Warum legt Das schwarze Loch in der mitte unserer Galaxie gerade eine "Fresspause" ein?

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2 Antworten

Hey,

die Antwort auf deine Frage ist gar nicht so einfach, wie man vielleicht denken könnte ;)

Das altbekannte "Fressen für das Schwarze Loch" ist eine metaphorische Umschreibung für sogenannte Akkretionsprozesse. Das Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße heisst Sagittarius A* und macht sich in erster Linie durch den gravitativen Einfluss auf das unmittelbare Umfeld bemerkbar. Die Sterne im Zentrum der Galaxie weisen derart hohe Eigengeschwindigkeiten auf, dass das ohne die Annahme einer unsichtbaren Masse von 4,6 Millionen Sonnenmassen gar nicht zu erklären wäre.

Wenn sich Gasmassen auf das Schwarze Loch zubewegen kommt es irgendwann aufgrund der Drehimpulserhaltung zur Ausbildung einer Akkretionsscheibe. Das ist eine flache Scheibe die aus Gas und Staub besteht, und sich jetzt um das Schwarze Loch ansammelt. Dort kommt es zu den Strahlungsprozessen, die wir hier auf der Erde entdecken können.

Wenn gerade keine Akkretionsprozesse stattfinden, und damit kein Gas und Staub aus der Scheibe auf das Loch fällt, sind die Strahlungsemissionen aus dem galaktischen Zentrum nur sehr gering. Das nennt man dann, weil es so lustig ist, wieder Fresspause.

Sgr A* ist nach heutigen Messungen etwa 26 000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Folglich sind alle Prozesse die wir heute mit empfindlichen Teleskopen beobachten können, bereits vor 26 000 Jahren geschehen. Da waren die Menschen noch anders drauf als heute, und haben das Geschehen vermutlich nicht aus ihrer Höhle beobachten können.

Gemessen an der Distanz die das Licht zurückzulegen hat, sind die Akkretionsprozesse in ihrer Dauer häufig kürzer als die Lichtlaufzeit. Das gleiche gilt für die Frage ob ein Stern, der 80 Lichtjahre entfernt ist vielleicht heute nicht mehr existiert. Die Antwort auf diese Fragen ist seit Jahrzehnten dieselbe:

Gemessen an den kosmischen Entwicklungszeiten, die in der Regel einige Millionen Jahre umfassen, ist die Verzögerung des Signals, das wir von einem Objekt aus der Milchstraße erhalten oftmals vernachlässigbar. Ein Stern kann nämlich nicht innerhalb von nur 80 Jahren partout von einem Entwicklungsstadium ins nächste laufen. Der Prozess ist fließender. Erst auf Skalen von einigen Milliarden Lichtjahren tritt dieser Effekt bei den meisten Prozessen im Kosmos wirklich ein.

Wir können aber davon ausgehen, dass die meisten Sterne die wir heute beobachten, heute tatsächlich so aussehen wie sie es gerade wirklich tun.

Lg Nikolai

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So ist es. Man kann also eigentlich nicht wissen, was in so weiter Entfernung momentan vor sich geht.

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