Frage von Konzulweyer, 249

Warum lehnen es Zeugen Jehovas ab, z. B. bei einer Krankheit Blut gespendet zu bekommen und dadurch ihren Tod in Kauf nehmen?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Abundumzu, 159

Hallo  Konzulweyer

Gern nehme ich als Zeuge Jehovas zu Deiner Frage Stellung.

Zunächst aber  wundere ich mich,  dass Du überhaupt eine solche  Frage stellst,  denn seit der Dokumentation  „Böses Blut   -  Kehrtwende in der Intensivmedizin“,  die   am  24.11.2014   von der ARD ausgestrahlt  wurde,  stellt kaum noch jemand eine derartige Frage.   Die Sendung  -  die sich im Internet noch finden lässt  -   ist eine sehr sorgfältige Dokumentation über die Gefahren,  die  von Bluttransfusionen ausgehen können    und die sich besonders  in den Spätfolgen zeigen,  bei Patienten also,  die sich vor 25 oder 30 Jahren einer solchen Behandlung unterzogen haben.

Zwar sind diese medizinischen Probleme nicht der Grund,  warum wir als Zeugen Jehovas konsequent Blut meiden,  dennoch zeigen uns die tragischen Ergebnisse,  dass unser Schöpfer  viele gute Gründe hat,  den leichtfertigen Umgang mit Blut zu verbieten.  Und es zeigt sich auch, dass  wir gut beraten sind,  wenn wir dieses Gebot beachten.  

Das  bedeutet jedoch keineswegs,  dass wir   -  wie Du zu vermuten scheinst  -   mit unserer Gesundheit  leichtfertig umgehen würden,  im Gegenteil  gehören wir mit zu den Pionieren,  die der fremdblutfreien  Chirurgie  zu der Verbreitung  verholfen haben,  die sie gegenwärtig hat.  Wir tragen außerdem sehr aktiv dazu bei,  dass alle erfolgreichen alternativen  Behandlungsmethoden  einschließlich aller Fakten  Medizinern  auf der ganzen Welt  zugänglich gemacht werden.

Betonen möchte ich auch,  dass alles,  was ich  nachfolgend schildere nicht etwa nur Theorie oder gar übernommene Meinung ist, sondern dass ich  persönlich von der Zuverlässigkeit und Gültigkeit biblischer Aussagen zu diesem Thema  überzeugt bin und außerdem diverse medizinische Fälle, in denen unter Beachtung biblischer Grundsätze erfolgreich operiert wurde, in meiner unmittelbaren Umgebung miterlebt habe.

Außerdem sind wir als Zeugen Jehovas davon überzeugt, dass gemäß 2. Timotheus 3:16-17 und Hebräer 4:12-13 (jeweils auszugsweise) „Die GANZE Schrift von Gott inspiriert ist und nützlich zum Lehren, zum . . . Richtigstellen der Dinge“  und „das Wort Gottes lebendig ist und Macht ausübt und . . .  Und wir (unserem Schöpfer) Rechenschaft zu geben haben.“

Weil wir also Gottes Wort ernst nehmen, wissen wir auch, dass „wir unsere Hoffnung auf einen lebendigen Gott gesetzt haben, der ein Retter aller Arten von Menschen ist, besonders von treuen“ (1. Timotheus 4:10) und deshalb ist auch die Verheißung auf eine Auferstehung für uns eine fest gegründete Hoffnung (Johannes 5:28). Sie gibt uns viel  Kraft und versetzt uns in die Lage auch mit  Gesundheits- problemen  sehr viel gelassener umzugehen.

Als letzten Punkt meiner Vorausbemerkungen, stelle ich Dir eine Gegenfrage:

Hast Du je einen Arzt gefunden, der Dir die schriftliche Garantie gibt, dass ein notwendiger chirurgischer Eingriff absolut erfolgreich sein wird, WENN  Du eine Bluttransfusion akzeptierst?  Oder ist es nicht vielmehr so, dass Du in jedem Fall auf die Gefahren des Eingriffs und die Unwägbarkeiten einer Transfusion hingewiesen wirst und unterschreiben musst (!), dass Du dieses Risiko bewusst eingehst?

