Frage von YLong, 157

Warum mache ich alles falsch im Job?

Hey,

Ich bin Azubi zum Veranstaltungskaufmann und befinde mich im ersten Lehrjahr. Ich habe ziemlich lange keinen Urlaub gehabt und fühle mich sehr gestresst und überarbeitet... um nicht zu sagen - ich hab Schwierigkeiten im Betrieb durchzustarten, da ich von meinem vorherigen Job (Teilzeit im Kino) direkt in die Ausbildung gewechselt bin. ( 3 Tage von der Kündigung im Kino bis direkt zur Arbeit im neuen Betrieb ) Normalerweise bin ich ein sehr organisierter Mensch. Ich kann mich gut auf Sachen konzentrieren und vergesse selten etwas. Aber seit kurzem ist bei mir etwas passiert.

Ich plane z.B. meine ersten richtigen Veranstaltungen: ein paar Abibälle. Natürlich ging alles schief, was schief gehen kann. Firma sauer auf mich bla bla bla..

ich frage extra bei jeder Kleinigkeit nach und versuche mich zu vergewissern, dass alles klappt und glatt läuft und rufe überall tausend Mal an um alles in einen Topf zu kriegen und dann... geht wieder alles schief.

Es ist auch nicht sonderlich motivierend nichts so wirklich richtig zu machen. Wenn das noch so weiter geht verliere ich die Ausbildungsstelle wieder...

Eigentlich ist das meine Traumausbildung. Aber ich hab den Eindruck: Entweder bin ich zu dumm? (Ich hab Abitur...) Oder ich mache irgendwas völlig falsch.

Seitdem ich in dem Betrieb arbeite habe ich das Gefühl dass ich von jeder Seite völlig unter Strom stehe. Ich glaube das ist das größte Problem.. weil ich nicht weiß wie ich alles zusammen unter einen Hut kriegen soll..

mach to do Listen? Mache ich jedes Mal. Trotzdem verkack ich dann die Aufgabe.

Geht es jemandem ähnlich?

Wisst ihr, was ich besser machen kann?

Liebe Grüße

Anzeige
Antwort
von expermondo, 5

Hallo YLong,

Schau mal bitte hier:
Arbeit Ausbildung

Antwort
von Steffile, 88

Ich glaube dir nicht, dass alles schief geht, aber ich weiss auch welche absurden Sachen bei Veranstaltungen passieren, weil ich jahrelang in dem Feld gearbeitet habe. Murphy's Law... 

Das ist jetzt leichter gesagt als getan aber das wichtigste ist, Prioritaeten zu setzen. Kuemmere dich mehr um die superwichtigen Sachen, weniger um die netten aber nebensaechlichen. Denn mal ehrlich, wir verschwenden eine Menge Energie da wo es einfach aber unwichtig ist.

Und mit der Zeit wird die Arbeit einfacher werden, weil du Kontakte nicht neu knuepfen musst und keine neuen Loesungen finden musst.

Antwort
von conelke, 83

Ehrlich gesagt verstehe ich den Ausbildungsbetrieb nicht. Du organisierst eigenständig Veranstaltungen - ohne dass Dir jemand dabei über die Schulter schaut und sich absichert, dass alles rund läuft. Meiner Meinung nach ist dass das Problem des Betriebes und nicht Deines. Sie können von einem Azubi nicht erwarten, dass er die Arbeiten einwandfrei erledigt, dafür bist Du eben Azubi - jemand, der sich in Ausbildung befindet. Das erst einmal dazu.

Um Veranstaltungen zu planen und zu organisieren, muss  man in der Tat an viele Dinge denken. To-Do-Listen sind natürlich gut, aber es kann zwischendurch immer nochmal etwas schief laufen. Dass Du jetzt unter enormen Druck stehst, weil Du alles richtig machen willst, kann auch kontraproduktiv sein, da man dann noch schneller Fehler macht.

