Frage von FrageCompany, 76

Warum liest man oft, dass man nach einer Reise zurück am heimischen Zoll Quittungen für eigenen Schmuck benötigt, aber vom ausländischen Zoll liest man nichts?

Ich lese dauernd, dass man nach einer Rückkehr aus den USA nach Deutschland (Beispiel gilt hier für deutsche Bundesbürger) am deutschen Zoll möglicherweise nachweisen muss, dass der Schmuck oder die teure Kameraausrüstung oder der Laptop (bei einem Warenwert von sichtlich über 430 Euro bei Erwachsenen) tatsächlich in Deutschland gekauft wurden und somit schon Mehrwertsteuern für das Produkt (ist das hier richtig?) bezahlt wurden (wenn das Produkt in Deutschland produziert wurde oder auf dem deutschen Markt verkauft wurde?)

Jetzt frage ich mich:

  1. Was gilt bei Gegenständen, die einem geschenkt wurden und für die man natürlich deshalb keine Rechnungsbelege oder Quittungen besitzt (oder wenn man alle Belege schon im Müll entsorgt hatte)?
  2. Was gilt bei Gegenständen, die keine Seriennummer besitzen und auch keine Dokumente vorhanden sind? Muss ich solche Gegenstände immer abfotografieren und vor der Ausreise beim Zoll anmelden? Und wie soll nach der Wiedereinreise festgestellt werden, dass es sich tatsächlich um den fotografierten Gegenstand handelt, wenn keine Seriennummer verfügbar ist? Muss die eingraviert werden (was den Gegenstand beschädigt) oder geschieht die Kontrolle auf Vertrauensbasis?
  3. Was gilt bei Geschenken mit ausländischer Seriennummer, die von jemand anderem mitgebracht und verschenkt wurden, wie ist hier ein Nachweis ohne Quittungen möglich?
  4. Genügen zum Nachweis des Eigentums nicht personenbezogene Kaufbelege/Quittungen oder sind personen- und adressbezogene Rechnungen zwingend erforderlich?
  5. Gibt es zolltechnische Unterschiede bei der Wiedereinreise aus einem EU-Mitgliedsstaat oder einem Nicht-EU-Mitgliedsstaat?
  6. Müsste sich der ausländische Zoll bei der Einreise im Urlaub denn nicht auch für die mitgebrachten hochwertigen Gegenstände interessieren? Ich lese immer nur, dass man zahlreiche Vorkehrungen bei der Wiedereinreise in das Heimatland (Wohnsitzland?) beachten muss, habe aber noch nie gelesen, dass sich der Zoll auch für einreisende Touristen interessiert, was doch prinzipiell logisch wäre, die einreisenden Touristen ebenfalls zu kontrollieren? Denn Touristen könnten die Gegenstände theoretisch ebenfalls dauerhaft in das Reiseland einführen? Benötige ich also auch Nachweise für die Einreise in das Reiseland?
  7. Gibt es gesonderte Regelungen für doppelte Staatsbürger, die zwischen zwei Heimatländern teure Gegenstände transportieren (muss hier doppelt verzollt werden)?
  8. Was kann ich tun, wenn ich für meine Gegenstände keine Quittungen (mehr) besitze und der Zoll einen Nachweis verlangt?
  9. Spielt es auch eine Rolle, ob die Ware gebraucht ist (bei Schmuck [besonders antikem Schmuck] lässt sich das ja kaum feststellen)?
  10. Inwiefern spielen hier auch Steuern und privater/geschäftlicher Gebrauch eine Rolle?

Danke! (Die Fragen sind aus vorsorglichem Interesse.)

Antwort
von peterobm, 56

 du bist verantwortlich den Nachweis zu erbringen

5. die Freimenge ist höher 

6. dem ausländischen Zoll ist das eigentlich schnuppe; du hast dich nach den Einreisemodalitäten zu informieren. 

alles andere hier http://www.zoll.de/DE/Privatpersonen/Reisen/reisen_node.html;jsessionid=5F9FDCFF...

Kommentar von FrageCompany ,

Warum juckt das den auslaendischen Zoll nicht? I'm Urlaub kann man doch auch teure Sachen verkaufen?

Antwort
von AssassineConno2, 45

Ganz einfach. Du hast nur eine bestimmte Reisefreimenge. Mit ner Spiegelreflexkamera biste da schnell drüber. Kannst du jetzt nicht nachweisen, das du die schon vor dem Urlaub hattest hast du nen Problem. So siehts auch mit schmuck aus. Überschreitest du die Freimenge zahlst du. Wenns doof kommt bekommste noch ne Amzeige.

Antwort
von macqueline, 11

Bei (8) schätzt der Zoll.

Antwort
von Akecheta, 48

http://www.zoll.de/DE/Privatpersonen/Reisen/reisen_node.html

Wenn man nicht lesen will, kommt sowas dabei raus.

Kommentar von BarbaraHo ,

Ja, da müssten alle Fragen beantwortet werden.

Kommentar von FrageCompany ,

Aber ich verstehe nicht, warum sich der Zoll bei der Einreise ins Urlaubsland nicht dafür interessiert? Touristen können doch auch Gegenstände im Ausland verkaufen wollen?

Kommentar von Akecheta ,

Dafür ist natürlich der ausländische Zoll des Urlaubslandes zuständig und nicht der deutsche Zoll. Ist doch klar.

Kommentar von FrageCompany ,

Ja, aber meine Frage bezieht sich ja eben nicht nur auf den deutschen Zoll, sondern generell auf die Zollkontrollen bei Reisen.

  1. Meine Frage ist, wann sich der ausländische Zoll grundsätzlich für Touristen interessiert, weil diese ja auch theoretisch unerlaubt Waren in das Reise- oder Urlaubsland einführen könnten.
  2. Im Reisebüro wird man darauf hingewiesen, dass man teure Gegenstände beim deutschen Zoll vor der Ausreise anmelden sollte oder Quittungen/Kaufbelege sowie Rechnungen mitführen sollte, damit man bei einer Kontrolle bei der Wiedereinreise nach Deutschland keine Probleme bekommt.
  3. Nun fällt mir auf, dass man etwa bei einer Reise in die USA ein Zollformular ausfüllen muss, welche Waren mit welchem Wert nach der Ausreise in den USA verbleiben sollen.
  4. Aber woher weiß der amerikanische Zoll, dass das meine privaten Gegenstände sind und ich diese auch sicher (innerhalb eines Jahres [muss danach verzollt werden?]) wieder ausführen werde?
  5. Sprechen sich amerikanischer Zoll und deutscher Zoll ab?
  6. Oder muss man teure Waren, die einem privat gehören, sowohl beim deutschen als auch beim amerikanischen Zoll vor der Ausreise aus Deutschland anmelden?
  7. Was sollen Quittungen denn beweisen? Die verhindern doch nicht, dass die Waren im Ausland doch weiterverkauft werden?
  8. Was passiert mit Waren, die man als Geschenk erhalten hat und somit keine Kaufbelege vorweisen kann oder keine Seriennummern, die auf die Herkunft hinweisen, vorhanden sind?

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