Frage von Sebastian14569, 111

Warum meldeten sich die Hitlerjungen freiwillig zum Kriegsdienst ?

Antwort
von Krypto13, 47

Bis auf den sog. Volkssturm, bei dem alles, was waffenfähig war, kämpfen musste, war hauptsächlich Propaganda, Verblendung und Überzeugung daran schuld. 
Wenn der Jugend ihr ganzes Leben lang erzählt wird, man solle das Vaterland verteidigen, das deutsche Volk schützen, etc., glaubt man das am Ende selbst.

Der Propaganda konnte man auch gar nicht ausweichen, denn man begegnete ihr überall: Kinos, Zeitung, Radio, Plakate.

Laut diesen Parolen war der Zweite Weltkrieg auch kein Vernichtungskrieg (für beide Seiten) und ein Massensterben unter den Soldaten, sondern ein glorreich proklamiertes Wunder, an dem man selbst mitwirken soll. 
Hätte die Jugend gewusst, wie schlimm es auf dem Schlachtfeld und in den Schützengräben zugeht, wäre sie wahrscheinlich auch zu Hause geblieben. 

Antwort
von OhneRelevanz, 42

Der Volkssturm am Ende des Krieges war nicht freiwillig, da wurde quasi alles an "Menschenmaterial" gegen den Feind geworfen, was noch irgendwie da war - seien es Kinder, Frauen oder Alte.

Die Jungen der HJ für sich meldeten sich schlicht und ergreifend deswegen freiwillig für den Kriegsdienst, weil sie quasi von Geburt an eingetrichtert bekamen, dass dies das allergrößte Ziel in ihrem Leben zu sein habe. Die Mitgliedschaft in der HJ war für jeden Jungen verpflichtend und die Absolvierung dieser "Ausbildung" wurde gesellschaftlich hoch angesehen. Die Kinder wurden nicht nur in der Schule, sondern auch in den gleichgeschalteten Organisationen des NS-Regimes (so auch bspw. KfD oder BDM) und mitunter durch das eigene Elternhaus dahingehend indoktriniert das eigene Leben für das System zu geben. Da musste man nicht viel Überzeugungsarbeit leisten, man hatte nämlich eine Masse von gehirngewaschenen Fanatikern, die alles für "ihr" Land und "ihren" Führer getan hätten.

Antwort
von lordy20, 46

Die meldeten sich nicht freiwillig, die mussten in den letzten Wochen ran. 
Befehl von ganz oben.

Antwort
von TomMike001, 5

Das liegt in der Ideologie des Nationalsolzialismus. Sie wurden bereits von klein auf dazu erzogen, das es die höchste Ehre ist/war, für Führer, Volk und Vaterland zu kämpfen (und zu fallen).

Wenn Du das tagtäglich eingetrichert bekommst und auch nichts anderes kennst und hörst, dann verinnerlichst Du das auch und glaubst auch daran.

Zudem darf man nicht vergessen, dass es damals ja nicht diese Medienvielfalt wie heute gab, es gab ja nur den gesteuerten Reichsrundfunk und Reichspresse. Wer sollte sie also vom Gegenteil überzeugen!?

Antwort
von tuedelbuex, 30

Ich denke, um das zu verstehen hätte man zu der Zeit gelebt haben müssen. Hinterher "schlau" kritisieren ist einfach....es waren Kinder und Jugendliche, die man aufgrund umfangreicher Propaganda indoktriniert hatte....und die größtenteils "hinterher" schlauer waren und dieses System nach dem Krieg ablehnten.....

Expertenantwort
von chog77, Community-Experte für Schule, 49

Weil man ihnen seit frühester Kindheit eine Gehirnwäsche verpasst hat, wie ehrenvoll und heldenhaft es ist, für Führer, Volk und Vaterland zu kämpfen. Es wurde immer nur das Heldenhafte hervorgehoben. Die Gräuel, Traumata und Verletzungen die Krieg mit sich bringt, hat nationalsozialistische Jugenderziehung in der Regel verschwiegen.

Expertenantwort
von latricolore, Community-Experte für Italien, Italienisch, Deutsch, Sprache & Schule, 28

Weil sie genau in dieser Organisation dazu erzogen, darauf getrimmt und indoktriniert wurden.
Jahrelang.

(Warum melden sich heute immer noch welche freiwillig, um in Kriegsgebiete zu kommen?)

Kommentar von atzef ,

Richtig.

Dazu könnte man dem Fragesteller Ödön von Horwaths "Krimi" "Jugend ohne Gott" empfehlen, diese Ausgabe:

http://www.amazon.de/Jugend-ohne-Gott-%C3%96d%C3%B6n-Horv%C3%A1th/dp/3518188070#....

Da steht im Anhang auch einiges zu der gezielten Erziehung der deutschen Jugend zum Kannonenfutter für die Nazis drin.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten