Frage von kkf66, 140

Warum muß man in Deutschland als Katholik Steuern zahlen?

Die katholische Kirche ist derzeit eine der reichsten Firmen der Welt? Das gehört sich doch verboten? Wie denkt Ihr darüber?

Antwort
von Nadelwald75, 12

Hallo kkfgg,

zunächst mal grundsätzlich: Wieso gehört sich das verboten? Und dann: Kirchensteuer gibt es nur in Deutschland und Österreich, nicht in der Kirche allgemein.

Zur Begründung:

Allgemeine Rechtsgrundlage: Bei einer Enteignung muss eine Entschädigung gezahlt werden.

Unter Napoloeon wurden Kirchengüter enteignet. Diese Besitztümer kat sich die Kirche aber nie selbst angeeignet, sondern sie wurden mit dem Reichskirchensystem unter Otto dem Großen vom Kaiser gegeben.

Im sog. Reichsdeputationshauptschluss von 1803 wurde dann festgelegt, dass als Ersatz für die Enteignung in Zukunft der Staat für Kosten der Kirche aufkommt, entweder durch eine Einmalzahlung oder durch laufende Zahlungen. Die Einmalzahlung wurde jedoch nie geleistet.

Also hat sich im Lauf der Zeit in Verträgen zwischen Staat (und den Ländern) und Kirche entwickelt, dass nicht die Kirche selbst, sondern der Staat für die Kirche Steuern einzieht, aber dies nur bei den Angehörigen der jeweiligen Konfession.

Wenn jemand dafür ist, die Kirchensteuer abzuschaffen, dann muss er wissen: Der Staat käme dann aus seiner Verpflichtung, für Kirchenkosten aufzukommen, immer noch nicht heraus, und dann würden über den allgemeinen Steuertopf alle mitbezahlen.

Antwort
von Eselspur, 46

weil Hitler der katholischen Kirche die Besitzungen weggenommen hat. Jetzt finanzieren die Mitglieder ihre Kirche.

Kommentar von realsausi2 ,

weil Hitler der katholischen Kirche die Besitzungen weggenommen hat.

Das ist jetzt nicht Dein Ernst, oder? Der Kölner Dom gehört der NPD?

Kommentar von Eselspur ,

im Österreich hat Hitler den Religionsfonds aus der Zeit Josephs des Ii. beschlagnahmt.

Kommentar von Nadelwald75 ,

.... habe ich etwas anders erklärt.

Kommentar von Eselspur ,

du hast Recht Nadelwald. In Österreich gibt es allerdings keine Kirchensteuer, sondern einen Kirchenbeitrag.

Kommentar von Jakob1 ,

das ist falsch. das kommt schon von napoleon her, als dieser alle kirchlichen besitztümer säkularisiert hat, also alle klöster aufgelöst und den kirchlichen besitz beschlagnahmt hat.

Kommentar von Eselspur ,

ich habe mich geirrt und geglaubt die Situation in Deutschland ist ähnlich wie in Österreich. Sorry. 

Antwort
von wolfruprecht, 5

Die katholische Kirche ist derzeit eine der reichsten Firmen der Welt?

Stimmt, der Börsengang steht unmittelbar bevor. Und demnächst kauft der Vatikan Microsoft und Apple in einem Rutsch und die anderen milliardenschweren Peanuts gleich dazu. Soviel ich weiß, zahlt das der Vatiakn locker aus seiner Portokasse. Da haben selbst zusammen alle Mafias dieser Welt keine Chance. Endlich ist es soweit.

Antwort
von Klaraaha, 31

Alle Religionsgemeinschaften, nicht nur die Katholiken,  die als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt sind, dürfen ihre Beiträge über das Finanzamt einbehalten. Auch bei der jüd. Kultussteuer wird das so gehandhabt und einige andere christl. Religionsgemeinschaften. Manchmal auch nur landes- und nicht bundesweit.. Nicht alle Religionsgemeinschaften, machen davon Gebrauch, weil sich das Finanzamt für diesen Service Gebühren einbehält, die man sich spart wenn man selber Beiträge erhebt.

