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Warum nehmen so viele Leute die Artikel aus der Bildzeitung für bare Münze?

gefragt von GustavGans01GustavGans01 am 07.10.2007 um 3:19 Uhr

Ich erlebe es immer wieder, das irgendwelche Leute mir mit Überzeugung etwas sensationelles erzählen von Verschwörungen, Skandalen, jüngst von Hurricans auf Mallorca. Wenn ich frage woher sie die Informationen haben, sagen sie aus der Bild Zeitung. Ich frage mich: Warum glauben so viele Leute ohne zu hinterfragen so einen Blödsinn, wenn doch bekannt ist, dass die Bild häufig lügt? Kann mir das einer erklären? Vielleicht jemand, der selbst die Bildzeitung liest?


Reply


evistie
beantwortet von evistie am 7. Oktober 2007 08:03
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Vermutlich wirst Du nicht viele Beiträge von BILD-Lesern bekommen - die Tendenz hier und überhaupt ist doch eindeutig: Wer BILD liest, ist blöd! Und wer will schon als blöd dastehen?

Dann will ich mal den Anfang machen. Ja, ich lese regelmäßig die BILD - online. Allerdings, das gebe ich zu, eher um mich zu unterhalten als mich zu BILDen. Ich lese darüber hinaus eine (papierne) Tageszeitung und informiere mich über das Weltgeschehen per Nachrichtensendungen. Und - ich glaube keinem alles! Ich will damit sagen, dass man bei allem seinen kritischen Verstand nebenher laufen lassen sollte - ob nun bei BILD, FAZ, ... oder Berichterstattung im Fernsehen. Wie soll ich mir sonst eine eigene Meinung bilden? Von daher fühle ich mich von einer Zeitung wie BILD weder bevormundet, manipuliert noch gar "verdorben". Ich brauche es auch nicht als Beweis meines hohen Intellekts ;o), die BILD nicht zu lesen! Mögen mich doch andere halten, für was sie wollen.

Polarfuchs hat es sehr schön auf den Punkt gebracht, was den Erfolg der BILD ausmacht. Man sollte akzeptieren, dass genau das vielen Menschen genügt, um "mitreden" zu können.

Kommentar von 309dce285d4088b3857c5f2dfeb4e306smallRolf u. Högemann am 7. Oktober 2007 19:10

100 x DH....


polarfuchs
beantwortet von polarfuchs am 7. Oktober 2007 05:40
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Weil es bequem ist, statt sich eine eigene Meinung zu bilden. Die Artikel sind kurz gehalten, viele Bilder, die die Emotionen ansprechen und immer das "Neueste" aus der Ecke Klatsch. Die Zeitung wird am meisten auf dem Weg von und zur Arbeit gelesen und bietet eben seichte Kost, verzichtet ganz Politik und Wirtschaft, Börse. Ausserdem bedient sie am besten die Neugier und Sensationslust der Menschen. Alles Gründe, die tagtäglich zu beobachten sind, wenn zu Hauf Schaulustige am Unfallort sind, oder Gerüchte in die Welt gesetzt werden.

Kommentar von F4a3034a2625b30d6857a5e93c1c8892smallandreas48 am 7. Oktober 2007 07:19

dem gibt es nichts hinzufügen...

Kommentar von 9405f944767584a30d108d50a0131a4asmallEl loco Kaffeesatz (des wahnsinns fette beute) am 7. Oktober 2007 12:26

Richtig, richtig, pupichtig!


Raimund1
beantwortet von Raimund1 am 7. Oktober 2007 08:40
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Altes Chinesiches Sprichwort sagt:

Grosse Schrift = Grosse Wahrheit

;-)

Kommentar von leonhard am 7. Oktober 2007 09:20

so kommt mir das leider auch oft vor...


Yu Ly
beantwortet von Yu Ly am 7. Oktober 2007 06:08
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weil viele menschen zu bequem zum nachdenken sind. genauso könnte man fragen: warum wurde george w. bush wiedergewählt, obwohl er beim ersten mal durch wahlbetrug zur macht kam?

was kann man dagegen tun? allen bildlesern mit internet-anschluss mal diese seite zeigen:

http://www.bildblog.de/

vielleicht hilfts ja ein kleines bisschen...


