Moment den Wohlstandskindern mit ihren sozialen Träumen noch die Illusion, dass wir aus dem Vollen schöpfen können. Das ist aber längst vorbei und wenn die Phase von "Wirtschaft 4.0" kommt und die Arbeitslosigkeit steigt, die importierten Hilfeempfänger zu Protesten organisiert werden, dann wird es erst mal richtig heiß in Deutschland und die Zeiten des Wohlstands können dann endgültig vorbei sein.

Kommentar von ArnoldBentheim ,

Rechte sind kein Naturgesetz sondern Absichtserklärungen der Menschen untereinander.

Das ist richtig - und zugleich auch falsch. Schließlich hat sich der Europäer auch geistig entwickelt und zeitlich grob seit der Aufklärung einen Konsens darüber erzielt, dass es auch ein "Naturgesetz" gibt, aus dem den Menschen unveräußerliche Rechte zufließen.

Um Absichtserklärungen untereinander durchzusetzen bedarf es der materiellen Grundausstattungen. D.h. in einem Land, in dem durch Misswirtschaft nichts geerntet wird, kann auch nichts verteilt werden, auch wenn es 100 mal im Gesetz steht.

Das ist richtig. Insofern muss man konstatieren, dass in Deutschland eine ganze Menge Materielles sinnvoller "verteilt werden" könnte, wenn man politisch wollte.

Denn denen, die nichts erwirtschaften, etwas zu geben, bedeutet, anderen, die noch was erwirtschaften, auch davon noch wegzunehmen. Das bedeutet im Zweifel Bürgerkrieg und Elend ohne Ende.

Das bedeutet in zivilisierten Ländern, dass die wirtschaftlich starken Bevölkerungsteile den materiell benachteiligten Bevölkerungsteilen aus Gründen der gesellschaftlichen Solidarität beistehen und ihnen wenigstens das Existenzminimum durch ihre Steuerleistung ermöglichen.

Da unter Fachleuten längst bekannt ist, dass Deutschland z.B. eine weiter fortschreitende Explosion der Sozialhaushalte bevorsteht, wird, wenn die Grenze der Belastbarkeit erreicht ist, bald ein heftiges Gerangel und ein Abbau der Sozialleistungen bevorstehen.

Die Behauptungen von sog. "Fachleuten" sollte man kritischer betrachten, zumal wenn diese über ihre Zukunftsvisionen theoretisieren. Eine "Explosion der Sozialhaushalte" wird es nur geben, wenn sich die Politiker in Zukunft als unfähig erweisen werden, für die Gesamtgesellschaft Politik zu machen, und stattdessen fortfahren, bestimmte Gesellschaftsschichten unnötig zu begünstigen. In kürzester Zeit ließe sich ein Gesetz verabschieden, das die hemmungslose Privatisierung von Gewinnen und die unsinnige Vergesellschaftung von (privat)wirtschaftlichen Verlusten beendet.

Politik und öffentliche Medien lassen im Moment den Wohlstandskindern mit ihren sozialen Träumen noch die Illusion, dass wir aus dem Vollen schöpfen können. Das ist aber längst vorbei und wenn die Phase von "Wirtschaft 4.0" kommt und die Arbeitslosigkeit steigt, die importierten Hilfeempfänger zu Protesten organisiert werden, dann wird es erst mal richtig heiß in Deutschland und die Zeiten des Wohlstands können dann endgültig vorbei sein.

Wirtschaft ist ein Auf und Ab. Wie die wirtschaftlich-materielle Zukunft gerade in Europa aussehen wird, weiß kein Mensch! Mit den sog. "importierten Hilfeempfängern" einen Sündenbock für zukünftige wirtschaftliche und materielle Probleme aufzubauen, halte ich für eine äußerst bedenkliche, Unfrieden schürende Argumentation!

