Frage von LucasLae, 170

Warum Nationalismus schlecht?

Wenn man nach Nationalismus googelt steht dort: Ideologie bei der die eigene Nation als besser und wichtiger angesehen wird. Der Punkt,dass die eigene Nation besser ist, ist natürlich stark negativ und allein deswegen wäre Nationalismus nichts für mich. Aber was ist an dem Punkt 'Die eigene Nation ist wichtiger' schlimm? Eigentlich müsste doch jeder der hier lebt Deutschland wichtiger finden als Äthiopien oder Brasilien oder sonst ein Land.

Antwort
von Pudelcolada, 86

Aus einer nationalistischen Sichtweise heraus entsteht Überheblichkeit, das Gefühl, aufgrund des eigenen Geburtsortes anderen Menschen überlegen zu sein, nur weil dieser Geburtsort auf dem Gebiet eines bestimmten Nationalstaates liegt.

Was völliger Unsinn ist, denn der Wert zweier Menschen kann sich nicht voneinander unterscheiden und sich erst recht nicht am Ort der Geburt bemessen:
Als z.B. das Saarland französisch war, sind die zu dieser Zeit dort geborenen Menschen weniger wert als diejenigen, die dort vorher oder danach geboren wurden?
Ist ein polnischer Säugling weniger wert, nur weil sein Geburtsort nicht mehr auf deutschem Staatsgebiet liegt?
Kann sich der Wert menschlichen Lebens nach der Staatszugehörigkeit richten?

Manche Nationalisten blicken ständig in die Vergangenheit und fordern die Wiederherstellung früherer Grenzverläufe, das heißt dann Revanchismus.
Viele Vertriebenenverbände waren dabei ganz weit vorn ("Schlesien bleibt unser!") und versuchten, den Prozess der Aussöhnung und Annäherung zu hintertreiben.
Nationalisten greifen auch gerne zu Beschimpfungen wie "Vaterlandsverräter", womit sie jede Äußerung und jedes Verhalten bezeichnen, das an der ideologischen Überhöhung der eigenen Nation rütteln könnte. Dabei lassen sie keinen Zweifel daran, dass dieses "Verbrechen" in ihren Augen schlimmer ist, als einen anderen Menschen als minderwertig zu betrachten.

"Besser und wichtiger" bedeutet in der Konsequenz, nationale Grenzen als Rechtfertigung für die Ungleichheit von Menschen zu benutzen.
Nationalismus verhindert gesellschaftlichen Fortschritt.

Kommentar von VoidLord ,

der Wert zweier Menschen kann sich nicht voneinander unterscheiden

ein 35 jähriges ehepaar mit kindern ist aber sogesehen wertfoller als ein 35 jähriges ehepaar ohne kinder.

Antwort
von Kendall, 81

Nationalismus ist sehr vielen Staaten immanent, allerdings ist Deutschland in mannigfacher Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung.

Die Interpretation des deutschen Nationalismus' ist von Anfang an von geballter Aggression getrieben. Die mittlerweile verbotene Strophe der Nationalhymne ("Deutschland, Deutschland, über alles") wurde viele Jahrzehnte vor der Reichsgründung geschrieben, als "Deutschland" nur die Idee eines Verbundes war.

Durch den preußischen Einfluß entstand ein sehr militarisiertes, starres nationalistisches Bild. Auch ist die Begrifflichkeit "Volk" viel spezifischer, fast blutbezogener als das englische Äquivalent "people". Wann immer deutscher Nationalismus in der Geschichte auftrat, so tat er dies in dem latenten Bewusstsein, eine Einheit schaffen, sich selbst rechtfertigen zu müssen - das in den allermeisten Fällen in Form rauer und roher Gewalt. Insofern unterscheidet sich der deutsche Nationalismus deutlich von bsplw. dem Englischen - er dient der massiven Selbstdefinition durch Abgrenzung. Großbritannien (in englischer Tradition) ist so alt, dass eine Abgrenzung in der massiven Form nicht mehr von Nöten ist. In Frankreich ist es dasselbe.

