Frage von Konzulweyer, 161

Warum reagiert die Einsatzleitung der Polizei manchmal so erbarmungslos brutal?

Hab jetzt wieder von einer Geiselnahme eines 19-jährigen gehört, den man mit einer Spielzeugpistole und einer Handgranatenatrappe bewaffnet einfach erschossen hat. Wenns schon sein muß, könnte man nicht einen gezielten nicht tödlichen Schuß abgeben. Die üben dies ja schließlich. Vielleicht war der Täter nur durchgeknallt und wollte mal groß herauskommen. Nun gut, das weis man nicht. Aber trotzdem kann ich mir vorstellen, daß der Schütze dann Gewissensbisse hat.

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von colagreen, 42

Ich habe es in den Nachrichten gesehen. Der 19 jährige war laut einer aussage verwirrt und wurde erst vor kurzem 19, geld wollte er nicht.

Ich finde, dass der Polizist wo ihn erschossen hat nicht mehr in den Dienst gehört und eine Strafe erhalten sollte.

Es zählt immer nur das Endergebnis und das war: 19 jähriger verletzt bzw. Tötet niemanden. Polizist tötet 19 jährigen und kommt ungestraft davon.

Kommentar von SerenaEvans ,

Man kann einem Täter nicht ansehen, ob er verwirrt ist oder ob die Waffen echt sind. Das war nur eine andere Form von suizid. Die Polizei musste in erster Linie die Geiseln beschützen.

Antwort
von gri1su, 77

Natürlich geht es an keinem Polizisten ohne Emotionen / Gefühlen vorbei, wenn er schießen mußte. Sicher wird die Polizei nach Möglichkeit immer erst versuchen, einen finalen Schuß zu vermeiden, aber viele plötzliche Faktoren können eben auch einen solchen Schuß nicht zwangsläufig verhindern.

Aber Eigenschutz / Schutz für andere Personen geht nun mal vor - und wenn jemand mit einer Waffe / Handgranate gegenübersteht, wird geschossen. Da spielt es auch keine Rolle, dass es sich um Attrappen handelt, sie sind so schnell gar nicht als Solche erkennbar.

Jeder Täter, der sich bewaffnet mit Polizisten auseinandersetzt, muß damit rechnen, dass die Polizei auch von ihrer Waffe Gebrauch macht - und dann die möglichen Konsequenzen in Kauf nehmen..

Antwort
von SerenaEvans, 98

Wer mit einer Atrappe Menschen bedroht, muss damit rechnen, dass die Polizei nicht erst ein Kaffeekränzchen hält, sondern handelt.

Keiner wusste, dass es keine echten Waffen waren und zu dem Zeitpunkt gehen sowohl Eigensicherung, als auch die Sicherheit der Geiseln vor.

Antwort
von oelbart, 25

Stell Dir vor, Du bist unter den Geiseln. Da ist jemand, der offenbar verwirrt ist, bewaffnet und mit mehreren Handgranaten ausgestattet. Er bedroht Dich mit der Waffe, Du bist einen Meter von ihm entfernt.

Würdest Du wollen, dass die Polizei demjenigen erstmal in den Fuß schießt?

Antwort
von Shiranam, 94

Gezielt zu schießen üben normale Polizisten nur ganz rudimentär.

Wäre deine Empörung auch so ausgefallen, wenn die Waffe echt gewesen wäre? Sollten die Polizisten wirklich ihr Leben zum Schutze des Räubers riskieren? 

Angenommen, die Polizisten hätten ihn ins Bein geschossen. Der Kerl hätte dann ja noch immer schießen können!

Antwort
von Still, 19

Auch verwirrte Menschen können töten und schließlich täuschte er bewusst eine scharfe Bewaffnung vor! Wenn er nur angeschossen worden wäre, hätte er mit einer scharfen Waffe noch mehrere Menschen töten können. Es gab für  die Polizei keine gefahrlose Alternative.

Antwort
von Szwab, 20

Schreckschusspistolen sind keine Spielzeugwaffen sondern Schusswaffen gleichgestellte Gegenstände. Bei einer Putativgefahr darf geschossen werden. Kein Polizist muss sich vergewissern, ob die Waffe "echt" ist.