Kommentar von berkersheim ,

Im Grunde ist der "reale Sozialismus" daran gescheitert, dass er mehr verteilt als erwirtschaftet hat. Die heutigen Zustände, die Metamorphose von ehemaligen Funktionären in Millionäre zeigt, dass es mit der "Gleichheit und Gerechtigkeit" zumindest gegen Ende des realen Sozialismus nicht mehr toll ausgesehen hat. Daran muss ich immer denken, wenn ich die Oberverteiler höre.

Mit dem Sündenbock warten wir mal. Keine zwei Jahre, dann gibt es Fakten.

Antwort
von implying, 85

alles eine folge unseres weltwirtschafts-systems. der kapitalismus kann ohne die arbeitende bevölkerung nicht existieren. arbeiter sind der motor der weltwirtschaft. deshalb wird jedem eingetrichtert dass nicht arbeiten schlimm und absichtlich nicht arbeiten sogar zu verachten ist.

damit einher geht, dass man während der gesamten schulzeit nie lernt was geld eigentlich ist und wo es her kommt. niemand, der sich nicht selbst irgendwann mal mit der materie vertraut macht blickt auch nur ansatzweise durch wie banken funktionieren und was mit unserem erarbeiteten geld passiert.

demzufolge denkt einfach ein großteil der menschen, dass nicht arbeiten und gleichzeitig geld bekommen absolut nicht tolerierbar sei und haben gleichzeitig die befürchtung, dass jemand der umsonst geld bekommt garkeinen anreiz mehr hat arbeiten zu gehn... eben weil jeder nur noch arbeitet um geld zu haben...

dabei sollte die motivation viel mehr die sein, einen beitrag zur gesellschaft leisten zu wollen. grade im dienstleistungssektor sollten menschen arbeiten denen soetwas spaß macht, und nicht welche die es nur machen weil sie keine wahl haben. fast jede körperliche arbeit wird früher oder später durch maschinen ersetzbar sein... und dann? es können nicht alle als dienstleister arbeiten. aber soweit denkt niemand. hauptsache ist für die meisten eben, dass nicht arbeiten auch nicht gefördert werden soll.

dazu kommt noch ein bischen allgemeine missgunst, worin vor allem die deutschen immer ganz groß sind. "ich kann/darf nicht, warum solltest du können/dürfen"

traurig, aber wahr ^^

Kommentar von AalFred2 ,

der kapitalismus kann ohne die arbeitende bevölkerung nicht existieren.

Welches System kann das?

Kommentar von implying ,

ein ressourcenbasiertes, wie es z.b. the venus project ausgearbeitet hat.

Kommentar von AalFred2 ,

Und was machen wir bis die Technologie hierfür zur Verfügung steht und wollen wir wirklich Roboterpolizisten und -ärzte?

Kommentar von implying ,

man würde sich wundern wieviel technologie schon längst zur verfügung stehen könnte wenn geld keine rolle mehr spielen würde...

abgesehen davon sind ideologien wie das venus project nicht dazu gedacht einen umschwung zu forcieren. es soll vielmehr zur aufklärung dienen um eine alternative in der schublade zu haben, falls bzw wenn unser vorherrschendes system irgendwann endgültig zusammenbricht... um dann nicht einfach wieder neuzustarten, sondern es von grund auf besser zu machen.

Kommentar von AalFred2 ,

Dieses aus meiner Sicht nicht anstrebenswerte System funktioniert aber nur, wenn sämtlich Arbeit von Maschinen erledigt wird. Davon sind wir noch Myriaden entfernt. Da kann ich auch den Wunschzettel für den Weihnachtsmann in der Schublade haben, der hilft da ähnlich viel.

man würde sich wundern wieviel technologie schon längst zur verfügung stehen könnte wenn geld keine rolle mehr spielen würde...

Diese steile These kannst du mit Sicherheit mal begründen, oder?

