Frage von eulenspiegel91, 55

Warum muss ich zwangsphilosophieren?

Warum muss ich mich immer zwanghaftig philosophieren und mich über komplizierte, tiefgründige Dinge beschäftigen, während andere jenes nie überhaupt zu tun müssen fühlen? In meiner Freizeit bin ich diesem Drang ausgeliefert und kaufe und beschäftige mich mit Büchern, so vielen wie ich kaum lesen kann. Natürlich haben Zwangsgedanken eine depressive Symptomatik, jedoch ist aufallend, dass selbst in meinen guten, glücklichen Phasen es keinen Halt gibt. Es ist mir schier unmöglich, von meinem Zwang der philosophischen, künstlerischen und was auch immer abzulassen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von greenchilli, 21

Hallo Eulenspiegel91,
das kenne ich sehr gut. Vermutlich bist du einfach intelligent und/oder sprachlich begabt. Jeder Mensch hat andere Interessen und die meisten verlieren Philosophie im Alltag aus den Augen oder finden sie zu kompliziert/unnötig.

Ich finde es gut, wenn man sich damit beschäftigt. Man darf nur das reale Leben nicht aus den Augen verlieren. Gut ist es, wenn man seine philosophischen Ideen in den Alltag integrieren kann.
Auch Gruppen, in denen du dich darüber austauschen kannst, können dir helfen, dass du nicht in eine Art Melancholie verfällst. Hast du jemand mit dem du dich austauschen kannst? Über das Leben philosophieren kannst?

Es ist natürlich problematisch, wenn deine Neigung in eine Art Sucht ausartet oder du dich davon psychisch richtig beeinflusst fühlst. Dass das passiert, ist gerade in der Philosophie total normal! Keine Sorge, das passiert mir auch manchmal.

Wichtig ist in meinen Augen:

1) Sich Gruppen/Partner/Organisationen suchen, in denen man sich austauschen kann über die Philosophie. So erhält man neue Ideen/Impulse und fällt nicht in einen Sog aus evtl. depressiven Gedanken. Das kann auch funktionieren über ein Studium an der Uni in Philosophie. Viele Unis bieten auch für die Öffentlichkeit zugängliche Vorlesungen oder Seminare an, in denen auch Nicht-Studenten/Gasthörer mitdiskutieren können.

2) Versuche nicht nur einseitig zu lesen! Es gibt auch sehr lebensbejahende Philosophie, nicht nur "Alles-ist-sinnlos/Wir-können-nichts-wissen"-Theorien. Versuche einen Ausgleich zu schaffen zwischen "schwerer" Lektüre und leichterer lebensbejahenderer Literatur. Die findest du vermehrt in den Grenzbereichen zu Esoterik, Ethik oder den asiatischen Religionen. 

3) Verschaffe dir feste Zeiten, in denen du liest und ebenso welche, in denen du dich der "Welt da draußen" widmest. Also versuchst, den philosophischen Gedankenstrudel abzustellen.

4) Überlege dir, wie die Philosophie dir helfen kann, "gut" zu leben. 

5) Und natürlich: genieße es! Der Hang zur Philosophie ist oft eine Sucht, aber, wenn man sie gut kontrolliert, eine wundervolle, die dein Leben bereichert ;)

Alles LIebe und viel Spaß!

PS: Wenn du Tipps zu Büchern brauchst oder dich austauschen magst, schreib mir ;)

Kommentar von eulenspiegel91 ,

ja hätte gerne lektüre-Tipps zu deinem Zitate "
und leichterer lebensbejahenderer Literatur. Die findest du vermehrt in
den Grenzbereichen zu Esoterik, Ethik oder den asiatischen Religionen."

Antwort
von uncledolan, 9

Dinge zu abstrahieren und sie sachlich-distanziert zu betrachten, kann helfen sie besser zu verstehen und Probleme zu lösen. Wenn man allerdings nur noch abstrahiert und analysiert, kann man das Gefühl bekommen, dass man "etwas verpasst", weil man nicht in der Lage ist, Dinge wirklich zu erleben oder starke Emotionen auszuleben.

Sich Wissen anzueignen, indem man z.B. in Büchern liest, befriedigt die Neugier und verbessert die Gehirnleistung. Manche Menschen fühlen sich unausgefüllt und eignen sich Wissen an, wenn sie in einer depressiven Phase sind, weil sie glauben, dass es ihnen hilft, ihr Leben besser zu bewältigen. Dass du dir allerdings zwanghaft Wissen aneignen musst und dich mit philosopischen und komplizierten Dingen auseinander setzen musst, überspannt den Bogen und schränkt dich eher ein, als dass es dir hilft. Du solltest versuchen, mehr Zeit mit dem "echten Leben" zu verbringen und deinen "Zwang" auch als Talent bzw. Fähigkeit ansehen, es gibt viele Menschen, die sich wünschen, so abstrakt und analytisch denken zu können.

Antwort
von KaCico, 14

Ein Interessantes Thema was du da hast...Ein Sigmund Freud konnte nicht anders als über die Menschliche Seele zu Forschen, ein Einstein "MUSSTE" Wahrscheinlich über die Relativitätstheorie Nachdenken nur um einige Krasse Beispiele zu Nennen...

Du bist was du bist, je mehr du dich dagegen Währst desto Größer wird dein Chaos im Kopf, Was du besitzt nennt man Emotionale Intelligenz du bist Quasi ein Einstein in deiner Welt, Suche gleichgesinnte und laß dein Horizont in die Welt die sonnst niemand Erreichen kann bis auf Wenige Ausnahmen.

Gehe mal ins Internet und Google mal "HSP oder HSM" Hoch Sensible Menschen.

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