Und nun zu Deiner eigentliche Frage:

Wir als  Zeugen Jehovas unternehmen  -  wie oben schon erwähnt -  alles menschlich Erdenkliche, um  unsere Gesundheit oder die Gesundheit unserer Kinder  und unserer Angehörigen zu erhalten oder wiederherzustellen. Darin
unterscheiden wir uns nicht von anderen vernünftigen Menschen.

Wir sind deshalb grundsätzlich mit vielen  medizinischen und chirurgischen Behandlungen einverstanden. Und nicht zuletzt gibt es in unseren Reihen zunehmend  Ärzte und Chirurgen die selbst  Zeugen Jehovas sind.  Um  den medizinischen Erfolg auch im Falle notwendiger chirurgischer Eingriffe
sicherzustellen   arbeiten wir  bereitwillig und gut organisiert mit Ärzten auf der ganzen Welt zusammen und helfen in jedem einzelnen Fall  bei der Suche nach der individuellen und optimalsten Behandlungsmethode.

Tatsache ist jedoch auch, dass wir  -  wie einleitend schon erwähnt  -  unseren  Glauben und auch   Gottes Wort ernst nehmen.  Und deshalb ist es für uns einfach eine Tatsache, dass  Gott als Schöpfer auch und besonders über seine Schöpfung Mensch, besser Bescheid weiß als wir.

So hat er schon gleich zu Beginn der  Menschheits- geschichte folgendes erklärt:  „Alles, was sich regt und lebt, sei eure Speise. Doch ihr sollt kein Fleisch essen, in dem noch das Leben, das Blut, ist.“  Und er fügte dann hinzu:  „Besonders aber von eurem Leben, vom Blut der Menschen, will ich Rechenschaft fordern. . “ (1. Mose 9:3-6, Stuttgarter Erklärungsbibel).

 Wegen dieser religiösen Überzeugung  glauben wir . . . .

Kommentar von Abundumzu ,

Wegen dieser religiösen Überzeugung  glauben wir, dass uns  Bluttransfusionen verboten sind und dabei beziehen wir uns   -  neben der zitierten   -  auf Bibelstellen wie die folgenden:

  • AT:   „Nur Fleisch mit seiner Seele — seinem Blut
    — sollt ihr nicht essen“ (1. Mose 9:3, 4).
  • AT:  „[Ihr sollt] sein Blut ausgießen und es mit
    Staub bedecken“ (3. Mose 17:13, 14).
  • NT:   „Und enthaltet euch „von Hurerei und von
    Erwürgtem und von Blut“ (Apostelgeschichte 15:19-21).

Diese Verse sind zwar nicht medizinisch formuliert, aber nach
unserer Auffassung schließen sie eine Transfusion von Vollblut und die Verabreichung von Konzentraten aus roten Blutkörperchen und Plasma sowie weißen Blutkörperchen und Blutplättchen aus.

Einige Blutbestandteile, wie Albumin, Immunglobulinen und
Faktoren zur Blutgerinnung sind nach unserem religiöses Verständnis nicht unbedingt völlig abzulehnen. Jeder Zeuge muss für sich  selbst entscheiden, ob er sie akzeptieren kann.

Obwohl  in   -  mittlerweile sehr ferner  -   Vergangenheit Chirurgen es oft abgelehnt haben, Zeugen zu behandeln, weil durch unsere Einstellung zur Verwendung von Blutprodukten  dem Arzt die Hände
gebunden  schienen, vertreten heute zunehmend mehr  Ärzte die Ansicht, dass es sich dabei lediglich um einen zusätzliche Schwierigkeitsgrad  handelt, der eine besonders hohe Anforderung
an ihr Können stellt.