Deutschland als Nation ist gerade einmal knapp 145 Jahre alt - und in all der Zeit hat dieses Land unzählige Regimewechsel und Landesgrenzenveränderungen erlebt. Es gibt keinen "sicheren Hafen" für diesen Nationalismus, weshalb er sich stetig neu gegen andere Staaten abgrenzen muss, und sich in seiner Geschichte fatalerweise immer durch Außeneinflüsse bedroht sieht (Bolschewisten, Kommunisten, "den Russen", bis hin zu "den Juden" und allem anderen, was dem Deutschen so "ausländisch" sein kann). Dieser Prozess macht den deutschen Nationalismus gefährlicher und unberechenbarer als alle anderen. Und aus dem Grund gibt es da strukturelle Unterschiede, wenngleich ich auch sonst kein großer Fan von Nationalismus insgesamt bin.

Kommentar von IanGaepit ,

Kleiner Hinweise zur 1. Strophe des Deutschlandliedes. Sie ist nicht
Verboten und war bis 1991 auch noch offizielle Nationalhymne (in der der alten Bundesrepublik, sowie im jungen wiedervereinigten Deutschland), mit der 2. und 3. Strophe zusammen. Seit 1991 ist nur noch die 3. Strophe, die bereits zuvor für gewöhnlich auf offiziellen Anlässen gespielt wurde die Hymne Deutschlands.

Antwort
von artdirector, 71

nationalismus ist deswegen schlecht, weil wir nunmal als gesammte menschheit / tierheit auf diesem planeten zusammen leben müssen.

die idee, das wir nur aufgrund eines geburtsortes irgendwie besser sind als andere - oder wichtiger - ist absurd.

spätestens wenn außerirdische uns angreifen - werden wir erkennen das wir alle gleich sind - und um unser überleben kämpfen und zwar zusammen.

die angst vor dem "anderen" begründet sich meiner meinung nach auch nicht in der herkunft sondern in deren anerzogenen idealen - wie zb. religion, tradtion etc ... die teilweise etwas befremdlich oder gar mittelalterlich auf uns wirken können - deswegen aber nicht zwangsweise schlecht oder falsch sein müssen.

Antwort
von FouLou, 62

Ich denke wichtiger ist hier in einem Weltpolitischem sinne gemeint. Was auch ziemlich fern von der realität sein kann. Gutes beispiel der Nordkoreanische diktator.

Ich Persönlich halte nichts vom Nationalismus. Aber solange man kein hass gegen andersartige schürt ist mir das bei anderen egal.

Antwort
von triggered, 65

Grenzen sind nur Linien auf Papier

Kommentar von LucasLae ,

Wie wahr.

Antwort
von alexklusiv, 53

Wenn du dein Land einfach nur "wichtiger" findest, bist du ein Patriot, kein Nationalist. Und Patriotismus ist etwas sehr positives.

Antwort
von DreiGegengifts, 50

Warum Nationalismus schlecht?

Z.B. weil der Nationalismus keine globalen Probleme lösen kann, Synergieeffekte nicht nutzt und häufig zu Kriegen führt.

Wenn man nach Nationalismus googelt steht dort

Wo soll das stehen?

Eigentlich müsste doch jeder der hier lebt Deutschland wichtiger finden als Äthiopien oder Brasilien

Es besteht ein Unterschied zwischen Eigeninteresse und  Nationalismus. Nationalistische und nicht-nationalistische Staaten haben beide Eigeninteresse. Nationalismus beschreibt viel mehr die Ausrichtung, wie diese Eigeninteressen realisiert werden sollen. Und da kann Nationalismus einfach nicht mehr punkten. Auch wenn man das Problem mit der Selbstüberhöhung und des Rassismus außen vor lässt.

Antwort
von VoidLord, 37

nationalismus endet schnel in militarismus was kriege auslöst.

Antwort
von Muhammet63, 77

Nationalismus führt bei manchen Menschen zu Rassismus.

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