ohnesonderzeichen
beantwortet von ohnesonderzeichen am 7. Oktober 2007 09:47
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Vielleicht basteln sich viele Menschen aus der BILD-Zeitung (oder dem genauso deprimierenden EXPRESS etc.) überhaupt nur deshalb eine Meinung - weil es so unbequem ist KEINE MEINUNG zu haben. Mir ist es zum Beispiel vollkommen wurscht, mit wem ein bekannter Hamburger Musik-Macher zurzeit seine Körperflüssigkeiten austauscht. Dazu habe ich KEINE MEINUNG. Diesen 'Luxus' kann ich mir leisten, weil es meine Freunde und Bekannten genauso kalt lässt. Würden sich Freunde und Bekannte dafür aber interessieren, stünde ich ja schnell als nörgelnder Nerd in der Ecke: "Dä Dietaa hat mal wieder rumgevöglt? - Wer ist denn dieser Dieter überhaupt? - Muss ich dazu eine Meinung haben?" Weil neben dem Krach- und Kindermachen ja der größte Wunsch vieler, vieler Menschen darin besteht, irgendwo "dazuzugehören", produziert die Boulevardpresse gleich beides:

Die Themen, von denen viele Menschen glauben, eine Meinung haben zu müssen (um zum warmen Mief der Meinungsgruppe dazuzugehören) und die dazu passenden Meinungen (weshalb es auch ganz egal ist, ob ein so genannter "Promi", gestern runter-, morgen hochgeschrieben wird.

Aber im Ernst. Bedenklicher ist vielleicht noch, (1) dass Medien, die sonst (und meist zu Recht) viel von ihrer eigenen Arbeit halten (Süddeutsche, FAZ etc.), die BILD-Zeitung als Quelle benutzen. (2) der Boulevard-Mist mittlerweile in allen Medien-Ecken vor sich hin dampft. Wer würde beispielsweise auf der Start-Seite seines E-Mail-Anbieters nicht lieber ein paar seriöse Meldungen finden - als Null-Info-Nachrichten aus der Welt der "Promis". (3) Zeit ein knappes Gut ist: Wer "BILD" liest, macht sich jedenfalls in dieser Lektüre-Zeit nicht (durch etwas anderes) schlauer.





MarcoPolo
beantwortet von MarcoPolo am 7. Oktober 2007 08:32
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Ich halte es genau so wie Konrad Adenauer beim Spiegel anno dazumal heute mit der Bild-Zeitung: "Dat Drecksblatt lese ick nich." Und dir evistie muss ich schon sagen: Dass du dich regelmässig der "Unterhaltung" wegen von Bild für blöd verkaufen lässt, dir dessen auch noch bewusst bist (!), dieses hier sogar eingestehst und dafür auch noch Geld bezahlst ... sorry dann tust mir ganz einfach leid.

Kommentar von A7ee77a58b6a4f516be279d53e83a9aesmallevistie am 7. Oktober 2007 08:46

Damit kann ich durchaus leben! :o)

Kommentar von Simple_avatar6smallcasualuser am 7. Oktober 2007 09:36

@MarcoPolo:
Warum beantwortest du die Frage nicht, statt Nutzer, die ein Motiv nennen, nämlich kostenlose Unterhaltung (online) zu bemitleiden.
Manchmal krankt GF wirklich daran, dass Nutzer die Fragen nicht genau lesen und Antworten anderer kritisieren, ohne sie genau gelesen zu haben.

Kommentar von Simple_avatar6smallMarcoPolo am 7. Oktober 2007 11:04

casua jetzt stelle mal die Online-Unterhaltung bei evistie nicht in den Vordergrund. Ich denke meine Meinung sowohl über die Zeitungsmacher als auch über die Zeitungsleser kam eindeutig zum Ausdruck. Wobei ich letzteren zugestehen muss, dass es viele Menschen gibt, die es nie gelernt haben, Medien-Informationen grundsätzlich zu hinterfragen. Wenn Bild-Leser das nämlich täten, kämen sie vor lauter notwendigem Hinterfragen nicht mehr zum Lesen. Die mangelhafte Recherche und Profilierung auf Kosten Anderer unterscheidet das Springer-Blatt doch schon ganz gewaltig von einer FAZ, die evistie erwähnt hat. Als Beispiel: Vor einiger Zeit gab es eine Schlagzeile in Bild über Tatjana Gsell in etwa so: "Was finden Männer an dieser Silikonpuppe so toll" oder so ähnlich. Ich kann mir kein Urteil über diese Frau erlauben, weil ich keine Hintergrundinformationen von ihr habe, aber SO eine Schlagzeile ist schlicht und einfach eine UNVERSCHÄMTHEIT. Und genau DAS IST BILD. Adenauer lässt grüssen ...


Knowledge
beantwortet von Knowledge am 7. Oktober 2007 11:23
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Na, die beste Begründung ist doch der BILD-Werbespruch: "BILD dir deine Meinung". Das sagt doch alles. Lass dir deine Meinung bilden; dann brauchst du nicht selbst darüber nachzudenken. Manche der Leser können ja nicht mal denken.


