Frage von Maria33322, 133

Warum nimmt meine Therapeutin meine Essstörung nicht ernst?

Hey :) also ich habe eine Essstörung, bin auch schon länger in Therapie.. Wir reden über sehr sehr viel, da ich mehrere Probleme habe, unter anderem diese Essstörung.. So bald ich aber dazu was erzähle fragt sie nicht so nach wie bei den anderen Themen.. Ist es weniger wichtig?
Es handelt sich bei mir um Bulimie, jedoch habe ich nicht unbedingt täglich damit zu kämpfen..

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Antwort
von Dahika, 48

Sie nimmt sie schon ernst, aber die Esstörung ist nur ein Symptom. Und an Symptomen kann man ewig herumdoktern, ohne dass sich was ändert.

Wichtig ist, welche Konflikte hinter der Esstörung lauern. Wenn die Therapeutin mit dir nur über die Esstörung reden würde, würdet ihr in drei Jahren immer noch darüber reden.

Antwort
von schloh80, 19

Zunächst mal solltest du das mit der Therapeutin besprechen.

Dessen ungeachtet: in Deutschland werden drei Psychotherapieverfahren von der Krankenkasse bezahlt. Davon setzt ein Verfahren (die Verhaltenstherapie) stärker an den Symptomen (hier Symptome der Essstörung) an, die beiden anderen (analytische und tiefenpsychologisch-fundierte Psychotherapie) nicht.

Psychotherapeuten gehen davon aus, dass Patienten eigenverantwortlich sind und sich vor der Suche eines Psychotherapeuten über die Verfahren informieren (ist ja auch für die Eingrenzung notwendig, man kann ja nicht alle Psychotherapeuten im Umkreis anrufen).

Wenn du also eine Behandlung wünscht, die eher Bewältigung von Symptomen fokussiert, solltest du auch ein Verfahren bzw. einen Therapeuten wählen, der dies anbietet.

Normalerweise dienen die ersten bis zu fünf Sitzungen dazu, dies für sich zu prüfen und sich für oder gegen ein bestimmtes psychotherapeutisches Angebot zu entscheiden.

Was ist da denn schief gelaufen (Eigenverantwortung?)? Wie konte es zu so einem Zielkonflikt kommen? Das solltest du mit der Therapeutin besprechen.

Antwort
von kiara36, 52

Erstens solltest Du, sobald Du Zweifel an Deiner Therapeutin hast - vor allem Du das Gefühl hast, das sie Dich nicht Ernst nimmt, sie darauf ansprechen.
Den eine Therapie kann nur erfolgversprechend sein, wenn das Vertrauen stimmt.

Ich kann nur spekulieren:
Vielleicht meint Deine Therapeutin, das Deine Probleme die Ursachen deiner Bulimie sind und sie somit Ursachenforschung "betreibt" und somit denkt, wenn Du therapierst bist, automatisch auch die Bulimie bekämpft ist.
Daher ihr Augenmerk auf die anderen Probleme.

Aber das musst Du sie fragen, wenn Du die Therapie mit ihr weiterführen möchtest!

Antwort
von FlyingCarpet, 29

Deine anderen Probleme führen zu der Essstörung, deshalb sind die vorrangig zu lösen. Ausserdem wird sie Dir sicherlich da keine aussergewöhnliche Aufmerksamkeit schenken.

Expertenantwort
von bodyguardOO7, Community-Experte für Medizin, 22

Die Essstörung ist lediglich nur eine Begleiterscheinung eines psychischen Problems. Erst wenn die Ursache der psychischen Störung erfolgreich therapiert ist verschwindet auch automatisch die Essstörung.

Antwort
von GoodFella2306, 54

Ich vermute mal, dass sie deine Probleme an einer ganz anderen Stelle vermutet, und die mögliche Bulimie einfach nur eine Auswirkung davon ist. Insofern versucht sie herauszufinden, wie man dir helfen kann. Wenn die Probleme gelöst sind, verschwindet die Bulimie höchstwahrscheinlich von ganz alleine.

Antwort
von amdros, 40

Entweder..sie nimmt es tatsächlich nicht ernst ..oder aber sie verfolgt den Weg, wie es dazu gekommen ist, über andere tiefgreifende Erlebnisse in deinem Leben!?

Wenn du dir aber im Zweifel bist, solltest du sie unbedingt direkt darauf ansprechen!

Antwort
von Wurzelstock, 36

Eine Psychotherapie kann nur dann erfolgreich sein, wenn die gewohnten Denkschemata des Patienten unterbrochen werden können.

Wenn es dir nicht gelingt, der Therapeutin deine eigenen Prioritäten aufzuzwingen, spricht das für sie - nicht gegen sie.

Kommentar von LouPing ,

Hey Wurzelstock

Super Antwort! 

Hey Maria33322

Den Satz von Wurzelstock solltest du die rahmen und immer wieder verinnerlichen: 

Wenn es dir nicht gelingt, der Therapeutin deine eigenen Prioritäten aufzuzwingen, spricht das für sie - nicht gegen sie.

Deine Therapeutin macht das einzig richtige-sie "verwirkt" dein pathologisches Verhaltensmuster.

Nur mit der fehlenden Aufmerksamkeit hierfür kannst du lernen dir selber zu helfen. 

Sie reicht dir so die Hand- mache was daraus und arbeite an dir. 

Antwort
von Vivibirne, 3

Sie will mehr über die Gründe, Probleme und Konflikte wissen, die zu der essstörung gehören!

Antwort
von J3imbabe, 38

Bulimie und Magersucht haben ihren Ursprung fast immer in einer anderen psychischen Problematik. Daran sollte man arbeiten, sonst kann man das mit der Esstörung auch nicht lösen. Als ehemals Magersüchtige spreche ich da aus Erfahrung.

Antwort
von ghul666, 33

Möglicherweise hält deine Therapeutin die Essstörung für ein Symptom.

Und möchte nicht Symptome sondern Ursachen bekämpfen.

Antwort
von Hexe121967, 32

diese frage kann dir nur deine therapeutin beantworten.

Antwort
von gunnar90, 26

Deine vermeintliche Bulimie ist wahrscheinlich gar keine echte Bulimie, sondern nur eine Begleiterscheinung deiner anderen Probleme. Die Therapeutin konzentriert sich da mehr auf die Ursache deiner Probleme, nicht auf die Symptome.

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