Ich informiere mich zur Zeit über Immobilien und bin mit dem Hinweis konfrontiert worden, dass sich die Sanierung alter Immobilien lohnt, genauer gesagt: Denkmäler. Warum lohnt es sich finanziell beim Immobilienkauf, unter Denkmalschutz stehende Häuser zu sanieren anstatt auf Neubauten zu setzten?

Ich sehe das ein wenig anders - ich bewohne eine alte Schule von 1876. Habe sehr gute Erfahrungen mit dem Denkmalschutz gemacht. "Kontrollieren" kam nie jemand - im Gegenteil, ich habe den Denkmalschützer sogar vorab eingeladen. Er war mit allem einverstanden, was ich machen wollte. (Natürlich keine utopischen Vorstellungen) Für mich lohnt es sich: 9% aller Investitionskostenkann ich 10 Jahre lang steuerlich abschreiben. Auch Eigenleistungen habe ich in Rechnung stellen können. z.B. für Haustür oder Fenster gibt es extra staatliche Zuschüsse.
Das bedeutet natürlich nicht, dass der Staat einem die Fenster bezahlt - aber es lohnt sich für Gutverdiener, die echtes Interesse an dem Gebäude haben. Es ist die m.E. einzige verbliebene Möglichkeit, selbstgenutztes Wohneigentum steuerlich gefördert zu bekommen.
UND: Es ist einfach cool, in einem Haus zu wohnen welches nicht von der Stange ist. Tolle Bausubstanz, klasse Flair und das Gefühl, ein originelles Denkmal zu bewohnen. Vergleiche es gerne mit Oldtimer-Auto.

Das lohnt sich in den seltensten Fällen. Wenn ich die Wahl hätte würde ich davon wohl lieber die Finger lassen. Keiner weiß was den Behörden alles noch für Auflagen einfallen...
Harterkampfer am 16. August 2009 23:45 Deutsche Angstphantasien!

man kommt in den Genuß von Sonderabschreibungen (es war glaub mal 10% / Jahr über 10 Jahre). Hinzu kommne evtl. öffentliche Zuschüsse und zinsverbilligte Darlehen.

Weil du für die Sanierung staatliche Fördergelder bekommst. Ob sich das allerdings sooooo lohnt - ich sehe täglich, was Leute an Fördergeldern bekommen - ich sehe aber auch, was sie vorher für die Sanierung bezahlt haben.
So ist es. Du kannst auf keinen Ziegelstein klopfen, ohne dass sofort das Denkmalschutzamt vor der Tür steht. Dessen Auflagen müssen zwingend erfüllt werden, was die Sanierung enorm verteuert, und da die Baustelle ständig kontrolliert wird, kannst du zudem nicht mal billig "gute Kumpels" arbeiten lassen, sondern musst reguläre Firmen mit Rechnungsstellung beauftragen.
Harterkampfer am 16. August 2009 23:42 Stammtischgerücht! Würde meine gute Erziehung mich nicht daran hintern, ich würde die vorherige Aussage als absoluten Blödsinn bezeichnen! Konrolletti und sowas gibt es nur in der Phantasie! Ich habe etliche Denkmäler umgebaut, rede als nicht vor Hörensagen, wie du, sondern aus der Praxis. Es muss lediglich eine Abstimmung erfolgen und ein formloser Antrag gestellt werden.
Wenn aber Leute denkmalwürdige Objekte zum Beispiel mit Platikfenster verunstalten wollen oder anderweitig unfachgemäß rangehen wollen - dann wird deren Murks natürlich unterbunden!