Frage von millyR, 40

Warum müssen bestimmte Unternehmen mehr Abgaben leisten als andere/ Wie ist das gerechtfertigt?

Ich habe mich für die Schule auf das Thema Steuerpolitik vorbereitet und bin auf "Ungleichheiten" im Steuersystem gestoßen... für die meisten habe ich eine Grundlage und Rechtfertigung gefunden.

Aber jetzt frage ich mich immernoch warum Einzelunternehmen und Personengesellschaften es steuer-maßig leichter haben als Kapitalgesellschaften.

Würde mich auf eine Antwort freuen

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 20

Haben Sie das? Woran machst Du es fest?

Personengesellschaften zahlen die Gewerbesteuer. 

Die Einkünfte aus den Personengesellschaften werden bei den Gesellschaftern nach deren individuellen Steuersatz versteuert. das geht von 0 % (bis 8.652,- z.v.E.) bis zu 45 % (ab 250.000,- z.v.E.). Dabei wird dann die Gewerbesteuer, die die Gesellschaft gezahlt hat zumindest teilweise angerechnet.

Die Kapitalgesellschaften zahlen die Gewerbesteuer udn auf den Gewinn die Körperschaftsteuer (Einkommensteuer für juristische Personen sozusagen) mit linear 15 %.

Wenn wir es mal bei 250.000,- Gewinn festmachen und in einer Kommune mit einem Gewerbesteuerhebesatz von 300 % sind 2.425 Gewerbesteuer, die auf die ESt angerechnet werden. Die Einkommensteuer wird für einen verheirateten Unternehmer bei 250.000,- Gewinn udn den üblichen Abzügen ca. 88.600,- sein, abzüglich Gewerbesteuer 86.200,-. Gesamtbelastung bleibt bei 88.600,-.

Eine GmbH mit 250.000,- Gewinn in der gleichen Gemeinde zahlt 2.625,- Gewerbesteuer und 37.500,- Körperschaftsteuer. somit insgesamt 40125,- Euro.

Wo ist da die Begünstigung des Einzelunternehmers? Mit welchen Zahlen hast Du gerechnet?

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Wobei eigentlich von Ausschüttung ausgegangen werden müsste. Dann haben wir noch die KapSt-Belastung. Bei Ausschüttung schrumpft der Vorteil. Nicht das da eine Schulklasse die Revolution ausruft...

Kommentar von wfwbinder ,

Stimmt, bei der Ausschüttung vermindert sich der Vorteil, aber wozu haben die Profis die Erfolgsabhängigen Tantiemen erfunden? 

Die alte Regelung von 1977 - Schröder war gut, das Anrechnungsverfahren.

Kommentar von ChuckNorris37 ,

Das Beispiel hinkt aber etwas. Bei der GmbH hätte sich der Geschäftsführer ja ein Gehalt gezahlt, was den Gewinn deutlich reduziert hätte. In diesem Fall wäre das Gehalt mit dem individuellen Steuersatz versteuert worden. Eine zusätzliche Ausschüttung wäre denn entweder mit Abgeltungssteuer (also die ca. 30% Steuerbelastung des Gewinn + 25% Kapitalertragsteuer) oder mit dem individuellen Steuersatz versteuert worden. Zwischen Einzelunternehmer und GmbH ist die Abweichung bei der Steuerbelastung nicht besonders hoch.

Wenn der gesamte Gewinn in der GmbH verbleibt vergleicht man natürlich Äpfel mit Birnen.

Kommentar von wfwbinder ,

Es war ja auch nur um darzustellen, dass die Kapitalgesellschaften nicht im Nachteil sind. Natürlich wird der Geschäftsführer einen Teil des Gewinns über Gehalt abschöpfen, was aber auch zur Verminderung der Gewerbesteuer führt.

Antwort
von archibaldesel, 29

Wer sagt denn, dass sie es "leichter" haben?

Der Körperschaftssteuersatz für Kapitalgesellschaften ist erheblich niedriger, als die Besteuerung von Einzelunternehmen bzw. Personengesellschaften nach dem EStG.

Kommentar von oelbart ,

Ist nicht genau das die Frage gewesen?

Kommentar von archibaldesel ,

In der Erläuterung der Frage steht aber, dass Kapitalgesellschaften Nachteile haben, bzw.

Einzelunternehmen und Personengesellschaften es steuermäßig leichter haben als Kapitalgesellschaften.

und das ist schon mal im Ansatz falsch.

Kommentar von oelbart ,

Ich sollte dringend lesen lernen :D

Kommentar von ChuckNorris37 ,

Das ist aber eine Milchmädchenrechnung, da der Unternehmer das Geld ja irgendwie aus der GmbH rausholen muss um davon zu leben :-) Und das geht entweder durch Gehalt (was wieder mit individuellem Steuersatz besteuert wird) oder durch Ausschüttung (was ähnlich teuer ist). In dem Fall tun sich Einzelnunternehmer oder GmbH also nicht soviel. Kleinere Unterschiede gibt es natürlich schon.

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