Frage von almichel, 214

Warum nutzen so wenige Menschen Linux?

Hallo, Ich habe heute auf meinem Laptop Linux Mint installiert und bin begeistert. Alles läuft besser als mit Windows. Aber da frage ich mich. Warum nutzen so wenige Menschen Linux?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Linuxhase, 59

Hallo

Warum nutzen so wenige Menschen Linux?

Vor allem deshalb weil der Mensch ein Gewohnheitstier ist und sich nur schwer zu etwas neuem überreden lässt. Dazu dann die über 20 Jahre reine Dominanz von Microsoft Windows und somit einer gewissen Abhängigkeit.

"Wenig" ist aber eher relativ, denn es sind schon zweistellige Millionen die GNU/Linux auf dem Desktop benutzen ;-)

Die Zahl derjenigen welche Linux eher unbewusst verwenden  ist sogar noch sehr viel höher, denn nahezu jeder Computerbenutzer der auch über einen Router ins Internet geht nutzt Linux in seinen eigenen vier Wänden, oft ohne es zu wissen. Dazu dann die Tatsache das deutlich mehr als 80% aller Online-Angebote auf Linux und openSource basieren. Und im Mobiltelefonbereich sind es über 90% die Linux verwenden. 

Nur auf dem Desktop wartet man (leider) noch auf den Durchbruch.

Linux for World Domination!

Linuxhase

Antwort
von kloogshizer, 78

Ich hab auch vor 4 Jahren die Parallelinstallation von Windows entfernt, weil ich sie nicht mehr benutzt habe. Linux schont meine Nerven enorm, und ich behalte gerne die Oberhand über mein System. Meiner Erfahrung nach ist das aber auch erst seit 4,5 Jahren so, dass man bei einer Linux-Installation wirklich keine Probleme mehr erwarten muss. Es ist dann tatsächlich auch deutlich entspannter als Windows in dieser Hinsicht...

Ich kann mich noch erinnern, dass ich Windows 7 frisch von Microsoft.com heruntergeladen habe, auf einem ein Jahr alten Computer installiert habe, und die Onboard-Netzwerkkarte ging nicht. Irgendso ein Realtek teil, nix besonderes. Sorry aber das geht gar nicht. Ich hatte einen zweiten PC mit dem ich ins Internet konnte, und die ganzen Treiber besorgen konnte, aber bis alles installiert war, verging viel zu viel Zeit. Und andauernd will Windows irgendwas von einem, 5000 verschiedene update-agents die im Hintergrund laufen, und in verschiedenen zyklen aufpoppen und eine Eingabe erwarten. Ich versteh nicht warum man sich das antun sollte.

Es ist immer das gleiche: Wer einmal warm geworden ist mit Linux wird nicht zurück wechseln. Warum es nicht mehr Linux-Benutzer gibt? In der Vergangenheit war es eben nicht so einfach, und die Installation war mit unweigerlichen Problemen verbunden.

Aber sehr oft ist die lösung eines Linuxproblems nur eine Googlesuche 2,3 Klicks und ein Copy-Paste entfernt. Auch hier ist Windows tatsächlich deutlich umständlicher, nur hab ich manchmal den Eindruck, dass man Windows mehr verzeiht als Linux.

Man braucht eine positive Einstellung dazu, ansonsten sollte man Linux gar nicht erst ausprobieren.

Antwort
von Jack63G, 79

Das mag so aussehen und auch so sein in einigen Industrieländern, überall wo auch die USA das Sagen hat. Europa, die EU, und natürlich auch Deutschland ist und war immer schon praktisch eine US-Kolonie und überall dort ist auch Micro$oft präsent !

In anderen Teilen der Welt, wo das noch nicht der Fall ist, und hoffentlich auch nicht so werden wird, wie in Südamerika, Russland, China, Indien.....  sieht das ganz anders aus und die Verbreitung / Verwendung von Linux und anderer Alternativen ist dort weit höher.

Micro$oft ist ein Kartell, eine Doktrin mit großem Einfluss und macht politischen Druck auf Industrie und auf Hersteller.  Die Weichen für die Entwicklung von Software wurde schon viel früher gestellt und die Entstehung von Folgeindustrien vorangetrieben... 

Dieses eingefahrene System und die eingefahrene Politik macht Micro$oft so mächtig und allgegenwärtig und wenn es keine Alternative mehr gibt, kann das nicht gut sein ! 

