Warum muss man immer politisch korrekt sein?

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33 Antworten

Niemand muss "politisch korrekt" sein. Es nicht zu sein ist keine Straftat, nicht mal eine Ordungswidrigkeit.

Aber wer sich rassistisch verhält, darf "Rassist" genannt werden. Und wer sich sich wie ein Nazi verhält, darf als "Nazi" bezeichnet werden. Das ist Meinungsfreiheit und eben keine Pseudo-Meinungsfreiheit. Ebenso darfst du natürlich auch "Gutmensch" zu jemandem sagen, der sich wie ein guter Mensch verhält.

Was du möchtest, ist alles zu sagen und zu tun, was dir in den Sinn kommt, aber vor den Konsequenzen geschützt sein. Mit Steinen schmeißen, aber Schutz deines Glashauses fordern vor Steinen, die zurückkommen. Du willst handeln wie ein Despot, aber dabei als Opfer oder Rebell wahrgenommen werden.

  • Politische Korrektheit errichtet Denkverbote und fördert die Zensur. Sie läuft echter Meinungsfreiheit und Wahrheitsliebe zutiefst zugegen.
  • Ich habe absolut Null Verständnis für sogenannte politische Korrektheit. Es ist wesentlich wichtiger, Dinge beim Namen nennen zu dürfen, Zivilcourage zuu zeigen und für seine eigenen Werte einzutreten. Missstände müssen benannt werden dürfen und abweichende Meinungen sind genau das, was eine Demokratie braucht und wofür Meinungsfreiheit gebraucht wird.

Ich glaube "political correctness" gibt es schon seit langem. Allerdings unterliegt das, was als "korrekt" gilt und was nicht, wie so ziemlich alle unsere gesellschaftlichen Werte, einem ständigen Wandel.

Politisch korrekt sein ist wie allgemein höflich sein. Klar darf man politisch inkorrekt sein, aber man wird auf Widerstand stoßen, genauso wie jemand, der ständig unhöflich ist.

Da der Übergang zwischen politisch inkorrekt, unhöflich und beleidigend fließend ist, sollte man hier auf gf schon darauf achten, politisch korrekt zu bleiben. Es ändert nichts an der Meinung und der Freiheit, sie zu äußern, sondern nur etwas daran, wie man sie äußert.

Privat hat das keine großen Konsequenzen. Im Fokus der Medien stehende Personen müssen aber sehr genau darauf achten, was sie wie äußern. Natürlich dürften sie sich auch politisch inkorrekt äußern, müssten nur mit einem Shitstorm rechnen.

Also niemand kommt ins Gefängnis, wenn er sich politisch inkorrekt äußert (falls das deine Frage ist).

Kommentar von Saturnuss
18.04.2016, 10:03

 Tja die heutigen Menschen sind eben Heulsusen die bei kleinsten nicht so netten Bemerkungen gleich fast in Tränen ausbrechen.

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Man MUSS nicht unbedingt politisch korrekt sein.

Es wäre aber angebracht, und ja es ist eine Pseudo-Meinungsfreiheit, wenn Linke sagen, "Meinungsfreiheit, aber wehe wenn du was gegen Ausländer sagst, dann gibt's Nazikeule",

natürlich sind nicht alle so, aber dennoch ist es auch nicht ganz einfach immer politisch korrekt zu sein. Viele Sachen werden von den Medien als Halbwahrheiten verkauft oder umgekehrt,

LG Dhalwim

Politische Korrektheit ist zumindest oft angebracht, damit man Minderheiten oder auch Menschen allgemein nicht beleidigt, denn sowas macht man einfach nicht.

Man bräuchte natürlich ein konkretes Beispiel, in dem du mir erklärst wo politische Korrektheit nicht angebracht ist? So kann man nämlich nur spekulieren was du meinst. Geht es um die Flüchtlingskrise, Muslime, Homosexualität?

Wichtig ist, dass mein seine Gedanken allgemein sachlich ausdrückt und niemanden beleidigt. Deswegen bin ich z.B. auch noch nie in Konflikt mit politischer Korrektheit gekommen. Solange man seine Aussagen begründen kann und niemand verletzt wird ist alles ok.

Kommentar von Saturnuss
17.04.2016, 19:19

 Tja ich äussere meine Meinung eben manchmal ziemlich direkt und das verletzt manche manchmal.

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Politische Korrektheit ist eine Frage der Konvention. Und Konventionen ändern sich im Laufe der Zeit.