Kommentar von implying ,

klar kann ich das. und diese steile these beschränkt sich nicht nur auf technologie. wissenschaftler machen heutzutage doch auch blos einen job. sie sind auf gelder angewiesen um ihre experimente und studien durchführen zu können, um apparaturen bauen zu können, und nicht zuletzt müssen sie auch blos geld verdienen um leben zu können... forschung kostet eben auch geld. und da budgets immer gedeckelt werden deckelt man auch das potential. würde geld keine rolle mehr spielen würde man abwägen wieviele ressourcen vorhanden sind, sie intelligent nach prioritäten einordnen und denen zur verfügung stellen die sie am sinnvollsten/effizientesten nutzen können.

und ich bin davon überzeugt, dass es mehr als genug  menschen gibt, die das, was sie gut können, gerne tun, wenn sie wissen dass sie damit der allgemeinheit einen dienst erweisen. grade wissenschaftler, aber auch ärzte, pflegekräfte, ordnungshüter... die arbeiten nicht um reich zu werden, dafür verdient man dort zu wenig. die machen das aus überzeugung. die brauchen keine boni als motivation. die wollen anderen menschen helfen, bzw das leben einfacher machen. und jemand der handwerklich begabt ist, gerne bastelt, malt, baut, sich für autos interessiert... der wird sich auch ohne geld in entsprechenden bereichen engagieren - zur not auch einfach aus langeweile. arbeit wäre eben keine arbeit mehr, sondern beschäftigung.

natürlich ist es erstmal schwer sich vorzustellen es gäbe einfach kein geld mehr... aber egal was du als beispiel nimmst, geld ist niemals unumgänglich... man muss es nur schaffen über den horizont unserer durch geld begrenzten welt hinaus zu schauen. anstatt zu fragen "wer bezahlt das?" muss man fragen "warum muss das jemand bezahlen?"

beispiel transportkosten. warum kostet der transport von beispielsweise rohstoffen geld? weil man treibstoff benötigt. warum kostet treibstoff geld? weil er aus vereinzelten quellen stammt, die einige wenige menschen reich und mächtig machen können - eben weil er so viel gebraucht wird und es keinen anderen weg gibt, als demjenigen der an der quelle sitzt geld zu zahlen. geld und macht sind mitlerweile untrennbar miteinander verbunden. und ich bin mir sicher (um nochmal die kurve zu kriegen zu deiner frage) wenn die ganzen ölkonzerne nicht so mächtig wären, gäbe es schon lange viel mehr und bessere elektroautos, bzw generell viel mehr alternative energiekonzepte. man sieht ja wie begehrt die neuen autos von tesla sind, und wie effektiv die technik da schon ist. wäre da nicht der preis... es gibt sogar schon ein pilotprojek für straßen aus solar-zellen, die selbst leuchten (angepasste markierungen anzeigen), im winter sich selbst heizen und einfach auszutauschen sind im falle eines schadens... aber was das wohl kostet ganze infrastrukturen umzubauen......

Kommentar von AalFred2 ,

Geld an sich ist doch nur ein Tauschmittel. Nachdem Ressourcen begrenzt sind, kann man sie nicht einfach jedem unbegrenzt zu Verfügung stellen. Wer in deinem System entscheidet denn, wofür die ressourcen zu Verfügung stehen. Zudem bestreite ich einfach mal deine Behauptung alle würden einfach aus Spass weiterarbeiten. So lange überhaupt noch jemand arbeiten muss, ist deine Behauptung, das System könne ohne arbeitende Bevölkerung existieren auch falsch.

Aber erläuter doch mal, wie die nicht mehr wirklich mächtigen Ölkonzerne die Entwicklung von Elektroautos behindert haben.