Windows ( insb. Win 10 ) ist ein Teil der Dominanzpolitik und strategischen Kriegsführung um die Weltherrschaft, ein Baustein eines totalitären, globalen Spionage- und Überwachungssystems.  Das hört sich vieleicht extrem an, ist aber leider die Wahrheit.  Wer das abstreiten wil, oder das bis jetzt nicht weiss, sollte doch etwas aufmerksamer die EULA von Windows 10 lesen ! Ich will das nicht und kann das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren und kläre alle meine Kunden auf, über den totalen Verlust aller Privatsphäre, wenn sie es dennoch verwenden. Ich boykottiere aktiv Windows 10 und biete reife und gut funktionierende Alternativen.

Linux ist inzwischen eine sehr gute Alternative geworden !  Eine Alternative, jedoch kein Ersatz für irgendwas, am allerwenigsten für Windows !  Wegen dieser neuerlichen Entwicklungen sind alternative Systeme stark im Kommen und ich gehöre zu denen, die diese Entwicklung vorantreiben....

Wenn du ab jetzt Linux verwendest, es gut findest, es sogar noch besser als W. läuft, ist das eine Bestätigung mehr, dass das der richtige Weg ist, aus der Diktatur und dem totalen Überwachungssysten auszubrechen....



Antwort
von NoHumanBeing, 115

Bin auch "glücklicher Linux-User", aber viele Dinge sind mit zusätzlichem Aufwand verbunden oder schlicht "ungewohnt" und erfordern daher Einarbeitungsaufwand und viele Menschen sind bequem und scheuen sowohl zusätzlichen Arbeitsaufwand, als auch Veränderung.

Antwort
von mrlilienweg, 78

Weil die Menschen voller Vorurteile sind, ohne sich eigentlich mit der Sache überhaupt zu befasst zu haben.

Ich habe schon viele ähnliche Aussagen anhören müssen: "Was nichts kostet - kann ja auch nichts vernünftiges sein...,  Linux ist nur etwas für Programmierer..., dazu muss man ein IT-Examen haben...".  Noch schlimmer ist die Einstellung der Jugend dazu, wenn etwas nicht zum Spielen taugt, ist es Schrott.

Ich bin seit 1994 von Linux begeistert und dabei, am Anfang musste man schon einen langen Atem haben, um die Freude daran nicht zu verlieren. Von den Kollegen wurde man damals deswegen irgendwie als "PCabartig" eingestuft. Heute ist alles viel leichter und  komfortabler zu bewerkstellen, ich habe mich aber trotzdem auf ArchLinux zurückbesonnen, welches meine Farvoriten-Distribution ist.

Dass der Martkanteil bei den privaten Usern so klein ist, geht mir auch nicht in den Kopf. Ich habe jedenfalls persönlich dafür gesorgt, dass weit über 100 ehemalige Windows-User zu glücklichen Linux-Usern geworden sind.     


Kommentar von kloogshizer ,

Interessanterweise sind es gerade vollkommene Computer-Noobs (z.b. Computereinsteiger in höherem Alter) und Experten die von Linux schwärmen. Eine ablehnende Haltung kommt meist aus der "Mitte"

Kommentar von Linuxhase ,

@kloogshizer

z.b. Computereinsteiger

Genau, die sind nicht vorbelastet und somit noch offen für neues! Man muss vieles des bisher gelernten zurückstellen damit es klappt.

Ob sie nun Windows erst lernen müssen oder Linux lernen müssen macht für diese Gruppe keinen Unterschied.

Linuxhase

Antwort
von gonzo1233, 16

Ich kaufe gerne Rechner mit installiertem Linux. Es ist alles da was ich benötige, der AppShop ist gigantisch bestückt. Virenscanner werden laut dem BSI für freie Betriebssysteme nicht benötigt.

Antwort
von Gondor94, 79

Ich nutze kein Linux, weil der Großteil meiner Computerspiele nicht auf einem Linux-Systemen laufen würde.

Kommentar von Jack63G ,

Das wird sich auch bald ändern.....   Der Trend und die aktuelle Entwicklung zeigt, dass Neuerscheinungen als PC-Version stark abnehmend,  als Version für Konsolen dagegen stark zunehmend ist.  Neue Spiele als PC-Version werden also bald in naher Zukunft eher eine Seltenheit werden.  Alte Klassiker wie z.B. die Call of Duty Reihe zeigen diesen Trend sehr deutlich.  Die letzte PC-Version ist total verbuggt, halbherzig zusamengeflickt, nicht optimiert und braucht exorbitante Hardwarevorraussetzungen, womit es dennoch kaum zufriedenstellend läuft...  Das Aus für die PC-Serie und der Wechsel auf  die Konsolen ist damit vollzogen.  Mit der Konsolenversion ist das Raubkopieren ja auch nicht ganz so einfach und sie kostet immer mehr, als die PC-Version...  Maximierung des Gewinns und bestmögliche Kontrolle und Überwachung der Nutzer steht hier eindeutig im Vordergrund, nicht der Spieler oder  das Spielvergnügen....