Ein Beispiel:
Vor 40 Jahren galt in Deutschland der Begriff »Neg***« noch als politisch korrekt. Und wer ihn benutzte, wollte damit nicht beleidigen und ging auch davon aus, dass er nicht als Beleidigung aufgefasst wurde.
Inzwischen gilt er als beleidigend. Möglicherweise deshalb, weil die Ähnlichkeit zum geächteten Schimpfwort »Nig***« zu groß ist und die beiden Begriffe nicht eindeutig genug auseinandergehalten werden können. Vor allem von Menschen, die des Deutschen nicht mächtig sind. Das hat wohl zu vielen Missverständnissen und unbeabsichtigten Kränkungen geführt. Also wurde die Konvention geändert.

Politische Korrektheit ist der Versuch, Konventionen zu etablieren und einzuhalten, die andere Menschen nicht verletzen. Die Fairness gebietet es, dass in einem solchen Fall diejenigen die Konvention bestimmen, die von ihr betroffen sind und sich verletzt fühlen.
»In Deutschland lebende Menschen mit dunkler Hautfarbe wählen häufig die Eigenbezeichnung Afrodeutscher, Afrodeutsche, die zunehmend in Gebrauch kommt.« (www.duden.de)

Problematisch wird es, wenn politische Korrektheit zu grotesken sprachlichen Auswüchsen führt, die dann übertrieben oder unfreiwillig komisch wirken. Man denke z. B. an Formulierungen wie »Liebe Gäste und Gästinnen …«.

So etwas reizt natürlich zu Satire und Karikatur, die dann wiederum als Angriff empfunden wird.
Umgekehrt wird der Vorwurf, jemand sei nicht politisch korrekt, ebenfalls häufig als Waffe eingesetzt. Es ist einfach (aber billig), jemanden als politisch inkorrekt zu beschimpfen, der lediglich Schwierigkeiten hat, einen Sachverhalt so zu formulieren, dass er nirgends aneckt und dabei noch sachlich richtig ist.

Eine solche Kluft zwischen guter Absicht und verzerrtem Ergebnis ist weder neu noch selten. Im Falle von politischer Korrektheit hat es dazu geführt, dass der Begriff heute als etwas Restriktives wahrgenommen wird; als Zwang. Und damit als etwas Negatives, als ein Totschlagsargument. Die ursprüngliche Absicht tritt dabei in den Hintergrund.

Kommentar von GrafTypo
18.04.2016, 12:10

Nachtrag:
Auch der automatische Filter dieses Forums ist »politisch korrekt«. Ich musste die beiden N-Wörter in meinem Beispiel abkürzen, um den Beitrag überhaupt posten zu können.

Ein schönes Beispiel dafür, wohin Restriktion führen kann. Der Filter kann nicht unterscheiden, ob ein Begriff erklärend oder beleidigend eingesetzt wird. Die bloße Nennung wird unterbunden.

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Ich denke, wenn man über Morddrohungen oder Aufruf zu Menschenrechtsverletzungen und sowas redet, ist es gut, dass es gewisse Grenzen gibt. Ansonsten ist poltische Korrektheit aber nicht nur überflüssig, sondern auch schädlich. Meinungsfreiheit steht für meine Begriffe über den religiösen oder sonstigen Gefühlen von irgendwelchen Leuten, die ich damit verletze.

Mir ist es egal, wenn jemand mich beleidigt. Ich steh da drüber. Es ist kindisch, und unreif, sich über Worte aufzuregen.

Ich finde die Positionen der AfD unter aller Kanone, aber trotzdem finde ich, sie dürfen sie sagen (außer das mit dem Schießbefehl). Das ist Demokratie

Alles in allem ist pK eine Institution von Leuten, die es nicht akzepiteren können, dass andere Leute eine andere Meinung haben, und gerne heulen, daher gehört sie abgeschafft.

Politische Korrektheit ist heute das, was vor 200 Jahren die Prüderie war. Damals hatte man in Folge der Aufklärung den Menschen quasi neu erfunden als reines Vernunft- und Geistwesen, das sämtliche körperlichen Bedürfnisse, insbesondere solche sexueller Art, abschüttelt oder zumindest in enge Schranken weist, um sich voll und ganz der geistigen Vollendung als höchste Form menschlicher Kultur widmen zu können.