Antwort
von Anthropos, 6

Die katholische Kirche ist nicht eine der reichsten Firmen der Welt. Denn sie ist nicht einmal eine Firma. Sie ist das Heilswerkzeug Gottes. Und die Kirche ist auch nicht überall reich. Eigentlich nur im deutschsprachigen Raum und in Nordamerika. In Spanien verdienen Pfarrer z.B. fast nichts. Es gibt viele Pfarrer, die sich mit einem Nebenjob das nötige Geld verdienen, das sie zum Leben brauchen. In Deutschland ist das anders. Bei uns zieht der Staat die Kirchensteuer ein als Ausgleich wegen der Säkularisation.

Antwort
von flunra39, 17

das IST verboten, wenn unser Grundgesetz gilt . Denn Kirche und Staat sind seit ca  1922 getrennt ( SOLLTEN getrennt sein).

Weil beide Seiten davon profitieren, tut sich da immer noch nicht viel.

NUR durch unseren Kirchenaustritt (1 Gang zum Amtsgericht reicht dafür)  wird sich da etwas bewegen.

Der Staat wird dann umverteilen , was er an Steuerreichtum einnimmt.


Kommentar von martin7812 ,

Wenn du das Grundgesetz angeblich so gut kennst, würde ich mir an deiner Stelle mal Art. 140 nochmal anschauen.

Dort steht, dass ein bestimmter Teil der Verfassung der Weimarer Republik weiterhin gilt, in dem definiert wird, was genau unter "Trennung zwischen Kirchen und Staat" zu verstehen ist.

Wort-wörtliche Zitate:

  • Der Genuß bürgerlicher und staatsbürgerlicher Rechte sowie die Zulassung zu öffentlichen Ämtern sind unabhängig von dem religiösen Bekenntnis.
  • Niemand ist verpflichtet, seine religiöse Überzeugung zu offenbaren...
  • Der Zusammenschluß von Religionsgesellschaften innerhalb des Reichsgebiets unterliegt keinen Beschränkungen.
  • Die Religionsgesellschaften ... sind berechtigt, auf Grund der bürgerlichen Steuerlisten nach Maßgabe der landesrechtlichen Bestimmungen Steuern zu erheben.
Antwort
von Kirschkerze, 82

Es steht jedem frei aus der Institution Kirche auszutreten und dann keine Kirchensteuer mehr zu zahlen

Kommentar von realsausi2 ,

Dennoch zahlen alle über Staatsleistungen die Gehälter der Bischöfe. Auch die Ausgetretenen.

Kommentar von wolfruprecht ,

Analog dazu: Dennoch profitieren alle durch die Enteignung der Kirche seit der Säkularisation.

Die Kirche wäre ja gerne bereit, diese Situation zu ändern und in der Vergangenheit wurde schon mal der Versuch gemacht. Nur: Der Staat hat kein Interesse daran, denn das ist ihm schlichtweg zu "teuer" bzw. es überfordert ihn in seinen Möglichkeiten. Die Zahlungen sind ja größtenteils keine Entschädigung für die enteignete Substanz, sondern ein Ausgleich für die entgangenen Einkünfte der damit verbundenen Versorgungsverpflichtungen (Stichwort: Stifterwillen). Würden die Zahlungen eingestellt werden, dann müssten die Immobilien und Ländereinen zurückgegeben werden. Das Hindernis für eine Lösung ist also weniger die Kirche heute, als vielmehr das Stiftungsrecht, für das i.d.R. der Staat die Aufsicht hat. Andererseits weiß ich nicht, inwieweit die Kirche ein Interesse hat, im Unterhalt teure Immobilien wieder zurückzunehemen. Bei manchen Kirchen ist man bestimmt froh, dass sie sich im Staatsbesitz befinden (z.B. Wieskirche oder so weit ich weiß der Kölner Dom).