Habt Ihr keine wöchentlichen Meetings, wo Ihr Euch gegenseitig austauscht oder so etwas? Jemand sollte Dich bei Deiner Arbeit ein Stück weit begleiten und mitschauen, ob an alles gedacht ist. Es ist nicht OK, Dir die gesamte Verantwortung zu übertragen. Das geht nicht!!! Wenn sie jemanden brauchen, der Veranstaltungen alleine und mit Verantwortung erledigt, hätten sie einen Veranstaltungskaufmann einstellen sollen und keinen Azubi.

Ich an Deiner Stelle würde einmal das Gespräch mit Deinem Chef suchen und ihm erklären, dass Du zur Zeit unter doppelten Druck stehst, dass Du Dir durchaus zutraust Veranstaltungen zu organisieren, dass Du es aber noch gerne hättest, wenn Dir jemand über die Schulter guckt und prüft, ob alles stimmig ist.

Du könntest Deinem Chef vorschlagen, dass Du die To-Do-Listen mit jemandem Erfahrenen zusammen erstellst, diese dann abarbeitest und zwischendurch immer ein feedback bekommst, ob es so in Ordnung ist. Zwischendurch müssen die To-Do-Listen nochmals überarbeitet oder erweitert werden - auch das solltest Du mit jemandem machen, der bei der Veranstaltung im Thema ist.

Kommentar von YLong ,

Grundsätzlich haben wir solche Leute die uns über die Schulter schauen. Leider sind die manchmal so gestresst, dass dann die Kontrolle knapp kommt. Diese Leute organisieren eben noch viel größere Veranstaltungen als ich. Das schlimme ist halt immer das Gewissen. Ich glaube wenn ich weiterhin dieses schlechte Gefühl und Gewissen habe wenn ich einen Fehler mache werde ich in dem Beruf nicht weit kommen. Eigentlich sollte ich mir ja denken- Fehler passieren. Ich bin im ERSTEN Lehrjahr... - also aus dem Fehler lernen und nächstes Mal nicht wieder tun.

Aber dieses Gefühl vermittelt mir der Betrieb nicht. Der Betrieb zeigt mir den Fehler vor und reagiert sehr unangenehm im Sinne von "Anschiss" auf das was passiert ist.

Okay, kann ich auch verstehen. Immerhin leidet der Ruf des Unternehmens unter Fehlern und gerade in dieser Branche geht es darum eben alles so effizient und perfekt wie möglich zu machen und gestalten.

Aber wie soll ich denn bitte mit so einer "Kritik" umgehen? Was soll ich daraus mitnehmen?

Wenn ich konstruktive Kritik bekäme mit Verbesserungsvorschlägen würde ich mich glaube ich im nu verbessern.

Aber so leicht ist es ja nicht :(

Kommentar von conelke ,

Aber da liegt doch der Hase schon im Pfeffer...wenn man Dir nicht richtig über die Schulter gucken kann, weil die Personen selbst Stress ohne Ende haben, liegt es eigentlich nicht an Dir, Dich zu verantworten, dass müssten dann die verantworten, die Dir aus Stress nicht über die Schulter gucken konnten. Aber das scheint ein betriebinternes Problem zu sein.

Kritik zu erfahren, ist immer blöd, aber es kommt natürlich auch auf die Art und Weise an, wie man das tut. Wenn Du jetzt dumme Fehler gemacht hättest, die einfach nicht hätten sein müssen, dann könnte man es noch verstehen, aber bei der Orga einer Veranstaltung kommen ja viele viele Dinge zusammen.

Ich kenne Dich nicht, ich kann Dir nicht sagen, ob dieser Beruf für Dich nicht geeignet ist oder vielleicht doch, dass musst Du für Dich selbst herausfinden. Fehler passieren immer wieder mal, aber beim nächsten Mal macht man dann nicht dieselben sondern wieder andere.