Heute ist es die Vorstellung des Menschen als reines Toleranzwesen, die in Form der politischen Korrektheit immer neue und absurdere Blüten treibt. Jeder Gedanke, die Gesellschaft jener Menschen vorzuziehen, die einem selbst ähneln, wird sofort als unanständig und unaussprechlich betrachtet. Die strengen Sittenwächter sind stets dabei,alle Äußerungen daraufhin abzuklopfen, ob darin eine noch so geringe Feindseligkeit gegenüber Minderheiten oder gesellschaftlich benachteiligten Gruppen versteckt sein könnte.

Aber mit der Zeit wird sich auch diese Phase erledigen und der Nachwelt als Kuriosum unserer Zeit im Gedächtnis bleiben.

Kommentar von authumbla
18.04.2016, 22:58

Eigentlich wollte ich auch was dazu schreiben. Aber besser kann man es nicht ausdrücken.

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Da man sich sonst von der Masse abhebt: Die meisten verbinden das mit schlechte Gefühle, da sie erlebt haben das welche, die aus der Massen schwebten tot-gemobbt geworden sind.

Die Meinungsfreiheit besteht darin das die dich nicht auf dem Scheiterhaufen verbrennen weil du über Gott lästerst.

Dennoch gehts du gegen den Mainstream - schmeißt mit politisch Unkorrektem um dich, ist natürlich widerstand zu erwarten.

Leute als Nazis zu diskreditieren ist natürlich auch politisch sehr beliebt und viel einfacher als sich jedem Argument zu stellen. Oft werden Leute einfach runtergemacht, dann haben deren Argumente auch keine Kraft mehr. Ist viel leichter als immer gegenzuargumentieren.

Politische korrektheit wird natürlich auch genutzt um Meinungen und Richtlinien zu unterstützen oder um gewisse Argumente bzw. Bewegungen anzugreifen.

Es ist einfacher eine Meinung nachzureden, als sich selbst Gedanken zu machen und diese auszudrücken. Bei der politischen Korrektheit kommt hinzu, dass man sich einer Mehrheit im Rücken wähnt.

Du musst keineswegs politisch korrekt sein. Das ist jedoch keine Pseudo-Meinungsfreiheit, sondern ein Versuch deine Meinung, die du frei zu Ausdruck bringen darfst, subtil zu steuern. Doch du bist der Steuermann. Georg Elser z. B. musste auch nicht politisch korrekt sein...man zahlt halt seinen Preis.

Kommentar von Saturnuss
17.04.2016, 18:31

Ja, stimmt.

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GANZ  KLARES  V E T O !  

zumindest in etlichen Punkten !

Ich behaupte mal ganz mutig, das es eine POLITISCHE  Korrektheit nicht gibt bzw. diese dem Sinne nach auch gar nicht gewollt ist und somit auch nicht zu definieren ist. Das einzigste was es hier geben sollte ist das, was jeder zivilisierte Mensch beherrschen müßte : Respekt und Toleranz anderen gegenüber, einfach das, was man so landläufig mit "Manieren" bezeichnet.

Warum mein VETO ?  Nicht umsonst heißt ein wirklich alter Spruch > Politik ist das dreckigste Geschäft< - und das trifft garantiert immer zu .  

Es wird nirgends mehr an der Wahrheit herumgedreht wie im politischen Bereich. Lügen werden wenn machbar zwar vermieden, dafür aber Umschreibungen gewählt die von Experten exakt so verfasst werden, damit es keiner mehr versteht oder deuten kann. 

Käme jemand daher, der wirklich integer genug wäre, und würde als Beispiel hier in OLD GERMANY für die vermeintl. "politische Korrektheit" sorgen, hätten wir den NOTSTAND bzw Bürgerkrieg - Anarchie + Chaos wären die Folge.

DABEI  AUCH sehr bemerkenswert:  Die Macht des Wortes ! 

Hätte vor 40 oder 50 Jahren jemand in aller Öffentlichkeit laut > GEIL< gerufen, wäre ein "SCHUTZMANN" gerannt kommen, um einen vermeintlich psychisch kranken Sexualstraftäter dingfest zu machen - heute reizt es in gleicher  Situation keinen  ( * / "BULLEN" zu einem müden lächeln, und fast jede "Öffentlichkeit" würde heute interessiert fragen > WO-was hab ich verpasst ??

(( * Das mit den "Bullen" = leider heutige Umgangssprache u. bestimmt nicht meine Meinung - zeigt aber sehr krass, wie sich Begriffe verändern !!))  Der Begriff "NAZI"  jedoch ist so zementiert, das sich nichts geändert hat. Schaffen wir´s doch einfach ab - ist ja nur ein Synonym - nicht mal ein Wort ! 