Kommentar von Gondor94 ,

Da der PC um einiges vorteilhafter als eine Konsole ist, ist der Markt für PC-Spiele immer noch groß, sogut wie jedes Spiel erscheint über kurz oder lang auf dem PC. Call of Duty als Beispiel für gute Portierungen heranzuziehen halte ich zudem für fragwürdig, Spiele wie The Witcher 3, Fallout 4 etc. laufen bestens auf dem PC.

Auch brauche ich glaube ich nur Steam zu sagen :D Vor allem im Indiebereich stirbt der PC sicherlich nicht aus.

Kommentar von Jack63G ,

Nein, sicher werden Spiele für die PC-Plattform nicht aussterben und das habe ich ja auch gar nicht behauptet !  Schliesslich werden ja die ganzen Spiele auch alle auf einer PC-Plattform entwickelt....

Aber dennoch ist der Trend eindeutig  erkennbar, was an Neuerscheinungen und Verkaufszahlen unwiederlegbar bestätigt wird. "only online" und Konsolenversionen sind das Geschäftsmodell No.1 zukünftiger Spieleentwickler.  Es wäre ein Leichtes, eine PC-Version zuerst herauszubringen, denn es wird schliesslich auf PCs entwickelt, aber ....  es ist nicht gewünscht, auch weil PCs für Spiele heute eine Minderheit geworden sind.  Es wird immer Verückte geben, die für ein High-End-System nur für Spiele ein Vermögen ausgeben, bzw. genug Geld für so was übrig haben,  das wird also nie aussterben.  Dennoch sind Game-PCs mittlerweile zur einer Minderheit, zu einer Seltenheit geworden und das sieht nur sooo viel auis, weil die Branche sehr vordergründig und agressiv beworben wird...

Ich finde z.B. sehr reizvoll und interessant ältere Spieletitel nochals auf aktuellen Systemen zu sehen.  Auf aktueller Hardware ist das oft eine angenehme Überaschung und ein ganz neues Erlebnis in einer anderen Qualität, denn jetzt laufen sie so perfekt, wie sich das die Entwickler damals vorgestellt hatten....  Auch sieht man deulich und hat so einen direkten Vergleich, wie niedrig das Niveau gesunken ist, was für sinnlose, hirnlose, langweilige Spiele mit maßlos überzogenen Hardwareanforderungen es heutzutage gibt.  Ich bin kein Spieler, aber ich muss dennoch wissen, was läuft, denn ich bin Systembauer....

Antwort
von OttoWaalkes, 127

Das Hauptproblem ist, dass Linux keine Executable (.exe Dateien) unterstützen und somit alle Programme, die für Windows geschrieben sind, auf Linux nicht geöffnet werden können. Es sei denn, sie werden auch noch für Linux geschrieben, was aber etwas Aufwand mit sich bringt.

Ich persönlich benutze auch ab und zu Linux (meistens zum Programmieren usw) aber im allgemeinen benutze ich eher Windows, da es einfach Benutzerfreundlicher ist und sich z.B. Treiber einfacher installieren lassen. (Einen Treiber für meinen WLAN-Adapter gibt es z.B. gar nicht).

Außerdem ist Linux, wie schon gesagt, sehr wenig bekannt.

Noch ein Tipp: Wenn dir Linux Mint so gefällt, solltest du mal Ubuntu ausprobieren (insbesondere XUbuntu: http://xubuntu.org/ ;)

Kommentar von NoHumanBeing ,

Ich würde sagen, das ist eigentlich so ziemlich überhaupt nicht das Hauptproblem. ;-)

Erstens gibt es einen Haufen Software, die es für Windows gibt, auch für Linux. (Viele Anwendungen entstammen sogar aus der Unix-Welt und wurden lediglich "portiert".) Oder es gibt zumindest gute Äquivalente.

Zweitens kann man Windows-Programme unter WINE (für native Anwendungen) oder Mono (für .NET-Anwendungen) laufen lassen. Das dürfte aber nur recht wenige "Spezialanwendungen" betreffen.

Die Sache mit den Treibern ist da schon eher ein Problem. Wobei das auch stark auf die Hardware ankommt. "Gängige Hardware" funktioniert unter Linux sogar häufig "besser" (und vor allem "out of the box", weil die entsprechenden "Treiber" ja bereits als Kernelmodule vorliegen und geladen werden), als unter Windows (wo ich erst proprietäre Treiber suchen und installieren muss).