Mismid
beantwortet von Mismid am 7. Oktober 2007 10:36
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Meist ist immer etwas Wahrheit an den Geschichten die in der Bild stehen, auch wenn es selten genau so ist wie es dort geschrieben steht. So ist es auch mit den Hurricans auf Mallorca. Es gab tatsächlich schwere Unwetter auf Mallorca, aber es war kein Hurrican. Es klingt wohl nicht immer jede Meldung spekatulär genug und so werden oft die Worte etwas ausschweifender verändert ohne zu prüfen ob sich dadurch vielleicht der Sinn des Artikels ändert. Dies ist in der Presse und Fernsehen aber allgemein so, da nicht jder Journalist jede Meldung überprüft, überprüfen will oder kann. So gibt es auch keinerlei Gewähr, daß auch wenn etwas in allen Zeitungen erscheint daß es auch wirklich so zutraf. Allein wenn man selbst bei einer Sache dabei war, kann man sich einigermaßen sicher sein. Dies merkt man wenn etwas erelbt hat, von dem später in der Presse berichtet wird. Ich habe selten erlebt, daß diese Berichte 100% richtig waren, bzw. das wichtigste auch wirklich so beschrieben wurde. Prinzipiell kann man sich nie sicher sein daß eine Meldung stimmt oder nicht etwas weggelassen oder zensiert wurde, vielleicht weil es auch staatlich so angeordnet oder vertuscht wird. Dies gilt für alle Medien


demosthenes
beantwortet von demosthenes am 7. Oktober 2007 15:23
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Wenn man seine Informationen ausschliesslich aus der Bild-Zeitung bezieht - was gerade bei Lesern dieses Blattes nicht selten sein dürfte - dann hat man sicher noch nie gelesen, dass das Blatt häufig die Unwahrheit schreibt.


Rolf u. Högemann
beantwortet von Rolf u. Högemann am 7. Oktober 2007 19:09
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Viele nehmen das, was in der Zeitung/in den Nachrichten steht/gesendet wird für bare Münze - egal, welches Medium gelesen/gesehen wird, weil sie denken: "Wenn es nicht wahr wäre -oder zumindest ein bischen- dann würde es ja hier nicht geschrieben sein/gesendet werden."

Ich glaube auch der 'normalen' Tageszeitung nicht und den überregionalen ebenfalls nicht.

Für mich ist die BILD eine Zeitung mit Unterhaltungswert, die einen recht informativen Lokalbezug hat und ich lese sie regelmässig, weil auch mein Partner sie liest. Aber ich lese ebenfalls regelmässig unsere Stuttgarter Zeitungen und online manche andere.

Also evistie hat m.E. völlig recht!


Hans-jürgen Eisenmann
beantwortet von Hans-jürgen Eisenmann am 23. Februar 2008 10:36
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Die Artikel in der Bildzeitung sind in den meisten Fällen wahr und haben sich tatsächlich zugetragen. Man kann der Bild-Zeitung in 99 Prozent der Fälle nicht vorwerfen, dass sie lügt. Die Bild-Zeitung wird häufig überschätzt, denn sie schöpft aus den gleichen Nachrichtenquellen wie jede andere Tageszeitung auch. Allerdings wählen die Redakteure häufiger als bei herkömmlichen Zeitungen dann "blutige" Geschichten für den überregionalen Teil aus. Ein spektakulärer Unfall in der Provinz, beispielsweise in Creglingen in Baden-Württemberg wird beispielsweise im überregionalen Teil der Südwest Presse, der größten baden-württembergischen Abonnementszeitung, mit einer Meldung ohne Bild verwertet, in der Bild-Zeitung kann er, je nach vorliegendem Bildmaterial auch schon mal mit zwei Bildern und 50 Zeilen Text erscheinen. Die Bild-Redaktionen in den einzelnen Landeshauptstädten reichern häufig Meldungen, die über DPA oder DPA-Landesdienste an alle Medien gestreut werden, mit eigenen Recherchen an, sie versuchen, z.B. Namen von Unfallopfern heraus zu bekommen oder bei Suizidfällen. Eine seriöse Tageszeitung wie die Südwest Presse würde zum Beispiel nie so sensationsheischend über einen Suizid mit einem Jugendlichen berichten wie die Bild-Zeitung. Das widerspricht der journalistischen Ethik und die Bild-Zeitung wurde auch schon mehrfach vom Presserat deswegen abgemahnt.




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