Eine "RECHTS - o. Nazi-Titulierung" heute zu gebrauchen ist doch wohl meist der größte Beweis für Dummheit  Das Synonym >NAZI<  beinhaltet real lediglich die Worte a) Nation und b) Sozialismus - nicht mehr - aber auch nicht weniger. Korrekt wäre es, im Sprachgebrauch dies als NAZI-Gesinnung o.ä. zu formulieren, und es dann so zu handhaben, wie es angebracht ist - DAS WÄRE dann vielleicht mal POLITISCH  KORREKT !

Tatsächlich ist es aber so, das jeder der heute nicht die von den sogenannten  Volksparteien vertretenen Ziele und Thesen unterstützt schnell ein sog. "Nazi oder Rechter" ist ! Einfach nur, weil es das beste verbale TODSCHLAGS-Argument ist.  Auch die eigene Dummheit und Unwissenheit von reinen Maulhelden läßt sich vermeintlich damit guit verbergen.

Hinweis für Leute, die gerne mal etwas herauslesen oder hinein interpretieren:

Ich bin nicht RECHTS - bin auch nicht LINKS - nicht mal Mitte,

NEIN,   ich bin    O B E N  angekommen.

( heißt: ich steh drüber - habe eine eigene Meinung - bei den Manieren hats auch noch keine Beanstandungen gegeben und brauch auch keine politisch neuen Freunde irgend einer Art !

Wenn du mit politisch korrekt sein angepasst sein meinst, dann klare Antwort: Nein muss man nicht. Wichtiger ist differenziertes Denken und Handeln. Das lässt auch Meinungen zu, die mir nicht liegen. Eine ehrliche politische Diskussion lebt von der Meinungsvielfalt, davon dass man sachliche Argumente überzeugend darlegt. Daraus bildet sich dann ein Konsens oder manchmal auch nicht. Zur politischen Korrektheit, gehört es aber auch andere Meinungen stehen lassen zu können, zu akzeptieren, dass andere genauso recht haben können, wie ich. Das hat für mich nichts mit angepasst sein zu tun. In einer freien Demokratie ist fairness noch ein Attribut fü politische Korrektheit.

Politische Korrektheit deckt doch im Kern nur die Dinge ab, die man in der Öffentlichkeit sagen darf oder nicht.
Ob jetzt die Mitmenschen zustimmend nicken, oder betreten zu Boden schauen.

Und das wird anscheinend von der Politik und den damit verbundenen Medien vorgegeben.
Man muss das wohl sein, damit alle am gleichen Strang ziehen.
Und man sich über Menschen empören kann, die anderst sind.

Die Leute die politisch unkorrekt sind, spielen dann wohl den gesellschaftlichen Bllitzableiter.

Für mich scheint es also eine Pseudo-Vorgabe zu sein mit der man Menschenmengen lenken kann.
Schließlich ist etwas mit einem Bann oder einem Tabu zu belegen schon in der Kirche eine wirksame Maßnahme gewesen.
Früher mit der Aussicht auf ewige Verdamnis, heute mit der Aussicht auf soziale Ausgrenzung.

Voraussetzung für all das ist natürlich das die politische Korrektheit selbst als zwingend politisch korrekt eingestuft wird :)

Politische Korrektheit ist eine gute Idee mit mangelhafter Ausführung. Allerdings klingt deine Fragestellung für mich sehr nach "Das wird man doch wohl noch sagen dürfen...".

Zunächst einmal gibt es in Deutschland eine absolute Meinungsfreiheit. Jeder hat das Recht sich seine eigene Meinung zu bilden und diese auch zu äußern. Die einzige Einschränkung diesbezüglich findet statt, wenn es eben nicht nur um freie Meinungsäußerung sondern um Beleidigung, Missionierung o.ä. geht- festgelegt ist dies im GG und BGS und wird im Zweifelsfall nach rechtsstaatlichen Kriterien von ordentichen, unparteiischen Gerichten festgestellt. Es gibt keine "Pseudo-Meinungsfreiheit" in Deutschland.