Kommentar von implying ,

tauschmittel waren in der vergangenheit mal notwendig, als zugang zu wichtigen gütern begrenzt war. im prinzip wären gegenleistungen nicht mehr notwendig, wenn alles theoretisch für jeden verfügbar wäre. natürlich nicht unbegrenzt... kapazitäten müssen eben weltweit erfasst werden.

und kontrollieren bzw planen würden das hochleistungscomputer die mit daten über den genauen bestand aller ressourcen auf der welt gefüttert wurden, denen die bedürfnisse der bevölkerung bekannt sind und so weiter... natürlich überwacht von menschen. schau dir einfach mal ein par videos zum venus project auf youtube an. das ist alles bis ins detail ausgearbeitet und visualisiert. es geht einfach um nachhaltigkeit und umweltverträglichkeit.

und ich sage nicht dass alle weiterarbeiten... aber die zahl derer die es tun würden, wäre sehr wahrscheinlich ausreichend um alle nicht maschinellen aufgaben zu erledigen.

"das system könne ohne arbeitende bevölkerung existieren" hab ich nie behauptet...

Kommentar von AalFred2 ,

Mal abgesehen von der derzeitigen technischen Nichtmachbarkeit, wer kontrolliert die Kontolleure?

"das system könne ohne arbeitende bevölkerung existieren" hab ich nie behauptet...

Du hast behauptet, der Kapitalismus könne ohne arbeitende Bevölkerung nicht existieren, was mich zu der Frage verleitet hat, welches System das könne. Als Antwort auf diese Frage verwiest du auf das Venusprojekt. Also hast du sehr wohl behauptet selbiges könne ohne arbeitende Bevölkerung auskommen.

Antwort
von voayager, 66

Es sind nicht alle, die sich aufregen, wohl aber etliche Leute. Dabei gilt folgender Grundsatz: "die herrschende Meinung, ist die Meinung der Herrschenden". (Marx) Man könnte auch sagen, "wie der Herr, so`s Gescherr".

Kommentar von teomo ,

Das ist insofern verkehrt, als das primitive Hetzmasse den verantwortlichen Politiker bedroht. Unten böse, oben -zum Glück- gut, heißt die Gleichung hier. Gegen das was du erklärst, gibt es Beweise, von denen ich glaube, dass du sie aus emotionalen Gründen nicht anerkennen willst. 

Aber gut: Adorno sieht den Befehl: Wer hungert und friert, soll ins KZ, über den heutigen Kulturindustrieinstitutionen als Maxime hängen. Diese sind aber nicht gerade die gewählten Politiker, sondern können Politiker mit Hetzmeuten steuern.

Kommentar von AalFred2 ,

Adorno sieht gar nichts mehr. Der ist seit fast 50 Jahren tot und hatte auch bzgl der heutigen Kulturindustrieinstititutionen keine hellseherischen Fähigkeiten.

Antwort
von atzef, 68

Das ist einmal mehr eine aus der Luft gegriffene Verallgemeinerung. Das Sozialstaatsrinzip ist eines der fünf grundlegenden Staatsprinzipien der Bundesrepublik. Es folgt der Idee eines solidarischen Einstehens der Stärkeren für sozial Schwächere.

Praktisch niemand rüttelt grundsätzlich an dieser Grundidee, wie du alarmistisch unterstellst.

Tatsächlich haben wir das leistngsstärkste Sozialsystem, dass die Menschheit in ihrer Geschichte überhaupt hervorgbracht hat.

Kritik gibt es allenfalls an Auswüchsen und im Detail.

Aber es bleibt nun wirklich nischigen, vollkommen neokonservativ (-liberal) degenerierter Anspruchsverwahrlosung vorbehalten, mit Hartz 4 jedwede Grundsicherung abschaffen zu wollen.