Einige von uns zusammengestellte und recht aufschlussreiche
Information über neue Behandlungsstandards und über die
Transfusionsmedizin  findest Du in diesem Online- Informationsbeitrag

„Transfusionsmedizin — Was bringt die Zukunft?“   Google
findet ihn  mühelos.

Außerdem gibt es inzwischen eine weitere Fernsehdokumentation  vom  11.05.2016

Titel:  "Gefährliche Bluttransfusionen"   

und hier findest Du sie                   http://www.swr.de/betrifft/betrifft-bluttransfusion/-/id=98466/did=17195826/nid=...

Da wir außerdem nichts gegen Salzlösungen oder kolloidale
Ersatzflüssigkeiten, Elektrokaustik, hypotone Anästhesie oder Hypothermie einwenden, werden  die in dem Bericht beschrieben  Verfahren laufend erfolgreich praktiziert.

Zudem,  um Missverständnissen und Komplikationen zwischen Medizinern und uns vorzubeugen kommen regelmäßig  offizielle Vertreter unserer Religionsgemeinschaft  mit Vertretern der Chirurgie und der Krankenhausverwaltungen zusammen.  Solche 
Gespräche tragen dazu bei, dass das Verständnis füreinander verbessert wird und Fragen über Bluttransfusionen, Transplantationen und die Vermeidung medizinisch/rechtlicher Konfrontationen beantwortet werden.

Das inzwischen hinreichend bekannte Ergebnis solcher Initiativen ist,  dass aufgeschlossene und gut informierte Mediziner mit unserer Einstellung kein Problem haben, besonders auch deswegen nicht, weil sie wissen, dass der Erfolg einer medizinischen Behandlung nicht unwesentlich davon abhängt,  ob  man den „ganzen Menschen“ behandelt  -  und damit  also auch seine innere Einstellung in einer angedachten Behandlungsmethode gebührend berücksichtigt.

Vielleicht helfen Dir diese Informationen ein wenig weiter.

Alles Gute.

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Kommentar von Konzulweyer ,

Hallo, danke für deine ausführliche Antwort. Ich kenn mich damit nicht so aus. Ich weiß nur von einem Fall wo eine Zeugin Jehovas unter Leukämie litt und man sie durch u.a. einer Bluttransfusion evtl. hätte retten können. Dies wurde aber von ihr abgelehnt und sie starb. Ich meine, der Versuch wärs doch wert gewesen, wenn dadurch sie wieder gesund hätte werden können.

Kommentar von Abundumzu ,

Lieber Konzulweyer,

es freut mich, dass die obige Antwort hilfreich für Dich ist.   Bewusst nenne ich sie nicht „meine Antwort“,  weil ich lediglich das wiedergegeben habe, was ich dem Worte Gottes und den sich daraus ergebenden Erfahrungen entnehmen kann.  

Je besser man nämlich diese Schriften kennt, umso häufiger findet man die darin enthaltenen Ratschläge bestätigt  und infolgedessen kann man sie mit Überzeugung weitergeben.  Es ist wirklich so, wie es  Jesaja 48:17  beschreibt:  „Ich, Jehova, bin dein Gott, der dir
zum Nutzen dich lehrt
, der dich auf den Weg treten lasst, auf dem du wandeln solltest.“

Zwar ist der zugesagte Nutzen nicht immer  gleich greifbar und auch nicht immer sofort erkennbar  - aber langfristig führt das Beachten göttlichen Rates zu den mit Abstand besseren Ergebnissen.

Und deshalb gehe  gern noch mal auf die von Dir  geschilderte Erfahrung ein, aus der Du den Schluss ziehst, dass  „eine Bluttransfusion [sie] evtl. hätte retten können“.

Hätte sie das wirklich?

Nehmen wir einmal an, es hätte sich wirklich so positiv  entwickelt, wie Du es vermutest  und die an Leukämie erkrankte Frau  hätte noch ein paar Jahre länger  gelebt.