Antwort
von Lumbago666, 55

in Zeiten, in denen man ernsthaft darüber nachdenkt, Fußballclubs die entstehenden Kosten für Polizeieinsätze zu berechnen, finde ich es zumindest auch einen Gedanken wert, die Kirchensteuer, die unsere Finanzämter einziehen auch abzuschaffen. Sollen die dich genau wie jeder andere (sinnbefreite) Verein Beiträge erheben.

Kommentar von oelbart ,

Die Kirchen zahlen aber auch für diesen Service.

Kommentar von realsausi2 ,

Unsinn. Es wird nur ein Teil der Kirchensteuer für die Abwicklung einbehalten.

Wenn ich Dir 100 € schenke und vier Euro für die Abwicklung einbehalte, bekommst Du 96 Euro geschenkt und hast nicht einen Cent bezahlt.

Kommentar von martin7812 ,

Ob man es jetzt so oder so formuliert: Der Staat verdient dabei mit.

Würden die Kirchen ihre Mitglieder stattdessen Mitgliedsbeiträge bezahlen lassen, so, wie es bei jedem Sport- oder Musikverein ist, wäre das für den Staat deutlich ungünstiger.

Kommentar von realsausi2 ,

Der Staat verdient dabei mit.

Das kann man vernachlässigen. Immerhin muss er auch die Abwicklung vornehmen. Sollte mich wundern, wenn da unterm Strich was übrig bleibt.

wäre das für den Staat deutlich ungünstiger.

Im Gegenteil. Die Kirchen würden über kurz oder lang pleite gehen. Schau Dir das mal in Frankreich an.

Tatsächlich gibt es keinen Grund, warum Kirchen hier gegenüber Sportvereinen eine Sonderstellung einnehmen sollten.

Kommentar von martin7812 ,

Wenn das stimmt, was ich gehört habe, müsste der Staat bei einer Abschaffung der Kirchensteuern auf ca. 200 bis 300 Millionen Euro pro Jahr verzichten, da der Staat an den Kirchensteuern mitverdient.

Die Kirchengemeinden würden dann vielleicht in der Rechtsform von Vereinen organisiert und die Kirche würde sich das Geld von den Mitgliedern in Form von Mitgliedsbeiträgen holen.

Kommentar von realsausi2 ,

Der Einbehalt beträgt durchschnittlich 3%. Das sind also bei für z.B. 2013 bei einem Aufkommen von ca. 10 Milliarden Euro Kirchensteuer tatsächlich etwa 300 Millionen Euro. Dafür muss der Staat aber auch die Beamten bezahlen, die das abwickeln. Dieser Betrag ist keine reine Einnahme.

Von dieser Gesamteinnahme werden ca. 10 % für soziale und karitative Aufgaben genutzt.

In 2008 betrug das Aufkommen an Kirchensteuer ca. 9 Milliarden Euro. Aufgrund der steuerlichen Absetzbarkeit der Kirchensteuer entstanden dem Staat Verluste von ca 33% des Gesamtaufkommen, also etwa 3 Milliarden Euro, die der Staat an z.B. Lohnsteuer weniger in die Kasse bekommt.

Die Absetzbarkeit hätte wol auch bei einem nichtstaatlichen Einzug der Mitgliedsgebühr der Kirchen Bestand, stellt aber eben allemal eine enorme Subvention der Kirchen dar.

Antwort
von muhamedba, 16

Warum gehört das verboten? Wenn die Katholiken dafür sind, dann sollen die es doch ruhig tun! Als Moslem würde ich nicht einmal dazu etwas sagen, ohne das ein Katholik mich danach fragen würde.

GG regelt den Rest.

Antwort
von Misrach, 23

kannst ja austreten.

Antwort
von KaeteK, 4

Jeder Katholik zahlt seine Steuern freiwillig. Man kann ja aus der Kirche austreten...

Antwort
von zersteut, 71

von irgendjemand muss die Kirche sich das Geld auch nehmen.... 

Kommentar von flunra39 ,

gut,  aber bitte nur von Gleichgläubigen

Kommentar von zersteut ,

du kannst jeder Zeit austreten, dann zahlst du keine Kirchensteuer mehr....

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