Kommentar von teomo ,

nischigen, vollkommen neokonservativ (-liberal) degenerierter Anspruchsverwahrlosung vorbehalten, mit Hartz 4 jedwede Grundsicherung abschaffen zu wollen

Wenn man die Politische Landschaft so abklappert, kommt man zu diesem beruhigenden, achsoo beruhigenden Ergebnis. Alle politischen verantwortlichen stützen dich und die Sicherheit der Welt und das Ende der Sicherheit wird demzufolge nie nie nie eintreten. Die Story ist natürlich das total Märchen. Wie kommt man dazu sich solche Märchen zu erzählen. Wie kommt er dazu, dass "wir alle" der Frage mit der deutschen Politlandschaft subsumieren zu wollen? Haben wir bald 100% deutsche Weltbevölkerung, oder was sind das für Phantasien? Der Blick auf die Wohlfühlphantasien von Sicherheit von gerade noch, ist aber ein beschämter, nicht? Wie kommt man dazu mit so einem Kantholz vor dem Kopf rumzulaufen, wenn wie richtig festgestellt, dass ein Thema von einer Sicherheitsstufe ist, über die man besser erst gar keine Witze macht. 

Wie übersehen "wir" da das "wir" nicht "Deutschland" heißt? 

Die Deutschen machen mit den gerne-Existenzgeldvorenthaltern wie mit "Unmenschen" kurzen Prozess, sie geben ihnen in der politischen Willensbildung keine Stimme, so viel ist richtig und wichtig. England, Frankreich und noch so paar zerquetschte auch. In allen anderen Ländern, fast alle, ist diese Katastrophen-Dummheit herrschende Praxis, ohne nennenswerten Änderimpuls. 

Wer da nicht mit Angst reagiert, man könnte als das Opfer dieser Irren in der Welt irgendwann an der Reihe sein, braucht Hilfe. Wie kann man das übersehen? Wie? Ich glaube du hast es selbst vor lauter Aufregung(!) übersehen. 

Das beweist nur, dass ich recht habe, dass wir alle alle vor lauter Emotion kaum einen klaren Gedanken fassen können, nicht aber eine Ahnung haben, welche genauen Emotionen ursächlich sind. Über die Sicherheit der Menschheit interessiert uns - den normalo Mensch - nicht die uns besitzende Ursache zu kennen. Wir sind wirklich monströs.

Antwort
von Maeeutik, 79

Seitdem es das staatlich organisierte Sozialtransfersystem in D gibt beweisen die "Eliten" mit immer neuen Argumenten, dass es der Allgemeinheit schadet wenn Nichtarbeiten "bezahlt" wird.

Besonders fragwürdig ist im Zusammenhang mit kapitalistischer Arbeit das Argument, nur wer in diesem System produktiv ist hat auch Anspruch auf angemessenes Entgelt.

In einer Informations- und Dienstleistungsgesellschaft sind aber nachweisbar viele nicht produktiv, dh sie stellen nichts her. Trotzdem wird die Krankenschwester deutlich schlechter entlohnt als ein Büroangestellter in einer Bank / Versicherung.

Das Problem mit der Höhe des Existenzminimums und dessen Abstand zum Niedriglohn beginnt also bei einem Wirtschaftssystem, bei dem sich Arbeit lohnen soll aber Kapitalbesitz viel lohnender ist. Kann man dieses Dilemma nicht auflösen muss man einen Nebenkriegsschauplatz schaffen. Seit der Agenda 2010 des SPD-Kanzlers Schröder redet man lieber oft und laut über Sozialschmarotzer und altrömische Dekadenz der nicht arbeitenden als über die meist masslose Gier der Manager und Banker.

Kommentar von barfussjim ,

Eine Krankenschwester stellt auch nichts her.

Kommentar von Maeeutik ,

Wer nix produziert = überflüssig?

Kommentar von barfussjim ,

Nein, der Banker und Manager wird genauso gebraucht wie die Krankenschwester und der Busfahrer.

Kommentar von Maeeutik ,

Könnte man auch mit weniger Bankern / Managern und mehr Krankenschwestern, Polizisten, Busfahrer etc leben?