Aufgrund ihres Glauben und ihrer festen Überzeugung wäre ihr
bewusst gewesen, dass sie durch die Duldung einer Bluttransfusion ein Gebot Ihres Schöpfers übertreten hätte  -  und das wiederum löst Gewissenskonflikte aus.   Die daraus folgende seelische Belastung  wird man u. U. nie wieder los und das mindert die Lebensqualität  ganz erheblich.

Lohnt sich das wirklich?

Die Alternative stellte sich aus ihrer Sicht so dar:  Obwohl sie zunächst einmal gestorben ist,  wird das Endergebnis  ihrer Entscheidung  sehr viel besser ausfallen  als beispielsweise Du es Dir vorstellen kannst.

Wie kommt es dazu?

Nun, als Zeugen Jehovas nehmen wir die Bibel ernst  und sind davon überzeugt, dass alles, was unser Schöpfer seinen treuen Anbetern verspricht auch Wirklichkeit werden wird.

Und zu diesen Zusagen gehören eine völlig neu gestaltetet Erde und ein ewiges Leben auf  diesem Planeten.  Alle  Verstorbenen, besonders aber jene die sich als loyal erwiesen haben, werden auferstehen  und sich eines endlosen Lebens ohne Krankheit und Tod erfreuen dürfen. (Johannes 5:28, 29;  2. Petrus 3:13 u.v.a.m.)

Christen, die solchen Verheißungen keinen Glauben schenken
möchten,  können ihren Glauben getrost sein lassen  -  so
jedenfalls argumentiert die Bibel.

Wörtlich heißt es dazu  in 1. Korinther 15:16-19  und 32  „Denn
wenn die Toten nicht auferweckt werden, dann ist auch Christus nicht auferweckt worden.  Ist ferner Christus nicht auferweckt worden, so ist euer Glaube nutzlos;  ihr seid noch in euren Sünden. In der Tat, auch die, die in Gemeinschaft mit Christus [im Tod]  entschlafen sind, sind verloren.  Wenn wir nur in diesem Leben auf Christus gehofft haben, sind wir die bemitleidenswertesten aller Menschen.  . . .Wenn die Toten nicht auferweckt werden, so „lasst uns essen und trinken, denn morgen werden wir sterben“. 

Und nun überlege bitte einmal   -   und zwar völlig unabhängig davon, ob Du meiner Darstellung nun glauben möchtest oder nicht  -   wär es wirklich eine weise Entscheidung gewesen, die Aussicht auf ein ewiges Leben aufs Spiel zu setzen, nur um jetzt und sofort noch ein paar Jahre an Lebenslänge zu gewinnen?  Oder anders formuliert:  Ist eine mehr oder weniger kurze Lebensverlängerung, zudem von sehr bescheidener Qualität,   es tatsächlich wert, ein ewiges Leben auf einer heilen Erde aufs Spiel zu setzen?  

Wäre es also  -  um mit Deinen Worten zu fragen   -   einen  „Versuch
doch wert gewesen“  ??

Wenn Du darüber mehr wissen möchtest,  melde Dich bitte.

Alles Gute.

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Kommentar von EXInkassoMA ,

 weil ich lediglich das wiedergegeben habe, was ich dem Worte Gottes und
den sich daraus ergebenden Erfahrungen entnehmen kann.  

Es ist die Auffassung der Zeugen Jehovas Körperschaft in den USA welche Du hier widergibst

Nachdem sich die Zeugen Jehovas so oft mit der Terminierung von Armagedon geirrt haben wäre es nicht möglich das sie sich auch in der Blutfrage irren ?

Kommentar von Konzulweyer ,

Ich bin von dem Engagement der Zeugen Jehowas für ihre Sache sehr beeindruckt. In dieser Frage bin ich jedoch anderer Meinung. Und wie würde es bei einem Kind von Zeugen Jehowas das erkrankt wäre aussehen. Ich meine z. B. ein kleines Kind das noch keine eigene Meinung hat.

Kommentar von Abundumzu ,

Hallo Konzulweyer

Danke für Deine sachliche Nachfrage.