Zu "politische Korrektheit [ist] oft eben nicht die Wahrheit": Letzendlich geht es um Begrifflkichkeiten, die im Sprachgebrauch gewisse Eigenschaften implizieren. "Schwuch*el" ist beispielsweise abwertend für Homosexuelle und wird auch jugendsprachlich oft als Beleidigung gebraucht, "Ne*er" stammt aus dem rassistischen Kolonialzeitalter und wurde in dieser Zeit häufig abwertend gebraucht- beide Begriffe sind politisch inkorrekt. Ist es deshalb verwerflich wenn sich Schwarze/Dunkelhäutige/Maximalpigmentierte/Farbige/Begriff der Wahl selbst so bezeichnen..? Es geht immer um die Intention des Gesagten. Wenn es nicht meine Absicht ist, meinen Gegenüber zu beleidigen mag sich dieser pikiert fühlen, wenn ich eine politisch inkorrekte Wortwahl gebrauche, die ihn betrifft- allgemein handelt es sich jedoch schlimmstenfalls um ein Missverständnis, das sich im persönlichen Gespräch klären lässt... Aber bitte: Welche politisch inkorrekten Begriffe sind "wahrer" als die PC-Wörter??!? Sind "Ne*er" tatsächlich weniger wert? "Schwuch*eln" weniger männlich? Politisch inkorrekte Wörte sind deshalb politisch inkorrekt, weil sie in irgendeiner Form diskriminieren (bzw. derartig gebraucht wurden), beleidigen und/oder die Würde eines Menschen negieren. Auch wenn es Ansichtssache ist, was als "politsch (in)korrekt" zu betrachten ist: Politische Inkorrektheit ist keine "Wahrheit" sondern im Zweifelsfall diskriminierend und beleidigend!

Sowiel zur Verwendung von politisch korrekter Sprache. Ich nehme an, dass die Fragestellung auch auf die vermeintliche Existenz von politisch korrekter Meinung und Tabuisierung von Themen in Deutschland anspielt.

Zunächst: Es gibt immer eine öffentliche Meinung, die von einer Mehrheit der Bevölkerung getragen wird. Wer gedanklich davon abweicht und dieses öffentlich äußert, wird zwangsläufig einer politischen Ecke/gesellschaftlichen Interessengruppe außerhalb des "normalen" gesellschaftlichen Spektrums zugeordnet- je nach Extremität der Abweichung mehr oder weniger weit außen. Dass abnorme Meinungen und die dazugehörigen Menschen beispielsweise als "[links]liberal" (geringfügig von der ÖM abweichend), "[rechts]extrem" (stark von der ÖM abweichend) oder "fundamentalistisch/terroristisch" (maximal von der ÖM abweichend und häufig auf Änderung des von der ÖM getragenen Gesellschaftssystems abzielend) eingestuft werden ist also ein gewöhnlicher sozialer Prozess. Ohne dass ich diesen bewerten möchte. In unserer demokratischen und rechtsstaatlichen Gesellschaft hat nichtsdestotrotz jeder das Recht, seine Meinung öffentlich zu vertreten- auch die Menschen aus der gesellschaftlichen Mitte die andere Menschen mit abweichenden Meinungen ggf. als "Nazi" o.ä. abstempeln. [Meinungs]Freiheit ist immer die Freiheit der anderen. Hätte Frau Luxemburg vielleicht nicht mit der genau gleichen Intention formuliert, trifft aber dennoch zu. Dafür dass ich den Luxus genieße, meine eigene Meinung frei äußern zu dürfen, muss ich auch akzeptieren, dass sich andere ihre (vielleicht nicht zutreffende) Meinung über mich bilden- und mich beispielsweise als Nazi empfinden, um auf die Fragestellung einzugehen. Gerade die Tatsache, dass genau diese Problematik in zahlreichen Foren (vom Internet bis hin zur Gutmenschen-Mainstream-Lügenpresse) diskutiert wird zeigt doch, dass wir 100%ige Meinungsfreiheit genießen.

Mit Sicherheit sind nicht alle "besorgten Bürger" Menschen mit der politischen Kompetenz einer Amöbe- es finden sich allerdings immer wieder Exemplare die gegenteiliges belegen. Wer also freiwillig bei PEGIDA mitmarschiert, sich sehr kritisch über Flüchtlinge äußert u.ä. hat zwar das gute Recht dazu- muss es sich aber auch gefallen lassen, dafür kritisiert und politisch eingeordnet zu werden. C'est la vie.