Kommentar von atzef ,

Natürlich. Aber individuell deutlich schlechter. Das wiederum läge gar nicht am weniger der Banker...:-)

Kommentar von suziesext06 ,

doch. sie stellt Gesundheit wieder her, also nimmt Teil an der Reproduktion der Arbeitskraft.

Kommentar von Andretta ,

Vielen Dank Maeeutik, Du hast es treffend auf den Punkt gebracht! 

Kommentar von atzef ,

Nicht nur die "Eliten" beweisen, dass Nichtarbeit gesellschaftlich und sozial schädlich ist. Das kann eigentlich jeder Dummkopf mit einem Selbstexperiment, indem er sich als Robinson auf einer einsamen Insel ohne Sozialsystem niederlässt und dort ausschließlich Freizeitaktvitäten frönt.

"Nichtproduktiv" sind Tätigkeiten von Krankenschwestern allenfalls in der marxistischen Arbeitswerttheorie. Entsprechend mies war auch deren Status und Bezahlung im vermeintlich "real exisitiert habenden Sozialismus".

Kapitalistische Wertschöpfungstheorien kennen derartig systematisierte Diskreditierungen von Arbeitstätigkeiten gar nicht! :-)

Kommentar von teomo ,


Seit der Agenda 2010 des SPD-Kanzlers Schröder redet man lieber oft und laut über Sozialschmarotzer und altrömische Dekadenz der nicht arbeitenden als über die meist masslose Gier der Manager und Banker.

Die Reaktion die du hier zeigst, würde man sofort als Antisemitismus kassieren. Das eine Thema steht objektiv mit dem anderen nicht im Zusammenhang. 

Letztlich ist es die klassisch deutsche Nazidrohung an beide. Man kann nicht davon lassen, sich an diesem Märchen zu ergötzen, zumal man sich da alle mit einander entschuldigt. Du stellst dich wohl sogar noch als Robin Hood dar, wenn du die armen Mittellosen schützt, in dem du der Meute ein anderes Ziel schmackhafter machen willst, was? Zeitweiser Schutz bis man den Bankern fertig ist, ja? Das ist dann die offene Vernichtungsdrohung? Da bist du ja auch im Verein, der gerne-Vorenthalter, und nicht wie du vorgibst gegen diese.


Schon mal drüber nachgedacht? Die paar Peanuts Banker machen keine Weltarmut, aber ein Haufen abergläubischer Zirkus im Hirn macht das.

 Letztlich wird sofort verleugnet, dass unter allen, allen denkbaren Umständen, für alle Menschen auf der Welt genug Existenzminimum da wäre, dass keiner von denen auch nur im geringsten gegen den anderen kämpfen bräuchte.

Und Resultat. Naklar: Alle drehen ab, weil sie wissen, dass gleich wieder die strukturellen Antisemiten, oder wie sie heißen, wieder ungehindert nicht die Klappe halten. Klar kann ich verstehen. Was habe ich da bloß getan, so was zu fragen...

PS: Würde auch jedem den Mund verstopfen der damit anfängt :D

Antwort
von Traveller24, 14

Ich denke nicht, dass tatsächlich jemand für "Null Existenzminimum" ist. Selbst die härtesten Wirtschaftsliberalen stellen die diversen Sozialabsicherungen in Ihrer Existenz nicht in Frage.

Ich bin gegen das BGE, trotzdem würde ich niemals die Sozialsysteme wie Rente, ALG, Krankenversicherung oder Sozialhilfe abschaffen wollen.

Antwort
von EgonL, 29

Was spricht für ein Grundeinkommen:

Das bedingungslose Grundeinkommen würde unsere Gesellschaft grundlegend verändern. Wir wären damit eine reiche Gesellschaft, die ihren Reichtum jedem zugänglich macht.

