Warum muss ein Elektrotechnik-Student eigentlich das Grundgerüst einer Programmiersprache lernen?

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8 Antworten

den umgekehrten Fall habe ich schon erlebt. Ein Programmierer der mit seinem Programmcode ständig irgendwelche  FlipFlops  umstellt, wuste nicht was das ist und wie sie arbeiten. Folglich konnte es sich auch nicht vorstellen, was bei Spannungsschwankungen in einem Computer auch mit seinem Code passieren kann.

Ein Elektroniker, der nicht weiß, was man mit dem von ihm entworfenen Rechenwerk anfangen kann, der kann es auch nicht so optimieren, dass bestimmte Operationen schneller ablaufen.

Ein Elektroniker, der entscheiden muss, ob bestimmte Abläufe in zu entwickelnden Geräten (aus welchen Gründen auch immer) besser durch einen Mikroprozessor, also durch Software, realisiert werden sollten, wird nie die Stufe eines "Handlangers" überschreiten können.

Noch vor 50 Jahren war das für die meisten Studenten keine Frage. Da waren Relais, Elektronenröhren, Widerstände, Kondensatoren, Ringkernspeicher, Filter ... die Objekte, die man einsetzen konnte (auch wenn es schon Transistoren gab).
An Software haben nur Leute gedacht, die in Rechenzentren gearbeitet haben.
Erst als Elektroniker programmieren konnten, konnten sie auch bessere Strukturen ihrer Rechner entwerfen.

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Lass mich mal ein Beispiel aus dem Leben anfügen:

Stell dir vor, dass du nie englisch gelernt hast und du arbeitest seit Jahren in einer deutschen Unternehmen, jetzt hat aber eine Zweigstelle in den USA eine neue für euch interessante Technologie entwickelt und wie Tausch ihr euch aus?

Um das ganze mal auf den Ing. zu interpretieren, die Software Abteilung hat eine neue Idee und will eine neue Hardware haben, da ist es gut, wenn du als Ing. die Grundlagen erlernst, um mit denen etwas mitzuhalten und nicht nur 'englisch' zu verstehen.

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In quasi jeder Elektronik steckt heute eine MCU, DSP, FPGA, etc. So wie der Softwerker eine grobe Vorstellung von den Möglichkeiten der Hardware haben muss brauchst du eine Idee was Software kann und was nicht.

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Kommentar von PWolff
05.09.2016, 13:07

Stellt euch einen Architekten vor, der keine Ahnung von Sanitärinstallation und/oder Abdichtung von Dachterrassen hat. (Nun, kommt anscheinend oft genug vor.)

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Weil ein Ingenieur auch die Grundlagen mindestens einer Programmiersprache kennen sollte. Egal was für ein Ingenieur, gehört halt dazu. Programmieren und ET ist gar nicht soweit auseinander wie man womöglich denkt.

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Es gibt kaum noch Hardware die nicht programmiert werden kann oder sogar muß.

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Weil es viele Geräte gibt die eine Software haben, wenn du da jedesmal einen Informatiker holen musst, kann dein zukünftiger Chef gleich einen mit dir einstellen, der sitzt dann die ganze Zeit neben dir und watret bis du nicht weiterkommst.

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Wenn jeder nur strikt über das Bescheid wüßte, wofür er eingeteilt ist, dann hätten wir keine funktionierende arbeitsteilige Gesellschaft, sondern die Turmbaustelle von Babel: Keiner wäre imstande, den anderen zu verstehen oder sich ihm verständlich zu machen, und am Ende könnte keiner überhaupt irgendetwas.

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Breit gefächertes Wissen ist eben immer vom Vorteil.

LG Willibergi

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