Für Thinkpads z. B. braucht man unter Windows erst einmal ein Dutzend Treiber von Lenovo. Bei Linux sind die entsprechenden Kernelmodule (auch für WLAN, Power-Management, etc.) in der Regel bereits geladen.

Als ich mir ein externes Audio-Interface zugelegt habe, habe ich darauf geachtet, dass es "class-compliant" ist. Es gibt eine Spezifikation, wie sich Audiogeräte "zu verhalten haben", ähnlich wie das mit Tastaturen und Mäusen ("human interface devices") oder Festplatten, Speichersticks, SSDs ("mass storage devices") auch der Fall ist, aber es hält sich nicht jeder Hersteller daran. Wenn man "vernünftige Hardware" kauft, kommt man sehr weit.

Drucker ist bei mir von HP --> "foo2hp"-Modul. Alles überhaupt kein Ding. Bei älteren (oder sehr speziellen) Geräten wird's allerdings häufig schwieriger.

Kommentar von Jack63G ,

Das Hauptproblem ist, dass Linux keine Executable (.exe Dateien)
unterstützen und somit alle Programme, die für Windows geschrieben sind,
auf Linux nicht geöffnet werden können

..... kommt ganz auf die Arbeitsweise und den Standpunkt an !

Wenn man nur mit Windows arbeitet und nun versucht Linux zu einem möglichst vollwertigen Ersatz zu machen, kann das schon zu einem "Hauptproblem" werden.....

Kenne ich meine Aufgabe und mein Linuxsystem ist optimal konfiguriert um diese zu erfüllen,  ist genau das ( keine .exe ausführen zu können )  ein unschätzbarer Vorteil !  Diese Eigenschaft von W. ist eine der "Hauptquellen" aller Sicherheits- und Schadsoftwareprobleme...

Antwort
von officer007, 109

Kenne zu wenige... Ist es wirklich so anders? Und kann man genau das gleiche machen wie mit Windows?

Kommentar von NoHumanBeing ,

Du kannst vielleicht nicht "genau das gleiche machen" (schon gar nicht auf die selbe Art und Weise!), das eine ist eben hier besser, das andere dort.

Wenn ich einen Datenträger klonen möchte (oder ein Image eines Datenträgers erstellen oder ein Image auf einen Datenträger schreiben möchte), benutze ich unter Linux einfach den "dd"-Befehl. Zusätzliche Software brauche ich dafür nicht, denn das kann das System bereits. Größtenteils liegt das daran, dass "unter Linux alles eine Datei ist" (auch Geräte!), das heißt dass mein "Laufwerk kopieren" im wahrsten Sinne des Wortes zu einem "Kopierbefehl" wird.

Unter Windows hingegen brauche ich irgendwelche seltsamen (und in der Regel proprietären) "Disk-Imaging-Tools", wie Acronis oder Norton Ghost. Brrr!

Genau so, wenn ich ein Datenträgerabbild als Laufwerk einbinden möchte. Unter Windows brauche ich hierzu so etwas, wie DaemonTools. Unter Linux mache ich einfach ...

mount -o loop [Datenträgerabbild] [Einhängepunkt]

Problem gelöst! ;-)

So viel zu "Linux ist so kompliziert und man kann so wenig machen". ;-)

Solche Beispiele findest Du recht häufig, wenn Du lange mit dem System arbeitest. Es ist eine steile "Lernkurve" und eine starke Umgewöhnung, aber es zahlt sich aus.

Kommentar von officer007 ,

kann es sein dass die ganzen spiele auf Linux nicht funktionieren?

Kommentar von NoHumanBeing ,

Das ist unterschiedlich. Von Steam beispielsweise ist eine native Linux-Version verfügbar. Auch andere neuere Spiele bieten teilweise eine Linux-Version.

Sicher wirst Du nicht die gesamte Palette haben, wie unter Windows. Ein teil der Windows-Spiele lässt sich per WINE "emulieren" (WINE is not an emulator ;-) ), was aber ziemlich fehleranfällig ist und auch oft gewaltig Performance kostet.

Ich gebe aber auch zu bedenken, dass für viele Menschen, die aus dem Jugendalter raus sind, der Computer ausschließlich oder zumindest vorwiegend ein Arbeitsgerät ist und keine Spieleplattform. Für mich gilt das insbesondere, da ich Informatiker bin. ;-)

Ich stelle die Hypothese auf, dass durch die Umgewöhnung und die "Lernkurve" bedeutend mehr Menschen von Linux abgehalten werden, als durch die fehlenden Spiele. ;-)

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