Die Öffentlichkeit, die  -  soweit es Bluttransfusionen betrifft  -  zum überwiegenden Teil aus  Laien besteht,  neigt immer noch dazu,  die Verwendung von Blut in der Chirurgie für unverzichtbar und alternativlos zu halten.  Diese Medizinergläubigkeit sitzt in den Köpfen und Herzen vieler Menschen ähnlich tief verwurzelt und fest, wie bspw. die „angeborene“  religiöse Grundhaltung. 

Sogar gut belegte Aufklärungsarbeit, wie die beiden
Fernsehdokumentationen über die Spätfolgen, auf die ich in meiner Antwort Bezug genommen habe, bewirken nur wenig Umdenken.

Sehr viel positiver dagegen gehen gut informierte Ärzte und
insbesondere die Könner unter den Chirurgen mit unserem Anliegen um.  Sie betrachten unsere Einstellung nicht als Problem sondern als Herausforderung  -  und das  auch und ganz besonders bei unseren Kindern.

Schon in meiner Antwort oben habe ich anklingen lassen, dass
wir uns weltumspannend und gut organisiert mit der ganzen Thematik Bluttransfusion regelmäßig auseinandersetzen. 
Wir sind durchgängig auf dem Laufenden und wissen gut über alternative Methoden,  über kooperative Ärzte und  gut ausgerüstete Krankenhäuser Bescheid. 

Wann immer ein medizinischer Notfall eintritt,   ob bei Erwachsenen oder Kindern,  wird unser regionales  Ärzte-Verbindungskomitee tätig.  Das sind erfahrene Glaubensbrüder,  die mit allen kooperierenden  Chirurgen aus ihrer Region im laufenden Kontakt stehen und daher stets den aktuellen Stand optimalster medizinischer Versorgung kennen.  Bei außergewöhnlich
komplizierten Eingriffen sorgen wir ggf. für die Verlegung des Patienten in ein geeignetes Krankenhaus  -  notfalls auch über große Entfernungen.

Niemand auf der Welt ist in einem medizinischen Notfall  besser umsorgt als ein Zeuge Jehovas   -  und das vom Säuglingsalter an.  Neuerdings reicht diese fürsorgliche Unterstützung sogar bis in jene Flüchtlingslager hinein, in denen sich Glaubensbrüder aufhalten müssen.

Sei also sicher, dass wir als Zeugen Jehovas alles nur erdenkliche unternehmen, um unsere Kinder vor gesundheitlichen Nachteilen zu
bewahren. Ebenso auch vor Spätfolgen einer medizinischen Maßnahme, von deren dauerhaften Erfolg wir nicht überzeugt sind.

Dennoch ist und bleibt niemand von einem  Restrisiko verschont, wie es mit einem chirurgischer Eingriff einhergeht. Kein noch so perfekter Chirurg kann den positiven Ausgang seines Eingriffs garantieren 
und ebenso wenig trägt  ein nachträglicher Austausch von  Mutmaßungen darüber,  ob es mit oder ohne Transfusion "besser" verlaufen wäre, irgendetwas sinnvolles zum Ausgang eines Falles bei.

Wann immer eine solche Situation trotz aller Umsicht  tragisch endet und der Patient verstirbt, bricht deshalb unser Weltbild nicht zusammen.  Wir vertrauen auf die  Zusage  unseres Schöpfers, die er bspw. in Johannes 5:28, 29  deutlich formuliert:  „Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften [Gräbern]  sind, seine [Jesu] Stimme hören  und
herauskommen werden, die, welche Gutes getan haben, zu einer Auferstehung des Lebens  . . .“ 

Beachte deshalb bitte,  dass wir angesichts dieser Überzeugung nicht nur das  „normale“ Wohl unserer Kinder im Auge behalten, sondern vor allem ihr ewiges Wohl   -  und dazu gehört nun einmal Gehorsam gegenüber den Grundsätzen unseres Schöpfers.

Möglicherweise wirst Du es kaum glauben, aber einer der  zentralen Lehren unseres Gottes ist tatsächlich   -  vereinfacht ausgedrückt  -  der Grundsatz:  Blut rettet Leben!