Ich denke, dass man sich in dieser Branche auch ein dickes Fell zulegen muss und über gewisse Dinge drüber stehen sollte. Vielleicht nimmst Du Dir Kritik insoweit zu Herzen, dass Du aus den Fehlern lernst, Dir aber den Ton un die Art und Weise der Kritik nicht so zu Herzen nimmst.

Außerdem braucht man sich auch als Azubi nicht alles gefallen lassen. Man kann durchaus darum bitten, dass mit einem sachlich und konstruktiv gesprochen wird und das man nicht wie ein kleines Kind zusammengeschissen wird. Respekt sollte nicht verloren gehen.

Kommentar von YLong ,

Bei uns im Betrieb scheint es irgendwie Gang und Gebe zu sein dass jeder Azubi 100% machen muss.

Ich habe mich bereits mit anderen Azubis darüber unterhalten und eine Azubine mit der ich mich sehr gut verstehe hatte Anfangs die gleichen Schwierigkeiten wie ich. Sogar mit der gleichen Person.

Viele erwarten eben dass man komplett durchstrukturiert und organisiert an eine Sache rangeht. Ist ja auch richtig so und muss man ja auch machen.

Und mache ich auch! Nur habe ich eben noch nicht diese routinierte Strukturiertheit die meine Projektleiter haben.

Und das ist doch eigentlich auch normal..

Ich versuche nicht den Schwanz einzuziehen, ich ziehe das durch.

Selbst wenn ich für mich herausfinden sollte dass die Ausbildung nichts ist, abbrechen ist keine Option. 

Kommentar von noerm ,

Das ganze spricht nicht besonders für deinen Arbeitgeber. Da hat conelke vollkommen recht.

Du bist Azubi, und das auch noch im ersten Lehrjahr. Man kann von dir nicht die gleiche Arbeitsleistung und Qualität wie von erfahrenen Projektmanagern erwarten. Daher ist ein Monitoring seitens deiner Ausbilder unerlässlich. Andernfalls müssen DIE sich die Fehler auf die Fahne schreiben. 

Besonders wenn das Problem schon länger besteht (mit deiner Kollegin), scheint der Ausbilder seinem Job wohl nicht gewachsen zu sein. Somit sollte dein Chef mal darüber nachdenken, ihm seine Aufgabe zu erklären und sicherzustellen, dass er diese auch erfüllt. Es kann ja nicht sein, dass er euch nicht beratend beiseite stehen kann weil er sonst sein anderes Zeug nicht schafft. So viel Struktur sollte ein erfahrener Projektmanager schon mitbringen können.

Kritik und Verbesserungsvorschläge sind IMMER sachlich und objektiv zu äußern, Vorwürfe bringen deine Vorgesetzten und dich kein Stück weiter. Die Fehler lassen sich dadurch nicht rückgängig machen und deine Motivation sinkt einfach verständlicherweise. Und das kann nicht im Sinne deines Chefs sein (auch in wirtschaftlicher Hinsicht).

Als Tip kann ich dir nur raten, nimm dir das nicht so zu Herzen (ich weiß, das ist leichter gesagt als getan). Mir hat es immer geholfen, die Fehler oder Kritikpunkte in einem Büchlein zu notieren und bei jedem neuen Projekt durchzugehen, zu prüfen, ggf. nacharbeiten und abzuhaken. Sicherlich werden vllt. neue Fehler oder Schwachstellen auftauchen, die notierst du dir dann auch und nutzt es bei der nächsten VA. So bekommst du mit der Zeit deine eigene, erfahrungserprobte Checkliste.

Kommentar von conelke ,

Sehr guter Kommentar!

Antwort
von blackforestlady, 69

Was hat Abitur mit der Ausbildung zu tun, rein gar nichts. Denn Noten sagen nichts über die Fähigkeit aus ob Du die Ausbildung packst oder nicht. Es klingt alles danach, dass Du überfordert bist und es nicht auf die Reihe bekommst. Vielleicht solltest Du Dir eine andere Ausbildung suchen, die in Richtung Handwerk geht, aber nicht im Organisatorischen Bereich.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community