Frage von FelinasDemons, 88

Warum muss man sich immer von seiner erbärmlichsten Seite zeigen...?

...um richtige Hilfe zu bekommen? Warum denken Leute, dass ein professioneller Therapeut allein reicht um wieder klarzukommen? Was ist mit "normalen"/ gleichen Menschen um einen herum, mit denen man reden/sich austauschen kann? Und warum jammern die meisten Menschen in Foren nur aneinander vorbei? Ignorieren sich komplett?

Wieso helfen wir uns nicht gegenseitig effektiv? Warum sind wir alle so egoistisch?

Antwort
von vonGizycki, 20

Grüß Dich FelinasDemons!

Anderen Menschen in einem Gespräch, also im direkten Gegenüber, die notwendige seelische Hilfestellung zu geben oder, auf den anderen wirklich eingehend, fundierten Rat zu geben, dafür ist echte Lebenserfahrung und seelische Reife nötig. Außerden gehört dazu auch noch die notwendige Sensibilität, sprich Empathie, sich in den anderen hineinversetzen zu können.

Diese Fähigkeit ist angeboren. Durch gesellschaftliche Verhältnisse wird der Mensch aber zunehmend gezwungen, um sein psychisches Überleben zu kämpfen. Das liegt an der Umwertung von Werten. Ich will damit sagen, das dass das übermäßge Streben nach Besitz, sprich das Verlangen haben zu wollen, einen immer höheren Stellenwert eingenommen hat. Das fördert die Egozentrik und geht auf Kosten anderer.

https://de.wikipedia.org/wiki/Egozentrik.

Dieser Zustand hat mittlerweile pathologischen Charakter angenommen. Kurz gefasst: hast Du was, bist Du was. Dieser seelische Überlebenskampf richtet sich daher darauf, seine Kräfte darauf zu konzentrieren, die dann anderswo fehlen. Der Mensch trainiert sich so die Empathie ab, weil die Kräfte, die man dafür braucht aus einem Fundus kommen muss, der eben nicht materiell zu erlangen ist. Das laugt den Menschen irgendwann so aus bis er krank wird (Beispiel: Burnout).

Aber es sind nicht alle so. Du solltest dann schon nach denen Ausschau halten, die nicht so leben. Davon gibt es aber auch schon viel mehr als Du denkst. Suchen musst Du aber schon. Es gibt sie  die die Lebensweise des Seins dem Haben vorziehen.

In den Foren kommt aus genannten Gründenr viel zu oft die innere Leere zum Vorschein, die eine Lebensweise des Habens produziert. Diejenigen selbst würden das aber energisch von sich weisen, weil die tiefenpsychologischen und auch politischen Gründe nicht bewusst werden. Die Lebensweise des Habens vergiftet unsere Seele auf vielfältigste Art.  Ignoranz, Intoleranz, Selbstüberschätzung, Gleichgültigkeit und das sich selbst zu wichtig nehmen sind die Erscheinungen, die sich gerade auch aktuell in den Freihandelsabkommen CETA und TTIP und TiSA in gegenwärtiger Abgefasstheit zeigen und mit Recht von Befürwortern der Lebensweise des Seins vehement abgelehnt werden (Demonstrationen gegen TTIP unmd CETA).

Ich möchte Dir ein Buch ans Herz legen:

ERICH FROMM

Haben oder Sein

Die selischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft

http://konsumpf.de/?p=12645

Das Buch ist in 70er Jahren geschrieben wo noch die Angst eines Atomkriegs umsich griff. Alles andere im Buch aber ist ohne Abstriche heute mehr denn je aktuell.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Antwort
von Gabriel1992, 40

Ich denke, dass Du so was erlebst oder erlebt hast?? Für jeden Menschen ist es eine andere Auffassung mein Hund tut mir beispielsweise sehr gut ohne das wir so richtig kommunizieren müssen oder können.

Und ja Du hast recht da der Mensch von Natur aus erst ich dann Du wir sind faul geworden in vielen hinsichten Und können. Wenig schätzen, da wir zu viel haben

Antwort
von Ostsee1982, 38

Man muss schon unterscheiden lernen, zwischen Schwierigkeiten die sich im laienhaften Rahmen klären lassen und behandlungsbedürftigen Erkrankungen.

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