Dabei geht es allerdings nicht um Bluttransfusionen. Aus Gottes
Gesichtspunkt ist Blut heilig, denn Blut bedeutet Leben;  und die Gabe des Lebens stammt von Gott. Er allein  hat die Verfügungsgewalt darüber  -  auch und besonders  die Verfügungsgewalt über ein ewiges Leben, wie er es seinen loyalen Geschöpfen  versprochen hat.  Und dabei spielt Blut eine Schlüsselrolle,  und zwar  das  kostbare  Blut  Jesu,  der
sein Leben geopfert hat um einer an sich verlorenen Menschheit die Aussicht auf ein wirkliches Leben zu ermöglichen.

Jesus selbst sagt über sich,  dass er „seine Seele [bzw. sein Leben] als ein Lösegeld im Austausch gegen viele dahingegeben hat“  bzw. dass sein Blut  „zugunsten vieler vergossen“ worden ist.  (Matthäus 20:28;  Markus 14:24)

Und eben  daraus ergibt sich für Christen eine Konsequenz, die in der Bibel folgenden Wortlaut hat:

Kommentar von Abundumzu ,

Wörtliches Zitat:

„Obwohl er [Christus] Sohn war, lernte er Gehorsam durch die Dinge, die er litt;  und nachdem er vollkommen gemacht worden war, wurde er für die ewige Rettung all derer verantwortlich, die ihm gehorchen“   -  und ich füge hinzu:  Für niemand sonst!    (Hebräer 5:8, 9)

Ihm zu gehorchen bedeutet also Leben.  Ihm zu gehorchen bedeutet ebenfalls dem Blut die Heiligkeit zuzuerkennen, die es in den Augen unseres Schöpfers hat. Und daraus wiederum ergibt sich die Logik, die ich Dir weiter oben schon einmal zu erklären versucht habe:

Kein wirklich überzeugter Christ wird seine Aussicht auf ein ewiges Leben dafür aufs Spiel setzen, dass er durch  einen unzulässigen Umgang mit  Blut eine ungewisse und kurze Verlängerung seines Lebens versuchen wird. Vielmehr ist  sein Lebensstandpunkt geprägt durch sein Vertrauen auf seinen Schöpfer und dessen Verheißungen.  Und das gilt sowohl für Säuglinge wie für Greise.

Blut rettet tatsächlich Leben,  dauerhaft allerdings nur dann, wenn man sich Gottes Standpunkt  zu eigen macht.  Und soweit es Kinder betrifft  haben vor Gott nun einmal die Eltern  die Verantwortung,  gottgefällige Entscheidungen für sie zu treffen.

Nun ist dieses Bibelverständnis nicht sofort für jeden nachvollziehbar;   besonders dann nicht, wenn man keine genaue Bibelkenntnis hat.  Um dem abzuhelfen bieten wir rund um den Globus kostenfreie Bibelkurse an, wann und wo immer der Interessent möchte. 
Wir verbinden mit diesem Angebot auch die Zusicherung in dem Kurs zusätzlich gern  Bibelübersetzungen zu verwenden, die der Kursteilnehmer bevorzugt  -  und wir verbinden dieses Angebot mit der ausdrücklichen Zusage, dass niemand, der den Kurs in Anspruch nimmt, deswegen ein Zeuge Jehovas werden muss.  In unserem offiziellen drei-Minuten Trailer    „Das erwartet Sie bei einem Bibelkurs | Videos“   wird das deutlich  bestätigt. 
(Mit dem genannten Suchtext leicht zu ergooglen)

Für den Fall, dass Du darüber hinaus mehr zu diesem Thema erfahren möchtest, findet sich auch  hinter der folgenden  Google-Adresse  eine Fülle von Informationen über unsere Gründe und über alternative Behandlungsmethoden:   

https://www.google.de/webhp?sourceid=chrome-instant&ion=1&espv=2&ie=...+org+blut


Viel Erfolg und alles Gute.


