Frage von XLonelyWolfx, 75

Warum muss jeder leben WOLLEN?

Wenn hier oder anderswo Fragen zum Thema Suizid gestellt werden ist die Reaktion darauf in der Regel die, den Fragenden davon überzeugen zu wollen, dass man sich doch gar nicht umbringen will.

Man solle sich Hilfe suchen, das Leben sei doch schön. Selbstmord sei nie eine Lösung.

Ich denke in unserer Gesellschaft wird von jedem verlangt leben zu WOLLEN.

Die Selbstbestimmung über den eigenen Tod wird jedem somit abgesprochen.

Meine Frage ist nun die: Warum ist das so?

Antwort
von XxAngerFreak2xX, 15

Ich würde niemandem das Selbstbestimmungsrecht über sein Leben und damit auch seinen Tod absprechen.

Und vielleicht ist Suizid (würde ich dem moralisierenden Begriff Selbstmord vorziehen) in ganz bestimmten Situationen eine Lösung, aber ganz so einfach ist es meiner Meinung nach nicht und dabei gibt es einiges zu bedenken:

Suizid ist eine absolut endgültige Lösung für ein vielleicht/vermutlich/oft nur temporäres Problem.

Der Mensch denkt leider (manchmal aber auch gottseidank) nicht rein logisch, und manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Soll heißen, oft gibt es auch andere Lösungen, die man nicht sieht/nicht sehen kann.

Gerade bei Depressionen oder erst recht in einer präsuizidalen Phase ist man in einem Ausnahmezustand (da haben die Neurotransmitter in unserer Chemiefabrik im Oberstübchen ihr Eigenleben) und da kann es sein dass man fühlt nicht leben zu wollen, kann aber unter anderen Umständen oder wenn die Depressionen weg sind komplett anders aussehen (da kenn ich mich als gelernter Depri mit aus).

Du solltest Dich nicht von der Gesellschaft überzeugen lassen "leben zu wollen", aber auch nicht von unserer manchmal etwas bescheuerten Gesellschaft dahin treiben lassen "nicht mehr leben zu wollen". Jeder sollte für sich entscheiden leben zu wollen oder auch nicht. Aber letztere Entscheidung sollte gut überlegt sein, ist sie leider nicht immer, kann sie leider vermutlich auch nicht immer sein. Neben vielen Menschen, die nach solchen Phasen oder auch nach einem Suizidversuch doch noch einen Weg zu einem glücklichen Leben gefunden haben ist auch die Tatsache, dass auf einen Suizid ca. 10 bis 15 Suizidversuche kommen schon ein Indiz, dass die Frage nicht ganz so einfach ist.

Das sind mögliche Gründe warum man versucht Menschen, die nicht mehr Leben wollen, zum Nachdenken zu bringen, ob es nicht "andere" Lösungen gibt. Und es gibt jede Menge Möglichkeiten und Hilfe. Die haben natürlich keine Erfolgsgarantie und es gibt leider auch kein für jeden gültiges Rezept zum glücklich sein. Deswegen würde ich auch niemandem vorschreiben "leben zu wollen", ich würde ihn aber versuchen dazu zu bringen, alle Möglichkeiten glücklich leben zu können auszuprobieren .

Sry, wenn ich zu viel geschrieben habe, ich hoffe es war dennoch halbwegs verständlich.

Antwort
von kytakaty, 33

ich denke weil nicht jeder die gründe nachvollziehen kann, warum man aus dem leben treten will. man empfindet nicht die gleichen gefühle. teilweise denke ich auch, dass es ein mechanismus ist (wenn man das so nennen kann) jeden menschen von selbstmord abzuhalten.

aber diese frage regt wirklich zum nachdenken an...

Kommentar von XLonelyWolfx ,

Ich Persönlich hätte gute Gründe aus dem Leben zu scheiden, allerdings bin ich noch nicht bereit dazu. 

Ich sehne mich nach dem Tod, will aber derzeit noch nicht den letzten Schritt tun. 

Deshalb lese ich viel über das Thema und wundere mich jedesmal darüber, wie den Leuten vorgeschrieben wird, leben zu Wollen. 

Kommentar von kytakaty ,

wenn ich das so lese, möchte ich dich am liebsten auch davon abhalten und da stelle ich mir die genau die frage warum ich das machen will und ich finde keine antwort darauf...

Antwort
von Repwf, 33

Weil zumeist eine Krankheit dahinter steck die sei demjenigen den "freien Willen" eh schon blockiert!

