Frage von Mavoras, 41

Warum meinen manche Leute das Mittelalter wäre toll gewesen?

Warum glorifizieren manche Menschen das Mittelalter? Meinen im Mittelalter wäre alles besser gewesen und das Mittelalter sei eine ganz tolle Zeit gewesen? Wissen diese Leute nicht das das Leben im Mittelalter extrem hart war? Oder warum Glorifizieren sie diese Zeit so extrem? KLar ist diese Zeit faszinierend, doch sie war auch sehr hart.

Antwort
von Jerne79, 37

In der Regel ist das eine Verklärung in Folge von Halbwissen und Fehlinformation. Viele Menschen haben eine Traumvorstellung von einem einfacheren Leben. Daß das aber wenig mit der historischen Realität zu tun, dessen sind sich die meisten nicht bewußt. Auch Überforderung durch Übertechnisierung des Alltags und Traumwelten aus dem Kino spielen da mit rein.

Letztlich ist diese Faszination für die vermeintlich einfachere Vergangenheit keine neue Sache. Bereits mit der aufkommenden Industrialisierung setzt der Gedanke vom edlen Wilden ein, gleichzeitig gibt es erste historisierende Trends, ablesbar unter anderem an Faschingskostümen und Literatur mit den entsprechenden Themen.

Heute kommt natürlich besonders viel Lagerfeuerromantik auf, wenn es um Mittelaltermärkte und Co. geht. Aber auch das ist nichts neues. Renaissance-Fairs gibt es anderswo seit Jahrzehnten, bei uns gab es vor dem Mittelalterhype eben Cowboy- und Western-Clubs.

Die gute Nachricht: Die meisten Leute kommen recht schnell ins Grübeln, wenn man mit ihnen über den tatsächlichen historischen Alltag der Menschen im Mittelalter redet, über frühes Aufstehen, hartes Arbeiten, enge soziale Kontrollmechanismen, schlechte medizinische Versorgung usw. Wobei man das Mittelalter auch nicht schlechtreden darf. Vieles war deutlich besser, als Otto Normal in Folge negativen Fehl- oder Halbwissens denkt. Die Unterschiede zwischen mittelalterlichem Leben und ländlichem Leben noch vor 100, 150 Jahren sind marginal, im städtischen Bereich sind die Arbeitsbedingungen während der Industrialisierung vielfach deutlich härter als im Mittelalter.

Antwort
von N0Nentity, 6

Der Begriff Mittelalter bezeichnet in der europäischen Geschichte die Epoche zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit (ca. 6. bis 15. Jahrhundert).

Was du beschreibst, betrifft das Spätmittelalter:

Ullrich v. Hutten: (1488 - 1523)

"Oh Jahrhundert! Oh Wissenschaften: Es ist eine Lust, zu leben."

Als Spätmittelalter wird der Zeitraum der europäischen Geschichte
von der Mitte des 13. bis zum Ende des 15. oder Anfang des 16.
Jahrhunderts bezeichnet (also ca. 1250 bis 1500). Sie stellt die
Endphase des Mittelalters dar, auf welche die Frühe Neuzeit folgt.

"Kunst und Wissenschaften befanden sich im Spätmittelalter im Aufbruch. Die bereits im Hochmittelalter erfolgte Gründung der ersten Universitäten, vor allem in Italien (Bologna) und Frankreich (Paris), verhalf den Wissenschaften und der Philosophie zu einem neuen Aufschwung, denn sie verbreiten die Lehren antiker Gelehrter und ebneten so den Boden für die Epoche der Renaissance.

Den Künstlern eröffneten sich neue Möglichkeiten dank Auftragsarbeiten für das selbstbewusste Bürgertum: Die bisher auf kirchliche Motive beschränkte Malerei wurde nun auf andere Bereiche ausgeweitet, auch die Dreidimensionalität wurde von den Malern entdeckt.
Die Architektur lehnte sich infolge der Renaissancebewegung wieder an alte römische und griechische Vorbilder an.

Die Wirtschaft erlebte trotz der Pest eine Blüte.
Das Spätmittelalter war die Zeit des aufsteigenden Bürgertums der Städte und der Geldwirtschaft.

Genannt seien die italienischen Stadtstaaten, die Städte Flanderns und der Städtebund der Hanse an Nord- und Ostsee.
Die Hanse bewirkte durch den schwunghaften Handel eine weitere Besiedelung Nord- und vor allem Osteuropas durch hauptsächlich deutsche Kolonisten (Siehe auch: Ostkolonisation).

Durch die Handelskontakte entstanden daneben in Russland eine Reihe neuer Fürstentümer, die nach und nach das mongolische Joch abschüttelten. Aus dem mächtigsten von ihnen, dem Fürstentum Moskau, sollte sich später das russische Zarenreich entwickeln."

https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalter

Antwort
von Midgarden, 36

Ob Zeitreisende aus dem Mittelalter unsere Zeit wohl toll fänden?

Es macht keinen Sinn, andere Zeitperioden einseitig rückblickend zu bewerten - das geht nur im zeitlichen Zusammenhang: nicht jeder Fortschritt ist auch ein menschlicher Fortschritt

Antwort
von Andrastor, 25

Ich würde nicht sagen dass sie das Mittelalter glorifizieren.

Romantisieren ist vielleicht treffender. Verehrung der Frau, Ritter die Burgfäulein retten, ewige Liebe, Sagen und Legenden, Männer sind noch richtig harte Kerle, Frauen schöne, holde Maiden, die Zeit in der die Grimm-Märchen spielen. Ein einfaches, teilweise bescheidenes Leben...

Im romantischen Rückblick auf andere Epochen wird im allgmeinen gerne romantisiert und dabei die negativen Seiten weggelassen. Der wilde Westen war auch nicht halb so schön wie man es sich gerne ausmalt. Der Cowboy der in den Sonnenuntergang reitet muss draußen auf Steinen und Stöcken übernachten, ständig in Angst nicht überfallen oder gefressen zu werden und von seiner Zahnhygiene fangen wir garnicht erst an ;)

Kommentar von Mavoras ,

Ja alles nicht so romantisch wie man meint, das meinen halt vor allem leute die das noch nie erlebt haben.. 

Kommentar von Andrastor ,

genau. Und wenn man alles negative ausblendet kann viel romantisch erscheinen, sogar das dritte Reich.

Antwort
von Lilipout, 36

Weil manche Leute einfach versessen auf sowas sind und wahrscheinlich wegen Königen oder der Währung oder weil alles allgemein anders ist

Antwort
von Delveng, 34

@Mavoras, diese Menschen denke deshalb über das Mittelalter so, da sie im Mittelalter weder leben noch gelebt haben.

Antwort
von janshaq187, 35

weil die nicht zu schätzen wissen was für ein Luxus unsere Generationen haben .
Meine Meinung

Antwort
von FragJan2611, 41

Weil sie aus ihrem langweiligen leben entfliehen wollen

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