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Kommentar von Abundumzu ,

Da die Google-Adresse unvollständig editiert wurde hier noch einmal:

https://www.google.de/webhp?sourceid=chrome-instant&ion=1&espv=2&ie=...

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Kommentar von Philipp59 ,

Eine sehr präzise und doch gut verständliche Behandlung dieses schwierigen Themas Abundumzu!

Kommentar von EXInkassoMA ,

Leider stimmt an der extrem einseitigen Abhandlung so gut wie gar nichts. 

Antwort
von HerrVonRibbeck, 38

Die Zeugen-Argumentation wurde Dir hier hinlänglich dargelegt. Ich möchte Dir zeigen, wie die Mitglieder indoktriniert werden, so dass sie sogar den Tod eines Jungen namens Josh aufgrund abgelehnter BT beklatschen.

Redner ist Herr Anthony Morris III, einer der 7 Mitglieder der obersten Führungsriege, der sog. Leitenden Körperschaft / Governing Body.

Tony Morris erzählt, dass die Ärzte Josh leise drängten, eine BT zu akzeptieren, während seine Eltern ihnen den Rücken zuwandten; doch Josh wich nicht zurück und endete gepriesen von Tony Morris für sein Selbstmartyrium.

Um die Menge zu beruhigen, schließt Morris diesen Erfahrungsbericht mit folgendem Satz ab: "Und wenn er wieder auferstanden ist, werden wir mehr von ihm hören, denn der HERR liebt diesen kleinen Kerl".

Mir fehlen schlichtweg die Worte, um Dir noch mehr zu schreiben. Das muss ein Ende haben, das muss gestoppt werden!

http://jwsurvey.org/cedars-blog/21st-century-christian-martyrdom-tony-morris-pra...

Kommentar von EXInkassoMA ,

Anthony Morris ist schon ein krasser Typ

Seine Hinweise zu engen Hosen könnten Kult Status erlangen

https://www.youtube.com/watch?v=d3mxhkd3xsI

Antwort
von EXInkassoMA, 142

Nicht alle zeugen jehovas teilen glücklicherweise die (noch) offizielle Meinung der Sektenfuehrung zu dieser Thematik 

Die Blutfrage wird inzwischen intern in der Sekte kontrovers diskutiert. 

Antwort
von telemann2000, 59

Sie tun es aufgrund einer falschen Interpretation folgender Bibeltexte:

„Nur Fleisch mit seiner Seele — seinem Blut
— sollt ihr nicht essen“ (1. Mose 9:3, 4).

 „[Ihr sollt] sein Blut ausgießen und es mit
Staub bedecken“ (3. Mose 17:13, 14).

„Und enthaltet euch „von Hurerei und von
Erwürgtem und von Blut“ (Apostelgeschichte 15:19-21).

Alle diese Texte beschreiben biblische Diät - oder Speisevorschriften. 

Wo liegt jetzt also die Fehlinterpretation? 

Diese ist in der Literatur der Zeugen Jehovas für jeden Laien als auch medizinischen Experten ersichtlich. Hier ein Auszug:

"Ist eine Transfusion wirklich dasselbe wie das Essen von Blut?
Wenn ein Krankenhauspatient keine Nahrung durch den Mund aufnehmen kann, wird er intravenös ernährt. Würde nun jemand, der zwar kein Blut in den Mund nimmt, sich aber eine Bluttransfusion geben läßt, wirklich dem Gebot, ‘sich von Blut zu enthalten’, gehorchen? (Apg. 15:29). Wie verhält es sich zum Beispiel mit jemandem, dem der Arzt dringend geraten hat, sich des Alkohols zu enthalten? Würde er den Rat befolgen, wenn er zwar aufhören würde, Alkohol zu trinken, ihn sich aber statt dessen direkt in die Venen spritzen würde?"