Das Grundeinkommen erhält jede und jeder ohne Bedingungen, ohne dass ein Bedarf besteht und ohne dass eine Gegenleistung erbracht werden muss. Es wird überwiesen ohne Überprüfung der eigenen Einkommensverhältnisse oder sonstige Nachweise von Aktivitäten. Weder muss man bürgerschaftliches Engagement vorweisen, noch die Pflege von Angehörigen oder Versuche, Arbeit zu finden. Auch Kinder und alte Menschen erhalten es, genauso wie Reiche. Das Grundeinkommen soll so hoch sein, dass der Lebensunterhalt gesichert und soziale Teilhabe möglich ist.

 

Als Einkommen ohne Vorleistungen und ohne Bedarf stellt es das Gegenteil dar zum Leistungsprinzip des aktuellen Sozialsystems, das eine Grundsicherung von der Arbeitsbereitschaft abhängig macht und im Zweifel auf strenge bürokratische Kontrollen setzt. Dieser Kurswechsel lässt sich mit drei Überzeugungen begründen, auch wenn nicht alle Befürworter es so formulieren würden. Ein Bedingungsloses Grundeinkommen ist demnach:

  1. gerecht, weil der gegenwärtige Wohlstand auf die Leistungen aller zurückgeht, zum einen der vorangegangenen Generationen, zum anderen auf Tätigkeiten in allen Bereichen auch außerhalb des Arbeitsmarktes. Daher haben alle das gleiche Recht auf einen Anteil daran.
  2. sinnvoll, weil es die Freiheit des Einzelnen stärkt und eine neue Kultur der Anerkennung aller gesellschaftlich notwendigen Bereiche schafft. Damit werden wichtige Tätigkeiten außerhalb des Arbeitsmarktes aufgewertet wie die Sorge für Familien oder für das Gemeinwesen, demokratische Teilhabe wird gefördert.
  3. machbar, weil bei vorhandener Produktivität hinreichend Wohlstand erzeugt wird, dass es finanzierbar ist. Die Entkopplung von Arbeit und Einkommen entspricht genau der längst eingetretenen Entkopplung von menschlicher Arbeitsleistung und produzierten Werten. 
Kommentar von AalFred2 ,

Kannst du mir das machbar mal konkret vorrechnen? So mit Zahlen?

Kommentar von EgonL ,

Erwachsenen 600 Euro und Kindern 300 Euro bekommen bedingungslos und ohne bürokratische Kontrollen monatlich ausgezahlt, ergänzt durch eine Gesundheitsgutschrift für die Krankenversicherung von 200 Euro. Der Betrag wird sich finanzieren durch die Erhebung einer Einkommenssteuer von 50 Prozent für Nettoempfänger und 25 Prozent für Nettozahler. Die Grenze zwischen beiden Gruppen kommt dadurch zustande, dass Steuern auf zusätzliches Einkommen direkt mit der Zahlung des Bürgergeldes verrechnet werden und sich an der Transfergrenze aufheben. Dieser Mechanismus wird auch "negative Einkommenssteuer" genannt. Im Gegenzug kommt es zur Abschaffung sämtlicher Sozialleistungen  wie die gesetzlichen Arbeitslosen-, Kranken- und Rentenversicherung sowie Arbeitslosengeld II, Wohn- und Kindergeld. Bei besonderem Bedarf können individuelle Leistungen beantragt werden wie zum Beispiel Wohnkostenzuschläge. Zudem wird der Arbeitsmarkt vollständig dereguliert werden. Kündigungsschutz und Flächentarifverträge individuell und betrieblich ausgehandelten Regelungen weichen, Mindestlöhne entfallen. 

Für die Finanzierung wird eine Grundeinkommensabgabe verwendet sowie weitreichende Steuererhöhungen bei hohen Einkommen und Vermögen, der Ersatz einiger bisheriger Sozialleistungen (z.B. BaföG, Kinder- und Erziehungsgeld) und Bürokratieabbau.

Im übrigen sind viele Wirtschafts-Wissenschaftler dieser Meinung.