Sterben ist nunmal was was man nicht mal eben "testen" kann...

Von daher ist es schon sinnvoll sich vorher mal die positiven Dinge des Lebens aufzeigen zu lassen!

Wenn das keinen Erfolg hat wird derjenige es ja doch tun, also ist es nicht so das er nicht kann!

Aber eben nur nach einer "Beratung" 

Kommentar von XLonelyWolfx ,

Das mit dem testen ist ein interessanter Punkt. Und unter anderem ein Grund warum ich noch lebe. 

Ich mag mein Leben nicht, doch vielleicht kommt danach ja noch was schlimmeres.

Mein Wille ist frei, nicht blockiert. Ich trage großes Leid in mir und weiß dass es kaum besser werden kann.  Doch würde ich jetzt sagen ich will mich umbringen würdet ihr sagen dass mein Wille nicht frei ist?!

Kommentar von Repwf ,

Und woher weißt du das es nicht besser werden kann?

Genau DAS ist der Punkt! Es gibt sicherlich jemanden der das anders sehen würde! Unser Gehirn zB ist dazu gemacht auch schlimmstes zu verarbeiten und zu "ignorieren" so das ein glücklicher Alltag trotzdem möglich ist!

Und genau DAS solltest du testen bevor du einen entgiltigen schritt machst wo du eben nicht testen kannst...

Kommentar von XLonelyWolfx ,

Es würde den Rahmen dieses Threads sprengen würde ich mein Leid hier ausbreiten. 

Falls mir einfällt wie ich das als Frage formulieren kann, mache ich vielleicht ein eigenes Thema dafür auf. 

Kurz gesagt wird es mein Schicksal sein einsam und allein zu sterben.

Kommentar von rolfzuhause ,

Womit wir wieder zu einer neuen Diskussion kommen könnten: Ich bin der Meinung, es gibt kein Schicksal. Jeder ist selber für sich verantwortlich, das beste aus seinem Leben in der ihm zur Verfügung stehenden Zeit zu machen. 

Es gibt Leute, die können das gut und es gibt wiederum welche, die das nicht hinbekommen. Die, die mit sich selber nicht klar kommen, schieben die Schuld gerne auf "die anderen". Du hast nicht das Schicksal, einsam und allein zu sein. Du bist einsam und allein, weil DU DICH NICHT bemüht hast, Gesellschaft zu haben. Das muss man aktiv tun, das kommt nicht von selber angeflogen.

Antwort
von Kiflo, 44

Jeder Mensch hinterlässt ein Loch es wird immer einen Menschen geben der um dich trauern wird. Der Urtrieb verhindert es einfach.

Kommentar von rolfzuhause ,

Nein, das ist der reine Egoismus der Menschen, die dann mit dem Verlust klar kommen müssen.

Antwort
von rolfzuhause, 40

Man will einen jungen Menschen davon überzeugen weiterzuleben, weil er als Berufstätiger einen wichtigen Beitrag zum Allgemeinwohl leistet. Jeder junge Steuerzahler, der Rentenbeiträge einzahlt, würde ja fehlen, um die Rentner zu finanzieren. Das ist ein rein wirtschaftlicher Faktor.

Kommentar von XLonelyWolfx ,

Also ist der Versuch den anderen vom Suizid abzuhalten im Grunde zutiefst egoistisch?

Kommentar von rolfzuhause ,

Ja, absolut. Das ist der pure Egoismus. Vor allem auch der Egoismus derjenigen Angehörigen, die dann zurückbleiben. Die haben nur ihre eigene Trauer im Kopf. Niemand denkt wirklich mal daran, dass es so manchem Selbstmörder auf Erden so schlecht geht, dass der Tod eine Erlösung bedeutet.

Antwort
von Schaco, 29

Es ist vollkommen egal, ob sich nun jemand umbringen "darf" oder nicht. Jemanden davon zu überzeugen, es nicht zu tun hat rein moralische Gründe.

Antwort
von anna0400, 20

Naja ich verstehe das auch nicht so ganz, aber das ist wohl auf eine Zeit vor uns zurückzuführen und in der Bibel beispielsweise steht auch, man soll niemanden anderen töten und sich nicht selbst töten
Es geht darum, dass selbstmörder auch zu mördern zählen und diese nicht gut angesehen werden in unserer Gesellschaft

Antwort
von YayaTourem23, 28

Weil alle Angehörigen nach deinem Tod sehr traurig wären

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