Antwort
von Thiamigo, 55

stell dir mal vor es wäre keine Attrappe gewesen, die Polizei hätte einen Schuss ins Bein abgegeben und die Handgranate oder wie auch immer wäre echt gewesen, da hätte der Täter Zeit noch die Waffe beziehungsweise Handgranate auszulösen und was wäre dann?

Kommentar von Konzulweyer ,

Ja, ist ja schon gut.

Antwort
von Taimanka, 68

zumindest dient es der Abschreckung weiterer potentieller Kinderpistolen-Helden

Antwort
von Goodnight, 72

Du kannst einen bis auf die Zähne bewaffneten Verbrecher nicht mit einem Schuss ins Bein vor einer Gewalttat abbringen. Spielzeugwaffen sind auf Distanz nicht als solche zu erkennen. Der Schutz der Unschuldigen geht vor.

Der finale Rettungsschuss ist der letzte Ausweg.

Wer sich in Gefahr begibt kommt darin um.

Antwort
von XBMC78, 87

Wenn ich ehrlich bin würde ich wahrscheinlich genauso handeln oder würde man zögern nur weil es sich möglicherweise nur um eine Schreckschusswaffe handelt? Ich glaube kaum das jemand das riskieren will.

Das Problem ist leider das man nie wirklich weiß wie die Person gerade tickt und man sich in diesem Moment schnell entscheiden muss.

Antwort
von frodobeutlin100, 34

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/viernheim-toter-geiselnehmer-war-ein-19-ja...

es gab täuschend echte Waffen und Geiseln ... was hätte man Deiner meinung nach denn tun sollen, den Geiselnehmer freundlich bitten doch aufzugeben?

Kommentar von Konzulweyer ,

Ja, zum Beispiel.

Kommentar von oelbart ,

Hat man vermutlich auch getan

Antwort
von Fragenwacht, 89

In einem Forum wie copzone.de ist die Frage besser aufgehoben. Da gibt es tatsächlich Polizisten, die dir darauf antworten können.

Antwort
von KittyCat992000, 87

Sagen wir mal, sie hätten ihn nicht tödlich getroffen und das wären eine echte Pistole und eine echte Granate gewesen. Was hätte den Täter davon abgehalten zu schießen bzw. die Granate zu zünden?

Antwort
von erikology, 23

Die gehen lediglich ihrer Arbeit nach. Kann manchmal unschön werden, ich weiß.

Antwort
von Matermace, 86

Kannst du auf 10m ne Spielzeugpistole von ner echten unterscheiden?

Kommentar von Konzulweyer ,

So wie ichs sehe gibt es für meine Frage kein Verständnis. Anders würde es aussehen wenn jemand von euch mit dem Täter verwandt wäre.

Kommentar von SerenaEvans ,

Der Täter war physchich krank! Das war suizid mit Hilfe. Was hätte die Polizei denn machen sollen? Warten bis er andere tötet?
Dann rede mit deren Angehörigen!

Kommentar von oelbart ,

"Erbarmungslos" und "brutal" sind die falschen Worte für das, was passiert ist.

"Erbarmen" kann man sich nur gegenüber jemanden, indem man eine Strafe abmildert oder die Lage einer Person verbessert (einem Bettler Almosen geben, ein Dach über dem Kopf anbieten,...).
Die Schüsse der Polizei waren hier aber keine Strafe für den Täter - dann wären sie erbarmungslos gewesen- sondern sie dienten einzig und allein dazu, den Angriff sicher zu beenden.

Ein Schuss ins Bein wäre "brutal" gewesen, denn er fügt dem Getroffenen Schmerzen zu, ohne ihn von seinem Vorhaben abzubringen ( Schießen und Handgranaten zünden kann man auch mit einer Kugel im Fuß). 

Der Beamte/die Beamten, die den tödlichen Schuss/Schüsse abgegeben haben, müssen nun damit leben, einen eigentlich ungefährlichen 19jährigen erschossen zu haben. Die Geiseln müssen mit den Erinnerungen an diese Tat leben und mit der Erfahrung, nicht mehr Herr über das eigene Leben gewesen zu sein. Einige werden wohl nie wieder unbeschwert in ein Kino, Theater oder ähnliches gehen können.
Gerecht ist das alles nicht.

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