Warum kann selbst ein Laie die Fehlinterpretation erkennen? Weil er genau weiß, dass intravenös zugeführtes Blut nicht als Nahrung im Magen verdaut wird und später ausgeschieden wird. Deswegen ist hier der Vergleich mit intravenöser Nahrungszuführung nicht nur schlecht gewählt sondern soll vielmehr den unbedarften Leser auf eine komplett falsche Fährte führen. 

Um es anders auszudrücken. Die medizinische Verwendung des Blutes hat rein gar nichts mit den biblischen Speisevorschriften zu tun. Im Gegenteil: Gott ist sehr daran interessiert, Leben zu retten. Wenn man das AT aufmerksam liest und auch die Aussagen Jesu Christi hierzu beachtet, wird man schnell feststellen, dass das Retten eines Menschen - bzw. Tierlebens über irgendeinem göttlichen Gebot steht. 

Kommentar von EXInkassoMA ,

Respekt, da hat jemand Ahnung

Kommentar von juste55 ,

telemann2000,

und solch ein Kommentar, obwohl die Medizin schon ganz andere Erkenntnisse hat. Ein Film wurde schon erwähnt.

Natürlich regiert u.a. Geld diese Welt, Profitgier macht Menschen, macht den Globus (fast) kaputt. ALLE sehen das. Das Eis schmilzt, riesige "Brocken" ,so groß wie die Insel Mallorca, stürzen ins Wasser.Der Meeresspiegel steigt. Die Meere sind leer gefischt usw. usw. - Die Erde steht vor dem Kollaps!

Wer will bestreiten, daß man nicht auch durch  den Handel mit dem Blut  gut verdienen kann?

Zum Glück gibt es fortschrittliche Ärzte, die mal die Folgen von Bluttransfusionen aufgezeigt haben.

Kommentar von telemann2000 ,

Es geht hier nicht in erster Linie um Fortschritte in der Medizin sondern um die Fehlinterpretation der biblischen Texte. 

Wenn sich ein Gläubiger für oder gegen eine Bluttransfusion entscheidet, sollte das seine eigene persönliche Gewissensentscheidung sein. 

Sie darf folglich nicht von der Führung gesteuert sein und ihm sollten auch keine Konsequenzen wie Z. B.  Gemeinschaftsentzug drohen. 

Kommentar von lindakeim ,

Gibt es eigentlich noch andere glaubensgruppen welche blut ablehnen oder sind die zeugen die einzigen? 

Kommentar von telemann2000 ,

Ich glaube, die Zeugen sind die Einzigen.

Selbst orthodoxe Juden und strenggläubige Moslems die die Speiseverordnungen des AT noch um einiges extremer auslegen als Zeugen Jehovas, würden eine Bluttransfusion im Falle einer Notwendigkeit nicht ablehnen.

Folgendes glauben bspw. orthodoxe Juden:

"Der Begriff Pikuach Nefesch (wörtlich: »ein Leben retten«) basiert auf dem Grundsatz, dass die Erhaltung des menschlichen Lebens fast jedes andere unserer Religionsgesetze außer Kraft setzt. Wenn das Leben einer Person in Gefahr ist, darf beinahe jedes Verbot der Tora übertreten werden.

Es ist bekannt, dass das Judentum das Leben wertschätzt. Wir glauben daran, dass alle Menschen Gottes Geschöpfe sind. Die Gebote und Anordnungen im Judentum wurden erschaffen, um das Leben eines jeden Menschen zu behüten, zu bewahren und zu erhalten – wie unsere Weisen gesagt haben: »Wer auch nur eine Seele rettet, rettet eine ganze Welt.«

Kommentar von lindakeim ,

Danke für die wertvolle Info und die Mühe

Antwort
von DukeSWT, 142

Da in der bibel steht man solle sich von Hurerei, Götzendienst und BLUT enthalten. Jedoch hat mab früher Blut bei Ritualen getrunken etc. und nicht damit Leben gerettet Aber diese Irrlehre wurde mal abgeschafft, eingeführt, abgeschafft usw.

Kommentar von DukeSWT ,

Apg. 15,20

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