Siehe auch hier: http://www.xn--solidarisches-brgergeld-qpc.de/

Kommentar von AalFred2 ,

Das ist keine konkrete Rechnung. Dazu müsste man nämlich auch mal die Einnahmenseite vorrechnen mit Zahlen. Zudem sollen laut deiner Seite in den 600€ schon die 200€  Gesundheitsprämie enthalten sein, so dass man bei 400€ pro Erwachsenem landet. Ansonsten hätte ich dann gerne mal eine Einnahmen- Ausgaben-Rechnung.

Ausserdem ist dein Bürgergeld kein Grundeinkommen, weil man es bei einem Einkommen von über 1500€ gar nicht erhält. Desweiteren kann ich auf deiner Seite auch nicht sehen, wo und warum Kinder weniger bekommen sollen. Allerdings wird trotzdem für jeden Bedürftigen noch zusätzlich etwas gezahlt. Wie das zu Bürokratieabbau führen soll, erschliesst sich mir auch nicht.

Kommentar von EgonL ,

ergänzt durch eine Gesundheitsgutschrift für die Krankenversicherung von 200 Euro

Im übrigen, müssen wir nicht einer Meinung sein

Kommentar von AalFred2 ,

Die Seite, auf die du verweist, spricht von 400€ + 200€ für die Gesundheit, hat aber auch kein Rechenmodell.

Ich würde mich durchaus für ein BGE aussprechen, wenn mir irgendjemand mal realistisch vorrechnen könnte, wie das finanziert wird. Das hat bisher noch niemand geschafft.

Antwort
von SpaghettiBolo, 70

Weil die Leute extrem neidisch sind. Das merkt man doch schon, bei der ganzen Hetze gehen Flüchtlinge. Die gönnen einem nicht mal das Smartphone. Deutschland eben...

Antwort
von Patrix1997, 78

Das liegt leider am Kapitalismus. Wie schon in einer Antwort erwähnt ist ein zentraler Punkt die Arbeit.
Doch mit einem Grundeinkommen (am besten Bedingungslos) schwindet dieser Punkt in gewissem Sinne, da man nicht mehr darauf angewiesen ist jede nur erdenkliche Arbeit anzunehmen. Dann kann auch jemand Kindergärtner werden, ohne sich Gedanken zu machen wie das Geld reinkommt.
Das BGE würde also quasi das hier vorherrschende System einfach umdrehen.
Du kriegst eine Existenzsicherung vom Staat und um das aufzustocken gehst du arbeiten. Dass da Wirtschaft und Co. ein Problem mit haben ist doch logisch.

Kommentar von barfussjim ,

Um die Sache zu finanzieren, gehst du hoffentlich arbeiten.

Kommentar von Andretta ,

Wir bräuchten nur einen Bruchteil des Geldes, dass sich derzeit die herrschende Klasse einsackt, um das BGI zu finanzieren. 

Und ja, ich bin überzeugt davon, dass der Großteil der Menschen immer noch arbeiten ginge. Nur eben ein wenig mehr auf Augenhöhe zum Boss.

Kommentar von AalFred2 ,

Wir bräuchten nur einen Bruchteil des Geldes, dass sich derzeit die herrschende Klasse einsackt, um das BGI zu finanzieren. 

Das hätte ich gerne mal mit konkreten Zahlen unterfüttert. Wie soll das aussehen?

Kommentar von Patrix1997 ,

Das BGE wäre für den Staat sogar günstiger als das Sozialsystem aktuell kostet.

Kommentar von AalFred2 ,

Kannst du mir das mal vorrechnen?

Kommentar von EgonL ,

@Patrix1997Das BGE wäre für den Staat sogar günstiger als das Sozialsystem aktuell kostet.

SO IST ES

Kommentar von EgonL ,

@Patrix1997~~~~Du meist also, "Bonus für Arbeit"

Da bin ich bei dir, OK !

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