Bitte lerne,das man Totschlagsargumente braucht um die politische Rechte klein zu halten.Bitte lese einmal über die Entstehung,die Geschichte und den Untergang der Republikaner.Linksextremisten(SED_PDS) haben z.B.ein Gericht zur Überzeugung gebracht,das Parteitage im Bierzelt illegal sind.Eine feste Räumlichkeit wurde aber verwehrt oder mit so hohen Auflagen versehen,das es nur diesen Ausweg gab.Du hast Meinungsfreiheit,weil Du nicht inhaftiert wirst,wenn Du etwas äußerst.Einen Anspruch auf Gehör hast Du allerdings nicht.Insofern,ja Pseydodemokratie,Pseydomeinungsfreiheit.Denn wir werden von ganz anderen Kräften geführt,wie die meisten denken.Lese einmal über den Versailler Vertrag.Diesen erfüllen wir inzwischen freiwillig,bezahlen für alles und mit jeder dümmlichen Rechtfertigung.Beste Grüße

Kommentar von Saturnuss
17.04.2016, 12:57


 Ich weiss, und das ist sehr problematisch.

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Hallo!

Im Prinzip hast du Recht ----------> politische Korrektheit ist Schönrednerei, mit der man im Grunde andere Leute abqualifiziert, um sich die eigene Meinung zu beschönigen. Dass die die Presse- und Meinungsfreiheit einschränkt, wollen ihre Befürworter aber nicht einsehen bzw. rechtfertigen sogar das damit, dass es "politisch nicht korrekt" sei das so zu sehen...

Ich (m, 25) bin im Gegenzug für Direktheit, Offenheit, Ehrlichkeit & Konsequenz.. mag sein dass ich politisch inkorrekt bin.. aber das ist mir egal! Einige aus meinem Umfeld kommen zwar damit nicht klar & fassen das bisweilen auch als Provokation auf, aber ich sage immer: Lieber ehrlich sein als Schönrednerei & Augenwischerei zu betreiben ----------> denn wer in Illusionen bzw. in "politisch korrekten" Illusionen lebt, der fällt spätestens dann auf die Nase wenn er realisieren muss, dass die Welt doch nicht immer so ist, wie er es gern hätte. Und das ist sicherlich sehr schmerzhaft. 

Das Grundgesetzbuch gibt den Ton an. Daran müssen sich alle Politiker und Polizisten halten. Das hat nichts mit Pseudo-Meinungsfreiheit zu tun.

Wenn es dir hier in deutschland nicht gefällt, dass man sich intigrieren muss, kannst du gerne wieder auswandern. Die gesetze sind für jeden gleich.

Was ist denn überhaupt politisch korrekt? Eine Phrase derer, die an der Macht sind und ein gigantisches System steuern. Hier wird die Meinungsfreiheit proklamiert, jedoch am Ende die Tat aus dieser Freiheit kommend, weil unkonform zu dem System, bestraft. 

Dies wird jedoch auch bei einem Wechsel in politischer Richtung immer wieder geschehen. Wer und welche Regierungsform, kann und will sich absetzen lassen. Hier kommt es lediglich auf die Mittel, die eingesetzt werden, an

Demzufolge ist das politisch Inkorrekte eine Frage des Mehrheitenverhätnisses und/oder der Einstellung zu den jeweiligen Systemen.

Das Volk hat in Wahrheit keine Entscheidungsgewalt, ob nun im dekadent parlamentarisch demokratisch, demokratisch oder zucht - und ordnungsgefuhrtem diktatorischem System. Es hat zu funktionieren. Das Volk darf brav sein manipuliertes Kreuzchen machen, um wenigstens - suggeriert -mitreden zu dürfen. Die Politik wird so oder so über den Köpfen hinweg regelrecht verhandelt.

Nun werden einige -  mir - böse Zungen das Gegenteil beweisen wollen, was kaum irgendwem gelingen wird.

Ist ein System,

ob nun vom Volk gewählt - oder bestimmt dem Ende nah, wird solange manipuliert, bis d a s System die Macht erreicht, welches, wenigstens vorrübergehend, eine wirtschaftlich und völkisch einigermaßen funktionierende Welt wieder herstellt, sei es durch Intelligenz oder Zerstörung. Das Wort "Nazi"ist lediglich, wie auch die Roten,  ein Bestandteil irgendeines Systems, weches gebraucht wird zur Regelung der Verhältnisse...Du hast recht gelesen, zur Regelung..

Wir haben die uns suggerierte, freie Wahl, welches System es sein wird/soll und können doch am Endergebnis nichts mehr ändern. "Aber viel Spass"dabei -und wenn alles weniger bitter ernst und traurig wäre..hätten wir diesen...

Liebe Grüße

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